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"Schwuchteln sind hier nicht gewollt"

Chemnitz: Anfeindungen gegen queeres Zentrum

Erst kam es beim Verein "different people" erneut zu Vandalismus, dann wütete ein Unbekannter vor einem Gruppentreffen.


Mal wieder wurde eine queere Einrichtung in Deutschland Opfer von Vandalismus

Das Chemnitzer Beratungs- und Kommunikationszentrum different people bittet nach einem offensichtlichen Fall von Vandalismus um Spenden: Am Montagabend zerstörten Unbekannte vier Fensterscheiben der Einrichtung. Der Sachschaden betrage rund 1.500 Euro, für die keine Versicherung aufkomme.

Anwohner berichteten laut einer Pressemitteilung des Vereins von schnellen, dumpfen Schlägen gegen 22:15 Uhr. Die genauen Hintergründe und Tatwerkzeuge des Vorfalls sind noch unklar. Der Verein stellte umgehend Anzeige bei der Polizei, die gegenüber lokalen Medien Ermittlungen bestätigte.

"Vermutlich wurde mit einem harten Gegenstand auf die Scheiben des Büro- als auch Gruppenraums gezielt eingeschlagen, so dass faustgroße Löcher und damit verbundene Splitterungen über die gesamten Fensterflächen entstanden sind", so der Verein. Den "letzten Übergriff in solch einem Maß" habe es kurz nach Einzug im Rahmen eines Einbruchs gegeben.

Wiederholter Vandalismus – und nun ein Ausraster

Seither seien wiederholt Sachbeschädigungen ausgeübt worden, die deutlich als Zeichen der Ablehnung gedeutet werden konnten, etwa vor zwei Jahren Farbbomben und Schmierereien im Eingangsbereich ("NS Jetzt", "Defend Europe").

Zum neuen Vorfall meinte Vorstandsvorsitzende Jacqueline Drechsler: "Wir sind entsetzt über die gewaltsamen Beschädigungen an unseren Vereinsräumen. Zunächst handelt es sich für uns um reinen Vandalismus. Wir möchten dieses Geschehnis in keine Richtung werten, fragen uns dennoch, wieso ausschließlich bei uns an diesem Abend dieser Vorfall geschah."

Später musste der Verein nachtragen, dass es am Dienstag, einen Tag nach dem Vorfall mit den Scheiben, während eines Gruppentreffens in den Räumen zu einer "direkten Konfrontation" gekommen sei: "Eine unbekannte Person drohte minutenlang brüllend und wütend vor den Fenstern und dem Hauseingang des different people e.V., so dass die Polizei gerufen werden musste."

Ausrufe wie "Verpisst euch! Schwuchteln sind hier nicht gewollt" seien deutlich zu hören gewesen. "Dieser Vorfall führte zu Verunsicherung bei den Gästen und Bewohner*innen des Hauses. Es wäre naheliegend davon auszugehen, dass beide Ereignisse miteinander in Verbindung stehen", so Drechsel. Letztlich bleibe das aber zunächst eine Annahme.


Das Zentrum bittet um Spenden und bekam bereits Solidarität von den Nachbarn

"Nicht der Sachschaden an sich ist das Problem, sondern das beschädigte Sicherheitsgefühl der Besucher", ergänzte Vereinsmitarbeiterin Eunike Zobel gegenüber der "Freien Presse". Martin Wunderlich vom Queeren Netzwerk Sachsen meinte gegenüber der Zeitung, solche Angriffe seien keine Seltenheit mehr und seien gerade in den letzten drei Jahren vermehrt von Mitgliedern der Dachorganisation gemeldet worden. "Meine persönliche Wahrnehmung ist, dass die Hemmschwelle in der Gesellschaft gesunken ist."

Auch in anderen Bundesländern waren queere Zentren immer wieder Opfer von Vandalismus, erst vor rund zwei Wochen wurde die Schaufensterscheibe des LSVD in Saarbrücken zerstört (queer.de berichtete). (cw)



#1 Julian SAnonym
  • 09.02.2018, 10:04h
  • Homohass hat es immer schon gegeben. Aber in letzter Zeit agieren die Homohasser immer offener, deren Hetze wird immer faschistischer und die schrecken auch immer öfter nicht mehr vor Gewalt zurück.

    Dass angesichts dieses massiven Rechtsrucks unsere Bundesregierung weiterhin "keinen Handlungsbedarf" sieht und Union und SPD das Thema komplett ausklammern, ist ein Skandal.

    Erst recht, da die SPD das genaue Gegenteil versprochen hatte und nicht nur volle rechtliche Gleichsetzung versprochen hatte, sondern auch einen besseren Diskriminierungsschutz, mehr Bildung und Aufklärung, etc.
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#2 PierreAnonym
  • 09.02.2018, 10:49h
  • Eigentlich müsste man jetzt mehr denn je an einem nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie und voller rechtlicher Gleichstellung arbeiten.

    Genau das hatte die SPD auch vor der Wahl versprochen.

    Aber stattdessen war es der SPD wichtiger, wieviele Ministerien, Referenten, etc. sie bekommt. Dafür gibt man die LGBTI-Versprechen gerne komplett auf.

    Der SPD geht es nicht mehr um Inhalte oder Glaubwürdigkeit, sondern nur noch um Pöstchen.
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#3 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#4 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 09.02.2018, 11:09h
  • Diese Beschimpfung muss umgekehrt werden. Nun könnte das Zentrum auf der Internetseite den Leitsatz schreiben:
    "Homophobie ist hier nicht erwünscht."
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#5 RobinAnonym
  • 09.02.2018, 11:22h
  • Antwort auf #2 von Pierre
  • "Der SPD geht es nicht mehr um Inhalte oder Glaubwürdigkeit, sondern nur noch um Pöstchen."

    Wundert Dich das?

    Die letzten Mitglieder mit Anstand und Gewissen haben die SPD doch spätestens unter Gerhard Schröder verlassen, der als "Genosse der Bosse" die Agenda 2010 und Hartz IV eingeführt hat, während er den Spitzensteuersatz massiv gesenkt hat, die Vermögenssteuer abgeschafft hat, den Immobilienmarkt für ausländische Heuschrecken-Investoren geöffnet hat, den Kündigungsschutz gelockert hat, etc. etc. etc.

    Was jetzt noch in der SPD ist, sind doch eh nur noch rückgratlose Opportunisten ohne Gewissen, denen es nur um die eigene Karriere und die eigenen Vorteile geht, aber nicht um Inhalte oder gar das Wohl der Bürger.
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#6 Carsten ACAnonym
  • 09.02.2018, 11:51h
  • Antwort auf #2 von Pierre
  • "Genau das hatte die SPD auch vor der Wahl versprochen."

    Vor der Wahl hatte die SPD auch versprochen, es gäbe keine Koalition ohne Wechsel zur Bürgerversicherung, ohne Erhöhung des Spitzensteuersatzes, ohne Obergrenze, ohne generelles Ende der sachgrundlosen Befristung, etc.

    Das hat die SPD auch alles fallen lassen...

    Egal, wie man zu den einzelnen Themen steht, aber die SPD hat de facto alle Wahlversprechen komplett aufgegeben und nur das bekommen, was die Union (alleine schon wegen ihrer eigenen weglaufenden Wähler) sowieso ändern wollte. Und die SPD merkt nicht mal, wie sie wieder abgezockt wurde. Oder sie wollen es nicht merken, weil es ihnen egal ist und sowieso nur noch um gutdotierte Ministersessel und nicht mehr um Inhalte geht.
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#7 Carsten ACAnonym
  • 09.02.2018, 12:04h
  • Antwort auf #6 von Carsten AC
  • "Das hat die SPD auch alles fallen lassen..."

    Genau das ist das Problem. Dass man in einer Koalition Kompromisse eingehen muss, ist klar.

    Hätte man z.B. nur einen Teil der LGBTI-Versprechen umsetzen können oder den Spitzensteuersatz weniger stark steigen lassen als versprochen, wäre das alles noch tolerabel gewesen (obwohl es gerade bei Bürgerrechten keine Kompromisse geben sollte). Aber die SPD hat keine Kompromisse erzielt, sondern alle Versprechen komplett aufgegeben.

    Das sind keine Kompromisse, sondern Einknicken auf ganzer Linie.

    Aber was anderes war von der Umfaller-Partei SPD wohl auch nicht zu erwarten.
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#8 TimonAnonym
  • 09.02.2018, 12:53h
  • Wenn man sich so anhört, was Andrea Nahles, die ohne Urwahl vom SPD-Sonnenkönig Martin Schulz zur neuen Parteichefin proklamiert wurde, zu Homo- und Transrechten sagt, wird jedem klar, dass wir von der SPD NICHTS mehr zu erwarten haben und dass selbst solche Hass-Verbrechen die kalt lassen.
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#9 Gerlinde24Profil
  • 09.02.2018, 13:26hBerlin
  • In Dunkeldeutschland würde ich mich in bestimmten Gegenden nicht outen wollen, aus Angst vor dummer homophober Anmache und Schlägen.
    Diese Handlung zeigt, dass gerade im Osten noch Defizite in humanitärer Bildung liegen.
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#10 JadugharProfil
  • 09.02.2018, 15:09hHamburg
  • Warum nicht einmal mal den Spieß umdrehen? Auf Homophopie Freiheitsentzug bis zum Lebensende setzen und zwar ohne Ausnahme! Kirchen müßten die Homophoben verteufeln wie einst die Homosexuellen, homophober Vandalismus und homophobe Straftaten mit lebenslangen Zuchthaus bestrafen. Am liebsten würde ich nur wegen der Homophobie symbolisch die Todesstrafe einführen, nur um das geltend zu machen, was Homosexuellen jahrhundertelang wiederfahren ist. Doch lebenslange Haft ist im Gegensatz zur Todesstrafe die bessere Wahl, damit die Straftäter hier über ihre Tat bis zu ihrem Lebensende darüber nachdenken können. Wenn Homophobie genauso geächtet wird wie derzeit Homosexualität, dann könnte diese Unsitte ein Ende haben, da dieser Haß keine angeborene Eigenschaft ist. Homophobie ist eines der schlimmsten Sünden!
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