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Italien

Erzbistum lädt Lesben und Schwule zum Treue-Kurs

In Turin veranstaltet die katholische Kirche erstmals spezielle Seminare für homosexuelle Paare und Singles zum Thema Liebe und Monogamie.


Schluss mit den Dreiern in der Badewanne! (Bild: Corbin Fisher)

Premiere in der katholischen Kirche: Am 24. und 25. Februar lädt das Erzbistum Turin erstmals Lesben und Schwule zu einem Treue-Kurs in den Räumen eines Frauenordens ein. Auf dem Programm stehen Gebete, Meditationen und Gespräche mit einem Jesuitenpater zum Thema Liebe und Monogamie.

Man wolle sich nicht als Lehrmeister aufspielen, stellte Gianluca Carrega, der offizielle Homosexuellen-Beauftragte des Erzbistums, gegenüber dem Onlineportal "Vatican Insider" klar. "Aber wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass auch Homosexuelle Treue verdienen."

Kein Treue-Schwur bei der Lebenspartnerschaft

Hintergrund des neuen Angebots, das sich an lesbisch-schwule Singles wie Paare richtet, sei die fehlende Verpflichtung zur Treue im 2016 in Kraft getreteten italienischen Lebenspartnerschaftsgesetz. Diese Lücke wolle das Erzbistum schließen, so Carrega. "Das Gesetz kann bestimmen, welche Mindestanforderungen es gibt, aber wir wollen von der Qualität der Beziehung reden."

Gegenüber "Vatican Insider" sprach der Seelsorger von einer "widersprüchlichen" Lehre der katholischen Kirche. Während homosexuelle Singles nach einem One-Night-Stand einfach beichten gehen könnten, würde monogamen Homo-Paaren, die auf Sex nicht verzichten, die Sakramente verweigert. Die Kirche müsse sich mehr Gedanken über den Wert der gleichgeschlechtlichen Liebe machen, forderte Carrega. "Sonst riskieren wir große Schäden und fördern unter den Gläubigen Heimlichkeit und das Sich-aus-der-Verantwortung stehlen." (cw)

 Update  14:50h: Erzbischof stoppt Treue-Kurs

Nach einem Bericht des Portals katholisch.de vom Dienstag hat der Turiner Erzbischof Cesare Nosiglia das spirituelle Angebot seines Bistums für Lesben und Schwule abgesagt.



#1 KetzerAnonym
  • 06.02.2018, 06:29h
  • Immer, wenn man denkt, es ginge nicht NOCH perfider oder absurder, kommt eine Meldung von der katholischen Kirche...
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#2 swimniAnonym
  • 06.02.2018, 07:56h
  • warum muss sich diese unselige, auf einem phantasiegebilde aufbauende kirche in alle unsere Lebensbereiche hineinfressen?
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#3 Alex AndersAnonym
  • 06.02.2018, 09:19h
  • Bieten die Organisatoren solche Treue-Seminare auch für Heterosexuelle an? Wenn nein, warum nicht, bzw. warum nur für Homosexuelle?
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 06.02.2018, 09:39h
  • Antwort auf #3 von Alex Anders
  • "Bieten die Organisatoren solche Treue-Seminare auch für Heterosexuelle an? Wenn nein, warum nicht, bzw. warum nur für Homosexuelle?"

    Selbstverständlich tun sie das seit jeher. Nannte sich früher Brautunterricht.

    Ansonsten: Auch das ist gesellschaftspolitisch nicht uninteressant, obwohl es die meisten hier wohl nicht in Anspruch nehmen werden (ich auch nicht).

    Aus Sicht der Reaktion: Verfestigung der 'Sünde'. Auf dass das Opus Dei rotieren möge...
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#5 stephan
  • 06.02.2018, 09:44h
  • Welch ein gequirlter Scheiß! So dreist und unverschämt können auch nur die Katholiban sein! ... TreueKurs ... echt lachhaft! Die dreisten Sektenführer sollen ihre Unterstellungen und Belehrungen gerne für sich behalten.

    Erst sind wir für diese Personen Abschaum und Dreck, dann noch die Verbrecher gegen das Naturrecht etc. und jetzt wollen genau diese Typen uns lehren, wie wir unsere angeblichen Vergehen in Treue begehen können ... und das alles immer gerne mit dem Anspruch ewiger und höherer Wahrheiten

    Die Typen haben uns schon so oft mit Rechtsbrechern jeder Art verglichen, dass sie ihre Seminare jetzt doch wirklich endlich einmal an eine andere Personengruppe richten könnten. Wie wäre es mit einem schönen Seminar für Bankräuber zur Vertiefung ihres Berufsethos und Treue zu ihrer Profession. Warum müssen die sich mit so einem Scheiß immer an Schwulen und Lesben austoben?
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#6 stephan
  • 06.02.2018, 09:50h
  • Antwort auf #3 von Alex Anders
  • Ob in den Ehevorbereitungsseminaren hauptsächlich über Treue gesprochen wurde, weiß ich nicht. Aber es war früher üblich und verpflichtend zu den Vorbereitungsgesprächen zum Herrn Pfarrer zu gehen und ihm brav zuzuhören, was er über die Ehe und Partnerschaft zu sagen hatte. Und die Schafe haben sich das brav gefallen lassen Für manche ist es eben selbstverständlich über Dinge zu reden, von denen sie keine Ahnung haben!
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#7 LaurentProfil
  • 06.02.2018, 11:07hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Ein solcher "Kurs" käme für mich nicht in Betracht, weil Treue in der Beziehung für mich vor allem bedeutet, 100%ig füreinander einzustehen und sich auch 100-prozentig aufeinander verlassen zu können.

    Die Teilnahme am Seminar wäre für mich dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen.
    "Gebete, Meditation und Gespräche mit einem Jesuitenpater": Das hört sich doch interessant an.
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#8 TheDadProfil
  • 06.02.2018, 11:22hHannover
  • Antwort auf #7 von Laurent
  • ""Ein solcher "Kurs" käme für mich nicht in Betracht,""..

    Dennoch ist man für derlei "Angebote" durchaus offen ?

    Wie obskur..
    Da muß man nicht einmal seinen "Treue-Begriff" umständlich formulieren, welcher dann eh nur darstellen kann, was einem als "moralisches Maß" indoktriniert wurde..

    ""Die Teilnahme am Seminar wäre für mich dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen.
    "Gebete, Meditation und Gespräche mit einem Jesuitenpater": Das hört sich doch interessant an.""..

    Alternativ könnte man sich dafür auch mal mit dem Hammer auf einen Daumen hauen, der Effekt wäre wahrscheinlich der Selbe..

    Wie man sich auf diese Idee des
    "naja, eigentlich haben die ja doch recht"
    reduzieren kann, und sich trotzdem im Spiegel anschaut ohne Ekel zu empfinden ist mir unerklärlich..
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#9 queergayProfil
  • 06.02.2018, 11:34hNürnberg
  • Dem Erzbistum ist folgendes Seminar im Waldschlößchen bei Göttingen dringend zur Weiterbildung zu empfehlen:
    "Wie möchte ich leben? Vielfalt in unseren Beziehungen und Lebensformen." Für Lesben, Schwule, Bis, Trans*, Inter*menschen und Queers (LSBTIQ).
    Es geht primär um Beziehungsformen jenseits der Hetero- und Mononormativität und weit über die "Ehe für alle" hinaus.
    Zu glauben, daß die Kirche genau weiß, was richtig ist und was falsch ist geradezu absurd angesichts ihrer vielen Irrtümer und ihrer kriminellen, z.T. grauenhaften Kirchengeschichte.
    Nächster Termin: 09.-11.02.2018 mit Experten in Forschung und Lehre zu Queer Studies, Transgender Studies, Polyamorie, BDSM, queer-feministischer Naturwissenschaftskritik u.a.m.
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#10 RobinAnonym
  • 06.02.2018, 11:42h
  • Wenn wir treu sein wollen, brauchen wir dazu ganz gewiss keine Gehirnwäsche-Kurse der Kinderschänder-Sekte. Und wenn wir nicht treu sein wollen, hat das nur uns selbst und unsere Partner zu interessieren, aber sonst niemanden.

    Und wir brauchen auch keine Kurse zum Thema Liebe.

    Und in der Praxis wird da eh wieder zu Abstinenz geraten, dass man seine "sündigen Sehnsüchte" unterdrücken soll. Damit es noch mehr Menschen gibt, die ihre Grundbedürfnisse unterdrücken und so zu Psycho-Wracks werden, die ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern suchen.

    Das sind wieder mal diese verzweifelten Versuche der Kirche, uns doch noch irgendwie unter ihre Fuchtel zu bekommen...

    Nein Danke.

    www.giordano-bruno-stiftung.de/
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