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  • 03. Juli 2005, noch kein Kommentar

Zum "Familienfest" der Landesverbände Schwules Netzwerk NRW und AIDS-Hilfe NRW kamen über 500 Gäste. Hans W. Geißendörfer wurde geehrt.

Von Carsten Weidemann

Erstmalig begrüßten die AIDS-Hilfe NRW und das Schwule Netzwerk NRW über 500 Gäste zum CSD Empfang im Kölner Gürzenich. Neben zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verbänden, Kultur und Presse waren zahlreiche Akteure aus der TV-Serie "Lindenstraße" gekommen, um mit ihrem "Vater" und Produzenten Hans W. Geißendörfer zu feiern, dem in diesem Jahr die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW verliehen wurde.

Zuvor mahnten die Vorstände der beiden Landesverbände die neue Regierungskoalition in NRW an, die erfolgreiche und in ganz Deutschland beispielhafte Förderung der AIDS-Hilfe-Arbeit und der schwul-lesbischen Selbstorganisation in Nordrhein-Westfalen engagiert fortzusetzen. "Wer Prävention im Kontext von Gesundheitserhaltung und Selbsthilfe fördern will, darf bei der AIDS-Prävention nicht sparen", betonte Klaus-Peter Hackbarth, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW. "Wer weiterhin niedrige HIV-Infektionszahlen will, darf die Finanzausstattung nicht kürzen", sagte Hackbarth im Hinblick auf die Etatberatungen der kommenden Monate.

Manfred Ackermann, Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW, verwies auf die Koalitionsvereinbarung der neuen Landesregierung, nach der die Selbstorganisation lesbischer Bürgerinnen und schwuler Bürger in Nordrhein-Westfalen angemessen unterstützt werden müsse. "Es freut uns, dass die langjährige Arbeit unseres Verbands und seiner Mitgliedsgruppen anerkannt wird, und wir hoffen, dass die Politik und ihre Haushaltsexperten unter dem Wort ‚angemessen’ das Gleiche verstehen wie wir", erklärte Ackermann.

Zum fünften Mal zeichnete das Schwule Netzwerk NRW zwei Persönlichkeiten für besondere Verdienste um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Lesben und Schwulen aus. Frank Przibylla, Vorstand des Kommunikations-Centrums Ruhr, wurde für seine 35-jährige ehrenamtliche Tätigkeit in verschiedenen Gruppen und Vereinen geehrt. "Frank Przibylla ist ein Vorbild für die offene Altenarbeit und Seniorenpolitik – weit über die schwul-lesbische Szene hinaus", erklärte Stefan Jüngst in seiner Laudatio.

Ulrich Deppendorf, Programmdirektor des WDR, würdigte die "Lindenstraße" als Erfolgsmodell deutscher Fernsehunterhaltung und den Preisträger, Hans W. Geißendörfer "mit Recht als Pionier medienwirksamer Aufmerksamkeit für die Lebenssituation von Lesben und Schwulen in Deutschland". Der sichtlich gerührte Geißendörfer betonte, dass Schwule und Lesben seit 20 Jahren in ‚seiner’ "Lindenstraße" ganz normal anders seien, normal verliebt und auch mal zerstritten. Zugleich kritisierte er Papst Benedikt XVI. scharf, der sich kurz nach seiner Amtseinführung gegen Homosexualität ausgesprochen hat. "Möge er sein Herz öffnen für die allgegenwärtige Macht der Liebe."

Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU), der stellvertretend für die Vorjahres-Preisträgerin Rita Süßmuth (CDU) die Kompassnadel an Geißendörfer weiter reichte, zeigte sich ebenfalls kritisch. Er schloss sich den auf dem Empfang formulierten Protesten gegen die fortwährenden Menschenrechtsverletzungen gegenüber Schwulen und Lesben in Polen an. "Ich werde das Thema demnächst beim polnischen Generalkonsulat zur Sprache bringen", kündigte er an.

03.07.2005