Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30612

Johanna Schmidt-Räntsch

Bundesrichterin wird Schirmfrau des CSDs Karlsruhe

Die transsexuelle Richterin Johanna Schmidt-Räntsch hat die Schirmherrschaft beim CSD in der früheren badischen Landeshauptstadt übernommen.


Prof. Dr. Johanna Schmidt-Räntsch ist die diesjährige Schirmherrin der Karlsruher Pride-Veranstaltung (Bild: CSD Karlsruhe)

Prof. Dr. Johanna Schmidt-Räntsch wird die diesjährige Schirmfrau beim CSD in Karlsruhe, der am 2. Juni stattfinden wird. Das kündigten die CSD-Organisatoren am Donnerstag an. Die gebürtige Rheinländerin ist bereits seit 2002 Richterin am Bundesgerichtshof. Im Juni 2014 gab die als Jürgen Schmidt-Räntsch geborene Juristin bekannt, dass sie sich geschlechtsangleichender Maßnahmen und einer Namens- und Personenstandsänderung unterzogen habe.

Bereits 2016 hatten die badischen CSD-Organisatoren eine prominente Juristin aus einem in der Stadt gelegenen Gericht als Schirmfrau gewinnen können: Damals übernahm Prof. Dr. Dr. h.c. Susanne Baer, offen lesbische Richterin am Bundesverfassungericht, die Schirmherrschaft (queer.de berichtete).

Schmidt-Räntsch ist bereits seit 30 Jahren verheiratet und lebt mit ihrer Frau in Berlin. Sie ist im V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs aktiv, seit Ende 2014 als dessen stellvertretende Vorsitzende.

Die Juristin studierte an den Universitäten Bonn und Genf Rechtswissenschaft, wurde 1983 promoviert und 2011 zur Honorarprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin ernannt. Sie war von 1984 bis 1989 an Amts- und Landgerichten in Nordrhein-Westfalen und von 1989 bis 2002 in Gesetzgebungsreferaten des Bundesjustizministeriums eingesetzt. Sie hat unter anderen die Gesetze zur Einführung des elektronischen Grundbuchs, zur Modernisierung des Schuldrechts und den ersten Entwurf eines Antidiskriminierungsgesetzes betreut.

"Verliebt, verlobt, verfolgt"

Der CSD Karlsruhe steht dieses Jahr unter dem Motto "Verliebt, verlobt, verfolgt". Damit wollen die Schirmherrin und die Organisatoren daran erinnern, "dass Menschen immer noch in zahlreichen Ländern wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht akzeptiert und in vielen Ländern auch verfolgt werden", so Schmidt-Räntsch. "Wir können gemeinsam zeigen, dass Menschen, deren sexuelle Orientierung nicht derjenigen der Mehrheit entspricht, wie jeder Mensch Teil der Schöpfung sind und nur in ihrem Anderssein akzeptiert werden möchten." Die Menschen in Karlsruhe lädt sie ein, "sich auf die Vielfalt einzulassen, die sich in dieser Stadt bietet und die auf dem Christopher-Street-Day sichtbar werden wird."


Der CSD bietet dieses Jahr wieder ab 11 Uhr ein buntes Familienfest auf den Stephanplatz. Die Demoparade zieht ab 14 Ihr durch die Stadt. Das Organisationsteam rechnet wie in den Vorjahren mit etwa 1.000 Teilnehmenden an der Parade und hofft auf viele Mitfeiernde am Straßenrand und auf dem Stephanplatz. (pm/dk)



#1 PrinzPankowAnonym
  • 08.02.2018, 21:54h
  • Johanna Schmidt-Räntsch ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Ich schenke ihr hohen Respekt und finde es klasse, dass es auch am konservativen BGH eine Transfrau gibt, die offen zu ihrer Identität steht und sich darüber hinaus nun auch für die Szene engagiert. Ich hoffe, dass viele Transgender sie als Vorbild nehmen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDadProfil
  • 08.02.2018, 22:38hHannover
  • Im Gegensatz zur Auswahl der Schirmfrau des CSD-Stuttgart im Jahr 2017 zeigt sich hier das man durchaus Menschen ansprechen kann die der Community nicht nur verbunden sind, sondern ihr auch integer gegenüber stehen..

    Frau Johanna Schmidt-Räntsch private Lebens-Geschichte und der interne Umgang des Bundesgerichtshofes zeigen dann auch auf wie "unaufgeregt" man im Kolleg*innen-Kreis miteinander umgehen kann, wenn man es denn nur will..

    Das zollt Respekt ab..
    Diese Auswahl freut mich sehr..
  • Antworten » | Direktlink »