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Spiele in Südkorea

Pyeongchang: Bereits drei Medaillen für Team LGBTI

Bei den Olympischen Winterspielen holten Eric Radford Gold, Ireen Wüst Silber und Adam Rippon Bronze – alle treten noch weiter an.


Eindrücke aus Pyeongchang v.l.n.r.: Eine Teamkollegin mit Ireen Wüst, Adam Rippon sowie Meagan Duhamel und Eric Radford (Bild: cbrennansports / twitter, ireenw / instagram, Screenshot)

Bereits in den ersten drei Tagen der 23. Olympischen Winterspiele hat das inoffizielle, internationale Team LGBTI drei Medaillen geholt. Bei den Spielen in Pyeongchang treten nach aktuellem Stand 14 offen schwule, lesbische oder bisexuelle Sportler und Sportlerinnen an (queer.de berichtete).

Die erste queere Medaille gab es bereits am Samstag: Die Niederländerin Ireen Wüst holte beim Eisschnelllauf über 3.000 Meter Silber (Video) – ihre Landsfrau Carlijn Achtereekte war 0,08 Sekunden schneller. In Sotschi hatte Wüst vor vier Jahren in dieser Kategorie ebenso Gold geholt wie in der Team-Verfolgung – und weitere Silbermedaillen.


Der 3.000-Meter-Lauf wurde zur rein niederländischen Angelegenheit, Wüst (r.) holte Silber

Die heute 31-Jährige hatte auch schon 2010 in Vancouver und 2006 in Turin Erfolge erzielt. 2008 hatte sie sich als bisexuell geoutet, ihr näheres Privatleben zunächst aber abgeschirmt. Seit rund einem Jahr postet sie bei Instagram allerdings regelmäßig Bilder, die sie glücklich mit ihrer sieben Jahre jüngeren Kollegin und Ehefrau Letitia de Jong zeigen.

Gold für Radford

Die beiden anderen Medaillen folgten am Sonntag im Eiskunstlauf: Der Kanadier Eric Radford ist der erste offen schwule Mann, der bei Olympischen Winterspielen eine Medaille holte – in diesem Fall Gold. Mit seiner Partnerin Meagan Duhamel wurde er im Teamwettbewerb (Video), den das kanadische Team letztlich gewann, zweiter bei der Kurz- und erster bei der freien Kür.

Twitter / Rad85E | Goldjunge Eric Radford freute sich über seine erste Medaille in Pyeongchang

Der 32-Jährige hatte sich ein halbes Jahr nach den Spielen in Sotschi geoutet, bei denen er mit Team Canada Silber geholt hatte. (queer.de berichtete). Auf den Fan-Hinweis, dass er der erste offen schwule Gold-Träger bei Winterspielen sei, schrieb er bei Twitter: "Das ist großartig! Ich fühle mich buchstäblich so, dass ich vor Stolz (pride) explodieren könnte." Auf Instagram freute er sich derweil über einen Besuch seines Verlobten.

Bronze für Rippon

Die Ehre der ersten Medaillen für offen schwule Sportler teilt sich Radford zugleich mit Adam Rippon, der mit seinem amerikanischen Team Bronze holte. In der freien Einzel-Kür wurde er Dritter.


Rippon mit Teamkollegen bei der Punktevergabe

Rippon, der wie Radford noch die eigentlichen Einzel- bzw. Paar-Wettbewerbe vor sich hat, hatte vor dem Wettbewerb für internationale Schlagzeilen gesorgt, weil er mehrfach kritisierte, dass der homofeindliche Vizepräsident Mike Pence Chef der US-Olympiadelegation ist (queer.de berichtete). Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte er am Montag, er sei bereit zu einem Treffen mit dem Republikaner.

Wie das Portal Outsports detailliert berichtet, traten am ersten Olympia-Wochenende weitere Vertreter des Team LGBTI zu Wettkämpfen an. Die schwedische Eishockey-Spielerin Emilia Andersson Ramboldt war etwa für 21 Minuten am Sieg ihrer Mannschaft im Eröffnungsspiel gegen Japan beteiligt.

 Update  15.02h: Gold für Ireen Wüst
Am Montag sicherte sich die Niederländerin Ireen Wüst beim 1.500-Meter-Eisschnellauf ihre zweite Medaille – diesmal holte sie Gold. Die US-Amerikanerin Brittany Bowe, ebenfalls auf unserer Team-LGBTI-Liste, schaffte es auf den fünften Platz. Beide Frauen haben weitere Wettkämpfe vor sich. Mit der neuen Medaille ist Wüst nach Angaben der BBC die erfolgreichste Eisschnellläuferin bei Olympischen Winterspielen – sie hat nun eine mehr als Claudia Pechstein, mit der sie sich den Titel bislang teilte.

Twitter / BBCSport

 Update  15.2.: Bronze für Eric Radford
Der schwule Eiskunstläufer Eric Radford hat mit seiner Partnerin Meagan Duhamel eine zweite Medaille geholt: Nach Gold im Teamwettbewerb konnten die beiden im Paarlauf am Donnerstag Bronze gewinnen. Sieger wurde das deutsche Paar Aljona Savchenko und Bruno Massot vor den Chinesen Yu Xiaoyu und Zhang Hao.



#1 ClmentineAnonym
  • 12.02.2018, 15:12h
  • Das heißt auf englisch zwar Free Skating, wird im Deutschen aber nur als Kür bezeichnet.
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#2 andreAnonym
  • 12.02.2018, 15:30h
  • Na ist doch schön, Gratulation. Ich wußte, bis eben nicht, daß es, beim Eiskunstlaufen, einen Mannschaftswettbewerb gibt. Das letzte mal Eiskunstlauf gesehen und gerne, als die Preisrichter noch an der Seite saßen und Ihre Nummern hoben, bzw dann später, die gleiche Wertung, mit den gleichen Preisrichtern, oben eingeblendet war, als kleiner Fortschritt. Da war immer Stimmung in der Bude, wenn vorher alles geschlafen hat und dann die britische Preisrichterin, prinzipiell, schlechte Noten, für die Witt gab. Noch dazu sah die ein bißchen aus wie eine englische Dogge. Also irgendwie boshaft. Bildet man sich dann ein. Auf jeden Fall lustig, wie das Volk ausgerastet ist.
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#3 wtegfdAnonym
  • 12.02.2018, 19:24h
  • Wieviele Medaillen hat eigentlich das Team "Rote Haare" schon geholt?

    Wieviele Medaillen hat das Team "Linkshänder" schon geholt?

    Sport ist etwas für Individualisten und für Sportteams.

    Ein Sportteam verstehe ich dabei etwa als konkrete Fußballmannschaft oder konkrete Eishockeymannschaft oder in einer Staffel die konkrete Gruppe der Staffelläufer.

    Sport hat dabei gleichzeitig aber nichts mit Nationen oder Zugehörigkeit zu LGBTI oder Hetero zu tun. Beispielsweise hat Adam Rippon seine Bronzemedaille allein erkämpft, nicht das "Team LGBTI". Auch hat er weder Vor- noch Nachteile durch seine sexuelle Identität gehabt. Beispielsweise hat nicht die Nation Deutschland die Fußball-WM gewonnen, sondern das konkrete Sportteam der Spieler.

    Dass man zwischen den Gruppen Frauen und Männer trennt, hat biologische Gründe, weil der männliche Körper mehr Muskelmasse, mehr Lungenvolumen, etc. hat. Das hat sehr großen Einfluss auf die sportliche Leistung. Daher wird in Sportarten, in denen mehr Muskelmasse, mehr Lungenvolumen, etc. von Vorteil ist, nach Frauen und Männern getrennt.

    Es sind immer die konkreten Personen auf die es beim Sport ankommt.

    Aber gerne lassen sich die Menschen von "Nationen" blenden. Nationen sind doch nur lächerliche, künstliche, menschengemachte Konstrukte. Sexuelle Identität ist dagegen kein künstliches Konstrukt. Sexuelle Identität ist natürlich. Aber sexuelle Identität hat nunmal keinen Einfluss auf die sportliche Leistung, genausowenig wie die Haarfarbe oder ob man Linkshänder oder Rechtshänder ist.

    In Wahrheit sind alle Sportler einfach nur Menschen.

    Dass beispielsweise Laura Dahlmeier zwei Goldmedaillen im Biathlon gewonnen hat, ist ihre eigene, individuelle Leistung als einzelner Mensch. Und nicht die Leistung von "Team Deutschland".

    Sport ist etwas für Individualisten und für Sportteams.
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#4 JSSFAnonym
  • 12.02.2018, 20:06h
  • Antwort auf #3 von wtegfd
  • Danke für die Antwort! Den Teamwettbewerb im Eiskunstlauf gibt es erst seit den letzten Olympischen Spielen und wie der Name schon sagt, ist das ein Team, die sich einen Platz auf den Podest erkämpft hat! Das war zumindest ein schwuler Mann und ein paar Heteros? Wenn es um den Teamwettbewerb der USA geht, sehe ich immer nur Adam Rippon, was ich schade finde! Es hat im Team jeder seinen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet! Rippon wird sehr gehyped, der "erste offene schwule...."! Zeiten ändern sich glücklicherweise, aber ich respektiere auch all jene, die ihr Privatleben nicht vor der ganzen Welt ausbreiten wollen! Eiskunstläufer sind oft offen in ihrem Sport und zu ihrer Familie, aber viele wollen es nicht international sein, da sie nicht auf ihre Sexualität reduziert werden wollen! Ich würde sagen, die Leute sollen sich freuen, wenn ein Landsmann/Landsfrau gewinnt unabhängig welche Sexualität sie hat! Alle sind gleich und super, wenn jemand gewinnt!
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#5 ursus
  • 12.02.2018, 20:31h
  • Antwort auf #4 von JSSF
  • "Ich würde sagen, die Leute sollen sich freuen, wenn ein Landsmann/Landsfrau gewinnt unabhängig welche Sexualität sie hat!"

    mir ist völlig unklar, weshalb es mir wichtig sein sollte, dass "ein landsmann/landsfrau" gewinnt, aber völlig egal, wenn es jemand ist, der_die sich für die rechte meiner queeren mitmenschen engagiert.

    nationalismus über menschenrechte?

    au contraire!
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#6 BuntesUSchoenesProfil
  • 12.02.2018, 20:59hS
  • Antwort auf #3 von wtegfd
  • Na ja, wenn es ein Team gibt, dass sich speziell für Sichtbarkeit und Akzeptanz einsetzt, indem es an den Olympischen Spielen teilnimmt, dann lässt sich das nicht mehr einfach nur mit "Rote Haare" oder "Linkshänder" vergleichen. Solche Vergleiche sind grundsätzlich nutzlos, weil man das nicht mit der Situation von LSBTTIQ gleichsetzen kann. Dabei werden wichtige Faktoren ignoriert.

    Und so ganz eine einzelne, unabhängige Leistung ist ein Gewinn einer Medaille nicht. Denn hinter dem Sportler steht ein Trainer und der Sportler ist in einem Team. Wenn also der Trainer nicht gut ist und das Team nicht funktioniert, dann leidet die Einzelleistung eines Sportlers darunter.
    Natürlich ist es der/die Sportler/in, der/die die Leistung am Ende bringt, aber ohne Trainer und Team gibt es auch keinen Medaillengewinn.
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#7 Patroklos
#8 leERtASte_
  • 13.02.2018, 09:20h
  • Antwort auf #3 von wtegfd
  • Es geht doch vor allem um eines: Sichtbarkeit von LGBTI auch im Sport. Und da ist ein gebündeltes Berichten unter dem Begriff "Team-LGBTI" ein guter Weg.

    Das wichtigste ist aber auf jeden Fall, DASS darüber berichtet wird. Diese Sportler sind Vorbilder für junge Leute ihre sexuelle Orientierung auch offen zu leben und erfolgreich zu sein.
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#9 JSSFAnonym
  • 13.02.2018, 15:27h
  • Antwort auf #5 von ursus
  • Bei aller Liebe, aber die meisten Sportfans halten mit ihren Landsleuten mit, deswegen gibt es auch ein Deutschland-Haus, ein Frankreich-Haus usw. im Olympischen Dorf, dort werden die Sportler/innen von den jeweiligen Landesvertretern besucht und Fans schwingen überall auf der Welt, egal ob bei Olympia oder bei Weltmeisterschaften voller Stolz ihre Nationalfahne und werden auch durch diese bei der Siegerehrung geehrt!
    Da ist überhaupt nichts nationalistisches dahinter und finde ich das zu behaupten genauso ein Vorurteil und intolerant, wie Homophobie! Und das jeder mit seinem Land mitfiebert macht den Spaß ja auch aus! Und nach wie vor hat auch jeder von uns noch eine Nationalität!
    Ich bin einfach der Meinung und habe oft den Eindruck, dass das Outing durchaus auch für andere Zwecke benutzt wird und wenn man "gleich" sein möchte, muss man oftmals aufpassen, ob man sich nicht zu sehr abgrenzt! Was die derzeitigen Olympischen Spiele betrifft, denke ich auch an jene, die sich nicht geoutet haben! Sie haben sich anders entschieden und diese Meinungsfreiheit respektiere ich! Oft habe ich schon den Eindruck, dass eine homosexuelle Person nur dann was gilt, wenn sie sich geoutet hat und ich frage mich, ob das der richtige Weg ist und ob das offen und tolerant ist? Ich kann mich an Leute erinnern, die nichts über ihre Sexualtitä gesagt haben und scharf dafür angegriffen wurden, nicht sehr tolerant...!
    Aber in Zeiten des Internets und der Social Media ist es einfach groß zu quatschen, wer weiß schon, ob diese Personen selbst geoutet sind bzw. selbst ihre Homosexualität der halben Welt mitgeteilt hätten! Zudem finde ich es bedauerlich, dass wir noch nicht so weit sind, dass ein Outing nicht mehr notwendig ist, oder kennt hier jemand einen Hetero, der seine Sexualität bekannt geben musste? Wir sollten längst weiter sein! Und ob ich so stolz wäre, wenn man mich ständig auf meine Sexualität reduzieren würde? Ne, ich würde andere Eigenschaften von mir bevorzugen! Aber einigen Leuten gefällt das durchaus, wenn sie Aufmerksamkeit auch dadurch bekommen! Ob das richtig ist? Ob das was hilft? Ob das ein Vorbild ist? Ich glaube, sicher nicht für alle! Ob jemand Vorbild ist oder zu einem wird, dass kann sich in den simpelsten und trivialsten Situationen/Handlungen ergeben!
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#10 ursus
  • 13.02.2018, 16:36h
  • Antwort auf #9 von JSSF
  • "Bei aller Liebe, aber die meisten Sportfans halten mit ihren Landsleuten mit"

    ich bin nicht die meisten. mir fällt kein argument ein, weshalb mich als beobachter die sportliche leistung einer_s deutschen mehre freuen sollte als die irgendeines anderen menschen. kannst du mir eines nennen, das mich überzeugt?

    "Da ist überhaupt nichts nationalistisches dahinter"

    fahnenschwingen, hymnensingen - für mich bleibt patriotismus die mimimi-nörgelnde kleine schwester des nationalismus.

    "wenn man "gleich" sein möchte"

    will ich nicht. warum sollte ich? ich will gleiche rechte und gleichen respekt. beides steht mir zu, ohne dass ich es mir durch irgendeine anpassungsleistung erst "verdienen" müsste.

    "muss man oftmals aufpassen, ob man sich nicht zu sehr abgrenzt!"

    wenn ich sage, dass ich schwul bin, grenze ich mich nicht ab. ich erzähle nur einen fakt über mich,der höchstens ANDERE dazu veranlasst, mich auszugrenzen. immer schön vorsichtig mit der schuldumkehr...

    wie ich übrigens geschrieben habe, gilt meine solidarität keineswegs den sportler_innen allein deswegen, weil sie sich als queer zu erkennen geben, sondern speziell denjenigen, die dies mit einer politisch-emanzipatorischen botschaft verbinden. wenn z.b. árka Panochová behauptet: "Heutzutage ist das [Lesbischsein] keine wirklich große Sache", dann hilft sie damit m.e. niemandem.

    "Oft habe ich schon den Eindruck, dass eine homosexuelle Person nur dann was gilt, wenn sie sich geoutet hat und ich frage mich, ob das der richtige Weg ist und ob das offen und tolerant ist?"

    es ist eine objektive feststellung, dass die entscheidung für die unsichtbarkeit politische veränderungen verhindert. das hat nichts mit "etwas gelten" zu tun. für berechtigte persönliche ängste habe ich, je nach situation, selbstverständlich verständnis. das macht unsichtbarkeit aber trotzdem nicht zu einer GLEICHWERTIGEN alternative und schon gar nicht zu einer "freien" entscheidung.

    "kennt hier jemand einen Hetero, der seine Sexualität bekannt geben musste?"

    lebst du unter der erde? nutzt du keine medien? nein, sie müssen das nicht, weil sowieso erst mal jede_r für heterosexuell gehalten wird, aber sie tun es trotzdem. dauernd.
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