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Rede zur Lage der Nation

LGBTI-Aktivisten von Trump enttäuscht

In seiner mit Spannung erwarteten Rede zur Lage der Nation ging Trump nur indirekt auf LGBTI-Rechte ein. Er lobte "historische Maßnahmen" zum Schutz der "Religionsfreiheit".


Donald Trump bei der von allen großen TV-Sendern übertragenen Rede zur Lage der Nation; hinter ihm sitzen Vizepräsident Mike Pence und Paul Ryan, der Sprecher des US-Repräsentantenhauses (Bild: Screenshot NBC)

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstagabend im US-Kongress seine erste Rede zur Lage der Nation gehalten – und LGBTI-Aktivisten zeigten sich über die 70-minütigen Ausführungen des Staatschef tief enttäuscht. Trump ging auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten nicht direkt ein – ganz anders als sein Vorgänger Barack Obama, der etwa 2015 die Vielfalt seines Landes pries und dabei ausdrücklich Schwule und Lesben erwähnte (queer.de berichtete).

In der Rede erwähnte Trump allerdings Religionsfreiheit: "Wir verteidigen total unseren zweiten Verfassungszusatz [das Recht auf Waffenbesitz] und haben historische Maßnahmen ergriffen, um die Religionsfreiheit zu schützen."

Direktlink | Die gesamte Rede von Donald Trump

Die republikanische Partei betrachtet "Religionsfreiheit" heute oft als Recht von Christen, Homo- und Transsexuelle diskriminieren zu dürfen. Das Justizministerium der Trump-Regierung hat hierzu etwa neue Richtlinien erlassen, die religiösen Menschen ausdrücklich ein Recht auf Diskriminierung gibt (queer.de berichtete). Außerdem gibt es Pläne, wonach Ärzte und Krankenpfleger ausdrücklich gestattet werden soll, die Behandlung von Transsexuellen aus religiösen Gründen abzulehnen (queer.de berichtete). Trump ernannte zudem einen ausgesprochenen Homo-Hasser zum Sonderbotschafter für Religionsfreiheit (queer.de berichtete).

Die traditionelle Antwort der Opposition auf die Rede des Präsidenten wurde dieses Jahr vom demokratischen Abgeordneten Joe Kennedy III gehalten. Der Politiker aus Massachusetts warf Trump vor, die Amerikaner gegeneinander ausspielen zu wollen. Anders als Trump erwähnte Kennedy ausdrücklich LGBTI: Er versprach, dass seine Partei alle Amerikaner schützen werde, auch von der Trump-Regierung allein gelassene Transpersonen.

Direktlink | Die demokratische Antwort auf Trumps Rede

Kritik: Trump will sexuelle und geschlechtliche Minderheiten unsichtbar machen

Auch Bürgerrechts- und LGBTI-Aktivisten kritisierten die Rede scharf. Sarah Kate Ellis von der Organisation GLAAD beschuldigte Trump, "LGBTI-Lebensweisen unsichtbar machen" zu wollen. Rabbi Jack Moline, der Chef der konfessionsübergreifenden Bürgerrechtsorganisation Interfaith Alliance, erklärte nach der Rede, Trump verstehe nicht, was Religionsfreiheit bedeute. "Seine Maßnahmen im ersten Regierungsjahr haben die Rechte der Menschen, die nicht den religiösen Glauben des Präsidenten und der religiösen Rechten teilen, eingeschränkt", so Moline.

Twitter / HRC | Die Human Rights Campaign beklagt, dass in der langen Rede des Präsidenten Bürgerrechte, Menschenrechte, LGBTQ-Rechte, Frauenrechte und die Rechte von Behinderten nicht erwähnt worden seien


Jessica Stern von der LGBTI-Organisation OutRight warf Trump vor, mit seiner Rede, in der er unter anderem auch eine Verschärfung der Gesetze zur Einwanderung in die USA oder einen Anstieg des Verteidigungsbudgets ansprach, spalten zu wollen: "Ich liebe Immigranten. Ich liebe Menschen, die nicht Amerikaner sind. Ich liebe alle arbeitenden Menschen, nicht nur Veteranen. Ich liebe die Krankenversicherung. Ich liebe gleiche Rechte und Gleichbehandlung, nicht Diskriminierung unter dem Deckmantel der 'Religionsfreiheit'", so Stern. "Ich liebe jeden, der sich diesem imperialen Regime, dem Frauenhass und dem weiße Vormachtsdenken entgegenstellt. Heute, morgen, solange wie nötig. Wir werden für diejenigen kämpfen, die wir lieben." (dk)



#1 UebersetzungAnonym
  • 31.01.2018, 11:41h
  • Er lobte "historische Maßnahmen" zum Schutz der "Religionsfreiheit".

    Ich übersetze mal:
    Es geht darum, LGBTI-Hass unter dem Deckmantel der Religion zu legitimieren...

    Trump ist eine Katastrophe, der sein Land in den Untergang treibt. Für seine Wähler tut mir das nicht leid, die bekommen was sie verdienen. Leid tut es mir nur für die Menschen, die jemand anderes gewählt haben.
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#2 BuntesUSchoenesProfil
  • 31.01.2018, 12:24hS
  • "LGBT Aktivisten sind enttäuscht."
    Das ist aber eine zurückhaltende Reaktion.
    Ich wäre entsetzt, ärgerlich, und würde als Bürgerin der USA wahrscheinlich eine Emigration in Erwägung ziehen.
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#3 BuntesUSchoenesProfil
  • 31.01.2018, 12:35hS
  • "Wir verteidigen total unseren zweiten Verfassungssatz... "Religionsfreiheit"..... ".

    Total - ah ja, da weiß ich dann bescheid. Und diese angebliche Religionsfreiheit ist Ausnutzung, Ausrede, und Mittel zur Diskriminierung.

    Waffengesetz - oha, ich möchte nicht wissen, was wir zu hören bekommen.
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#4 Homonklin44Profil
  • 31.01.2018, 14:04hTauroa Point
  • Das mit dem Recht,Waffen zu tragen, da verstehe ich die Unterstützung, das betrifft alle Bürger, die sich selbst im Notfall verteidigen wollen können.

    Bei der "Religionsfreiheit" schaut es aber stark nach der Bevorzugung bestimmter, christlicher Religionen über andere hinweg aus, also für elitäre Gruppen, und darunter verdeckt das Instrument zur legitimisierten Diskriminierung auf der Basis natürlicher Eigenschaften. Das ist nicht anders, als wo man vor 100 Jahren und weiter zurück Menschen aus religiösen Überzeugungen diskriminieren konnte, weil ihre Hautfarbe manchen nicht in den Kram passte.

    Man hatte ja gehofft, dass gerade die USA über solche katastrophalen Ideologien hinaus gewachsen sind. TheDonald bringt sie wieder zurück ins Spiel.
    Und der Typ hat auch noch deutsche Vorfahren. Ob das sowas wie ein Omen ist?
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#5 ReligiotenbasherAnonym
#6 AcdcAnonym
  • 31.01.2018, 14:29h
  • Mich wundert dass man enttäuscht ist. Hat jemand ernsthaft was anderes von Trump erwartet?
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#7 BuntesUSchoenesProfil
#8 Gerlinde24Profil
  • 01.02.2018, 05:13hBerlin
  • Unter Trump werden die USA noch zu Christaliban, wenn alle linken Bürger nicht dagegen ankämpfen. Das Schlimme ist, dass im SC (Supreme Court, das oberste Gericht der USA) die Homohasser die Mehrheit haben. Das passiert, wenn "Religionsfreiheit" über die Constitution, den gesunden Menschenverstand, und die Gleichheit vor dem Gesetz gestellt wird. Wie wäre es, wenn wir eine "Queer Religion" bilden, und uns weigern, aus religiösen Gründen, faschistoide, homophobe, transphobe und sexistische Religioten zu bedienen oder zu behandeln?
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#9 TheDadProfil
  • 01.02.2018, 11:32hHannover
  • Antwort auf #8 von Gerlinde24
  • ""Unter Trump werden die USA noch zu Christaliban, wenn alle linken Bürger nicht dagegen ankämpfen. ""..

    Die USA SIND das längst !

    Denn diese ""Christaliban"" haben einen Präsidenten Trump erst ermöglicht !
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#10 BuntesUSchoenesProfil
  • 01.02.2018, 18:04hS
  • Antwort auf #8 von Gerlinde24
  • Das ist ne gute Idee. Und alle, die pro LSBTTIQ denken, dürfen gerne mitmachen.

    Hoffen wir, dass sich die Demokraten wie Phoenix aus der Asche erheben und diesem republikanischen Wahn ein Ende setzen.
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