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Ali Erol hinter Gittern

Türkei nimmt Mitbegründer der größten LGBTI-Organisation fest

Das Erdogan-Regime zieht die Daumenschrauben gegen Bürgerrechtler weiter an: Die LGBTI-Organisation Kaos GL beklagt nun die Festnahme eines ihrer Gründer.


Ali Erol ist einer von mehreren Bürgerrechtlern, die vom türkischen Staat festgehalten werden (Bild: Facebook / Kaos GL)

Türkische Sicherheitskräfte haben am Freitagmorgen Ali Erol, den Mitbegründer der größten türkischen LGBTI-Organisation Kaos GL, bei einer Razzia in seiner Wohnung festgenommen. Das teilte die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite mit.

Erol lebt in Ankara zusammen mit seinem Lebenspartner. Nach Informationen der Organisation gebe es keine Begründung für die Festnahme. Allerdings seien im Haftbefehl laut den Anwälten der Aktivisten Einträge von Erol in sozialen Netzwerken aufgeführt worden.

"Die Festnahme von Erol, einem führenden Aktivisten der LGBTI-Bewegung, zeigt wieder mal, wie es um die freie Meinungsäußerung in der Türkei bestellt ist", erklärte Kaos GL in einer kurzen Stellungnahme. "Freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht. LGBTI-Rechte sind Menschenrechte. Wir verlangen, dass unser Mitbegründer Ali Erol sofort freigelassen wird." Erol hatte 1994 mit anderen Aktivisten Kaos GL gegründet. Die Orgnanisation musste sich seither gegen staatliche Repressionen wehren.

Erol für seinen Einsatz für LGBTI-Rechte ausgezeichnet

Der Festgenommene ist auch international ein angesehener Aktivist. So wurde er 2013 in Südafrika für sein Engagement mit dem David Kato Vision & Voice Award ausgezeichnet (queer.de berichtete).

Bereits 2016 hatte die Polizei den LGBTI-Aktivisten und Anwalt Levent Piskin in Gewahrsam genommen (queer.de berichtete). Begründung: Er betreibe "Propaganda" gegen das Land. Er wurde zwar drei Tage später wieder auf freien Fuß gesetzt, wird aber nach wie vor mit einer Anklage bedroht. Auch andere queere Aktivisten und Prominente bekamen Ärger mit dem Staat, größtenteils wegen der Unterstützung von Oppositionsparteien.

In den letzten Monaten schränkten die türkischen Behörden immer mehr die Freiheit von LGBTI ein: So hat die Hauptstadt Ankara im November 2017 alle queeren Veranstaltungen verboten (queer.de berichtete). Kurz darauf hat auch Istanbul ein LGBTI-Festival verboten (queer.de berichtete). In den letzten Jahren wurden zudem Pride-Demonstrationen in Istanbul untersagt und das Verbot von der Polizei teilweise mit Tränengas, Gummigeschossen und Festnahmen durchgesetzt (queer.de berichtete).

Angeheizt wird die homophobe Atmosphäre von ganz oben: Staatschef Recep Tayyip Erdogan beklagte im selben Monat die Existenz einer "Homosexuellen-Quote" in einem kommunalen Parlament (queer.de berichtete). Bereits 2013 hatte der Politiker betont, dass Homosexualität der "Kultur des Islam" widerspreche (queer.de berichtete). (dk)

 Update  19.30h: Insgesamt 13 Oppositionelle festgenommen

Wegen Kritik am türkischen Militäreinsatz in der syrischen Region Afrin sind laut Medienberichten am Freitag in der Türkei insgesamt 13 Menschen festgenommen worden. Sie hatten in den sozialen Netzwerken einen Text der Türkischen Medizinischen Vereinigung (TTB) unterstützt, in dem vor "irreparablen Problemen" durch Krieg gewarnt wird. Laut AFP hatte auch Erol den Text auf Twitter geteilt. Bereits Anfang der Woche hatte die Polizei elf Vertreter des größten türkischen Ärzteverbands festgenommen und bislang drei wieder auf freien Fuß gesetzt. Der letzte Woche veröffentlichte Text der Organisation habe dem Präsidenten missfallen, heißt es. Seit dem Nachmittag ist die Webseite von Kaos GL nicht zu erreichen, die Auftritte der Organisation in sozialen Netzwerken wurden seit dem Morgen nicht mehr aktualisiert.



#1 BorchersAnonym
  • 02.02.2018, 14:02h
  • Und unsere schwarz-rote Bundesregierung kriecht weiterhin dem türkischen Diktator Erdogan in den Arsch.

    Alles nur vor lauter Angst, er könnte alle Flüchtlinge Richtung Westen ziehen lassen und Union und SPD ihre Flüchtlingsbilanz vermiesen.

    Um ihre eigenen Fehler zu vertuschen, koalieren Union und SPD sogar bereitwillig mit Schurkenstaaten, Diktatoren und anderen Despoten.
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#2 Paulus46Anonym
  • 02.02.2018, 14:17h
  • Antwort auf #1 von Borchers
  • Mit der Türkei "geht es immer weiter den Bach runter" unter der Willkürherrschaft von Erdogan.

    * Enlassungtausender von Richter/Staatsanwälten in den letzten Jahren
    * Verhaftung von Journalisten
    * Drangsalierung von Minderheiten wie homosexuellen Menschen, wie dieser Bericht zeigt
    * KRIEG im Norden Syriens gegen die Kurden, das ganze auch noch mit deutschen Leopardpanzern !!!
    * Unterdrückung der Kurden seit Jahren im Südosten des Landes
    * Nichtanerkennung des Völkermordes an den christlichen Armeniern vor 100 Jahren mit Massenvertreibung

    Die Türkei ist ein Land, das sicherlich derzeit NICHT in die EU gehört, und ich erwarte endlich, das die EU die Verhandlungen mit der Türkei abbricht !!!

    Ich will die Erdoganpartei AKP mit dann hunderten von Abgeordneten auf KEINEN Fall im Europaparlament sitzen haben.
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#3 PiotrAnonym
  • 02.02.2018, 14:20h
  • Ich finde es immer "bemerkenswert", wenn hier lebende Türken hierzulande für Erdogan und die Türkei auf die Straße gehen und immer erzählen, wieviel besser da alles ist.

    Eine bescheidene Frage:
    Wenn da alles so viel besser ist, wieso leben die dann hier und nicht dort?
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#4 BorchersAnonym
  • 02.02.2018, 14:33h
  • Antwort auf #2 von Paulus46
  • "Die Türkei ist ein Land, das sicherlich derzeit NICHT in die EU gehört, und ich erwarte endlich, das die EU die Verhandlungen mit der Türkei abbricht !!!"

    Die Türkei gehört nicht nur politisch, kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht in die EU. Sondern alleine schon geographisch gehört die Türkei nicht in die EU, da sie zu weniger als 3 % auf europäischem Boden liegt und zu über 97 % in Asien.
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#5 Paulus46Anonym
  • 02.02.2018, 14:53h
  • Antwort auf #4 von Borchers
  • "Die Türkei gehört nicht nur politisch, kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht in die EU. Sondern alleine schon geographisch gehört die Türkei nicht in die EU, da sie zu weniger als 3 % auf europäischem Boden liegt und zu über 97 % in Asien."

    --> Das sehe ich auch so, Borchers, und stimme Dir zu.

    Und allein der Gedanke, das die Türkei ins Europaparlament kommt, und dort dann die AKP bei Abstimmungen zu Menschenrechtsfragen mitmachen dürfte, ist zutiefst verstörend. Dann können wir Fortschritte über die EU bei Bürgerrechten ganz "vergessen".

    UND hinzukommt: die Türkei ist ein Land, das im Südosten ihres Landes mit den Kurden eine eigenständige Bevölkerung seit Jahrzehnten unterdrückt, die ein Recht auf eine Unabhängigkeitsabstimmung haben, und die ein Recht auf einen eigenen Staat haben. Seit Jahrhunderten werden doch die Kurden von den dortigen Mächten der Türken (frühere Osmanen), von den Iranern (frühere Perser) und den Arabern "nach Strich und Faden verarscht".

    Und dann wollen wir die Türkei in die EU hineinholen und damit den Kurdenkonflikt ins Europarlament hineintragen ???

    Auf keinen Fall darf die Türkei in die EU und die Verhandlungen der EU mit der Türkei gehören ABGEBROCHEN !!!
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#6 saltgay_nlProfil
  • 02.02.2018, 15:16hZutphen
  • Erdogan ist ein mieser Kalif und will aus der Türkei ein Kalifat machen.

    Nun hat keine BRD-Regierung sich jemals davon abhalten lassen den Diktatorinnen und Diktatoren samt ihrer Menschenrechtsverletzungen in den Arsch zu kriechen. Im Zweifel heißt es: "Es stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel".

    Erinnern wir uns an den Wüstenclown Muammar el Ghadafi. Die Salzgitter Industriebau, damals noch ein staatlicher Konzern hat zusammen mit der Imhausen-Chemie in Rabita (Lybien) eine Fabrik zur Herstellung von Nervengasen gebaut. Als es herauskam, wurde der Vorstandsvorsitzende der Peine&Salzgitter AG, Ernst Pieper vorab von SPD-Genossen auf höchster Ebene gewarnt, so dass er Anweisung geben konnte belastende Unterlagen verschwinden zu lassen. Die Hausdurchsuchung ergab dann logischerweise nichts verwertbares. Nähere Informationen sind aus den Tonbändern und aus den Akten der HA III des Ministeriums für Staatssicherheit (DDR) erhältlich.

    Die Türkei ist obendrein noch ein NATO-Partner und wo wir gerade bei dem Thema Funkaufklärung sind, haben die Natostaaten sehr intensiven Gebrauch von Stützpunkten in der Türkei für die Funküberwachung in der Sowjetunion gemacht. Im Gegenteil, es wurden die Terrorsysteme in Griechenland zur Zeit der Obristen, die Militärjunta in der Türkei noch intensiv unterstützt, weil Diktaturen politisch verlässlich sind, solange die Herrscher nicht dem Wahnsinn verfallen.

    Diese Entwicklung beginnt nun bei Erdogan sich deutlich abzuzeichnen. Es ist ähnlich wie bei Adolf Hitler davon auszugehen, dass er seinen Krieg ausweiten wird. Das muss übrigens den Interessen der NATO-Partner nicht zuwider laufen. Rüstung verspricht stets ein sehr gutes Geschäft und führte von der Weimarer Republik direkt in den Nationalsozialismus.

    Warum in Deutschland lebende Türken die AKP samt seinem Operettensultan unterstützen? Ganz einfach. Wer jahrzehntelang in Türken-Witzen und mit entsprechenden Ausdrücken verhöhnt wurde, der empfindet das System in der BRD unwürdig und rettet sich in rabiaten Nationalismus.

    Wo wir gerade in der Karnevalszeit sind, ein Beispiel:" Was sagt ein Türke, wenn er einen Landsmann mit dem Müllwagen herbei fahren sieht? Dä Prinz kütt!" Tätä! Ham mer jelaacht. Wer da noch von den Geschmähten "Integration" einfordert, der ist in der Herrenmenschenmentalität von 1933 stecken geblieben und darf sich nicht wundern, wenn Bürger dieses Staates türkischer Herkunft kein Demokratieverständnis besitzen.
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#7 PfuiAnonym
  • 02.02.2018, 15:33h
  • Antwort auf #5 von Paulus46
  • "und dort dann die AKP bei Abstimmungen zu Menschenrechtsfragen mitmachen dürfte,"

    Bei Herrn Orban und seiner Fidesz, ebenfalls im EP vertreten, ist Deine Besorgnis da deutlich kleiner?
    Na ja er vertritt wenigstens die gleichen Ansichten wie Du in der Flüchtlingspolitik.......
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#8 Paulus46Anonym
  • 02.02.2018, 15:57h
  • Antwort auf #7 von Pfui
  • "Bei Herrn Orban und seiner Fidesz, ebenfalls im EP vertreten, ist Deine Besorgnis da deutlich kleiner?"

    In der Tat sind die Sorgen gegen Orban unbegründet.

    1. In Ungarn besteht seit vielen Jahren bereits ein standesamtliches Lebenspartnerschaftsinstitut, wie es auch beispielsweise die Schweiz, Slowenien, Liechtenstein oder Italien hat.

    UND schafft Herr Orban und seine Partei dieses Lebenspartnerschaftsinstitut wieder ab ??? NEIN das macht er nicht. Sicherlich ist Orban kein LGBTI-Aktivist und seine Partei auch nicht und wählen würde ich die Partei von Orban auch nicht.

    ABER zwischen Orban und seiner Partei und der türkischen AKP und Erdgoan bestehen politisch Welten !!!

    Wird die AKP und Erdogan jemals Lebenspartnerschaftsinstitute für gleichgeschlechtliche Paare ermöglichen, wie sie in Ungarn erlaubt sind ??? NIEMALS !!! Eher kann es sein das die AKP sogar die Strafbarkeit wieder einführt, wie sie auch andere benachbarte islamisch geprägte Staaten wie Iran oder Syrien haben.

    Erdogan will das Kalifat wieder einführen, das Osmanenreich ist sein "großer Traum" und Vorbild und Stück für Stück wird die Türkei islamisiert und ein blutiger Krieg gegen die Kurden geführt.

    Wenn Du Erdogan mit Orban auf "eine Stufe stellst"; hast du politisch/gesellschaftlich/religiöse NICHTS begriffen und redest ohne Verstand.

    -----------
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#9 PfuiAnonym
  • 02.02.2018, 16:28h
  • Antwort auf #8 von Paulus46
  • Die beiden sind wesentlich weniger voneinander entfernt als Du ahnst.

    Hier ein paar Kostproben seiner Schandtaten:
    a)
    Die Beschneidung der Befugnisse des ungarischen Verfassungsgerichts mit der 2/3 Mehrheit im Parlament ist legendär.
    b)
    Das Mediengesetz welches die Pressefreiheit deutlich einschränkt.
    c)
    Die Verweigerung EU Beschlüsse, wie die Kontingentierung der Geflüchteten, umzusetzen.

    Zudem ist Herr Orban alles andere als LGBT freundlich.

    Zweifellos ist Herr Erdogan noch etwas krasser aufgestellt.
    Aber:
    Wer hier mangelndes Wissen, sei es historisch noch aktuell offenbart, ist in 100fachen Falschbehauptungen in 100ten Deiner Kommentare
    nachlesbar.
    Wobei mangelndes Wissen noch die freundlichere Annahme bezüglich Deiner Ergüsse ist.
    Man kann auch an bewusste Falschinformation glauben.
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#10 TheDadProfil
  • 02.02.2018, 22:46hHannover
  • Antwort auf #2 von Paulus46
  • ""Ich will die Erdoganpartei AKP mit dann hunderten von Abgeordneten auf KEINEN Fall im Europaparlament sitzen haben.""..

    ""hunderten von Abgeordneten""..

    Bleib mal auf dem Teppich..
    Gemessen am Deutschen Bundestag in dem aktuell 709 Abgeordnete* die Bundesbürger* vertreten sitzen im EU-Parlament für die 28 Mitgliedsstaaten nach dem Beitritt gerade einmal 766 Abgeordnete* !

    Nach der Europa-Wahl stehen aber nur 751 Plätze zur Verfügung..
    Damit ist das EU-Parlament bezüglich der Abgeordneten-Anzahl außerordentlich effizient, klein, und deshalb auch irgendwie "billig" was den Kosten-Rahmen betrifft..

    ""Maximal 750 Abgeordneten und ein Präsident sind demnach in Zukunft gestattet. Die Höchstzahl pro Land liegt bei 96 Parlamentariern, darf aber 6 Abgeordnete pro Land nicht unterschreiten.""..

    Die Vergabe der Sitze erfolgt dann auch nach der Zahl der Bevölkerung..
    Deshalb hat die BRD dann auch bislang seit der Wiedervereinigung die meisten Sitze..
    Bis zur Wiedervereinigung hatten Frankreich, GB und die BRD immer in etwa die gleiche Anzahl Sitze, weil je um die 60 Millionen Bürger zu vertreten waren..

    Der Türkei stünden nach einem EU-Beitritt wegen der Bevölkerungs-Anzahl von derzeit 79,1 Millionen im Inland lebenden Bürgern in etwa die gleiche Anzahl an Abgeordneten wie der BRD zu..

    In den anderen EU-Staaten lebende türkische Bürger fallen hierbei nicht ins Gewicht, denn die wählen ihre Abgeordneten in dem EU-Land in dem sie leben..
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