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Zeugenaufruf

Berlin: Transfrau geschlagen – Polizei sucht Verdächtigen

Nach einem Übergriff im letzten Sommer in Reinickendorf sucht die Polizei mit einem Bild einer Überwachungskamera nach Zeugen. Zudem gibt es neue Hinweise zu einem vermissten Wilmersdorfer.


Der von der Polizei gesuchte Tatverdächtige und die U-Bahn-Haltestelle im Berliner Ortsteil Reinickendorf, in der es im letzten Juni zu dem Übergriff gekommen sein soll (Bild: Polizei Berlin, Paul Horsefield / wikipedia)

Die Berliner Polizei hat am Montag ein Bild veröffentlicht, mit dem sie nach einem Tatverdächtigen zu einer transfeindlichen Gewalttat sucht. Bei dem zuvor nicht bekannt gemachten Fall aus dem letzten Sommer habe ein bislang unbekannter Mann auf einem U-Bahnhof in Reinickendorf eine Transfrau beschimpft und ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Am Mittwoch, den 28. Juni 2017, stand die zum Tatzeitpunkt 31-Jährige gegen 15.15 Uhr an einem Fahrkartenautomaten auf dem Bahnsteig des U-Bahnhofs Franz-Neumann-Platz, um sich ein Ticket zu ziehen. Hinter ihr erschienen kurz darauf zwei Männer, von denen einer sie bedrängte. "Als der Mann bemerkte, dass es sich um eine Transfrau handelte, soll er sie homophob beschimpft und ihr mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben", so die Polizei weiter. Die Frau erlitt bei dem Übergriff eine Gehirnerschütterung und mehrere Hämatome im Gesicht.



Der Mann soll 20 bis 25 Jahre alt und circa 175 cm groß sein. Die Kriminalpolizei fragt nun: Wer kann Angaben zur Identität und / oder dem Aufenthaltsort des Gesuchten machen? Zudem fragt sie, wer den Täter vor, bei oder nach der Tat gesehen hat, und wer weitere sachdienliche Angaben zur Tat oder dem Täter machen kann. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt in Berlin-Tempelhof, Bayernring 44 unter der Telefonnummer (030) 4664-953124 oder per E-Mail, über die Internetwache Berlin sowie über jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Neue Hinweise im Fall Renger


Dieses Urlaubsbild von Renger hatte die Polizei im letzten Dezember veröffentlicht (Bild: Polizei Berlin)

Am Montag veröffentlichte die Berliner Polizei zudem neue Hinweise zu dem weiterhin vermissten Wilmersdorfer Helmut Renger. Anfang Dezember hatten sich die Beamten bereits mit Bitten um Hinweise auf das Verbleiben des 42-Jährigen an die Öffentlichkeit gewandt, der am 21. oder 22. Oktober kurz nach einer Rückkehr aus einem Türkei-Urlaub verschwunden war (queer.de berichtete).

Damals hatte die Polizei u.a. die Bevölkerung gefragt, wer ihn aus der "Cruising-Szene" kenne – Freunden zufolge hatte er für eine entsprechende Verabredung zuletzt die Wohnung verlassen.

Die neue gemeinsame Meldung von Polizei und Staatsanwaltschaft lässt nun andere Fragen aufkommen: Als möglichen Tathintergrund prüfe man demnach "geschäftliche Tätigkeiten im Bereich des Online-Tradings mit Devisen": "Über ein vermutlich betrügerisches Investment-Modell dürfte der 42-Jährige mit der Art eines Schneeball-Systems Gelder von Investoren zurückliegend verloren oder sogar hauptsächlich für sich selbst verwandt/investiert haben."


Am Montag veröffentlichte die Polizei weitere Bilder von Helmut Renger in die Hoffnung auf neue Hinweise aus der Bevölkerung

Mit einem solchen Geschäftsmodell sei Renger bereits einmal in Insolvenz gegangen, Anleger hätten Einlagen verloren, so die Polizei weiter. "Seine Vita füllte Helmut Renger teilweise mit wahrheitswidrigen Angaben zu seiner Person, um Anleger zu animieren: Absolvent eines Elite-Internats, großes Büro in Frankfurt am Main, Investment-Broker für die Deutsche Bank etc."

Die 2. Mordkommission fragt nun: Wer kann Angaben zu den Geldgeschäften des Herrn Renger machen? Wer war selbst Investor oder kennt Investoren, die bei Herrn Renger investierten? Wer hat in der Zeit vom 19. – 22. Oktober 2017 Kontakt zu Herrn Renger gehabt und/oder ihn gesehen? Wer kann Angaben zu einer angeblichen Entführung des Herrn Renger im Jahr 2003 machen?

Hinweise nimmt das LKA 112 in der Keithstraße 30 in Berlin-Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664-911222, per E-Mail oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. (nb/pm)

Update zum Fall Renger, 09.2.2018: Die Polizei hat einen Mordverdächtigen festgenommen



#1 FragenAnonym
  • 15.01.2018, 21:06h
  • Wieso dauert es immer Monate, bis endlich mal ein Fahndungsbild veröffentlicht wird?

    Nach so langer Zeit ist doch jede Spur kalt. Wer soll sich denn heute noch erinnern, ob er vor einem halben Jahr jemanden gesehen hat, der so aussieht??

    Und ich frage mich auch, warum diese Kameras immer so miserable Bilder liefern müssen? Schon vor 10 Jahren hat mein altes Nokia-Tasten-Handy für 80 Euro bessere Fotos gemacht als solche Überwachungskameras.
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#2 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 15.01.2018, 21:49h
  • Antwort auf #1 von Fragen
  • Das stimmt, allmählich fällt das auf und es ist bei der Fahndung sicherlich nicht hilfreich.

    Ein Grund weshalb, kenne ich, weil ich mal einen Fotografie-Kurs in den USA belegt hatte. Es hat was mit der Auswahl der Linse zu tun: die Auflösung, ob sie für Fern- oder Nahaufnahmen eingerichtet wurde. Dann kommen Lichtverhältnisse dazu, die Beleuchtung in Bahnhöfen, etc., und natürlich auch die Qualität der gesamten Kamera. Wenn die Kamera auf Distanz eingestellt ist, wird das gezoomte Foto entsprechend unklar.
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#3 Homonklin44Profil
  • 15.01.2018, 22:31hTauroa Point
  • Ja, da kommt dann neben dem Alter der Technik und Schärfe-Einstellung bzw. Staub /Beschlag oder Licht-Umständen noch die Aufarbeitungsfähigkeit dazu. Wenn man schlechte Aufnahmen vergrößert, verschwimmt das immer weiter, und auch gute Bildbeartbeitungssoftwares können aus einer schlechten Aufnahme nicht mehr herausholen, als da ist. Es gibt zwar Softwares, die fehlende Information errechnen können, sodass man aus einem unscharfen Bild ein etwas Schärferes gewinnt, aber der Verfälschungseffekt ist zu groß, das errechnet in etwa ein Gesicht, aber nicht exakt DAS Gesicht.

    Da müssen die Üwa-Kameras auch mal auf den neueren Stand aufgerüstet werden. Kann man heute doch sehr präzise Aufnahmen mit machen.
    Dass man da erst Monate hinterher Bilder bekommt, hat vielleicht was mit Veröffentllichungsrechten oder Clearing von Ansprüchen durch irgendwen zu tun? Ansonsten könnte ich mir da auch keinen Grund für die Verzögerung vorstellen - die Leute merken sich nicht jedes Gesicht, das ihnen begegnet.

    Die Bilder von diesem Herrn Renger sind ja schon so genau, dass man den erkennen muss. Wenn der solche illegalen Geschäfte betrieb, und schon mal entführt worden sein soll ... da ergäben sich schon Schätzungen dazu, was da evtl. passiert sein könnte. Keiner weiß nix Genaues. Leute, die ihr Geld wieder wollten?
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#4 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#5 aufklaerungAnonym
  • 15.01.2018, 22:47h
  • Nach meinem Verständnis ist nicht die Auflösung der Kameras das Problem bzw. die Anschaffung neuer Kameras, sondern die Technik und Kosten für konstante (Ultra-)HD-Aufzeichung samt Sicherung

    Dass mehrere Monate vergehen halte ich von ganz wenigen extrem schweren Taten auch für in Ordnung. Erst reguläre Ermittlungsversuche, dann gerichtliche Überprüfung, ob Persönlichkeitsrechte zwecks Fahndung kurzzeitig eingeschränkt werden können, brauchen halt Zeit. Eine solche Veröffentlichung kann ja in der Praxis stärkere Folgen für die Leute haben als die eigentliche Bestrafung, von möglicher Fahndung nach Unschuldigen einmal ganz abgesehen.
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#6 MelVixenAnonym
  • 16.01.2018, 03:46h
  • Es fehlt nicht an Kameras sondern an mehr Streifenpersonal und fallbearbeitenden Polizisten. (welche die nicht überarbeitet und unterbezahlt sind)

    Kameras unterbinden keine Straftaten, Polizeipräsens aber schon.
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#7 AnonymAnonym
  • 16.01.2018, 08:10h
  • Antwort auf #1 von Fragen
  • Das liegt erfahrungsgemäß daran, dass eine offensichtlich verfilzte und homophobe Justiz wie z. B. in Hessen Kameraufzeichnungen als Augenscheinbeweise trotz konkreter Hinweise wie z. B. aus Märkten mutmaßlich aus homophoben und rassistischen bzw. parteipolitischen Motiven heraus nicht würdigen wollen und eher dazu neigen, die Community zu diffamieren. Auch, um die die sichere Drittlandsproblematik betreffenden Fragen zum Vorteil des schlechten Rufs als Wirtschaftsstandort zu vertuschen. Während untendrunter die entsprechenden Zustände herrschen, als sei man auf dem Niveau des BVerfG von 1957 bzw. des Dritten Reichs stehengeblieben, aus dem die Akten stammen, auf deren Basis dann entsprechend verfolgt worden ist.
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#8 GronkelAnonym
  • 16.01.2018, 08:16h
  • Antwort auf #5 von aufklaerung
  • "Dass mehrere Monate vergehen halte ich von ganz wenigen extrem schweren Taten auch für in Ordnung. + Eine solche Veröffentlichung kann ja in der Praxis stärkere Folgen für die Leute haben als die eigentliche Bestrafung, von möglicher Fahndung nach Unschuldigen einmal ganz abgesehen."

    Ja, die Verkehrtverdächtigungen sind möglichst auszuschließen. Zumal ein Bild aus dem Internet nicht mehr so schnell herauszuholen ist.
    Dass eine Ermittlung und eine nachfolgende richterliche Freigabe überhaupt so lange dauert ist aber kein Naturgesetz. Hier haben wir es mit einem vollkommen überlasteten Strafbehörde zu tun, die unterfinanziert und mit viel zu wenigen Mitarbeitern das Chaos verwalten soll.
    Allen großspurigen Lippenbekenntnissen von verantworlichten Politikern zum Trotz wird sich das auch nicht ändern. Und genau da ist der Hebel anzusetzen. Wenn eine Landesregierung mit ihren Ministern solche Zeiten nicht in den Griff bekommt dann hat sie ihre Aufgabe nicht erfüllt und damit versagt. Hier ist der Wähler gefragt.
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#9 Patroklos
  • 16.01.2018, 10:01h
  • Hoffentlich wird der Täter bald gefaßt. Schade, daß Berlin sich wieder mit dieser Negativmeldung in der LGBTI-Community unbeliebt gemacht hat!
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#10 FelixAnonym
  • 16.01.2018, 11:09h
  • Antwort auf #5 von aufklaerung
  • "ob Persönlichkeitsrechte zwecks Fahndung kurzzeitig eingeschränkt werden können"

    Natürlich haben auch Straftäter Grundrechte. Aber im Falle von Verbrechen sollten die nicht über die Rechte der unschuldigen Opfer gestellt werden.

    Sowas gibt es nur in Deutschland, dass man eher weitere Opfer in Kauf nimmt, ehe man mal des Straftäters Recht am eigenen Bild aufgibt. Es war seine Entscheidung, andere zu verprügeln...
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