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Queerfilmnacht

Homoerotik und Homophobie ganz dicht beieinander

In ihrem Film "Beach Rats" erzählt Eliza Hittman in düster-verträumten Bildern die Geschichte eines schwulen Erwachens und einer Selbstverleugnung auf Coney Island – jetzt im Kino.


Frankies Macho-Kumpels, mit denen er tagsüber am Strand abhängt, dürfen nicht wissen, dass er auf Männer steht (Bild: Edition Salzgeber)

Sommer auf Coney Island. Der Teenager Frankie driftet durch sein Leben. Tagsüber hängt er mit seinen Freunden am Strand ab, geht trainieren und raucht Gras. Doch weder seine machohaften, latent aggressiven Kumpels noch Simone, mit der er eine Affäre beginnt, scheinen ihn wirklich zu interessieren.

Der einzige Ort, an dem Frankie offen über seine Gefühle und sexuellen Wünsche sprechen kann, ist der anonyme Chatroom, in dem er nachts mit älteren schwulen Männern schreibt. Nach einigem Zögern beginnt er sich mit Leuten aus dem Netz zu treffen und wagt sich in die Cruising-Bereiche am Flußufer vor. Als seine Kumpels sein Geheimnis zu entdecken drohen, muss Frankie eine radikale Entscheidung treffen…

Kein Coming-out in Macho-Milieu


Poster zum Film: "Beach Rats" startet am 25. Januar 2018 im Kino und läuft zuvor bereits in der Queerfilmnacht

In ihrem zweiten Spielfilm "Beach Rats" erzählt die US-amerikanische Independent-Regisseurin Eliza Hittman in düster-verträumten Bildern eine Geschichte von homosexuellem Erwachen und einer Selbstverleugnung am äußersten Rand New Yorks, an dem soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität ebenso Alltag sind wie eine einseitige Vorstellung von Männlichkeit. Für ihr poetisch-realistisches Coming-of-Age-Drama, das thematisch und formal an das radikale Außenseiter-Kino Larry Clarks erinnert, wurde Hittman beim Sundance-Filmfestival gefeiert und mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Homoerotik und Homophobie liegen ganz dicht beieinander.

Die Filmemacherin wurde durch eigene Erfahrungen mit Homophobie und ihrem Aufwachsen in einer Familie, in der das Sprechen über Sexualität ein Tabu war, zu "Beach Rats" inspiriert. "Ich suchte dafür ganz bewusst ein besonders maskulines Milieu", erklärte Hittman. "Darin wollte ich den enormen Druck untersuchen, der auf jungen Männern lastet, die traditionell maskulinen Lebensbildern folgen sollen und denen keine Alternativen, keine anderen Rollenmodelle angeboten werden."

Sie habe "Beach Rats" dabei ganz bewusst nicht als Coming-out-Geschichte angelegt. "Frankie ist ein unsicherer 19-Jähriger, der nur ganz langsam ein Bewusstsein dafür entwickelt, wer er ist oder wer er sein könnte", so die Regisseurin. "Er hält sich noch fest an seiner Unentschlossenheit. Seine Standardantwort ist: 'Ich weiß nicht…' Ich denke, das ist sehr typisch für einen jungen Mann in seinem Alter, der irgendwie nicht in der Lage ist, eine klare Aussage über seine eigenen Gefühle zu machen." (cw/pm)

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zum Film

Beach Rats. Spielfilm. USA 2017. Regie: Eliza Hittman. Darsteller: Harris Dickinson, Madeline Weinstein, Kate Hodge, Neal Huff, Nicole Flyus, Frank Hakaj, David Ivanov, Anton Selyaninov, Harrison Sheehan, Douglas Everett Davis, Gabriel Gans, Erik Potempa, Kris Eivers, J. Stephen Brantley. Laufzeit: 95 Minuten. Sprache: englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Verleih: Edition Salzgeber. Kinostart: 25. Januar 2017, zuvor bereits in der Queerfilmnacht
Galerie:
Beach Rats
8 Bilder


#1 andreAnonym
  • 09.01.2018, 22:25h
  • Ja wirklich sehr sehr nett. Homoerotik, naja, man sieht eben immer fast nackte Körper. Und die koksen. Was man eben so macht als Jugendlicher.
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#2 wiking77
  • 10.01.2018, 00:01h
  • naja ein Film für schwule Männer zum Anschauen gemacht, aber er soll irgendwie, laut Verantwortlichen, doch nicht schwul daher kommen.... Kokettierie oder "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß".
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#3 Homonklin44Profil
  • 10.01.2018, 00:59hTauroa Point
  • Das scheint Parallelen zur Wirklichkeit aufzuzeigen, wenn man in einer Heterosozialisierung lebt, und sein Geheimnis wahren muss.

    So dürfte es vielen Schwulen gehen, die zwischen den Welten trennen müssen. So tun, als hätte man eine Freundin, und dies halbherzig umzusetzen versuchen, damit man nicht auffällt. Der Beginn von Doppellebensstrukturen. Die Hälfte vom Glück auf der sicheren Seite, solange keiner was mitkriegt. Und wenn die Triebe verlocken, dann untertauchen.
    Die See als Symbolik, der Wasserspiegel als Trennwand zwischen zwei unvereinbaren Welten.
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