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USA

Chelsea Manning will in den Senat

Ein knappes Jahr nach ihrer Entlassung aus der Militärhaft will es die transsexuelle Whistleblowerin wissen: Sie bewirbt sich um einen Sitz für das amerikanische Parlament.


Chelsea Manning will in die Politik gehen und erste offen transsexuelle US-Senatorin werden (Bild: Twitter / @xychelsea)

Whistleblowerin Chelsea Manning hat am Wochenende angekündigt, sich um einen Sitz im 100 Mitglieder zählenden US-Senat bewerben zu wollen. Die 30-Jährige kündigte an, sich als Demokratin dieses Jahr bei den Wahlen um einen der beiden US-Senatssitze in Maryland zu bewerben. Die parteiinternen Vorwahlen werden im Juni stattfinden, die Sieger der Republikaner und Demokraten werden dann Anfang November gegeneinander antreten.

Allgemein werden die Chancen Mannings als eher gering eingeschätzt: Derzeit wird der Sitz vom Demokraten Ben Cardin gehalten, der zum dritten Mal antreten wird. Der eher zum linken Flügel seiner Partei gehörende 74-Jährige hatte die Wahlen 2006 und 2012 deutlich für sich entscheiden können – vor fünfeinhalb Jahren hatte er fast 30 Prozentpunkte Vorsprung vor seinem republikanischen Kontrahenten. Bei US-Wahlen kommt es nur äußerst selten vor, dass ein Amtsinhaber bei einer erneuten Kandidatur seine Wahl verliert.

"Chelsea Manning hat für die Freiheit gekämpft und dafür mehr geopfert als die meisten anderen", erklärte Mannings Wahlkampagnenchef Evan Greer. "Die Welt ist ein besserer Ort mit ihr als freie Frau." Ihre Kandidatur sei nur der Beginn ihres politischen Lebens, mit dem sie ihrem Land einen Stempel aufdrücken wolle.

In sozialen Netzwerken veröffentlichte Manning am Sonntag ein erstes Wahlkampfvideo, dass das politische System in den USA kaputt sei und repariert werden müsse. "Wir können es besser machen", so die Botschaft des Videos.

Direktlink | Mannings erster Wahlspot

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Kritiker verhöhnen Manning als Mann

Die Bewerbung stieß in sozialen Netzwerken auf gemischte Reaktionen. Besonders konservative Kommentatoren kritisierten, dass Manning eine verurteilte "Landesverräterin" sei, oder machten sich über ihre Transsexualität lustig. Schauspieler James Woods, der bereits in der Vergangenheit durch trans- und homophobe Äußerungen in sozialen Netzwerken aufgefallen war, erklärte etwa: "Er wurde wegen Spionage schuldig gesprochen."

Twitter / RealJamesWoods | James Woods macht wieder mit Transphobie von sich reden

Manning war 2010 verhaftet worden, weil sie Hunderttausende geheime Dokumente der Enthüllungsplattform WikiLeaks zugespielt hatte. Diese zeigten unter anderem Kriegsverbrechen der US-Armee im Irak-Krieg. Nach ihrer Verurteilung zu 35 Jahren Haft outete sich "Bradley" Manning 2013 als Transsexuelle.

Ihre Freiheit hat Manning Präsident Barack Obama zu verdanken: Drei Tage vor dem Ende seiner Amtszeit gab der Demokrat bekannt, dass er die Strafe der Whistleblowerin zum großen Teil erlassen werde. Sie wurde dann am 17. Mai 2017, dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, aus der Militärhaft entlassen (queer.de berichtete).

Auch in der LGBTI-Szene ist Manning umstritten. Von vielen wird sie als Heldin angesehen, die in der Zeit von "Don't ask, don't tell" nicht mehr Verbrechen des US-Militärs decken wollte. 2014 wurde sie etwa zur Schirmherrin des CSDs in San Francisco ernannt, obwohl sie noch in Haft saß (queer.de berichtete). Unter LGBTI-Republikanern gilt sie aber als rotes Tuch: So warfen ihre die Log Cabin Republicans vor, das Leben amerikanischer Soldaten in Gefahr gebracht zu haben (queer.de berichtete). (dk)



#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#2 N_HunterAnonym
#3 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 15.01.2018, 18:32h
  • Die US LGBTI-Republikaner sind, wie überall konservative queers, Verräter an unserer Sache!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 15.01.2018, 18:34h
  • Liebe queer.de Redaktion, das:

    "Auch in der LGBTI-Szene ist Manning umstritten."

    hätte ich anders formuliert:

    In der politischen LGBTI-Szene ist Manning umstritten.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 15.01.2018, 18:37h
  • Liebe Chelsea Manning, ich wünsche Dir großen und langen politischen Erfolg!
    Die Welt braucht noch mehr solche Politiker, die Ihr gut laufendes Leben aufs spiel setzen!
    Ich schäme mich für die Bürger, die Dich beschimpfen, weil Du der Welt die Wahrheit gezeigt hast.
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#6 AlicinoAnonym
  • 15.01.2018, 19:36h
  • Tolle Frau!
    Wer sich so einsetzt um Kriegsverbrechen der (eigenen) Soldaten aufzudecken hat auch die Courage eine gute Politikerin zu sein.
    Sie hat längst bewiesen was sie wert ist.
    Wäre sie ein Mann, träfe das natürlich genauso zu.
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#7 Patroklos
#8 vinoAnonym