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Reform

Israel: Sexuell aktive Schwule dürfen Blut spenden

Nach Druck von LGBTI-Aktivisten schließt Israel nicht mehr sexuell aktive schwule und bisexuelle Männer vom Blutspenden aus.


Die Jerusalemer Regierung will mehr Schwule und Bisexuelle zum Blutspenden verleiten (Bild: flickr / Olli Henze / by 2.0)

In Israel dürfen Männer, die Sex mit Männern haben, ab April genauso Blut spenden wie heterosexuelle Männer. Das gab das Gesundheitsministerium in Jerusalem am Mittwoch bekannt.

Man habe ein neues "Doppeltest-System" entwickelt und werde die Blutspender künftig zwei Mal testen, um jegliche Gefahr für eine Ansteckung mit HIV, Syphilis oder anderen Krankheiten auszuschließen, so ein Sprecher des Ministeriums. Bis zur zweiten Spende, die vier Monate später stattfinden kann, werde das zuerst gespendete Blut eingefroren. Für das neue System gelte zunächst eine zweijährige Testphase. Die Aufhebung des Spendeverbots gelte außerdem auch für äthiopische Einwanderer, die bislang ebenfalls einem Verbot unterlagen.

Das Verbot für Männer, die Sex mit Männern haben, ist erst im letzten Jahr aufgeweicht worden: Bis Mitte 2017 hatten Schwule und bisexuelle Männer in Israel nur Blut spenden dürfen, wenn sie seit 1977 (!) keinen gleichgeschlechtlichen Sex mehr gehabt haben. Dann verkündete das Gesundheitsministerium eine Reform, nach der Männer, die Sex mit Männern haben, nach einer einjährigen Sex-Abstinenz spenden durften.

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Auch Deutschland diskriminiert Schwule beim Blutspenden

In Deutschland gilt dieselbe Zwölf-Monats-Regelung, nachdem das Totalverbot vor einigen Monaten aufgehoben worden war. LGBTI-Aktivisten kritisieren, dass diese anhaltende Ungleichbehandlung von Homo- und Heterosexuellen diskriminierend sei und nicht auf wissenschaftlichen Argumenten beruhe. Außerdem sei die Reform nutzlos. LSVD-Sprecher Axel Hochrein erklärte anlässlich der Reform etwa, "dass ein gesunder homosexueller Mann niemals ein Jahr lang zölibatär leben kann und wird, um dann endlich Blut spenden zu dürfen" (queer.de berichtete).

LGBTI-Aktivisten und Aids-Hilfen fordern in vielen Ländern bereits seit Jahren, dass beim Blutspenden nicht die sexuelle Orientierung den Ausschlag geben solle, ob jemand als Spender geeignet ist oder nicht, sondern nur das individuelle Risikoverhalten der spendewilligen Personen. Bislang behandeln aber nur sechs der 28 EU-Länder Homo- und Heterosexuelle in dieser Frage gleich. Dabei handelt es sich um Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien. (dk)



#1 Homonklin44Profil
  • 11.01.2018, 22:06hTauroa Point
  • ""Bis Mitte 2017 hatten Schwule und bisexuelle Männer in Israel nur Blut spenden dürfen, wenn sie seit 1977 (!) keinen gleichgeschlechtlichen Sex mehr gehabt haben.""

    Das musste ich echt mehrmals lesen und mich dann zwicken. *Koppschüttel*

    Dagegen ist der 1-jährig geforderte Zölibat hierzulande echt Kinkerlitzchen! Man kann das ja schaffen, vor allem, wenn es zwangsläufig eh so läuft und man single ist bzw. kein Kurzzeitbeziehungs-Fan und so.

    Gleichberechtigt mit Heterosexuellen wäre auch hier schön, zumal es genug Heterosexuelle gibt, die promisk leben oder potenziell STD einsammeln. Was ist dann mit Bisexuellen? 6 Monate warten?
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#2 Patroklos
  • 11.01.2018, 22:20h
  • Israel macht es vor, wie es richtig geht und hat wie einige andere Staaten nicht noch zusätzlich diese unsägliche und schwachssinnige Hürde mit dem zwölfmonatigen Sexzölibat vorgesehen!
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#3 LillyComptonAnonym
  • 11.01.2018, 23:14h
  • Versuch doch mal als Transsexuelle Frau in deutschland blut zu Spenden. Es ist völlig egal wie lange du keinen Sex mehr hattest da eh alle Nutten und Pornoqueens sind.

    Ich fände es mal schon wenn nicht nur deine Orientierung sondern auch deine Identität in deutschland egal wäre solange dein blut schlicht gesagt gesundheitsunbedenklich genug ist.

    Meine heimat hat da durchaus in einigen Gebieten die Nase vorn.
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#4 TheDadProfil
  • 12.01.2018, 12:50hHannover
  • Antwort auf #3 von LillyCompton
  • ""Versuch doch mal als Transsexuelle Frau in deutschland blut zu Spenden. Es ist völlig egal wie lange du keinen Sex mehr hattest da eh alle Nutten und Pornoqueens sind.""..

    Ein kleines bisschen Realität wäre hier schon nett..

    Von der Blutspende ausgeschlossen sind auch alle Menschen die starke Medikamente einnehmen, und da ist es unerheblich ob es sich um Herz-Mittel, Schmerzmedikamente, oder um eine Hormon-Therapie handelt..
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#5 RealitätAnonym
#6 TheDadProfil
  • 14.01.2018, 01:03hHannover
  • Antwort auf #5 von Realität
  • ""Leider ist die Realität viel transphober, als du vermutest. Es liegt nämlich nicht an der Hormontherapie. Diese stellt lediglich einen Hormonspiegel im normalen weiblichen (bei Transmännern männlichen) Bereich her, sowie in alle anderen Männer und Frauen auch haben. Es liegt also keine Medikamenteneinnahme im klassischen Sinn vor.""..

    Äh ?
    Nöö..
    Es gibt Männer denen die Hoden fehlen..
    Infolge von Krebs-Ops oder auch dann wenn sich die eltern nicht dafür zuständig fanden bei ihren kleinen söhnen mal nach dem Rechten zusehen und die Hoden in den Leisten verblieben, ein so genannter Hoden-hochstand, dann bilden diese keine Hormone..

    Diese werden dann bestenfalls substituiert um einerseits eine 2normale Pubertät" zu erreichen, was oft nicht stattfindet, denn eine nach dem 12. oder gar erst 14. Lebensjahr ist keine "normale" sondern eine verzögerte oder verspätete Pubertät, die mit erheblichen Schwierigkeiten einhergeht..

    Nichtsdestotrotz ist diese Substitution mit Sexual-Hormonen so hoch wie der "normale Hormon-Spiegel" eines "normalen Mannes" und dennoch sind Menschen die unter Substitution mit Sexual-Hormonen stehen von Blut-Spenden generell ausgeschlossen..

    Ausgeschlossen sind :

    ""Wir haben für Sie die wichtigsten Spendekriterien - basierend auf dem Blutsicherheitsgesetz bzw. den Kriterien in der Blutspendeverordnung - zusammengestellt (Stand: 27.01.2014):

    Akupunktur: ohne Einmalnadeln und nicht von einem Arzt durchgeführt: 4 Monate aussetzen.

    Allergie:
    Akut, mit Medikamenten: nach Absetzen der Medikamente und bei Beschwerdefreiheit: 3 Tage/72 Stunden
    Akut, ohne Medikamente: nach Abklingen der Beschwerden: 3 Tage/72 Stunden
    Desensibilisierung: nach Injektion oder oraler Einnahme: 3 Tage/72 Stunden

    Alter: Blut spenden können alle gesunden Frauen und Männer ab dem Alter von 18 Jahren. Wer noch nie Blut gespendet hat, darf nicht älter als 60 Jahre sein. Bitte beachten Sie, dass Blutspender nach einer zehnjährigen Pause wieder als Erstspender gelten.

    Antibiotika: 4 Wochen nach Ende der Einnahme (auch bei Aknebehandlung)

    Auslandsaufenthalt: siehe Länder mit Spenderrückstellung.

    Malaria: zeitlich begrenzter Ausschluss mit oder ohne Malariaprophylaxe für 6 Monate nach der Rückkehr.

    Nach Aufenthalt in einem West Nil Virusgebiet: 4 Wochen

    Großbritannien/Nordirland: Personen, die sich zwischen 1980 und 1996 insgesamt mehr als 6 Monate in Großbritannien aufgehalten haben bzw. sich dort einer Operation oder Transfusion unterzogen haben, unterliegen einem permanenten Ausschluss.

    Blutkomponenten oder -transfusion: 6 Monate nach Erhalt.

    Cholesterin und/oder Triglyceride > 300 mg: Ausschluss.

    Diabetes:
    Typ 1: insulinpflichtig oder mit Tabletten eingestellt: Ausschluss.
    Typ 2: nur mit Diät und regelmäßiger Kontrolle: spendetauglich.

    Durchfall: nach Ereignis 4 Wochen.

    Endoskopie: nach dem Ereignis 4 Monate.

    Epilepsie: permanenter Ausschluss.

    Fieberblase: ab dem Zeitpunkt des Auftretens der Fieberblase 10 Tage aussetzen, und bei erfolgter Abheilung

    Frakturen: bei unkomplizierten Frakturen Ausschluss, solange ein Gips getragen wird und eine Woche nach der Abnahme.

    Gewicht: Blutspender müssen mindestens 50 kg Körpergewicht und einen Body-Mass-Index von 19 haben

    Häufigkeit: Frauen und Männer können alle acht Wochen, Frauen können vier- bis fünfmal jährlich, Männer sechsmal innerhalb von 365 Tagen Blut spenden.

    HIV-Infektion: permanenter Ausschluss.

    Einmaliges HIV-Risiko-Verhalten: nach dem Ereignis 4 Monate.

    Hepatitis: Personen, die Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-positiv sind oder waren bzw. Personen mit chronischer und infektiöser Hepatitis unklarer Genese (bei Verdacht) unterliegen einem permanenten Ausschluss.

    Herz-Kreislauf-Erkrankungen: z. B. Koronare Herzkrankheit, nach Infarkt: Ausschluss.

    Männer, die Sex mit Männern hatten (MSM): Männer, die Sex mit Männern hatten, werden von der Blutspende ausgeschlossen. Dieser Ausschluss erfolgt aufgrund eines signifikant höheren Infektionsrisikos für HIV und des verbleibenden Restrisikos bei der Diagnostik. Leider kann dieses Restrisiko trotz modernster Testmethoden nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund werden Personen, die zu Risikogruppen zählen oder Risikoverhalten zeigen, vom Blutspenden ausgeschlossen. International besteht Konsens, dass MSM-Kontakte als Risikoverhalten einzustufen sind: Europarat, Europäische Blutallianz EBA, Europäische Qualitäts- und Gesundheitsbehörde EDQM und US-Lebensmittel- und Arzneibehörde FDA.

    Hypertonie (Bluthochdruck):
    gut eingestellt, trotz Medikamenteneinnahme: spendetauglich
    trotz Therapie oder unbehandelt bei Werten > 180/100: Ausschluss

    Impfungen: siehe Wartezeiten nach Impfungen Übersicht.

    Malaria: Personen, die an Malaria erkrankt waren oder sind oder in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen sind bzw. sich länger als drei Jahre aufgehalten haben, unterliegen einem permanenten Ausschluss (siehe auch Auslandsaufenthalte)

    Kontakt zu sonstigen Infektionskrankheiten (z. B. Kinderkrankheiten, Lungenentzündung, Grippe): entweder für die Dauer der Inkubationszeit oder bei Unbekanntheit der Krankheit 4 Wochen nach Exposition.

    Krebsleiden Zustand nach bösartiger, oberflächlicher Haut- oder Schleimhautveränderung (z.B. Basaliom oder Carcinoma in situ: Gebärmutterhals/PAP IV) und erfolgreicher Behandlung: spendetauglich (bitte Befund mitbringen!).

    Krebsleiden (maligne Erkrankungen): permanenter Ausschluss.

    Medikamente: siehe Medikamenten-Übersicht. Ausschlaggebend für den Ausschluss ist der Grund der Medikamenteneinnahme. Er kann einen permanenten oder zeitlich begrenzten Ausschluss bedeuten.

    Neurodermitis: permanenter Ausschluss bei schwerer Form, hohem IGE-Spiegel.

    Operationen:
    Große Operationen: 4 Monate aussetzen. ABER: Bei Komplikationen, langer Heilungsdauer, multiplen Knochenbrüchen, großflächigen Verbrennungen großem Blutverlust bzw. erhaltenen Bluttransfusionen beträgt die Karenzfrist 6 Monate bzw. entscheidet der Arzt.
    Kleine Operationen (kein Blutverlust, Spitalsaufenthalt weniger als eine Woche, keine Sepsis, komplikationslos) bzw. zahnärztliche Eingriffe: 4 Wochen aussetzen.
    kleine Operation im Hautbereich, Nähte bereits entfernt: mindestens 1 Woche aussetzen und Befund muss fertig sein

    Piercing, Ohrlochstechen: wenn außerhalb medizinischer Einrichtungen erfolgt: 4 Monate aussetzen.

    Stillzeit: Ausschluss während der Stillperiode.

    Schwangerschaft: während und nach Ende der Schwangerschaft: 6 Monate aussetzen.

    Suchtgiftmissbrauch: permanenter Ausschluss.

    Tätowierung: 4 Monate aussetzen.

    Verkühlung:
    leichter Infekt (Temperatur < 38 °C, keine starke Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes, keine Medikamente oder maximal schwach wirksame Analgetika oder Homöopathika, Dauer < 1 Woche): 2 Wochen.
    hoch fieberhafter Infekt (Temperatur > 38 °C, stark beeinträchtigter Allgemeinzustand, Bedarf an stark wirksamen Analgetika oder Antibiotika): 4 Wochen.

    Zahnbehandlung: je nach Schwere des Eingriffs 48 Stunden bis 4 Wochen aussetzen.

    Zeckenbiss:
    nach Zeckenbiss mit und ohne FSME-Impfung: 8 Wochen
    Zeckenbiss mit FSME-Impfung und Hautrötung um die Bissstelle: Abklärung durch den Arzt
    Nach Borreliose: 2 Jahre

    www.roteskreuz.at/blutspende/informationen-zur-blutspende/we
    r-darf-blutspenden/


    Die medikamentenübersicht gibt es als PDF unter

    www.roteskreuz.at/fileadmin/user_upload/PDF/Blut/Medikamente
    nuebersicht_20170808.pdf


    Sexual-Hormone sind hier nicht explizit aufgeführt,dafür dann allgemein die Stoffgruppe der Steroide, zu denen alle Hormone und damit auch die Sexual-Hormone zählen, die aus Cholesterin bestehen..
    Diese werden zu
    ""Lipoproteine und Steroidhormone aufgebaut, z. B. die Hormone der Nebennierenrinde (Corticosteroide). Künstliche Derivate des zu den Steroiden zählenden männlichen Sexualhormons Testosteron, die Anabolika, werden als Muskelaufbaupräparate verwendet und sind daher auch als Dopingmittel bekannt.""..
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