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Hauptwahlkampfthema Ehe-Öffnung

Costa Rica: Evangelikaler Homo-Gegner bei Präsidentenwahl vorne

Die Ehe für alle war das alles entscheidende Wahlkampfthema in Costa Rica. Die erste Runde der Präsidentschaftswahl konnten die Befürworter des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben für sich verbuchen.


Fabricio Alvarado, der die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben aus religiösen Gründen ablehnt, geht als Favorit in die Stichwahl

Der konservative christliche Prediger und Sänger Fabricio Alvarado hat die erste Runde der costa-ricanischen Präsidentenwahlen nach einem gegen Homo-Paare gerichteten Wahlkampf gewonnen. Der 43-Jährige, der bislang als einziger Abgeordneter einer evangelikal-konservativen Kleinpartei im nationalen Parlament gesessen hatte, konnte laut Hochrechnungen 24,8 Prozent der Stimmen erringen.

Sein 38-jähriger Mitte-Links-Rivale Carlos Alvarado, mit dem er nicht verwandt ist, erreichte 21,8 Prozent. Carlos Alvarado war der einzige aussichtsreiche Kandidat, der sich offen für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben eingesetzt hat. Auf dem dritten Platz landete mit 18,6 Prozent der Sozialdemokrat Antonio Álvarez, ein Gegner der Ehe-Öffnung.


Carlos Alvarado konnte bei den Präsidentschaftswahlen den zweiten Platz erobern – und gilt nun als Hoffnung der LGBTI-Aktivisten

Da keiner der Kandidaten die in der ersten Wahlrunde erforderlichen 40 Prozent erreicht hat, wird es am 1. April zu einer zweiten Wahlrunde kommen, bei der nur die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen aus der ersten Runde qualifiziert sind.

Das einschneidende Wahlkampfthema in Costa Rica war die Debatte um die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Anlass war eine Entscheidung des in Costa Rica beheimateten Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte, der vor einem Monat "empfohlen" hatte, das Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare aufzuheben (queer.de berichtete). Davor waren noch Themen wie Korruption, innere Sicherheit und soziale Gerechtigkeit bestimmend.

Direktlink | Wahlberichterstattung im Fernsehen von Costa Rica: Anhänger feiern den Erfolg von Fabricio Alvarado

Costa Rica ist strukturelle konservative Gesellschaft

Beide führenden Kandidaten hatten sich in den letzten Wochen vor allem mit ihrem Kampf für bzw. gegen die Ehe-Öffnung positioniert und waren damit in den Umfragen an der Konkurrenz vorbeigezogen. Fabricio Alvarado machte Stimmung gegen den Interamerikanischen Gerichtshof, der mit seiner Ehe-Entscheidung die Souveränität seines Landes beschädigt habe.

Analysten erklärten seinen Erfolg damit, dass Costa Rica eine strukturell konservative Gesellschaft sei, die mit der Gleichbehandlung von sexuellen Minderheiten Probleme habe – insbesondere Kirchen machten im Wahlkampf Werbung für Fabricio Alvarado. Er hat als Losung ausgegeben, aus der Amerikanischen Menschenrechtskonvention auszusteigen, um sexuelle Minderheiten weiter diskriminieren zu dürfen. Damit traf er einen Nerv, denn vor vier Jahren hatte der Kandidat seiner Partei bei der Präsidentschaftswahl nur knapp über ein Prozent der Stimmen erreichen können.

Der ehemalige Arbeitsminister Carlos Alvarado konnte dagegen durch Unterstützung von Befürwortern der Ehe-Öffnung in den letzten Wochen an Zustimmung gewinnen. Zuvor hatte er sich wie andere Mitglieder der Regierungspartei von Präsident Luis Guillermo Solís für Korruptionsskandale und ein großes Haushaltsdefizit zu rechtfertigen.

Insgesamt hatten sich 13 Kandidaten um die Nachfolge von Staatschef Solís beworben, der aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht erneut zur Wahl antreten durfte. Die Wahlbeteiligung war mit 66 Prozent hoch. Insgesamt waren 3,3 Millionen Bürger des mittelamerikanischen Landes zur Wahl aufgerufen. Sie stimmten auch über die Zusammensetzung des Parlaments ab, Ergebnisse dazu liegen aber noch nicht vor. (dk)



#1 Paulus46Anonym
  • 05.02.2018, 14:35h
  • Dann tritt also jetzt in der Stichwahl Carlos Alvarado (pro Ehe für alle) gegen Fabricio Alvarado (gegen Ehe für alle) an.

    Da drücke ich dann Carlos Alvarado die Daumen. Es ist schon einmal gut, das der andere Gegner der Homo-Ehe bei den Sozialdemokraten "rausgeflogen" ist.
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#2 TimonAnonym
  • 05.02.2018, 14:37h
  • Und wieder mal ist es Religion, die die Gesellschaft spaltet, Menschen unterdrückt, demokratisch-rechtsstaatliche Prinzipien abschaffen will, etc.
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#3 Paulus46Anonym
  • 05.02.2018, 14:47h
  • *
    en.wikipedia.org/wiki/Costa_Rican_general_election,_2018

    Unerwähnt ist leider im Bericht, das gleichzeitig die Parlamentswahl in Costa Rica für das Parlament bestehend aus 57 Sitzen stattfand.

    Selbst wenn sich der Prediger Fabricio Alvarado in der Stichwahl durchsetzen sollte, hat er mit seiner neu gegründeten Partei "National Restoration Party" nur derzeit 14 Sitze und braucht weitere Parteien für eine Mehrheit, die aber die Parteien des Konservativen/rechten Spektrums derzeit nicht haben.

    Im Parlament hat also, falls Alvarado gewinnt, KEINE Mehrheit.
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#4 Gerlinde24Profil
#5 AmurPrideProfil
  • 05.02.2018, 18:43hKöln
  • Antwort auf #4 von Gerlinde24
  • ""..Langsam frage ich mich, ob diese evangelikalen Religioten nicht einen an der Klatsche haben? Ob es für eine Einweisung in die Psychiatrie reichen würde?..""
    Ich würde Ihre Einweisung in die Geschlossene sofort unterschreiben! *kicher*

    ... vielleicht sollte ich doch noch einmal über ein Medizinstudium nachdenken... *sinnier*
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#6 schwarzerkater
  • 05.02.2018, 19:16h
  • erschreckend mit wieviel geld und vehemenz sich die finanzstarken evangelikalen aus den USA in mittel- und südamerika ausbreiten. auch eine art von kolonialisierung.
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#7 BuntesUSchoenesProfil
  • 05.02.2018, 19:19hS
  • Antwort auf #4 von Gerlinde24
  • Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage, dass sie wahnsinnig sind. Ob die alle so tief religiös sind, wage ich zu bezweifeln. Ich behaupte mal ganz frech, dass sie genau wissen, was sie mit ihrer "Wort-in-der-Bibel" Treue anrichten und nutzen auch in Costa Rica die Lücken im Gesetz.
    Genau so wie auch bei uns.

    Ich drücke Costa A. die Daumen, dass er die Wahl gewinnt und die LSBTTIQ dort nichts zu befürchten hat.
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#8 PfuiAnonym
  • 05.02.2018, 19:27h
  • Antwort auf #7 von BuntesUSchoenes
  • "Ich behaupte mal ganz frech, dass sie genau wissen...."

    Wenn sie es genau wissen, sind sie ja nicht wahnsinnig sondern berechnend und drecksäckig.

    Ich tippe mal dass mehr gläubige Anhänger dieser "Kirchen" zu Naivität und Wahnsinn tendieren als die Vertreter dieser "Kirchen".
    Letztere sind einfach hasserfüllte A....löcher, die sich einen Machtplatz an der Sonne sichern wollen.
    Glauben tun die wahrscheinlich nur an sich.
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#9 BuntesUSchoenesProfil
#10 RobinAnonym
  • 06.02.2018, 11:44h
  • Haben die keine anderen Probleme oder wieso ist die Eheöffnung das Haupt-Wahlkampfthema?!

    Ich kann nur hoffen, dass da kein Tourist mehr Urlaub macht und dass deren Haupt-Einnahmequelle wegbricht. Vielleicht kapieren die dann endlich, dass es wichtigeres gibt, als die Diskriminierung von Liebe.
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