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Nordsee-Halbinsel

Ehe für alle in Butjadingen abgelehnt: "Sind noch nicht soweit"

Die Umwandlung einer Lebenspartnerschaft sei noch nicht möglich, erklärte der Standesbeamte einem lesbischen Paar. Grüne Bürgermeisterin rechtfertigt sich mit "nicht bekanntem Handling der Software".


In der Gemeinde Butjadingen auf der gleichnamigen Nordsee-Halbinsel leben nur 48 Menschen pro Quadratkilometer (Bild: WinbyLose / wikipedia)

Seit dreieinhalb Monaten können gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten oder ihre eingetragene Lebenspartnerschaft "upgraden" lassen – doch das scheint sich noch nicht überall herumgesprochen zu haben. Das Standesamt in Burhave auf der Nordsee-Halbinsel Butjadingen lehnte laut einem Bericht der "Nordwest-Zeitung" den Antrag zweier lesbischer Frauen ab.

Als die 71-jährige Monika Hoffmeister am 11. Januar – dem 16. Jahrestag ihrer eingetragenen Partnerschaft mit Ulrike Hoffmeister – auf dem Rathaus vorsprach, bekam sie zu hören, dass die Umwandlung in eine Ehe noch nicht möglich sei. "Ich hab mich ins Auto gesetzt und erstmal geheult", erklärte die geschockte Frau gegenüber dem Regionalblatt. Sie empfinde Butjadingen als offen und tolerant, doch die Behandlung auf dem Standesamt habe sie "ganz, ganz tief gekränkt" und "sehr traurig" gemacht.

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Mittlerweile hat sich die Gemeinde kundig gemacht


Wusste nicht, wie's geht: Bürgermeisterin Ina Korter (Grüne) (Bild: Foto AG Gymnasium Melle / wikipedia)

Butjadingens grüne Bürgermeisterin Ina Korter räumte das Versagen ihrer Behörde ein: "Wegen des bis dahin noch nicht bekannten Handlings der Software hat der Standesbeamte die Aussage getroffen, dass eine Bearbeitung momentan noch nicht möglich ist", erklärte die ehemalige Landtagsabgeordnete. Mittlerweile scheint man sich in Butjadingen jedoch kundig gemacht zu haben. Die Bearbeitung könne "nunmehr zügig erfolgen", so die Bürgermeisterin gegenüber der "Nordwest-Zeitung". Monika und Ulrike Hoffmeister haben sich nach dem Vorfall allerdings entschieden, in einem anderen Ort zu heiraten.

Die Ehe für alle war am 1. Oktober 2017 in Kraft getreten, bereits Ende Juli hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) detaillierte Anwendungshinweise für die Standesämter veröffentlicht (queer.de berichtete). Bei gleichgeschlechtlichen Eheschließungen müssen die Beamten derzeit noch etwas tricksen: Weil die bundesweit eingesetzte Software zwei Männer oder zwei Frauen nicht als Paar akzeptiert, wird einer der Brautleute formal unter einem anderen Geschlecht registriert. Erst im Herbst 2018 soll das Problem gelöst sein. (cw)



#1 WindheimerAnonym
  • 18.01.2018, 06:33h
  • Ist doch lustig, das in einem so durchbeamteten Staat doch nicht alles klappt....es menschelt auf dem Amt
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#2 BobAachenProfil
#3 onesecondAnonym
  • 18.01.2018, 08:39h
  • Kann ja sein, dass man in Butjadingen keine Ahnung hat und Dinge da länger dauern. An sich auch nicht schlimm, aber wie daneben muss die Behandlung auf dem Standesamt gewesen sein, dass die 71-jährige Frau danach heulen muss? Hätte der Standesbeamte gesagt "sorry, ich weiß gerade nicht wie das geht, aber ich mach mich kundig und melde mich dann bei Ihnen", wäre das sicher nicht schlimm gewesen.
    Manche Leute sind menschlich gesehen wohl echt noch nicht so weit, dass zumindest einfachste Grundregeln des Anstandes eingehalten werden. Einfach nur traurig. Solche Leute sollten eigentlich gleich gefeuert werden, wenn ihre Arbeit den Umgang mit Menschen erfordert und sie dafür nun mal unqualifiziert sind.
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#4 Homonklin44Profil
  • 18.01.2018, 09:16hTauroa Point
  • ""Wegen des bis dahin noch nicht bekannten Handlings der Software hat der Standesbeamte die Aussage getroffen, dass eine Bearbeitung momentan noch nicht möglich ist""

    Meine Güte, dann erinnert man sich an eine Zeit, wo das noch von Hand ging, und stellt ein vorläufiges Dokument aus, oder?
    Sind die in diesen Börden denn seit der Digitalisierung alle hart auf den Dätz geflogen?
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#5 NichtBeamterAnonym
  • 18.01.2018, 09:21h
  • Antwort auf #3 von onesecond
  • "Solche Leute sollten eigentlich gleich...."

    und nach deiner Standpauke von wegen in Menschen reinversetzen und mitfühlend sein, hatte ich erwartet, dass der Satz mit

    "... zu einer Nachschulung in Sachen Umgang mit Menschen geschickt werden."

    Aber nein. Sie sollen "gefeuert" werden. Nicht abgemahnt, versetzt oder entlassen. Nein, gefeuert.

    Merkst du was?
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#6 Patroklos
  • 18.01.2018, 09:32h
  • Schade für die beiden Frauen! Hier sollte mal zügig daran gearbeitet werden, daß die Software auf den neuesten Stand gebracht wird.
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#7 FelixAnonym
  • 18.01.2018, 10:38h
  • Auch Butjadingen hat sich an Recht und Gesetz zu halten.

    Wenn die nicht wissen, wie man Software bedient, müssen sie es halt ohne Software machen und später nachtragen.
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#8 oneseconAnonym
#9 BEARAnonym
  • 18.01.2018, 11:11h
  • Übersetzt heißt das Ganze ja nix anderes als "Weil ich zu doof bin, um meine Arbeit richtig zu machen, und auch keinen Bock hab', mich schlau zu machen, versage ich Ihnen dann jetzt einfach mal Ihr Recht und wimmle Sie ab."

    Da der Antragstellerin hinterher so richtig zum Heulen war, vermute ich, dass das auch noch mit entsprechender Arroganz herablassend geäußert wurde.

    Bei solchermaßen mit Arroganz gepaarter Dummheit kann man tatsächlich nur entweder wütend werden oder heulen.

    Armes Deutschland, das solche Staatsvertreter per Beamtenstatus lebenslang an der Backe hat. Bürger_innenfreundlichkeit geht definitiv anders.
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#10 schwarzerkater
  • 18.01.2018, 12:14h
  • was findet denn hier wieder für eine verdummung statt?
    eine ehe wird angemeldet und ist doch kein spontaner termin beim standesamt.
    also kann man von den beamten auch erwarten, dass sie in den wochen von der anmeldung bis zu heirat ausprobieren, ob sie 2 frauen oder 2 männer verheiraten können. ansonsten sollte die beamten für ersatz sorgen, oder alles erst einmal über formulare erledigen.
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