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Queerfeministische Intervention

Schwules Museum* ruft 2018 zum "Jahr der Frau_en" aus

Seit der Gründung der Berliner Institution wurde vor allem die Geschichte weißer Cis-Männer erzählt – das soll sich im neuen Jahr ändern, inklusive der Einrichtung einer "Dyke-Bar".


Das Schwule Museum* wurde 1985 gegründet. Seit 2008 erfolgt eine inhaltliche Neuausrichtung, die neben der männlichen Homosexualität auch andere sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten einbezieht – dies soll durch das Sternchen hinter dem Namen ausgedrückt werden (Bild: KimSchneider / wikipedia)

2018 startet im Berliner Schwulen Museum* das "Jahr der Frau_en" als queer-feministische Intervention, die über zwölf Monate verteilt ist. Gefördert wird die Neuausrichtung von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

In den Räumlichkeiten des Museums soll in Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Filmreihen und Aktionen die Feminismus-Frage neu aufgerollt und ausdrücklich vor dem Hintergrund intersektionaler feministischer Kritik betrachtet werden. "Die Konstruktionen sozialer Ungleichheit und die Interferenzen verschiedener, konkurrierender und sich ergänzender Diskriminierungsformen aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientierung und unterschiedlicher Fähigkeiten werden in den Fokus gerückt", heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Berliner Institution – ein Novum für die Ausstellungspraxis, wo seit der Gründung 1985 vor allem Geschichten weißer Cis-Schwuler erzählt wurden.

Veranstaltungenreihen, Filme und Diskussionen

Ein ganzes Jahr lang will das Schwule Museum* Lücken und Ausschlüsse aufspüren und in vielfältigen Projekten thematisieren. Dafür werden queere Weiblichkeiten beschrieben, wie beispielsweise in einer Rauminstallation von der Künstlerin und Medienwissenschaftlerin Claudia Reiche zur Hijra-Kultur Indiens. Außerdem gibt es Ausstellungen zu queer-feministischen Utopien und zur Geschichte des Lesbischen Aktionszentrums LAZ, das seit den Siebzigerjahren eine der wichtigen Lesbengruppen der Republik ist. Kuratorin Birgit Bosold fragt außerdem in ihrer Ausstellung danach, ob es eigentlich lesbische Kunst gibt.

Dazu gibt es Veranstaltungenreihen, Filme und Diskussionen, ein Mini-Symposium zu Ehren von Monique Wittig, einer großen lesbischen Schriftstellerin und Stichwortgeberin für die queere Theoriebildung, und die Einrichtung einer "Dyke-Bar" im Café des Museums.

Zu jedem Neumond neue feministische Filme

Eröffnet wird das "Jahr der Frau_en" von der Filmreihe "12 Monde", kuratiert von der Künstlerin Vera Hofmann. Die "12 Monde" sind eine ganzjährige Intervention: für ein Jahr wird ein Raum des Museums belegt und verwandelt sich in eine Filmlounge. Das Programm läuft zu den regulären Öffnungszeiten und wechselt zu jedem Neumond. Gezeigt wird eine Auswahl internationaler Film- und Videoarbeiten von Feministinnen und FLT*I zu den ungesehenen Geschichten, den Klassikern lesbischer Filmhistorie, den zeitgenössischen queeren Positionen und den Stimmen von Women* of Color.

Zum ersten Neumond am 17. Januar 2018 startet die Filmreihe mit fünf Filmen unter der Überschrift "Am Anfang die Mütter". Das Programm widmet sich der Beschäftigung der Filmemacherinnen* und Protagonistinnen* mit Matrilinearität und der Beziehung zu ihren Müttern. (cw/pm)



#1 TomchenTomchenAnonym
  • 31.12.2017, 12:21h
  • Dieser Dyke-Hype. Gut, dass es Trends nicht nur bei Musik, Mode und Ernährung gibt. (Irnoie off.) "Die Konstruktionen sozialer Ungleichheit und die Interferenzen..." und hier breche ich das Zitat mal ab, weil ich gedanklich aussteige und keine Lust habe, auf Wikipedia nachzuschlagen, was das übersetzt eigentlich bedeutet. Das Schwule Museum wurde vor vielen Jahrzehnten gegründet, um der von massivsten Repressalien drangsalierten schwulen Community etwas Selbstbewusstsein zurückzugeben. Und nicht, um lesbischen Wissenschaftlerinnen und die, die es sein möchten, eine Selbstverwirklichungsplattform zu schenken. Dafür gibt's das Lesbenarchiv.
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#2 herve64Profil
  • 31.12.2017, 12:53hMünchen
  • Antwort auf #1 von TomchenTomchen
  • Ganz meine Meinung: diese aufgesetzte Effeminierung nervt einfach nur noch!

    Das ist genau so bescheuert wie seinerzeit die Initiative einer gewissen schwullesbischen Wählergruppierung in München, den dortigen "Christopher Street Day" in "Christina Street Day" umzubenennen, um der "Sichtbarkeit der Lesben" Gewicht zu geben, was sie nach einem gehörigen Shitstorm dann doch unterlassen haben.

    Ich fordere jetzt im Gegenzug, dass Frauenzentren dann das "Jahr des Schwulen" ausrufen und dementsprechend agieren. Das gebietet allein schon die Geschlechtergerechtigkeit.
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#3 gifiAnonym
  • 31.12.2017, 12:55h
  • Gut so; saturierte FDP-Schwule haben schon mehr als genügend Wege gefunden, sich in der Öffentlichkeit zu exponieren. Vielleicht geht mit der Rückbesinnung auf lesbische Kämpfe ja auch einher, dass die Bewegung wieder die soziale Frage stellt, statt ewig auf inhaltsleeren CSDs die Spaßgesellschaft wiederbeleben zu wollen.
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#4 Kristian
  • 31.12.2017, 13:20h
  • Und weiter gehts mit Hochgeschwindigkeit Richtung Selbstabschaffung, in dem Zustand braucht unsere Community das *-Museum nicht mehr - sowieso sind differenzierte politische Debatten wegen der queerfeministischen Zensur-/Diskussionsregeln dort ja seit längerem nicht mehr möglich.
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#5 Markusbln11Anonym
  • 31.12.2017, 13:39h
  • Antwort auf #1 von TomchenTomchen
  • Schön und gut.

    Ein schwules Museum für schwule Historie ist genauso wünschenswert wie eine breiter ethnologischer Ansatz, den übrigens Bleibtreu-Ehrenberg schon vor 30 Jahren mit quasi queerer Perspektive verfolgte.

    Was an einem Ort passiert, hängt davon ab, was die Macher*innen jeweils als Ihres ansehen, was die Mitglieder einer Institution wünschen.

    Und im Berliner Schwulen Museum ist das jetzt eben nicht mehr schwule Identität und Geschichte, sondern eine Schwerpunktsetzung auf den Kürzeln ltqaa, und eben nicht lgbti.

    Wenn dieser Ansatz die nötige Qualität hat und eine passable Nachfrage beim Publikum generiert, dann sind die Mittel des Berliner Senats auch hier gut angelegt.
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#6 25sfdvofhaoshAnonym
  • 31.12.2017, 13:44h
  • Hey Leut(e)_innen*,

    Das Schwules Museum* zeigt uns* die Zukunft von Sprache*, Kultur* und Mensch_inn_en*.

    Besonders möchte ich* auf das zukunftsweisende Sprache* zu sprechen kommen. Für alle Mensch_inn_en* wird das Sprache zukünftig gegendert* sein, mit das Gender-Stern* und dem neutralen* "das" für Ding_inn_e, die neutral* sind.

    Ich* finde das toll!
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#7 BEARAnonym
  • 31.12.2017, 13:53h
  • Die Kuratorin Birgit Bosold, Vorstandsmitglied des Schwulen* Museums, bezeichnet sich selbst als "bekennende Männerhasserin".

    So geschehen im Juni 2017 in Köln in der Pride Denkwerkstatt - ich hab's live gesehen und gehört.
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#8 Homonklin44Profil
  • 31.12.2017, 13:58hTauroa Point
  • Solange das zu einer balancierten Präsentation aller gleichgeschlechtlich möglichen Konstellationen führt, und der feministische Aspekt nicht über alles andere regiert, kann man das doch gut finden.
    Queer als Sammelpool der irgendwie diskriminierten Geschlechtlichkeiten und Identitäten als Oberbegriff und darunter eben Anteile des Museums für Lesben, Schwule, Trans* und Inter*. Und warum soll es sich nicht einmal hauptsächlich um Frauen drehen, wenn es sich über Jahre hinweg hauptsächlich um Männer schon drehte?

    Schon klar, dass das einige nicht verknusen können, die lieber ein extra Museum für jede Farbe des Regenbogens hätten.

    Dann aber auch bitte eines für von notorischen FKK'lern verfolgte Lederfetischist*innen! Hurz!
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#9 PiepmatzAnonym
  • 31.12.2017, 14:43h
  • Das schwule Museum* hat sich für die inhaltliche und politische Öffnung entschieden. Muss man nicht, kann man aber machen.

    Auch wenn ich es für sinnvoll halte, auch getrennte Räume und spezielle Organisationen aufrechtzuerhalten: Den Kampf um Emanzipation können wir nur gemeinsam kämpfen. Auch die vollständige Emanzipation schwuler Männer ist meiner Meinung nach nicht ohne eine feministische Gesellschaftskritik möglich; (viele) Feminist_innen sind daher für mich "natürliche Verbündete".

    Eine die bisherige schwule Dominanz etwas ausgleichende Pendelbewegung ist für mich okay. Solange im schwulen Museum* Ausstellungen zu Klappensex möglich sind, mache ich mir um das Verschwinden der schwulen Eigenheiten keine allzu großen Sorgen.
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#10 BuntUndSchoenesEhemaliges Profil
  • 31.12.2017, 15:42h
  • Antwort auf #1 von TomchenTomchen
  • Das stimmt so nicht.
    Wenn man auf der Homepage nachliest, wie das Schwule Museum entstanden ist, steht da ganz deutlich, dass es mit der Ausstellung Eldorado im Berin Museum begann. Und diese Ausstellung beinhaltete homosexuelle Männer und Frauen. War eine Zusammenarbeit von drei homosexuellen Männern und drei homosexuellen Frauen. Der Fokus dieses Museums lag schon immer auf beidem: Schwule und Lesben.

    Der Name Schwules Museum ist als Provokation gedacht, weil das Wort schwul in der Gesellschaft abwertend verwendet wurde/wird. Bis in die 70iger wurden auch Lesben als "Schwule" betitelt und manchmal sogar heute noch. So wurde das Wort schwul für das Museum verwendet und soll wieder das Selbstbewusstsein ausdrücken, was der Bedeutung des Wortes wieder gerecht wird.

    Insofern ist es keine Überraschung, dass es da nun dieses einjährige Projekt gibt und stellt auch kein in den Mittelpunkt drängen der Verantwortlichen dar, weil der Mittelpunkt schon immer homosexuelle Männer und homosexuelle Frauen war.
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