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Prenzlauer Berg

Berlin: Schwules Paar in S-Bahn attackiert

Die jungen Männer wurden von drei Unbekannten am Bahnhof Schönhauser Allee aus dem Zug gestoßen, geschlagen und getreten.


Symbolbild: Die Berliner Polizei bei einem ihrer Einsätze (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

Laut einer Pressemitteilung der Berliner Polizei vom Sonntag haben Unbekannte bereits am Freitagabend zwei junge Männer in Prenzlauer Berg angegriffen. Nach derzeitigem Kenntnisstand befanden sich die 17- und 18-Jährigen Opfer der Gewalttat in einer S-Bahn in Fahrtrichtung Storkower Straße.

Als der Zug am Bahnhof Schönhauser Allee hielt und sich die Türen öffneten, soll das Paar plötzlich von drei Männern attackiert und aus dem Zug gestoßen worden sein. Die beiden kamen ihren Angaben der Polizei gegenüber zu Fall und wurden am Boden liegend mehrmals geschlagen sowie getreten. Beide Männer erlitten Verletzungen bei dem Übergriff.

Den Jugendlichen gelang schließlich selbst die Flucht vor den Schlägern, indem sie in eine andere S-Bahn rannten. Die Unbekannten flüchteten ebenfalls. Die Angegriffenen begaben sich zunächst selbst in ärztliche Behandlung und zeigten die Tat am Samstagabend auf einem Polizeiabschnitt an. Die Polizei machte keine weiteren näheren Angaben zu Tätern und Opfern. Der Staatsschutz der Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Drei Vorfälle in einer Woche

Erst am Mittwoch hatte ein Mann in einer Berliner S-Bahn Fahrgäste homophob und fremdenfeindlich beleidigt (queer.de berichtete). Am Wochenende zuvor war ein schwuler Mann im U-Bahnhof Hermannplatz aus einer Gruppe heraus attackiert worden (queer.de berichtete). In beiden Fällen konnte durch Bundespolizei oder einen Zivilbeamten mindestens einer der mutmaßlichen Täter gestellt werden.

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Laut vorläufiger Statistik der Polizei wurden den Beamten in Berlin 2016 insgesamt 162 Vorfälle im Bereich "sexuelle Orientierung" gemeldet, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46); für den Anstieg gebe es keine einzeln näher zu benennenden Ursachen, so die Polizei, auch eine gestiegene Anzeigenbereitschaft durch Opfer und Zeugen spiele hier eine Rolle (queer.de berichtete). Eine aktuellere vorläufige Statistik zeigt in den ersten drei Quartalen 2017 in Berlin 121 Straftaten aus vermuteter Homo- oder Transfeindlichkeit, im Vorjahreszeitraum waren es 123.

Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln. Untersuchungen der Fälle zeigten sehr unterschiedliche Motive. (nb/pm)



#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 11.02.2018, 14:52h
  • Es würde ja nichts schaden, wenn die SPD und die Union als eventuelle GroKo mal einen Blick in diesen und anderen Artikeln zu diesem Thema werften.
    Es häuft sich mit solchen Meldungen und das lässt sich nicht mit Schadensersatz beheben, wie die Union meint. Von wegen mit dem AGG sei die Diskriminierung erledigt.
    Nein, eben nicht.
    Und das ausgerechnet in Berlin, einer Stadt, die mit die toleranteste von Deutschland ist.

    Das sollte ihnen zu denken geben.
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#2 FelixAnonym
  • 11.02.2018, 19:10h
  • [...] wurden am Boden liegend mehrmals geschlagen sowie getreten. Beide Männer erlitten Verletzungen bei dem Übergriff.

    Was muss noch alles passieren, ehe die Politik endlich Handlungsbedarf sieht?!

    Es ist skandalös, dass die SPD alle vor der Wahl gemachten Versprechen, LGBTI durch weitere Gleichstellung, besseren Diskriminierungsschjtz, etc. besser zu schützen, komplett aufgegeben hat.
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#3 Carsten ACAnonym
  • 11.02.2018, 20:54h
  • Antwort auf #1 von BuntesUSchoenes
  • Ja, es macht sehr traurig, dass ausgerechnet im Land des rosa Winkels Homohass und Transhass wieder auf dem Vormarsch sind.

    Und dass Politik und Gesellschaft mehr oder weniger wegsehen, statt mit aller Macht dagegen anzukämpfen.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 11.02.2018, 21:01h
  • Antwort auf #2 von Felix
  • Ganz ehrlich:
    Ich glaube nicht, dass ich der SPD nochmal jemals vertrauen kann...

    Vor jeder Wahl versprechen die (nicht nur im LGBTI-Bereich) alles mögliche. Aber dann nach der Wahl geben die 99% davon auf.

    Und rühmen sich dann auch noch, wieviele Ministersessel sie rausgeholt haben, was nur zeigt, dass es der SPD offensichtlich nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um Pöstchen geht.

    Wir haben ja Verständnis, dass man in einer Koalition nicht alles umsetzen kann und Kompromisse eingehen muss. Wenn man aber z.B. im LGBTI-Bereich ganz viel verspricht und dann gar nichts davon durchsetzt, ist das eben kein Kompromiss, sondern Total-Versagen.
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#5 queergayProfil
  • 11.02.2018, 21:34hNürnberg
  • Am besten Pfefferspray-Dosen zur Notwehr griffbereit in den Jackentaschen dabei haben. Ist sehr wirksam.
    Als Tierabwehr-Spray legal in Deutschland auch für Jugendliche frei käuflich.
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#6 seb1983
  • 11.02.2018, 21:54h
  • Berlin macht doch regelmäßig mit Gewaltexzessen im öffentlichen Raum auf sich aufmerksam.
    Kaum verwunderlich dass auch Schwule dann vermehrt Opfer werden.

    Dann doch lieber in anderen Städten kopfschüttelnd angegafft werden als in Berlin tolerant eins in die Fresse bekommen.
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#7 Ralph
#8 Homonklin44Profil
  • 12.02.2018, 08:10hTauroa Point
  • Vielleicht sieht das hier wegen der Berichterstattung aus, als häuft sich das besonders gern in Berlin.

    Aber man fragt sich schon, soll man Leuten davon abraten, die als Touris kommen, und Berlin für eine LGBTIQ*-relevant fortschrittliche Stadt halten, in Berlin Urlaub zu machen?

    Langsam kriegt man fast das Gefühl, auf dem Land draußen sicherer zu leben.
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#9 PeerAnonym
  • 12.02.2018, 08:54h
  • Wenn schon der Staat Homo-, Bi- und Transsexuelle diskriminiert, kann man nicht erwarten, dass die Gesellschaft ein Hort der Akzeptanz und Freiheit ist.

    Natürlich führt volle rechtliche Gleichstellung nicht automatisch auch zu gesellschaftlicher Akzeptanz, aber sie ist die notwendige Voraussetzung dafür, dass entsprechende gesellschaftliche Prozesse überhaupt beginnen können.

    Und da Diskriminierung, Hass, Mobbing und Gewalt einer Volkswirtschaft auch ökonomisch schaden, wäre das dringend überfällig. Und auch die überwiegende Zahl der Heteros will nicht in einer Gesellschaft leben, wo man für einvernehmliche Liebe diskriminiert oder gehasst wird.

    Die Bundesregierung muss endlich aufwachen und aktiv werden.
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#10 PeerAnonym
  • 12.02.2018, 09:01h
  • Antwort auf #6 von seb1983
  • Anderswo ist es auch nicht besser.

    Homophob und transphob motivierte Gewalt sind leider wieder Alltag überall in Deutschland.

    Nur ist es in Berlin so, dass homo- und transphob motivierte Gewalt explizit erfasst und veröffentlicht wird.

    Es wäre eigentlich wichtig, dass deutschlandweit so zu handhaben, damit man überhaupt mal weiß, wie groß das Problem ist. Aber das scheitert leider schon seit Jahren an unserer schwarz-roten Bundesregierung.

    Die Öffentlichkeit darf nicht mal wissen, wie groß das Problem tatsächlich ist. Sonst könnte ja die Regierung noch zum Handeln gezwungen sein...

    Da kann sich auch die SPD nicht immer rausreden, dass das am Widerstand der Union scheitere. Denn alleine könnte die Union GAR NICHTS machen oder verhindern. Die brauchen einen Koalitionspartner, der ihnen die Mehrheiten dafür sichert. Und niemand zwingt die SPD der Union Mehrheiten für homo- und transphobe Politik zu sichern. Dass die SPD alle GLBT-Versprechen komplett aufgegeben hat, war nur Entscheidung der SPD und von niemandem sonst.

    Gerade in der momentanen Situation hätte die SPD jedes Druckmittel in der Hand gehabt, um zumindest einige Fortschritte zu erzwingen. Aber der SPD war es halt wichtiger, möglichst viele Pöstchen statt vieler Inhalte durchzusetzen.
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