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Ehe wieder nur für Heteros

Bermuda: Ehe für alle wieder abgeschafft

Gouverneur John Rankin unterzeichnete am Mittwoch das vom Parlament verabschiedete Gesetz, das die vom Höchstgericht eingeführte Ehe für alle durch Lebenspartnerschaften ersetzt.


Plakate für und gegen die Ehe-Öffnung während eines entsprechenden Referendums vor zwei Jahren

Nun ist es offiziell: Mit den Bermudainseln schafft erstmals ein Rechtsgebiet eine bereits in Kraft getretene Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare wieder ab. 2015 hatte bereits ein Referendum in Slowenien eine vom Parlament beschlossene Ehe-Öffnung für Homo-Paare wieder zurückgenommen, diese war mit Blick auf das Referendum allerdings noch nicht umgesetzt worden.

Im britischen Überseegebiet der Bermudainseln gab es hingegen bereits die ersten schwulen und lesbischen Eheschließungen. Die Ehe-Öffnung auf der Inselgruppe im Atlantik war im letzten Mai durch Gerichtsbeschluss in Kraft getreten; der Oberste Gerichtshof sah das Eheverbot nach der Klage eines schwulen Paares als Verstoß gegen ein 1981 Gesetz zum Schutz der Menschenrechte an (queer.de berichtete).


Winston Godwin (l.) und Greg DeRoche hatten vor dem Supreme Court die Ehe für alle eingeklagt

Bereits geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen sollen bestehen bleiben, für homosexuelle Paare soll es aber fortan nur noch Lebenspartnerschaften geben, heißt es im Domestic Partnership Act 2017. Dieser wurde am Mittwoch vom britischen Gouverneur John Rankin, der das Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II. auf der Inselgruppe vertritt, formal mit seiner Zustimmung versehen. Ende Dezember hatten zunächst das Unterhaus mit 24 zu zehn Stimmen für die Abschaffung der Ehe für alle votiert. Wenige Tage später folgte der Senat mit acht gegen drei Stimmen (queer.de berichtete)

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Die regierende "fortschrittliche Arbeiterpartei" hatte das Ehe-Verbot für Homo-Paare vor der Wahl im letzten Sommer angekündigt. Sie sprach von einem Kompromiss zwischen zwei Seiten im Parlament: Die einen wollten die Gleichstellung beibehalten, die anderen homosexuellen Paaren überhaupt keine rechtliche Anerkennung bieten. Auch müsse man berücksichtigen, dass erst 2016 zwei Drittel der Wähler bei einem Volksentscheid die Ehe für alle abgelehnt hatten (queer.de berichtete).

Die Inselgruppe mit rund 65.000 Einwohnern hatte homosexuelle Handlungen erst 1994 legalisiert. Das Schutzalter liegt aber für Schwule mit 18 Jahren noch immer höher als für Heterosexuelle oder Lesben. Auch die Lebenspartnerschaft soll erst ab 18 Jahren möglich sein, während es bei der Ehe Ausnahmeregelungen gibt. Ansonsten enthält das neue Rechtsinstitut praktisch die gleichen Rechte und Pflichten wie die Ehe.

Innenminister Walton Brown, der das Gesetz zu eingetragenen Lebenspartnerschaften initiiert hatte, betonte am Mittwoch, mit dieser dauerhaften rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare gehöre man im Umgang mit schwulen und lesbischen Paaren zu den fortschrittlichsten Ecken der Karibik. Auch internationale LGBTI-Gäste seien willkommen – während einer Übergangsphase seien noch gleichgeschlechtliche Eheschließungen durch Ausländer möglich. Mehrere Kreuzfahrtlinien hatten ursprünglich entsprechende Angebote geplant. (cw)



#1 CaliforniaGuyAnonym
#2 Homonklin44Profil
  • 08.02.2018, 01:09hTauroa Point
  • Daran kann man sehen, dass selbst fortschrittliches Denken nicht ewig währt, oder zwingend einen höheren Vernunftlevel herbei führen muss.

    Der Kolonialismus mit seiner beigebrachten religiotisch-disziplinären Ader hat mancher Orten ganze Arbeit geleistet.

    Hoffentlich ereilt uns nicht mal ein ähnliches Schicksal, sollten die blaubraunen Horden eines Tages das Wort führen!
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#3 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 08.02.2018, 08:23h
  • Na prima, da freut frau sich!
    :-(

    Dann haben ja diejenigen Glück, die die Chance hatten, zu heiraten.
    Und der Rest schaut in die Röhre.
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#4 YannickAnonym
  • 08.02.2018, 08:44h
  • Das zeigt wieder mal, dass man sich niemals auf Erreichtem ausruhen kann, sondern dass man Demokratie und Rechtsstaat immer wieder neu gegen dunkle Kräfte verteidigen muss.
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#5 Petra PanAnonym
  • 08.02.2018, 13:37h
  • Das sollte uns eine Mahnung sein, Art. 3 GG zu ändern. Der religiöse Mob und mit ihm der Schwulenhass in diesem Land erstarkt schließlich auch und die CSU ist schon auf AfD-Kurs eingeschwenkt.
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#6 der-ichAnonym
  • 08.02.2018, 14:51h
  • " Auch müsse man berücksichtigen, dass erst 2016 zwei Drittel der Wähler bei einem Volksentscheid die Ehe für alle abgelehnt hatten"

    Die Mehrheit hat nicht über eine Minderheit zu entscheiden, erst recht wenn es um so ein Thema geht !
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#7 EdoardoAnonym
#8 AlicinoAnonym
  • 08.02.2018, 21:59h
  • ... das zeigt was passieren kann, wenn nicht bei gegebener Zeit entsprechende §§ für Gleichbehandlung sorgen.
    Kaum klare LSBTIIQ-Vereinbarungen im aktuellen GorKo-Vertrag (weil dieses CSU "Wir müssen unsere Politik so gestalten, dass eine AfD nicht mehr nötig ist" (oder so ähnlich) mit ins Boot soll - und die SPD ihrer "Verantwortung" gerecht werden muss.
    Hat der FDP-Mensch recht mit seinem "Lieber gar nicht regieren als falsch regieren"
    Was wäre so schlimm daran gewesen, wenn eine Minderheitsregierung um jedes Vorhaben werben müsste: Gut man könnte es einfach lassen, das mit den Vorhaben, und sich 'ne schöne Zeit im Status Quo "gönnen" - doch das kann man so ja auch.
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