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Comedian spricht über "vermeintliche Randgruppe"

Matze Knop nach transphobem "Witz" in der Kritik

"Supa Richie" sorgt für Kopfschütteln, weil er sich über die erste Transfrau auf der "Playboy"-Titelseite lustig macht. Kritikern empfiehlt er, lieber über sterbende afrikanische Kinder nachzudenken als über eine Transsexuelle.


Matze Knop bei einer Filmpremiere 2014 in Köln (Bild: JCS / wikipedia)

Der Komiker und Stimmenimitator Matze Knop steht nach einem abwertenden Twitter-Kommentar über die erste transsexuelle Frau auf der Titelseite des deutschen "Playboy" in der Kritik. Der 43-Jährige schrieb am späten Dienstagabend in dem sozialen Netzwerk: "Erstes Transgender Model auf Playboy-Cover. Da kaufe ich mir dann lieber gleich die GQ. Oder die Jagd und Hund."



Knop spielt damit auf die seit Donnerstag erhältliche neue Ausgabe des Männermagazins an, auf der die 21-jährige Giuliana Farfalla abgebildet ist (queer.de berichtete). Das transsexuelle Model wird auch in der ab dem 19. Januar ausgestrahlten neuen Staffel von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" teilnehmen – auch in dieser Show ist sie die erste transsexuelle Teilnehmerin (queer.de berichtete).

Auf das erste transsexuelle Model auf der Titelseite gab es überwiegend positive Reaktionen, aber auch vereinzelt Ablehnung: So kritisierte das frühere Playmate Ramona Bernhard die Titelseite als "eklig" (queer.de berichtete).


Der Stein des Anstoßes: Eine Nicht-Cis-Frau auf dem Titel des beliebtesten Magazins von Heteromännern


Nach seiner Äußerung gab es einen regelrechten Shitstorm gegen den Komiker. Auf Twitter wurde Knop Diskriminierung und Transphobie vorgeworfen. Der 43-Jährige verteidigte sich in mehreren Tweets, in denen er unter anderem schrieb: "Wenn man keine Witze mehr über vermeintliche Randgruppen machen darf, grenzt man diese dann aus? Und ab wann gehört man zu einer besonderen Gruppe? Gibt es sowas überhaupt? Ich weiß es gerade nicht." In einem anderen Eintrag hieß es: "Nochmal für alle, die meinem Kanal folgen. Ich bin Comedian!!!"

Knop: Priorität auf 1000 sterbende Afrikaner, nicht auf eine Transsexuelle

Besonderen Zorn zog Knop wegen eines Tweets vom Mittwoch auf sich, in dem er meinte, dass man eher über sterbende Kinder aus Afrika reden sollte als über Transsexuelle: "Die Welt macht sich inzwischen mehr Gedanken über 1 Transgender als über 1000 Kinder, die täglich in Afrika sterben. Ich finde es gut, wenn jemand sein wahres ICH gefunden hat. Aber wir sollten die Relation mal wieder etwas gerade rücken."

Dieser Eintrag veranlasste sogar Knops prominenten Comedy-Kollegen Christian Ulmen, sich in die Auseinandersetzung einzumischen. Der 42-Jährige forderte am Mittwochnachmittag auf Twitter, Knop solle den Tweet näher erklären. "Diese eigenwillige Relation wirkt sonst wie der Versuch, mit toten afrikanischen Kindern Deinen verunglückten Transgender-Witz moralisch ein bisschen aufpäppeln zu wollen."



Matze Knop ist bereits seit den Neunzigerjahren im deutschen Comedygeschäft tätig. Er wurde vor allem durch seine Figur "Supa Richie" bekannt, später waren auch seine Parodien bekannter Fußballer populär. (dk)



#1 Gerlinde24Profil
  • 11.01.2018, 14:35hBerlin
  • Als Frau mit TS-Vergangenheit stimme ich ihm insofern zu, dass man/frau den Fokus lieber auf das Leider der Welt (und, wie man es beheben kann) lenken sollte, als auf eine Frau, die von einem Männermagazin nicht nur vermarktet, sondern auch voyeuristisch zur Schau gestellt wird.
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#2 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 11.01.2018, 14:48h
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • Es ist aber nicht so, dass sie abgebildet wurde, sondern es war ihre Entscheidung sich bei diesem Magazin so zu zeigen.
    Ein kleiner, nicht unbedeutender Unterschied.
    Sie ist also kein Opfer von Vermarktung, sondern sie entschied sich dazu.

    Und diesen Schritt finde ich positiv und begrüße es, weil es eben viele Heteros erreicht und hoffentlich ein Hebel im Kopf umgelegt wird.
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#3 Homonklin44Profil
  • 11.01.2018, 14:57hTauroa Point
  • Ich kenne den Typ zwar nicht und verstehe die Witze der heute gehypten Comedians auch nicht mehr allzu oft, weil es ganz häufig offenbar nur darum geht, irgendwelche Merkmale und Eigenschaften nonstop durch den Kakao zu ziehen, und sich daran hochzuziehen. Lese es so in der Art, wie der andere dazu meinte :

    ""Diese eigenwillige Relation wirkt sonst wie der Versuch, mit toten afrikanischen Kindern Deinen verunglückten Transgender-Witz moralisch ein bisschen aufpäppeln zu wollen.""

    Warum sich nicht einfach mal grade stellen, wenn man was daneben getappt ist? Tut mir Leid, ist mir misslungen. Ist das in deren Beruf so schwierig? Auf der Theaterbühne hätte man Tomaten um die Ohren bekommen.

    An die verhungernden Kinder nur zu denken, hilft denen beim Überleben auch nicht.
    Deren Leid müsste nicht sein, wenn sich die Konzerne der weltweit operierenden Profitwelt, und die großen Religionsgemeinschaften mal die Taschen auskehren würden, und zu ihren großen Worten über Barmherzigjkeit und Achtsamkeit stünden. Hätte er besser darüber dumme Sprüche gerissen. Den anderes als großes Blah-Blah sind diese Worte auch nicht.
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#4 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 11.01.2018, 14:58h
  • @Matze Knop:
    Ne, das war nicht toll.
    Ihre Ausrede mit "Ich bin Comedian, ich darf das," hast du dich ins Aus getwittert.
    Ich wüsste nicht, dass es Comedians erlaubt ist, zu diskriminieren und zu diskretitieren.

    Es muss ein Ende haben mit dieser "Meinungsäußerung!" Es ist eben keine Meinung mehr, sondern es schadet die Betroffenen. Und zwar ganz erheblich.
    Ja, Meinungsfreiheit haben wir in Deutschland. Das hat aber nichts mit Diskriminierung und anderen Schaden zufügen zu tun. So viel Hirn sollte auch ein Comedian besitzen.

    Dieser Twitter ist geschmacklos und greift in die Persönlichkeit von Frau Farfalla ein.
    Selbst Comedians wie Carolin Kebekus wehren sich gegen Beleidigungen. Da löst Ihr Twitter nur zusätzlich Brand aus, anstatt dazu beizutragen, dass dieses Übel mal ein Ende nimmt.
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#5 BEARAnonym
  • 11.01.2018, 15:28h
  • Der Typ war und ist halt ein Prolet.

    Und wenn Proleten (und auch manch anderem Zeitgenossen) nichts mehr einfällt, kommen sie mit den armen Kindern in Afrika - in der irrigen und irrsinnigen Annahme, damit könne man sich aus ALLEM herausreden.
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#6 ursus
  • 11.01.2018, 16:18h
  • hier zeigt sich, warum ich knop noch nie witzig fand: für guten humor muss man intelligent und empathisch sein.
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#7 schwarzerkater
  • 11.01.2018, 17:29h
  • hallloooooooo, das ist ein witz.
    wenn nun bald auch (schlechte) witze zensiert werden, dann sind wir von einer religionspolizei wie in saudi-arabien oder im iran nicht weit entfernt.
    hysterie, neid, kleingeistigkeit und keine toleranz anderen gegenüber - aus so einer community trete ich liebend gern freiwillig aus!
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#8 TheManneken
  • 11.01.2018, 19:34h
  • Was genau die Intention von Knop war, als er diesen Kommentar verfasst hat, entzieht sich mir. Ich kann mich seinem Humor auch nichts anfangen...

    Aber wenn ich das so verstehe, dass er sich als heterosexueller Mann gerne sexuelle Anreize in einem Nacktmaganzin verschaffen will und die bei einer Trans-Frau eben nicht bekommt, kann ich das auch irgendwie verstehen. Ich finde nicht, dass hier Diskriminierung vorliegt, wenn ein heterosexueller Mann mit einer Trans-Frau nichts anfangen kann bzw. eine heterosexuelle Frau mit einem Trans-Mann.

    Ich persönlich hab kein Problem mit der Titelseite. Ich finde sie schön, die Hupen ein bisschen zu prall und unnatürlich, aber ansonsten hat sie die Verwandlung ja quasi perfekt hinbekommen.
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#9 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 11.01.2018, 20:40h
  • Antwort auf #8 von TheManneken
  • Na ja, er hat es nicht seiner Großmutter erzählt, sondern hat es per Twitter ins Netz gestellt. Für mich ist das schon ein Unterschied.
    Er ist ja nicht verpflichtet, diese Ausgabe zu kaufen. Aber es wäre freundlich gewesen, wenn er seine "Meinung" für sich behalten hätte. Es gibt Trans*Personen, die das verletzen kann, weil sie noch häufiger mit Ablehnung konfrontiert sind.
    Respektvoll finde ich das nicht.

    Für meinen Geschmack gibt es immer noch zu viele, die gedankenlos daher plappern oder dahertwittern, ohne zu überlegen, was das beim Gegenüber bewirkt oder auslösen kann. Ich mag diesen sturen Egoismus nicht. So nach dem Motto: "Ist mir doch egal, was kümmert mich der/die andere."
    Solche Leute leben oftmals auf Kosten von anderen. Werden sie aber selbst mal kritisiert, dann reagieren sie selbst noch viel empfindlicher als alle anderen.
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#10 AlicinoAnonym
  • 11.01.2018, 22:08h
  • Meine Lieben "Witzeversteher*innen"

    Wird es klar, wenn der Kerl folgendes getwittert hätte?

    "Erstes Farbiges Model auf Playboy-Cover. Da kaufe ich mir dann lieber gleich die Gq. Oder die Jagd und Hund."

    und nachgeschoben:

    "Wenn man keine Witze mehr über vermeintliche Randgruppen machen darf, grenzt man diese dann aus? Und ab wann gehört man zu einer besonderen Gruppe? Gibt es sowas überhaupt? Ich weiß es gerade nicht."

    und

    "Die Welt macht sich inzwischen mehr Gedanken über 1 'Farbige' als über 1000 Kinder, die täglich in Afrika sterben. Ich finde es gut, wenn jemand sein wahres ICH gefunden hat. Aber wir sollten die Relation mal wieder etwas gerade rücken."

    Moment: Und wer hat sich noch gleich zu erst Gedanken über ein Transgender Model auf dem Playboy Cover gemacht und wollte lieber Jagd und Hund kaufen gehen? - Und wie hilft DAS den 1000 Kindern, die in Afrika jeden Tag sterben?

    Ich muss nicht jeden "Witz" verstehen, auch nicht wenn's von sich behauptet ein Comedian zu sein - was für ein Witz!
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