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Zu viele Klischees

"I Kissed A Girl": Katy Perry kritisiert eigenen Song

Vor rund zehn Jahren küsste Katy Perry für ihren ersten Megahit ein Mädchen – den Song würde sie heute nicht mehr so schreiben, sagte die 33-Jährige jetzt.


Katy Perry ist seit zehn Jahren im Musikbusiness erfolgreich (Bild: oouinouin / flickr)

Die amerikanische Popsängerin Katy Perry hat in einem Interview mit dem Magazin "Glamour" den Text ihres im Frühjahr 2008 erschienenen Megahits "I Kissed A Girl" kritisiert, den sie selbst verfasst hatte. "Wenn ich den Song noch mal schreiben müsste, würde er wahrscheinlich anders aussehen. Der Text hat einige Klischees bedient", sagte die 33-Jährige.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Debatte über sexuelle Orientierungen drastisch verändert, so Perry: "Wir sind weit voran gekommen." 2008 sei über Bisexualität oder eine fließende Sexualität noch nicht gesprochen worden.

"I Kissed A Girl" war der erste Megaerfolg der Sängerin. Der Song erreichte in mehr als zwei Dutzend Ländern den ersten Platz der Charts, darunter auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und den USA. Noch heute gehört "I Kissed A Girl" zum Standardrepertoire vieler deutscher Radiosender wie WDR 2. Im Refrain singt Perry auf Englisch: "Ich hab ein Mädchen geküsst und es gemocht. Ich hoffe, meinem Freund macht's nichts aus."

Bereits bei seiner Veröffentlichung gab es Kritik an Katy Perrys Kusssong – sowohl von LGBTI-Aktivisten als auch von konservativen Moralaposteln, denen jegliche Andeutung von gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen zuwider war. LGBTI-Aktivisten kritisierten dagegen, dass mit dem Song lesbische Sexualität trivialisiert werde. Größer war die Kritik aber noch an dem auf dem selben Album erschienenen Lied "Ur So Gay", in dem Perry das Wort "gay" als Schimpfwort nutzt (queer.de berichtete).

Perry hat sich in den vergangenen Jahren unter anderem politisch für Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin und für LGBTI-Rechte engagiert. Chad Griffin, der Chef der Human Rights Campaign, lobte die Sängerin als "starke Stimme und internationale Plattform, die sich offen für LGBTI-Gleichbehandlung einsetzt".

Als sie in Kalifornien aufwuchs, sei sie aber kein Freund sexueller und geschlechtlicher Minderheiten gewesen, beichtete Perry vergangenes Jahr. Sie sei vielmehr als Homo-Hasserin erzogen worden: Als Teenagerin habe die Pfarrerstochter in "Jesus-Camps" noch für die "Heilung" von Homosexuellen gebetet. Später habe sie es aber geschafft, sich aus der "Dunstglocke" der christlichen Fundamentalisten zu befreien (queer.de berichtete). (dk)

Direktlink | Katys neuester Streich: Vergangenen Monat veröffentlichte sie die Single "Hey Hey Hey"



#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 07.02.2018, 16:39h
  • Freut mich zu lesen, dass sie den "I kissed a girl" Song heute nicht mehr so schreiben würde. Allerdings ist dieser Song halt schon längst veröffentlicht und verkauft. Mir hat dieser Song beim ersten Hören schon nicht gefallen, eben wegen des Zusatzes: "I hope my boyfriend don't mind it."
    Wenn sie bi ist, verstehe ich das natürlich, nur irgendwie klingt der Song in meinen Ohren nicht toll. Wenn ich ne Beziehung hab, dann muss ich nicht noch nebenher mit jemandem anderen rumknutschen.
    Dass sie das Wort "gay" in einem Song als Schimpfwort nutzt, ist total daneben. Das macht sie garantiert nicht sympathischer. Es sei denn, sie möchte damit deutlich machen, wie die Gesellschaft mit Homosexualität heute noch umgeht. Wenn sie aber selbst noch so denkt, dann hat sie die indoktrinierte Homophobie noch nicht überwunden.

    Dass sie es geschafft hat, aus der "Dunstglocke" der homophoben Religion herauszukommen, ist immerhin positiv.

    Meine Lieblingssängerin ist sie jedenfalls nicht.
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#2 herve64Profil
  • 07.02.2018, 19:22hMünchen
  • Ich halte es für müßig, sich heutzutage für einen Liedtext zu rechtfertigen, der vor zehn Jahren geschrieben wurde und so zu einer Zeit entstand, in der noch ein vollkommen anderer Zeitgeist herrschte. Der Song war ein Welthit, war gut hörbar und machte Laune, und man kann ihn heute noch hören. Also: alles richtig gemacht, würde ich mal sprechen.
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#3 AlicinoAnonym
  • 07.02.2018, 19:33h
  • Sie könnte ja den Song neu schreiben ...
    dann können wir darüber (wieder) streiten :-)
    (Streiten im positivem Sinne sei dazu gesagt)

    Ich denke es ist nicht einfach aus so einer Dunstglocke zu kommen, weil das mit den tiefsten Kindheitserinnerungen verwebt ist.
    Man muss sich bewusst und durch seinen Lebensstil heraus winden und darf nicht enttäuscht sein, wenn man feststellt, dass man noch hier und da darin fest hängt, sondern auch das angehen.
    Was die den Kleinkindern schon für irres Zeug in den jungen offenen Verstand stopfen : von Höllenqualen, Angst und Furcht sich nicht rechtens zu betragen, Fegefeuer, einen alles überwachenden bösen Gott bis hin zu unsinnigen, falschen, erlogenen, erdachten und verdrehten als Fakten ausgegebener Aberglaube.
    So süße Antworten der Kinder, wenn es um Weihnachtsmann, Gott, Engel und Teufel geht, zeigen wie tief das sitzen kann.
    Ich bin manchmal tief erschüttert.
    Gott: Naziterrorzeit -> Null Reaktion
    30 jähr. Krieg -> Null Reaktion
    Bau und Test der Atombombe samt Einsatz -> Null Reaktion
    Tausende verhungernde -> Null Reaktion
    Kriege, Dürre, Katastrophen -> Null Reaktion
    aber, als wäre ES echt :

    www.youtube.com/watch?v=6j3XuVHURbM
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#4 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 07.02.2018, 19:48h
  • Ich freue mich, wenn sie künftig beseere Songtexte schreibt, auch wenn ich ihre Lieder eh nicht höre.
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#5 Dont_talk_aboutProfil
  • 08.02.2018, 01:45hFrankfurt
  • Hätte, hätte, Fahrradkette.

    Sie würde also den Song, der sie zum Weltstar gemacht hat, anders schreiben ? Wahrscheinlich so weichgespült, dass es nie ein Hit geworden wäre ? Wer's glaubt
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#6 GutmenschProfil
  • 08.02.2018, 07:05hSt. Gallen
  • Die politische Korrektheit greift so weit um, dass das Thema Sexualität bald wieder vollständig zum Tabu wird.
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#7 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#8 la_passanteAnonym
  • 08.02.2018, 10:16h
  • Diie in dem Lied servierten Klischees waren schon 2008 seit Jahrzehnten überholt. Nur verkauft haben sie sich gut...
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#9 GutmenschProfil
  • 08.02.2018, 10:34hSt. Gallen
  • Es zeigt die versteckte Homophobie in der heteronormativen Gesellschaft. Die Welt ist böse!
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#10 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil