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Friedliches Zusammenleben

"Ich muss in eine Moschee gehen können und sagen: Hallo, ich bin euer schwuler OB"'

Bielefelds Stadtoberhaupt Pit Clausen (SPD) sieht die Integration von Migranten als größte Aufgabe seiner Politik. Das respektvolle Miteinander dürfe "keine Einbahnstraße sein".


Pit Clausen ist seit 2009 Oberbürgermeister von Bielefeld (Bild: SPD Bielefeld)

Der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen hat die Integration von Migranten als "größte Aufgabe" seiner Amtszeit behandelt. "Ich muss in einen Moscheeverein gehen können und sagen: Hallo, ich bin euer schwuler Oberbürgermeister", sagte der verpartnerte SPD-Politiker in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der "Neuen Westfälischen".

"In einer Stadt, in der jeder dritte Einwohner einen anderen kulturellen Hintergrund hat, das friedliche Zusammenleben zu organisieren, ist eine Mega-Aufgabe", erklärte Clausen. Das funktioniere nicht von allein und könne auch "nicht mit einem klugen Ratsbeschluss abgefeiert werden", so der 55-Jährige.

Clausen: An Migranten "auch Forderungen stellen"

Auch der bisherige Integrationsplan mit etwa 200 Maßnahme genüge nicht. "Wir müssen unsere Leitideen des Zusammenlebens in die Gruppen tragen, die nicht offen dafür sind", forderte der OB. Das respektvolle Miteinander dürfe "keine Einbahnstraße sein. Da sind wir nicht mutig genug, auch Forderungen zu stellen".

Pit Clausen wurde im Herbst 2009 erstmals zum Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld gewählt. Gleich im kommenden Jahr hisste er zum CSD die Regenbogenflagge am Rathaus und auf der Sparrenburg (queer.de berichtete). An Silvester 2011 gab er seinem langjährigen Partner Thomas Sopp bei einem gemeinsamen Kapstadt-Urlaub das Ja-Wort – und zeigte sich danach erfreut über Glückwunsche in sozialen Netzwerken und seitens der Stadtgesellschaft: "Wenn ein schwuler Oberbürgermeister heiratet und Glückwünsche entgegennehmen darf, dann ist das ein Beleg für eine offene und moderne Stadtgesellschaft."

2014 gewann der ehemalige Richter die OB-Stichwahl gegen seinen CDU-Herausforderer mit 55,9 Prozent. Erst im kommenden Jahr will Clausen entscheiden, ob er eine dritte Amtszeit anstrebt. (cw)



#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 28.12.2017, 10:39h
  • "sieht die Integration von Migranten als größte Aufgabe seiner Politik"

    Und wieder heißt es Tschüss klassische SPD Themen! Arbeiterpartei you are not!
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#2 BobAachenProfil
#3 OrthogonalfrontAnonym
#4 queergayProfil
  • 28.12.2017, 11:07hNürnberg
  • Die größte Aufgabe der Politik ist die Beseitigung der Ungleichheit in den Anhäufungsmöglichkeiten von Reichtum und wirtschaftlicher Macht.
    Und zur Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen gehören sicherlich auch queere Moschee-Besuchsmöglichkeiten . Migranten sollen klar vorgeführt bekommen, welche Kultur in Europa gay-friendly Maßstäbe setzt. Der OB könnte auch einen Queer-Begegnungstag einmal jährlich in Moscheen anregen.
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#5 PhillipeAnonym
  • 28.12.2017, 11:23h
  • Finde ich eine prima Sache!

    Ich fürchte, er wird dabei nicht viele Zuhörer haben. Auf dem Ohr sind leider noch zu viele Taub. Sehe da eher pessimistisch in die Zukunft.

    In diesem Sinne
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#6 KetzerAnonym
  • 28.12.2017, 11:25h
  • Ich hätte dann gern auch Respekt von Katholischer Kirche, den Evangelischen Landeskirchen, die sich ebenfalls nach wie vor weigern, uns als gleichwertig anzuerkennen, Christlich Demokratischer Union, Christlich "Sozialer" Union, Schein-Alternative für Deutschland...
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 28.12.2017, 11:46h
  • Antwort auf #1 von Orthogonalfront
  • "Und wieder heißt es Tschüss klassische SPD Themen! Arbeiterpartei you are not!"

    Versteh ich nicht.

    Die Väter meiner muslimischen Freunde waren Gastarbeiter.

    Und viele deutsche Arbeiter haben in NRW Polen und Kroaten im Stammbaum.

    Nebenbei: es gibt auch schwule und lesbische ArbeiterInnen.
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#8 TheMumProfil
  • 28.12.2017, 11:57hHannover
  • Antwort auf #7 von goddamn liberal
  • Die Fixierung der ganzen linken Parteien auf das Migrationsthema ist ein wesentlicher Grund dafür, warum so viele Wählerstimmen verloren gehen. Der durchschnittliche Wähler fühlt sich durch eine Partei, die Migranten zu ihrer absoluten Top Priorität macht nun mal einfach nicht vertreten. Die gehen dann halt eben CDU oder AfD wählen.
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#9 Patrick SAnonym
  • 28.12.2017, 12:02h
  • Antwort auf #6 von Ketzer
  • Schön das jemand dasselbe gedacht hat. Verstehe die Konzentration auf Einrichtungen überhaupt nicht. Zumal unsere eigenen, europäischen und christlichen Landeskirchen uns diskriminieren und abwerten wo sie können. Nicht mal Weihnachtsmessen sind ihnen da zu schade für. Vll fangen wir mal an, diese zu allererst gayfriendly einzustimmen, bevor wir in Moscheen gehen. Und da gibts weis Gott viel zu tun, wenn ich an die Auswürfe mancher Bischöfe denke, die uns das Menschsein gleich absprechen wollen.

    Ich denke, du musst die Menschen abholen. Außerhalb, im wahren Leben. In deiner Nachbarschaft. Kontakt herstellen, sich begegnen. Gotteshäuser sind da nicht der richtige Ort, weil die Atmosphäre verseucht ist. Wenn du es aber schaffst, die Menschen, die da reingehen, abzuholen und vom Gegenteil zu überzeugen, dann...
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#10 Homonklin44Profil
  • 28.12.2017, 12:06hTauroa Point
  • SPD und Arbeitnehmerpartei? *grübel* Ach so, ja, damals, als Mum und Dad um die 40 waren...

    Die Integration von Einwanderern sehe ich auch als größere Herausforderung, weil das hier nicht wie in Canada nebenbei läuft. Aber ob man das ausgerechnet am empfindlichsten Punkt beginnen sollte, der Religion und Glaube anscheinend bei ganz vielen damit Beschlagenen ist, bleibt fraglich. Dahin gehen, und sagen, ich bin euer OB und der da, das ist mein Mann, wäre schon mal cooler. Es geht ja auch kein anderer OB hin und sagt, ich bin euer heterosexueller OB als kommt damit mal klar. Einfach mal so tun, als wäre das "schwul" selbstverständlich, dann kommen da auch nicht ewig diese Vorwürfe, man würde Sexualität extra herausheben.

    Natürlich muss das nicht nur im Moscheeverein gehen, sondern auch bei den Ortodoxen, in einer Synagoge, in den christlichen Kirchen, bei Wicca und Pagan oder in sonstwelchen Tempeln buddhistischer, hinduistischer, shintoistischer Art. Bei einer Nudelmesse der FSM ist er wahrscheinlich sowieso willkommen, und im Lesezirkel für Marvel-Comics auch.

    Nur bei Scientology wird er vermutlich mit einem Vorwand abgemimmelt werden, die Salafisten könnten ihm zum Freitod raten, und die Schwulenheiler von Wüstenstrom bieten ihm vielleicht eine kostenlose Tandem-Sitzung an oder so.

    Unabhängig seiner Parteizuordnung wünsche ich ihm viel Erfolg mit dem Unterfangen, aber hoffe, er kann auch Enttäuschung vertragen. Die Glaubensversehrten leben immerhin lieber in ihren eigenen, oft sehr klein gemachten Welten.
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