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Ägypten

Schwuler Deutscher in Kairo festgenommen und ausgewiesen

Als Grund für seine "Verschleppung" vermutet der Nürnberger Klaus Fels das Nutzen von Gay-Dating-Apps. Das Auswärtige Amt warnt bereits seit Oktober vor Dates über Grindr und Co. in Ägypten.


Dieses Selfie mit dem Siegeszeichen aus seinem unfreiwilligen Flug von Kairo nach Dubai postete Klaus Fels auf seiner Facebookseite (Bild: privat)

Der 44-jährige Nürnberger Klaus Fels wurde nach eigenen Angaben beim Urlaub in Ägypten festgenommen, musste eine Nacht in einer Zelle verbringen und wurde anschließend ausgewiesen. Von der "Verschleppung" des schwulen Mannes, die sich am 19. November in der Hauptstadt Kairo ereignet haben soll, berichteten am Donnerstag erstmals die "Nürnberger Nachrichten".

Am Tag nach seiner Anreise seien mehrere Männer in sein Zimmer im "Pyramisa Suites Hotel and Casino" gestürmt, hätten alles durchsucht und ihn über einen Hinterausgang hinausgezerrt, schilderte Fels den Vorfall gegenüber der Regionalzeitung. Im Polizeigewahrsam sei er mit der Hand an einen Schrank gefesselt worden. In seiner Zelle habe es keine Liege gegeben, auch etwas zu essen habe er nicht bekommen. Die deutsche Botschaft sei über die Festnahme nicht informiert worden.

Dating-Bekanntschaft in die Falle gelockt

Am nächsten Tag habe er in Begleitung eines Beamten selbst ein Ticket für seinen "Abschiebeflug" nach Dubai buchen müssen, erklärte Fels weiter – was das Reisebüro gegenüber den "Nürnberger Nachrichten" bestätigte. Anschließend sei er zu einer Abschiebezelle am Flughafen Kairo gebracht worden. Dort habe er sein Handy wiederbekommen, das ihm in Polizeigewahrsam abgenommen worden sei.

Der Grund für die Festnahme sei ihm nie genannt worden, erklärte Klaus Fels. Er selbst vermutet die Nutzung schwuler Dating-Apps nach seiner Ankunft in Ägypten. Aus dem Chatverlauf auf seinem Smartphone habe er rekonstruieren können, dass nach seiner "Verschleppung" ein ägyptischer Bekannter unter seinem Namen zu einem Treffpunkt gelockt worden sei. Dort sei der Mann ebenfalls festgenommen worden.

Verfolgungswelle gegen schwule Männer

Menschenrechtsorganisationen prangern seit langem entsprechende Verfolgungsmethoden der Sicherheitskräfte an. Homosexuelle Handlungen sind in Ägypten zwar legal, werden seit Jahren aber immer wieder mit anderen Gesetzen, etwa zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Moral oder gegen "Ausschweifungen", geahndet. In den letzten Monaten kam es zu einer regelrechten Verfolgungswelle (queer.de berichtete).

Das Auswärtige Amt verschärfte daraufhin im Oktober seine Reisehinweise und warnt seitdem explizit davor, "dass ägyptische Behörden auch Dating-Apps einsetzen, um LGBTI ausfindig zu machen" (queer.de berichtete). Es könne nicht ausgeschlossen werden, "dass auch ausländische Touristen Opfer dieses Vorgehens werden könnten". (cw)

Wöchentliche Umfrage

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#1 Gerlinde24Profil
  • 29.12.2017, 06:10hBerlin
  • Was erwartete er, als er als schwuler Mann in ein Land geflogen ist, dass längst als homophob bekannt ist? Und dann auch noch eine Dating - App benutzen! Wie blöd kann man nur sein?
    In Russland wäre es ihm genau so ergangen, nur, dass dahinter (offiziell) kein Staat, sondern selbsternannte homophobe "Kinderschützer" stehen, Homosexuelle demütigen, schlagen, es ins Netz stellen (YouTube ist voll von solchen Widerlichkeiten), oder ermorden, und meist straffrei ausgehen.
    Wer von der Gefahr weiß, und sich trotzdem in Gefahr begibt, ist selber schuld!
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#2 TimmyleinAnonym
#3 PhillipeAnonym
  • 29.12.2017, 07:36h
  • Wenn sogar davor gewarnt wird, kann ich die Nutzung solcher Apps und sogar Urlaubstrips in solche Länder nicht verstehen!
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#4 TimonAnonym
  • 29.12.2017, 08:48h
  • " Das Auswärtige Amt warnt bereits seit Oktober vor Dates über Grindr und Co. in Ägypten."

    Man sollte generell vor Reisen in solche Länder warnen.

    Nicht nur, um so was nicht auch noch mit eigenem Geld zu unterstützen. Sondern schlicht und einfach auch zum Selbstschutz von Leib und Leben.
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#5 Patroklos
  • 29.12.2017, 09:25h
  • Ein weiterer Grund, weshalb ich Dating-Apps und Apps im Allgemeinen ablehne. Ich besitzte nämlich auch ein Smartphone und habe den Zugang zum Internet sofort deaktiviert.
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#6 GronkelAnonym
  • 29.12.2017, 09:28h
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • Ja es ist schon Fahrlässig sich in solchen Ländern so zubewegen wie hier in Deutschland. Da können wir froh sein, dass er nur nach Hause geschickt wurde und nichts schlimmeres passiert ist.
    Aber die Diskussion führt nicht weit genug.
    Nicht das 'Land' ist homophob, sondern seine Gesetze gestützt von einem guten Teil der dort lebenden Menschen und der dort herrschenden Kultur.
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#7 FrageAnonym
#8 TwoinLoveAnonym
  • 29.12.2017, 11:02h
  • Wir als damalige große Fans von Ägypten, Türkei und Co., haben doch verstanden nach vielen Aktionen der Regierungen gegen LGBTI begangen hat, unser Geld lieber in Länder zu bringen wo wir keine Angst vor Verfolgung haben müssen. Wir können uns nur den anderen Kommentatoren anschließen, mit welcher Ignoranz und Blindheit man nur im geringsten Annehmen könnte, man kann sich dort offen wie in Deutschland bewegen. Hat den der junge Mann gedacht "Mir kann sowas nicht passieren". Wir finden es doch sehr fragwürdig so blauäugig zu sein. Freunde von uns fliegen zwar weiter in diese Länder, aber wir wollen nicht noch deren Staatskassen füllen.
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#9 MarcAnonym
  • 29.12.2017, 11:03h
  • Nun bin ich aber mal gespannt, wie sich die Bundesregierung dazu verhält. Eine solche Attacke auf einen deutschen Staatsbürger ist nicht hinnehmbar, das muss Konsequenzen haben.

    Zwar würde auch ich nie einen Fuß in ein so homophobes Land setzen, aber "schuld" ist NICHT der ausgewiesene Tourist, sondern eine menschenfeindliche Staatsmacht! Der muss von unserer Seite entgegengetreten werden, vom Einzelnen per Boykott, vom deutschen Staat per Protest und Sanktionen.

    Und was ist aus dem ebenfalls verhafteten Ägypter geworden? Dem dürfte Schlimmeres widerfahren als 'nur' eine Ausweisung. Auch hier muss die Bundesregierung Aufklärung verlangen.
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#10 LaurentProfil
  • 29.12.2017, 11:23hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #9 von Marc
  • Ich würde hier weniger von "Schuld" denn von "Unvernunft" sprechen.

    Es ist schlimm, wenn man selbst im Urlaub nicht die Finger von diesen Dingern lassen kann.
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