Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?3051

In England wollte ein Mann die Anerkennung von Transsexuellen verhindern. Grund: Er könne "aus Versehen" eine Transe heiraten.

Von Dennis Klein

John Allman is ein gottesfürchtiger Typ, aber damit nicht genug: Er fürchtet einfach alles - auch und gerade Transsexuelle. Deshalb wollte er das Gesetz zur Anerkennung von Transsexuellen im Königreich zu Fall bringen - er könne deswegen in eine Ehe mit einer Person hineingedrängt werden, die wie er als Mann geboren wurde, argumentiert der Brite. "Der Antragsteller behauptet, das Gesetz verletze seine Rechte nach der europäischen Menschenrechtskonvention, weil er ein engagierter Christ sei, der in Todesangst vor einer sexuellen Beziehung mit jemandem, der als biologischer Mann geboren wurde", fasst Richter Jeremy Sullivan den Antrag zusammen. Gläubige müssten vor dieser Todsünde geschützt werden, argumentierte der Fundamentalist. Jetzt hat er die Gerichtsverhandlung jedoch mit wehenden Fahnen verloren, wie die Zeitung "The Scotsman" berichtet.

Das beanstandete Gesetz war im April in Kraft getreten und stellte sicher, dass Transsexuelle in offiziellen Papieren ihr Geschlecht entsprechend ihrer Identität ändern können. Das habe aber einen wichtigen Schutz aufgehoben, so Allmans Anwalt Michael Arnheim gegenüber einem Richter. Laut Arnheim sei das Gesetz so angelegt, dass "Menschen hinters Licht geführt werden können". Dem gemeinen Briten sei es nicht mehr möglich, die sexuelle Orientierung seines zukünftigen Ehepartners festzustellen. "Sex vor der Ehe ist ein Gräuel für fromme Christen, Juden und Moslems Wenn die Wahrheit erst nach der Hochzeit und sexuellen Vereinigung herausgefunden werden würde, wäre es bereits zu spät."

Richter Jeremy Sullivan wies die Klage jetzt zurück. Er sieht weder seine Rechte als Bürger noch die Religionsfreiheit gefährdet. Statt dessen brummte er dem Kläger die Gerichtskosten in Höhe von 1.400 Pfund (2.200 Euro) auf. Ferner sagte der Richter, die Klage sei ohnehin unverständlich, da Sullivan schon seit drei Jahren mit einer Frau verheiratet sei und so die Gefahr klein sei, eine Transsexuelle heiraten zu müssen.

Nach dem Verfahren sagte Allman gegenüber der Presse, er habe auf die Gefahren des Gesetzes aufmerksam machen wollen, damit kein Leid über andere komme. Denn er hatte noch die Möglichkeit zu überprüfen, ob seine Frau wirklich eine Frau war: Eine Woche, nachdem sich die beiden kennen gelernt hatten, ließ Allman sich ihren Pass zeigen.

30. Juni 2005



#1 KaiAnonym
  • 30.06.2005, 20:33h
  • wenn selbst so ein durchgeknallter Spinner eine Frau abbekommt, erfüllt mich das mit Hoffnung, dass ich auch noch "Mr. Right" finde. Ich hätte jetzt aber voll ein Problem damit, wenn ich mich in einen Mann verlieber, der vormals eine Frau war... *lol*
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AndréAnonym
  • 01.07.2005, 08:50h
  • Also mir ist die Argumentation dieses Fundamentalisten und seines Anwalts sehr völlig unverständlich.
    Ich frage mich, was der für eine Vorstellung von Ehe hat. Wenn man mit jemanden eine lebenslange Bindung eingeht, denn wäre es ja wohl besser, wenn man den anderen auch gut genug kennt und in dem Fall wäre eine Geburt als Mann vermutlich schon längst herausgekommen. Wenn nicht, kann es mit dem Vertrauen nicht weit her sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Stefan K.Anonym
  • 01.07.2005, 16:17h
  • Ich kann eure Meinung verstehen zu dieser Nachricht. In den USA und in UK werden die Fundamentalisten niemals aussterben. Die sollten sich mal eine Transe oder einen schwulen Mann aus ihrer Umgebung mal ansehen und sich mal mit dem genauer beschäftigen. Sie würden merken, wie bescheuert ihre bisherige Meinung zu Homo-, Bi- und Transsexuellen war. Hauptsache ist aber jetzt auch erst einmal, dass Ende dieses Jahres die Homoehe als gesetzlicher Bestandteil ins Gesetz der Briten eingeht. Den bekloppten Fundis würde so etwas wie eine Niederlage mal gut tun. Vielleicht sehen sie es ja dann ein, wie bescheuert gehandelt haben. Aber da bleibt ja nicht viel zu hoffen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 JuliaAnonym
  • 01.07.2005, 23:52h
  • Ein psychiater würde besser für ihn, oder Selbstmord, dann leidet er nicht mehr unter Ängste. Fundamentalistische Verrückte gibt es genug.

    Julia.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 SvenAnonym
  • 05.07.2005, 15:59h
  • Man muss sich fragen, wozu wir überhaupt eine Geschlechtertrennung brauchen, wenn doch Mann und Frau gleichberechtigt sein sollen??
    Aber nicht nur, das zwischen diesen beiden Geschlechtern keine Gleichberechtigung herrscht, sie müssen auch noch ständig ihr Geschlecht betonen!
    Transsexuelle haben ja ein eindeutiges Geschlecht, nur entspricht das äußere nicht dem inneren.
    Würde die oben genannte Trennung nicht bestehen hätten auch sie es leichter, genauso wie wir Homosexuellen.
    Doch selbst dann würden noch die Zwitter zu kurz kommen.

    Solche Fundamentalisten müssen endlich begreifen, dass die Welt mehr zu bieten hat als Nullen und Einsen.
  • Antworten » | Direktlink »