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  • 30. Juni 2005, noch kein Kommentar

Der 1998 ermordete Matthew Shepard ist unvergessen. Ein Theaterstück rollt den Fall wieder auf: "Das Laramie-Projekt". queer.de verlost Karten.

Von Jan Gebauer

In der Nacht zum 7. Oktober 1998 wurde in Laramie (Wyoming/USA) der homosexuelle Matthew Shepard (21) von zwei anderen jungen Männern auf brutalste Weise misshandelt, an einen Zaun gefesselt und zum Sterben seiner selbst überlassen. Die Idee für das "Laramie-Projekt" wurde aus dem Bedürfnis heraus geboren, zu verstehen, warum Matthew Shepard getötet wurde und was in dieser Nacht passiert ist. "Ich wollte mehr über den Ort wissen. Der Gedanke, den Einwohnern einfach nur zuzuhören interessierte mich. Was unterscheidet Laramie vom Rest des Landes und worin ist es typisch?" Vier Wochen nach dem Mord besuchte Regisseur Moisés Kaufmann mit einer Theatergruppe die Kleinstadt, um dort Gespräche aufzuzeichnen, die die Grundlage zu diesem Dokumentarstück werden sollten. Im Februar 2000 hatte "das Laramie-Projekt" im Denver Center Theatre Premiere, anschließend wurde es im Union Square Theatre in New York City aufgeführt und fand noch im gleichen Jahr auch den Weg nach Laramie.

In Deutschland wurde das "Laramie-Projekt" erstmals diesen Frühling in Berlin aufgeführt. Aufgrund des Erfolges konnte Rolf Emmerich vom Sommerblut-Festival das Ensemble auch für zwei Auftritte in Köln gewinnen. Am 28. Juni betraten Edelgard Hansen, Doris Prilop, Romanus Fuhrmann, Yann Grouhel und Guido Hammesfahr die Bühne des Theaters im Bauturm in Köln – fünf Schauspieler, die weit über 60 Rollen übernehmen. Das verlangt einiges an Konzentration ab, denn die vielen Namen und Szenenwechsel lassen einen kaum zur Ruhe kommen. Die intensiven Mimen reißen jedoch schon von der ersten Minute an mit, hauchen den unterschiedlichen Charakteren Leben ein und füllen die karg ausgestattet Bühne mit reiner Präsenz. Das Stück entlarvt Vorurteile und Doppelmoral der ländlichen Bevölkerung Amerikas. Religiöser Fanatismus wird ebenso thematisiert wie das Ausschlachten der Medien. Das in zwei Akten aufgeführte Stück steigert sich mit fortschreitender Handlung und lässt die Zuschauer berührt zurück. Der frenetische Beifall am Schluss ist der Lohn für die eindringliche Darstellkunst des Ensembles.

Im Anschluss an die Vorführung gab es noch eine Diskussionsrunde zum Thema "Gewalt gegen Schwule", bei der unter anderem die Darsteller, Kriminaloberrat Arnd Rüenaufer (Polizei Köln) und Almut Dietrich (Landeskoordinatorin Antigewaltarbeit für Lesben und Schwulen) dabei waren. Hier wurde genauer beleuchtet wie die derzeitige Gewaltsituation in Deutschland aussieht und wie Polizei beziehungsweise Präventionsstellen arbeiten. Insgesamt hat sich die Situation laut der Polizei und der Landeskoordination in den letzten Jahren verbessert. Dietrich sprach von rund 150 Fällen im Raum Köln - die Dunkelziffer soll aber deutlich höher liegen.

Das Theaterstück wird noch einmal nach dem Kölner CSD-Wochenende aufgeführt:

"Das Laramie-Projekt", 5. Juli, Theater im Bauturm, Aachener Str. 24, Köln, 20 Uhr, Karten bei Köln-Ticket: 0221 - 2801

Wir verlosen 3x2 Karten.

So machst Du mit:

Schick bis zum 4. Juli 2005, 11:00 Uhr (Einsendeschluss) eine eMail mit Deiner Adresse und dem Betreff "laramie" an: j.gebauer@queercom.net.

Teilnahmebedingungen:

Einsendeschluss ist der 4. Juli 2005, 11:00 Uhr. Die Preise werden nicht in bar ausgezahlt. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

30. Juni 2005