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CDU-Vereinigung

LSU-Landesverband Thüringen gegründet

In elf Bundesländern gibt es jetzt einen Verband der Schwulen und Lesben in der Union.


Charline Köhler ist die erste Chefin der Lesben und Schwulen in der Union in Thüringen (Bild: LSU Thüringen)

Am Samstag, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsolzialismus, hat sich in Gera der thüringische Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) gegründet. In einer Pressemitteilung teilten die "elf Gründungsmitglieder aus Nord-, Süd-, West- und Ostthüringen" mit, dass der Landesverband künftig "LGBTI-Themen in Landes- und Kommunalpolitik tragen" wolle.

"Mit dem Beschluss der Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare des Bundestages im Juni letzten Jahres sind bei weitem nicht alle Fragen der LSBTTIQ-Gemeinschaft geklärt", erklärte die frisch gewählte Landesvorsitzende Charline Köhler. "Mit der Möglichkeit zu heiraten ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung getan, doch noch immer begegnen wir täglich Homophobie und Intoleranz." Als Beispiel nannte sie, dass in Deutschland "zahlreiche Ärzte" weiter versuchen würden, Schwule und Lesben zu "therapieren" – und damit die Betroffenen teilweise in den Selbstmord treiben würden.

Thüringen ist der elfte Landesverband der LSU; zuletzt gründete sich vor einem guten halben Jahr ein bayerischer Ableger der LGBTI-Gruppe innerhalb der Union (queer.de berichtete). Köhler ist derzeit die einzige Frau, die einen Landesverband anführt.

"Zeichen von Toleranz, Nächstenliebe und Menschlichkeit"

Der Gründungsort Gera sei laut Köhler nicht zufällig ausgewählt worden: "Als Studentin habe ich Gera als liebenswerte und offene Stadt kennengelernt und mich bewusst dafür entschieden, auch nach meinem Studium hier zu bleiben", so die neue Landeschefin. "Leider" hätten Parteien wie die AfD und "Die Rechte" mit mehreren Demonstrationen "das Bild von Gera in der Öffentlichkeit getrübt". Köhler zeigt sich auch besorgt, dass mit dem Thüringer AfD-Politiker Stephan Brandner ein Gegner von LGBTI-Rechten den Justizausschuss im Bundestag anführen soll. "Wir setzen dem mit der Gründung der LSU heute – gerade in Gera – ein klares Zeichen von Toleranz, Nächstenliebe und Menschlichkeit entgegen", so Köhler weiter.

Der LSU-Landesverband verstehe sich auch als "Impulsgeber" für die eigene Partei, in der es "viele Vorurteile, Missverständnisse und klares Falschwissen" über sexuelle und geschlechtliche Minderheiten gebe. Das möchte Köhler ändern: "Meine Vision der CDU und von Deutschland ist, dass Abgrenzung und Ungleichbehandlung der Geschichte angehören. Ich wünsche mir ein Land, in dem es keinen Unterschied macht, ob ich einen Partner oder eine Partnerin habe." Die LSU wolle "ihren Beitrag zur Aufklärung und Toleranzbildung" leisten.

Der LSU-Bundesverband war 1998 gegründet worden – zu einer Zeit, als die Union noch offen homophob auftrat und auf Plakaten noch mit dem Bild von gleichgeschlechtlichen Paaren und dem Slogan "Toleranz ja – Ehe nein" warb. Anfangs setzte sich die LSU nicht für die vollständige Gleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Paare ein – 2005 warb der damalige LSU-Chef Roland Heintze etwa noch dafür, am Adoptionsverbot festzuhalten (queer.de berichtete). Inzwischen kämpft die LSU bei den meisten Themen auf der Seite der anderen LGBTI-Organisationen. (pm/dk)



#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 29.01.2018, 17:07h
  • Die Idee eines Kommentators, demokratisch legitimiert zu werden, finde ich gut. Gerade weil sie nun in fast allen Bundesländern vertreten sind, wäre das eine gute Option und eine weitere, starke Opposition gegenüber der AfD.
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#2 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 29.01.2018, 20:30h
  • "Zeichen von Toleranz, Nächstenliebe und Menschlichkeit"

    Alles NICHT machbar mit den Unionen!
    Sollten lieber in einen unabhängige queer Verein eintreten und dort für unsere Rechte gebündelt handeln!
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#3 JuNiAnonym
#4 Paulus46Anonym
  • 30.01.2018, 09:22h
  • Antwort auf #3 von JuNi
  • Sehr lobenswert... ich halte den LSU der konservativen Union und LiSl der liberalen FDP mittlerweile sowieso für die besseren LGBTI-Interessensvertretungen als den LSVD von der Partei Bündnis90/Die Grünen. Einst fand ich den LSVD in den 1990er/2000er sehr gut, aber das hat sich in den letzten fünf Jahren geändert; der LSVD "verkommt" mehr und mehr zum Sprachrohr der Grünen und die grüne Einladung von "Pro Asyl" vor zwei Jahren auf dem Verbandstag war der "Hit" schlechthin !

    ------------------------------------

    Mein Ranking der besten politischen LGBTI-Organisationen:

    Platz 1) LiSL (FDP)

    Platz 2) LSU (CDU) und SPDQueer (SPD) (früher einmal Schwusos)

    Platz 3) LSVD (Bündnis90/Die Grünen)

    Dermassen innerlich zerstritten und die Debatte um das Bildungswerk LSVD in Berlin und der Nichtweiterbeschäftigung von Mitarbeitern ist die aktuelle Krönung" - kann man besser bei der linken Siegessaeule nachlesen ! Mit dem Weggang von Manfred Bruns aufs Altenteil geht der Verein "den Bach runter".

    Platz 4) LinksQueer von der Linkspartei

    Platz 5) Homosexuelle in der AfD ("geht sowas von überhaupt nicht !!!")
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#5 Paulus47Anonym
  • 30.01.2018, 10:55h
  • Ich halte den LSU der konservativen Union und LiSl der liberalen FDP mittlerweile sowieso für die besseren LGBTI-Interessensvertretungen als den LSVD von der Partei Bündnis90/Die Grünen. Einst fand ich den LSVD in den 1990er/2000er sehr gut, aber das hat sich in den letzten fünf Jahren geändert; der LSVD "verkommt" mehr und mehr zum Sprachrohr der Menschenrechte. Da lobe ich mir doch die neoliberale Politik der LiSL, die auf die sozialen Nöte der Menschen keine Rücksicht nimmt.
    Mit dem Weggang von Manfred Bruns, den ich rausgemobbt habe, geht der Verein "den Bach runter".

    Daher ----> raus aus dem LSVD und rein in die LiSL! Ich habe meinen Austrittsgesuch längst dem LSVD überreicht.
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#6 stromboliProfil