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Austausch Anfang Juni geplant

Homo-Mahnmal erhält neuen Film

Im 2008 eingeweihten Berliner Denkmal, das an die von den Nazis verfolgten und ermordeten Homosexuellen erinnert, wird in ein paar Monaten ein neuer Kurzfilm zu sehen sein.


In dem 3,60 Meter hohen und 1,90 Meter breiten Betonquader ist ein Sichtfenster eingebracht, in dem in Endlosschleife ein Film von schwulen und lesbischen Paaren gezeigt wird (Bild: Sabine Hauke)

Ab Juni soll ein neuer Film im Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten gezeigt werden. Wie die für das Mahnmal verantwortliche "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" am Donnerstag mitteilte, sei bereits am Dienstag in einem nicht öffentlichen Wettbewerb ein Konzept der israelischen Multimediakünstlerin Yael Bartana von einem internationalen Gutachtergremium ausgewählt worden. Die Neuverfilmung soll auf Vorschlag des Künstlerduos Michael Elmgreen und Ingar Dragset erfolgen, deren Entwurf für das Mahnmal 2006 den Mahnmal-Wettbewerb gewonnen hatte (queer.de berichtete).

Es sei geplant, Bartanas Konzept, von dem bislang noch keine Details bekannt sind, bis Ende Mai umzusetzen. Der neue Film wird anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Denkmals im Rahmen eines Festaktes mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) als Redner am 3. Juni erstmalig der Öffentlichkeit gezeigt werden.

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Viel Aufregung um Kuss-Clip

In den rund zehn Jahren des Bestehens des Mahnmals führte der in einem Sichtfenster gezeigte Film immer wieder zu Irritationen. Laut dem Konzept von Elmgreen und Dragset sollte in Endlossschleife ein Kuss zwischen zwei Männern gezeigt werden, was zu Protesten von Frauenorganisationen führte. Noch vor seiner Einweihung startete unter anderem die Zeitschrift "Emma" eine Kampagne, damit auch lesbische Küsse im Mahnmal zu sehen sind (queer.de berichtete). Von 2008 bis 2012 lief allerdings nur ein Film mit zwei küssenden Männern. Schließlich wurde ein entsprechender Clip mit gemischten Paaren gedreht, der dann von 2012 bis 2014 zu sehen war.

Danach wurde wieder der ursprüngliche rein männliche Film gezeigt. Dieser Film sorgte Anfang 2017 für einen Skandal, als ein dänischer Tourist einen der beiden Männer als dänischen Nationalisten identifizierte, der mehrfach mit rassistischen und sexistischen Äußerungen aufgefallen sein soll (queer.de berichtete). Zum Zeitpunkt des Filmdrehs soll sich der Mann noch nicht öffentlich menschenverachtend geäußert haben. Daraufhin wurde das Video erneut ausgetauscht und der gemischte schwule und lesbische Clip gezeigt, der auch heute noch zu sehen ist (queer.de berichtete). (dk)