Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30549

"Gleichberechtigung aller Lebensweisen"

Thüringen beschließt "Landesprogramm für Akzeptanz und Vielfalt"

Auch Thüringen will sich mit einem umfassenden Programm gegen Diskriminierung von LGBTI vorgehen. Die Zusammenarbeit mit der Community ist aber holprig.


Mit dem "Landesprogramm Akzeptanz und Vielfalt" will Rot-Rot-Grün gegen die Ausgrenzung von LGBTI ankämpfen

  • 30. Januar 2018, 14:38h
    , noch kein Kommentar
    Erfurt

Die Thüringische Landesregierung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat am Dienstag das "Landesprogramm Akzeptanz und Vielfalt" (PDF) vorgestellt, das bereits vom Regierungskabinett abgesegnet worden ist. Die Erstellung eines derartigen Programms war 2014 im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien Die Linke, SPD und Grüne versprochen worden (queer.de berichtete). Thüringen ist damit das 13. Bundesland, das einen Aktionsplan gegen Homophobie und Transfeindlichkeit präsentiert.

"Mit dem Programm wollen wir uns an die gesamte Gesellschaft richten. Das Thüringer Landesprogramm für Akzeptanz und Vielfalt fördert ein gesellschaftliches Klima, das die Gleichberechtigung aller Lebensweisen anerkennt", erklärte der Thüringer Staatskanzleichef Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) anlässlich der Veröffentlichung des Dokuments. "Ausgrenzungen und Benachteiligungen, Beleidigungen und Gewalt gegenüber anders Lebenden und Liebenden sollten der Vergangenheit angehören". Mit Hilfe des Landesprogramms solle informiert, sensibilisiert, gestärkt, vernetzt und unterstützt und so Diskriminierungen zurückgewiesen und Akzeptanz gefördert werden, so der Minister weiter. Insgesamt seien in dem Programm über 200 Maßnahmen vorgesehen.

LSVD: "Weder gehört noch beteiligt"

LGBTI-Aktivisten beklagten, dass sie von der Landesregierung nicht in ausreichendem Maße an der Erstellung des Plans beteiligt gewesen seien. Man sei lediglich für einen ersten Entwurf zu Rate gezogen worden, erklärte der thüringische Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes am Dienstag. "Nach der ministeriellen Abstimmung wurden die Vereine und Verbände, die den Entwurf entscheidend geprägt hatten, weder gehört noch beteiligt", so der Landesvorstand. Man befürchte daher eine Aufweichung, müsse aber in den nächsten Tagen das 67-seitige Dokument erst einmal gründlich analysieren, bevor man Stellung nehmen könne.

Das Landesprogramm ist als "umfassendes Konzept mit konkreten Maßnahmen zur Förderung von Akzeptanz und Vielfalt in Bezug auf Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente und Intergeschlechtliche sowie queere Personen" angelegt. Dabei wird das Dokument in die Bereiche Anti-Gewalt-Arbeit, Bildung, Lebenslagen, Gesundheit sowie den ländlichen Raum unterteilt.

Widerstände gegen weitere Akzeptanzschritte in Thüringen sind vorprogrammiert: Die Oppositionsparteien CDU und AfD haben bereits 2015 Stimmung gegen einen Bildungsplan gemacht, weil dieser auch LGBTI berücksichtigt. CDU-Bildungsexperte Christian Tischner warnte in diesem Zusammenhang vor "Frühsexualisierung", AfD-Landeschef Björn Höcke sprach von "ideologischen Experimenten an unseren Kindern". (dk)