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  • 28. Juni 2005, noch kein Kommentar

Rund 100 Kilo Kartoffeln werden hierzulande pro Jahr verzehrt. Warum das auch gut so ist, erklärt "Das Kartoffelbuch".

Von Dennis Klein

Was musste die arme Kartoffel nicht alles über sich ergehen lassen? Mit der aus den USA herüber schwappenden Low-Carb-Bewegung werden sie als Dickmacher verteufelt - dabei kritisieren Autoren wie Robert Atkins nicht nur fettige Fritten, sondern sämtliche Lebensmittel, die Kohlenhydrate enthalten. In Deutschland gab es im letzten Jahr die gewohnte Lebensmittelpanik, diesmal um Acrylamid, das angeblich frittierte Kartoffeln zu tickenden Zeitbomben machte. Und zu allem Überfluss hat das English Oxford Dictionary, der britische Duden, unlängst den Begriff "Couch Potato" ("Sesselkartoffel") aufgenommen. Damit wird auf der Insel und in Amerika gemeinhin ein Typ á la Homer Simpson bezeichnet, der ständig vor der Glotze hängt.

Doch nun verteidigen mehr und mehr Mediziner und Autoren die Knolle, die von Ernährungswissenschaftler allgemein als gesünder angesehen wird als das gemeine Brot vom Bäcker. In ihrem "Kartoffelbuch" fassen auch die beiden Autoren Barbara und Hans Otzen die Vorzüge des Pommes-Rohstoffs zusammen. "Heute wissen wir die 'Dolle Knolle' als das zu schätzen, was sie wirklich ist: eine kalorienarme Delikatesse", so das Credo des "Kartoffelbuchs".

Die Autoren erklären nicht nur, warum die einst im 18. Jahrhundert zur Bekämpfung von Hungersnöten eingeführte Kartoffeln eigentlich eine tolle Sache sind. Sie führen den Leser auch in einem amüsanten Streifzug durch die Geschichte der Kartoffel von ihren Anfängen in den Anden bis heute auf unseren Tellern. Besonders die gelungene Bebilderung des Buches macht hungrig.

Nicht fehlen dürfen da natürlich die Rezepte. Die ganze Bandbreite von Kartoffeln wird dargestellt - von Fisch 'n' Chips über Thüringer Klöße bis hin zu Kartoffel-Birnen-Rösti. Dazu gibt es auch ganz spezielle Gerichte, die heute eher Geschmacksache sind, ihren Ursprung aber in Hungersnöten hatten: So werden beim Pfälzer Saumagen die Fleischwaren reichlich mit Kartoffeln "gestreckt" - was aber nicht nur dem ehemaligen Bundeskanzler herzlich wenig ausmachte. Ihm hat die Knolle schließlich auch nicht geschadet.

Barbara und Hans Otzen, Das Kartoffelbuch, gebunden, Heel, 176 Seiten, ISBN: 3-89880-432-1, 29,90€ (D).

29. Juni 2005