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Aktion gegen "Homo-Propaganda"

Rumänien: Rechtsextreme stören erneut queere Filmvorführung

Zum zweiten Mal in einer Woche musste die Polizei in Bukarest orthodox-nationalistische Aktivisten aus einem Kino entfernen.


Der homofeindliche Protest zeigte sich am Donnerstag auch vor einem staatlichen Museum, in dem u.a. queere Filme gezeigt werden

Rechtsextreme Aktivisten haben am Donnerstagabend in Bukarest erneut eine Vorführung eines Films mit LGBTI-Inhalten gestört. In einem Kinosaal eines Museums der rumänischen Hauptstadt strahlten sie mit ihren Smartphones auf die Leinwand und hielten die Vorführung mit Gesängen und Gebeten auf, bis die Polizei sie aus dem Saal entfernte.

Bereits vor dem Museum hatten die Aktivisten der "Orthodoxen Bruderschaft des Heiligen und Siegreichen Großmärtyrers Georg" mit Flaggen und Plakaten gegen "Homo-Propaganda" protestiert. Die Aktion richtete sich gegen die Vorführung eines Dokumentarfilms über die Schwulenszene im Bukarester Roma-Viertel Ferentari; der Film "Ferentari; Soldatii. Poveste din Ferentari" ("Die Soldaten. Geschichte aus Ferentari") der jungen serbischen Regisseurin Ivana Mladenovic (Trailer) konnte mit halbstündiger Verzögerung gezeigt werden.

Facebook | In Bukarest spielten sich am Donnerstag dramatische Szenen nicht auf, sondern vor der Leinwand ab

Bereits am Sonntag hatten orthodoxe und rechte Aktivisten überraschend eine Vorführung des französischen Aids-Dramas "120 BPM" im selben Kino gestört (queer.de berichtete). Auch hier musste die Polizei die Demonstranten aus dem Raum geleiten, die Gebete angestimmt, Ikonenbilder hochgehalten und Plakate entrollt hatten wie "Rumänien ist nicht Sodom und Gomorrha".


Die orthodoxen Aktivisten hatten ein großes Plakat "Stoppt Homo-Propaganda am Museum der rumänischen Bauern" mitgebracht

Ein anderes Plakat zeigte den Spruch "Soros, lass die Kinder in Ruhe". Die Aktivisten machten so auch Stimmung gegen den aus Ungarn stammenden amerikanischen Milliardär George Soros, der Nichtregierungsorganisationen mit Projekten zu Demokratieausbau und Minderheitenrechten auf der ganzen Welt unterstützt und wegen seiner jüdischen Herkunft eine beliebte Zielscheibe von rechter Propaganda und Verschwörungstheorien ist. "Völkische Kreise in Osteuropa unterstellen Soros, die LGBT-Bewegung zu unterstützen, um eine demografische Katastrophe herbeizuführen und das Aussterben der europäischen Nationen zu beschleunigen", fasste die "taz" kürzlich eine gängige Theorien zusammen.

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Vor fünf Jahren hatten Nationalisten schon einmal eine Filmvorführung im gleichen Museum gestört, damals richtete sich die Wut gegen "The Kids Are All Right", einen US-Film über eine Regenbogenfamilie. Sie argumentierten, dass das Staatliche Museum des rumänischen Bauern, das für viele Kulturveranstaltungen genutzt wird, nicht der Bewerbung eines "unrumänischen Lebensstils" dienen dürfe.


Auch am Rande von einem stetig wachsenden CSD in Bukarest war es in den letzten Jahren immer wieder zu kleineren Gegenprotesten von nationalistischen und orthodoxen Aktivisten gekommen (queer.de berichtete). Letzte Woche stürmten zwei rechtsradikale Aktivisten das Büro der rumänischen "Vice"-Redaktion: Das Magazin hatte sie zum Widerstand gegen den CSD in Cluj-Napoca, der zweitgrößten Stadt des Landes, zitiert. "Vice" gilt als eine der wichtigsten Stimmen für LGBTI-Rechte in Rumänien, Mitarbeiter des Magazins waren am Sonntag im Bukarester Museum anwesend und streamten schockiert den rechten Protest live in soziale Netzwerke.

Facebook / VICE Romania | Der Kino-Protest vom Sonntag zum Film "120 BPM"

Vor zwei Jahren hatte eine von der orthodoxen Kirche unterstützte "Koalition für die Familie", die über das Volksbegehren "Vater, Mutter, Kind" mit der deutschen "Demo für alle" verbunden ist, über drei Millionen Unterschriften für einen Volksentscheid gesammelt, mit dem die Ehe in der Verfassung heterosexuell definiert werden soll (queer.de berichtete). (nb)



#1 kuesschen11Profil
  • 09.02.2018, 15:20hFrankfurt/Main
  • Da zeigt sich die orthodox-nationalistische und zugleich fundamentalistische Fratze mal wieder mit Störungen des Friedens. Alles Sünder, die die ersten Steine symbolisch mit heuchlerischen Gebeten gegen friedliche Menschen werfen.

    Dieses Aufbegehren gegen Menschengruppen ist dann nicht mehr weit entfernt von Gewalt.
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#2 RobinAnonym
  • 09.02.2018, 15:40h
  • Rumänien ist Mitglied der EU. Damit gilt auch dort die EU-Grundrechte-Charta, wonach auch LGBTI mit allen anderen gleichgestellt sind und nicht diskriminiert werden dürfen.

    Das haben alle Rumänen zu akzeptieren - auch die Religioten unter ihnen.
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#3 FennekAnonym
  • 09.02.2018, 15:48h
  • Und wieder mal ist es Religion, die Menschen radikalisiert und die sich mit Nationalisten verbündet.

    giordano-bruno-stiftung.de
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#4 TimonAnonym
  • 09.02.2018, 16:14h
  • Wenn man keine Argumente hat, muss man halt stören, drohen, hetzen und rumprollen.
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#5 Tommy0607Profil
  • 09.02.2018, 17:59hEtzbach
  • Können mal Religionen für die Menschlichkeit sein ?
    Können DIE mal Menschen so annehmen wie Menschen sind?
    Es ist doch egal welche Sexualität , Religion oder Herkunft man hat :
    Wir Menschen haben alle die gleiche Vorfahren .
    Das sollte mal die Spezies Mensch kapieren:
    Denn wenn nicht ; erlebt diese Spezies nicht mehr viele Jahre auf der Welt
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#6 Homonklin44Profil
  • 09.02.2018, 20:13hTauroa Point
  • Auch da zieht sich zusammen, was ideologisch zusammen passt. Religiöse auf der einen, Faschismusnahe auf der anderen Seite. Weil sie sich in ihrem begrenzten Weltbild vereinen können, wo ausgewählte Menschenverachtung der Grundnenner ist.
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#7 Alex AndersAnonym
#8 Homonklin44Profil
#9 AnspornAnonym
  • 10.02.2018, 09:34h
  • Sowas muss Ansporn sein, LGBTI-Themen noch viel öfter und viel sichtbarer in die Öffentlichkeit zu bringen. Egal ob bei Filmvorführungen, Theaterstücken, Lesungen, Ausstellungen oder was auch immer.
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#10 wiking77
  • 10.02.2018, 15:47h
  • Antwort auf #5 von Tommy0607
  • nein, können sie nicht! Niemals! Religionen müssen ihre Anhänger manipulieren, damit diejenigen, die an der Spitze solcher Gemeinschaften stehen Macht haben können. Und die Kontrolle der Sexualität des Menschen, bzw. die Lufthoheit über Moralthemen zu haben bedeutet nunmal unermessliche Macht.
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