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Der große Tag ist da!

Australien: Alle dürfen heiraten

Seit Mitternacht ist in Australien das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben Geschichte.


Craig Burns und Luke Sullivan geben sich um kurz nach Mitternacht in New South Wales das Ja-Wort (Bild: Instagram / sarahmayalexander_celebrant)

Der 9. Januar 2018 wird in die Geschichte Australiens als Tag der Gleichstellung eingehen: Nach jahrelangem politischen Kampf haben gleichgeschlechtliche Paare seit Mitternacht das Recht auf Eheschließung.

Zu den ersten neuen Ehepaaren gehören Luke Sullivan und Craig Burns, die sich in der Kleinstadt Carool im Bundesstaat New South Wales das Ja-Wort gaben. "Wir sind sehr glücklich, dass wir eines der ersten homosexuellen Paare sind, die in Australien geheiratet haben", sagte der 29-jährige Burns gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Durch die Ehe-Öffnung sei ein Meilenstein für die Gleichbehandlung aller Menschen erreicht worden.

Das Paar feierte die Hochzeit andersherum als normalerweise üblich: Zunächst wurden am Montagabend ein Festmahl und Getränke geboten – der Höhepunkt war dann um Mitternacht die Hochzeitszeremonie.

Twitter / sunriseon7 | In den australischen Medien waren die ersten Eheschließungen eine große Geschichte

Jahrelanger Kampf um Gleichstellung

Über Jahre kämpften LGBTI-Aktivisten in Australien für die Ehe-Öffnung. Diese scheiterten aber immer wieder insbesondere am Widerstand der Liberal Party, einer Mitte-Rechts-Partei. Noch 2004 beschloss das Parlament unter dem damaligen Premierminister John Howard, einem erbitterten Gegner der Gleichbehandlung, ein Gesetz, das die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau definierte (queer.de berichtete). Allerdings gab es in den letzten Jahren einen Meinungsumschwung in der Bevölkerung und der Druck auf die jeweilige Regierung wurde immer größer.

Im vergangenen Jahr hatte die Ehe-Öffnung das politische Leben in Australien bestimmt. Premierminister Malcolm Turnbull von der Liberal Party setzte deshalb auf einen äußerst selten stattfindenden und teuren Volksentscheid, um einen innerparteilichen Streit zu vermeiden – weil er auch dafür keine Mehrheit fand, letztlich in Form einer unverbindlichen Briefabstimmung durch die Statistik-, nicht Wahlbehörde.

LGBTI-Aktivisten kritisierten dieses Vorgehen scharf. Sie erklärten, man könne nicht mit Plebisziten über Grundrechte abstimmen. Außerdem befürchteten sie, dass Homo-Hasser den Wahlkampf zu offener Homophobie nutzen würden und damit die Stimmung im Land vergiften würden – tatsächlich bestimmten Slogans wie "Stoppt die Schwuchteln" Teile der öffentlichen Debatte (queer.de berichtete). Am Ende stimmte aber eine deutliche Mehrheit von fast 62 Prozent für die Gleichbehandlung (queer.de berichtete).

Daraufhin stimmten sowohl Repräsentantenhaus als auch Senat mit deutlicher Mehrheit für die Ehe-Öffnung (queer.de berichtete). Das Gesetz trat am 9. Dezember in Kraft. Da in Australien aber eine einmonatige Wartefrist für alle Eheschließungen gilt, mussten Homo-Paare noch bis ins neue Jahr auf das Ja-Wort warten.

Bislang gab es weltweit 22 Staaten, die landesweit die Ehe geöffnet haben, zwölf davon in Europa – Australien ist Nummer 23. In der Liste nicht berücksichtigt ist unter anderem Österreich, das nach einer Gerichtsentscheidung die Ehe bis zum 1. Januar 2019 öffnen muss (queer.de berichtete). Auch nicht in der Liste enthalten ist Großbritannien, weil der teilweise autonome Landesteil Nordirland nach wie vor am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben festhält. (dk)



#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#2 Patroklos
#3 Paulus46Anonym
  • 09.01.2018, 14:25h
  • Herzlichen Glückwunsch nach Australien !

    Das Gesetz zur Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare ist in Australien heute in Kraft getreten. Damit dürfen dann auch in Australien homosexuelle Paare heiraten und gemeinschaftlich Kinder adoptieren.

    Damit haben nunmehr 25 Länder die Ehe für alle erlaubt: Neuseeland, Australien, Südafrika, Brasilien, Uruguay, Argentinien, Kolumbien, Mexiko, USA, Kanada, Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Irland, Vereinigtes Königreich, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Malta, Spanien und Portugal.

    Als weitere Länder werden Taiwan und Österreich 2019 dann folgen, wo die Verfassungsgerichtshöfe der beiden Länder die Ehe für alle angeordnet haben.

    Weitere 12 Länder haben standesamtliche Lebenspartnerschaftsinstitute zumindest ermöglicht: Schweiz, Liechtenstein, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Italien, Griechenland, Zypern, Andorra, Ecuador und Chile.

    Demgegenüber gibt es aber auch immer noch leider rund 70 Länder weltweit, wo auf homosexuelle Handlungen Haftstrafen stehen, was insbesondere bei Ländern in Afrika und im Mittleren Osten/Zentralasien der Fall ist. Und genau aus diesen Kulturkreis des Islams, wo Strafgesetze in der Gesellschaft bestehen, holen wir zu Hundertausenden Menschen nach Deutschland herein, die mit sehr homophoben Einstellungen zu uns kommen. Das "kann nicht gut gehen", und zeigt sich in den deutschen Großstädten bei Beleidigungen und Anspucken auf den Bürgersteigen am Abend/in der Nacht, wo es gerade oftmals Straftäter aus diesen Herkunftsländern sind, die homophob motivierte Beleidigungen begehen.
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#4 LoveWinsAnonym
  • 09.01.2018, 18:54h
  • In Mexiko sind es bei weitem nicht alle Bundesstaaten die die Ehe geöffnet haben. Jedoch müssen woanders geschlossene Ehen auch dort anerkannt werden.

    Damit sind die dem Vereinigten Königreich einiges voraus, denn dort wird eine in England geschlossene Ehe in Nordirland zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft abgewertet.

    Taiwan und Österreich sind gerichtlich aufgefordert worden die Ehe zu öffnen, doch es sieht ganz danach aus, als ließe man dort Fristen verstreichen.

    Immerhin ist es möglich in Estland und Israel als Ehepaar zu leben, man muss "nur" im Ausland heiraten.

    Mal sehen, ob 2018 weitere Eheöffnungen mit sich bringt, doch so langsam bleiben nicht mehr viele Staaten übrig, bei denen ich es mir vorstellen könnte...

    Ich gratuliere Australien zu diesem Tag und freue mich für jedes Paar, dass dort in Liebe heiratet!
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#5 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 09.01.2018, 19:08h
  • Antwort auf #3 von Paulus46
  • "Und genau aus diesen Kulturkreis des Islams,"

    Kannst, Du es, nicht, lassen, islamophob zu sein?
    Die Religionen (egal, was für eine) tragen den größten Teil der Schuld an der weltweiten Queerophobie!
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#6 hugo1970Ehemaliges Profil
#7 AlicioAnonym
  • 09.01.2018, 19:48h
  • Antwort auf #3 von Paulus46
  • Hm
    * WIR holen uns die Menschen nicht, sondern sie kommen zu uns.
    * Es fliehen auch viele LGBTQ um auch deswegen Schutz bei uns zu bekommen.
    * Die, die sich wie beschrieben benehmen können ausgewiesen werden, wenn sie noch keine EU Bürger sind
    * Die vielen anderen, die eine Ausweisung nicht riskieren wollen, die Schutz suchen, die einen neuen Anfang machen wollen, die werden sowas nicht tun ... man muss es ihnen allerdings erklären was besonders bei uns ist und dass der Staat dies auch schützen wird.
    * Homophobie grassiert auf eurasischem Boden in den östlichen Ländern ... in nicht wenigen dort "herrschen" Christen !!
    * Es ist eine Chance, dass zu uns geflohene verstehen und in ihren Ländern später einmal CSDs (der ähnliches) aufbauen / veranstalten oder Informationen tragen, oder Kontakte herstellen oder anderen LGBTIQ helfen, Communities aufbauen, und so weiter.
    * Man bilde sich bitte nicht ein es wäre hier schon immer so "schön" für LGBTIQ gewesen. Es ist noch nicht all zu lange her da gingen verdeckte Ermittler noch auf Schwulenfang, da wurden Homosexuelle eingesperrt für ihre Homosexualität! Viele sind erst vor ganz kurzem rehabilitiert worden - erinnerst Du Dich noch?

    - Meinst Du echt, Menschen lassen sich gerne unterdrücken?
    - Die Angst geht bei vielen, wenn sie erkennen, dass wir Familien mit und ohne Kinder haben, integriert sind, unseren Beschäftigungen nachgehen, Schauspieler*innen und Unternehmer*innen, Sportler*innen und Politiker*innen, Lehrer*innen und Professr*innen, Polizist*innen und Soldat*innen und vieles mehr sind.
    Es ist in der EU Realität und die Staaten gehen nicht davon kaputt, klassische Beziehungen bleiben erhalten es sind lediglich neue hinzu gekommen.
    - Die Anhänger*innen der AfD, Demo für Alle und der Gleichen setzen sich fast nur aus "echten" und "christlichen" Deutschen zusammen.
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#8 ursus
  • 09.01.2018, 20:53h
  • Antwort auf #5 von hugo1970
  • "Kannst, Du es, nicht, lassen, islamophob zu sein?"

    nein, das kann er nicht. hier könnte ein artikel über kuchenrezepte stehen, und er würde immer noch den bogen zum islam kriegen, der die christlich-deutsche konfiseriekunst bedroht, die fdp dafür loben, dass sie den kuchen jetzt noch ungerechter verteilen will und auf die linken eindreschen, die "das rezept verändern" wollen. da machste nix dran.
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#9 Homonklin44Profil
  • 09.01.2018, 23:20hTauroa Point
  • Antwort auf #3 von Paulus46
  • Wie übrigens überhaupt bei den abrahamitischen Religiösen, und da der Islam mit dem Christentum so nahe verwand ist, auch eine Überleitung hierzu.

    Aber das hat mit Australien wenig zu tun. Da leben zwar auch Christen und Moslems, und es wandern auch viele Moslems aus Indonesien ein. Um homophobe Wirkungsweisen einzudämmen, kann hilfreich sein, wenn man die Religion zurück ins Private bringt.
    Ob es da um Islam oder Christentum geht, oder andere Religion, kommt im Endeffekt aufs Gleiche heraus. Monotheismen scheinen ehestens besonders auf Ausgrenzung angelegt zu sein. Zu viel Mono eben.
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#10 Paulus46Anonym
  • 10.01.2018, 00:50h
  • Antwort auf #6 von hugo1970
  • @hugo1970
    "Nicht alle Moslems sind Menschenfeinde!!!!!!!!"

    --> Das ist richtig und behauptet auch niemand !!!

    Aber der Islam und nicht nur der Islamismus ist zutiefst homophob geprägt und du wirst nur Homophobie an den Moscheen in Kairo, in Bagdad, in Mekka, in Medina, in Istanbul oder auch in Tunis als Antwort erhalten und sicherlich keine Trauung füf gleicheschlechtliche Paare, wie sie in vielen Kirchen des Christentums, in bedeutenden Teilen des Buddhismus und Judentums erlaubt ist.

    Schaue doch endlich einmal auf die Weltkarte, wo die Staaten rot gefärbt sind, die Strafgesetze haben und du wirst merken, das dies weitgehend flächendeckend gleich ist mit dem historischen Ausbreitungsgebiet des Islams. Und es ist die Organisation arabischer Staaten, die bei der UNO immer wieder homophobe Anträge einbringt !!!
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