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Österreich

Zum Valentinstag: Katholische Diözese segnet auch Homo-Paare

Während Ex-Weihbischof Andreas Laun die Segnung von Homo-Paaren mit der Segnung von NS-Vernichtungslagern gleichsetzt, geht das Bistum in Linz einen anderen Weg.


Vereinzelt geht die katholische Kirche auch auf Schwule und Lesben zu – zumindest dann, wenn Würdenträger homosexuelle Liebe nicht mit Konzentrationslagern der Nazis gleichsetzen (Bild: shadawyn / flickr)

Anlässlich des Valentinstags am 14. Februar wirbt die oberösterreichische Diözese Linz damit, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. In einer aktuellen Ausgabe der vom katholischen Bistum herausgegebenen "Kirchenzeitung" heißt es, es gebe "seit vielen Jahren Segnungen zum Valentinstag". Und weiter: "Genutzt werden kann das Angebot von Liebenden in allen Lebenslagen – auch von lesbischen und schwulen Paaren."

Das Magazin zitiert auch Pfarrassistentin Irmgard Lehner mit den Worten: "Jeder Mensch soll sich bei uns so, wie er oder sie ist, willkommen fühlen." Bislang seien aber kaum homosexuelle Menschen zu Segnungen gekommen, weil es "immer noch ein Tabu ist, sich offiziell zu zeigen". Schwule und Lesben würden sich fragen, ob sie in der Kirche überhaupt Platz hätten. Daraufhin Lehner: "Gott ist die Liebe. Da darf es keine Einschränkungen geben." In einer aktuellen Sonderausgabe der "Kirchenzeitung" wird zusätzlich mit Segensfeiern für "gleichgeschlechtliche und für homosexuelle Paare" (sic) geworben.

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Reinhard Marx hat Debatte angestoßen

Freilich sind offiziell nach wie vor Segnungen von homosexuellen Paaren in der katholischen Kirche verboten, weil deren sexuelle Orientierung generell als Sünde angesehen wird – einziger Ausweg für Schwule und Lesben ist laut der katholischen Führung ewige Enthaltsamkeit. Zuletzt gab es zwar Debatten um die Aufhebung des Verbots; so stellte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, im Einzelfall Homo-Segnungen in Aussicht (queer.de berichtete). Kirchliche Trauungen sollen aber seiner Meinung nach weiterhin exklusiv Heterosexuellen vorenthalten bleiben.

Diese Aussagen führten allerdings zu extrem homophoben Gegenreaktionen. So verglich der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes Schwule und Lesben mit Mafiosi und erklärte, Homosexualität widerspreche dem Willen Gottes (queer.de berichtete). Einen Schritt weiter ging Ex-Weihbischof Andreas Laun, der die Segnung von Homo-Paaren mit der Segnung von Konzentrationslagern gleichsetzte (queer.de berichtete).

Auch zur Ankündigung der Linzer Diözese gab es Widerstand im katholischen Portal kath.net, in dem unter anderem Laun und Cordes ihre homosexuellenfeindlichen Vergleiche machen durften. Leser kommentierten, sie hielten das Zugehen der Linzer auf Schwule und Lesben für einen "Frevel an Gott und den Menschen" und "seelsorglichen Missbrauch", oder verbreiteten Verschwörungstheorien wie: "Das Netzwerk homosexueller Politiker und Aktivisten ist aktuell die größte Lobbyvereinigung der westlichen Politik überhaupt." (dk)



#1 Alex AndersAnonym
#2 TimonAnonym
  • 14.02.2018, 13:34h
  • Das ist ja schon wieder diskriminierend:
    Heteros bekommen die Ehe und gleichgeschlechtliche Paare werden mit einer "Segnung" abgespeist, damit die Kirche sich als ach so barmherzig hinstellen kann, uns aber dennoch weiterhin als Menschen 2. Klasse behandeln kann.

    Übrigens:
    So eine "Segnung" bekommen auch Tiere, Pflanzen, Teddybären, Motorräder, etc. und sogar Waffen von der Kirche. Da wissen wir, wo wir stehen und welchen Stellenwert so was hat.
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#3 SchwTAAnonym
  • 14.02.2018, 13:45h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • ...nämlich 'drunter. Die Katholen segnen ja nur das Gewollte, Wachsende, Sich-Vermehrende. Da ist natürlich eine gleichgeschlechtliche Verbindung meilenweit davon entfernt, schließlich können wir ja keine Kinder mit unseren Partnern zeugen, und wir erfahren ja auch keine "echte" Liebe, sondern nur Triebbefriedigung, die obendrein "ungeordnet", "falsch" und "dämonisch" ist...mir geht dieses ganze Gequatsche so dermaßen auf den Sack, und ich weiß nicht, was schlimmer ist: Laun oder die geifernde Horde von Devotees bei kath.net.
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#4 Sven100Anonym
  • 14.02.2018, 13:47h
  • Linz galt schon immer als eher liberale Diozese der römisch-katholischen Kirche Österreichs. Dadurch zieht sie immer wieder Aggressionen von Steinzeitkatholiken aus anderen Teilen Österreichs auf sich.
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#5 Paulus46Anonym
  • 14.02.2018, 14:04h
  • Antwort auf #1 von Alex Anders
  • Auch eine interessante Meldung: Im römisch-katholischen Bistum Linz in Österreich erhalten nicht nur heterosexuelle Paare sondern auch homosexuelle Paare den Segen Gottes, öffentliche Paarsegnungen, wenn Sie es wünschen. Es handelt sich dabei nicht um Trauungen, aber das Paar wird öffentlich gesegnet.

    Ich denke, dass der "Damm" in der römisch-katholischen Kirche nunmehr soweit "gebrochen" wird, das die Kirchenleitung der rk Kirche, öffentliche Segnungsgottesdienst auch für homosexuelle Paare ermöglicht, aber Sie weiterhin reguläre kirchliche Trauungsgottesdienste nicht ermöglichen wird.

    Die öffentlichen Äußerungen von Papst Franziskus und nunmehr von Bischof Franz-Josef Bode und Kardinal Raimund Marx zeigen dies klar an. Da "mögen" sich zwar noch ein paar "reaktionäre" Geistliche in der rk Kirche insbesondere aus Afrika/Polen melden, aber Sie haben zumindest diese Debatte in der rk Kirche "verloren".

    Und es ist an der Zeit, denn diese Debatte wurde in anderen protestantischen/anglikanischen /altkatholischen Kirchen schon längst vor rund 20-30 Jahren geführt und dort ebenso größtenteils in vielen Kirchen anderer Konfessionen gewonnen,;dort gehen sogar eine ganze Reihe anderer christliche Kirchen dazu über, reguläre kirchliche Trauungen zu erlauben, unter anderem verschiedene EKD-Landeskirchen in Deutschland , die United Church of Christ, die United Church of Canada, die anglikanische Episkopalkirche in den USA, die anglikanische Kirche in Kanada, die anglikanische Kirche in Schottland, die Vereinigte Protestantische Kirche in Belgien, die Vereinigte Protestantische Kirche in Frankreich, die United Reformed Church in England, die Metropolitan Community Church oder auch die luthersichen skandinavischen Kirchen.
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#6 Sven100Anonym
  • 14.02.2018, 14:42h
  • Antwort auf #5 von Paulus46
  • "Die öffentlichen Äußerungen von Papst Franziskus und ..."

    Papst Franziskus wird von vielen Hardlinern in der RKK als "Betriebsunfall" angesehen. Die warten nur darauf, dass er sich wie sein Vorgänger in ein Kloster zurückzieht. Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass der Papst nach Franziskus wieder ein erzkonservativer sein wird. Dieser wird dann da anschließen können, wo Ratzinger aufgehört hat.

    Für Schwule und Lesben bringt es aber wenig, wie ein Kaninchen auf die Schlange zu starren und auf einen eingelgleichen Papst zu warten. Das Problem in der RKK ist, dass sich diese Kirche wie ein Keil zwischen Gott und den Menschen schiebt. Die offizielle Lehre der RKK ist, dass ein Mensch NUR durch die Kirche (gemeint ist natürlich die RKK !) zu Gott kommen kann. Einen Weg zu Gott an der Kirche vorbei, ist für einen Katholiken nicht möglich. Ziel ist dabei der Machterhalt der Kleriker.
    Gott sei Dank haben Luther und die anderen Reformatoren diesem (Aber-)Glauben ein Ende gesetzt.
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#7 ursus
  • 14.02.2018, 14:46h
  • na, wer sich über einen segen vom grabbeltisch freut... katholische homos sollen ja eher anspruchslos sein.
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#8 ursus
  • 14.02.2018, 15:14h
  • Antwort auf #5 von Paulus46
  • "... oder auch die luthersichen skandinavischen Kirchen."

    ... wenn man finnland nicht zu skandinavien rechnet, mag das stimmen. dort haben sich deine gelobten lutheraner_innen bis heute nicht mal zu einem gottesdienst mit segnung durchringen können.

    könnte es eventuell sein, dass deine darstellungen nicht immer hunderprozentig objektiv sind?
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 14.02.2018, 15:19h
  • Antwort auf #7 von ursus
  • Ich bin nicht katholisch und halte es mit Heine: 'Und fehlt der Pfaffensegen dabei, die ist gültig nicht minder!'.

    ABER:

    Die Sache ist politisch in reaktionären bis strukturkonservativen Ländern wie Österreich und Deutschland nicht uninteressant (von Polen z. B. ganz zu schweigen).

    Militanten Homophoben wie Kuby u. Co. wackelt so langsam die fromme Tarnkappe, die ihrem blanken Menschenhass höhere Weihen verleihen sollte.

    Der steht in Ländern wie Österreich und Deutschland natürlich v.a. in einer zähllebigen NS-Tradition., konnte seinen faschistischen Kern aber bislang rhetorisch clever verbergen.

    Das wird jetzt schwieriger und erleichtert die politische Auseinandersetzung.
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#10 Paulus46Anonym
  • 14.02.2018, 15:27h
  • Antwort auf #6 von Sven100
  • "Papst Franziskus wird von vielen Hardlinern in der RKK als "Betriebsunfall" angesehen. Die warten nur darauf, dass er sich wie sein Vorgänger in ein Kloster zurückzieht. Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass der Papst nach Franziskus wieder ein erzkonservativer sein wird. Dieser wird dann da anschließen können, wo Ratzinger aufgehört hat."

    --> Wer nach Franziskus "kommt", das ist alles Spekulation, aber es könnte ebenso ein liberaler weiterer Reformpapst sein, weil derzeit Franziskus reihenweise die Kardinäle/Bischöfe "austauscht" und seine eigenen Gefolgsleute eher befördert die dann auch im Papstwahlgremium auf Dauer dann sitzen. Kardinäle wie Brandmüller, Burke, Müller, usw. hat Franziskus schon "entmachtet".

    Solange Franziskus nicht Gift in den Kaffee gemischt wird, wird er noch lange weiter machen, denn er ist noch "relativ" jung: (Jahrgang 1936), während Benedikt Jahrgang 1927 ist.

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    Öffentliche Segnungsgottesdienste werden nunmehr in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, in Frankreich oder in Italien in der Katholischen Kirche möglich sein; man muss sich nur als schwules/lesbisches katholisches Paar den jeweiligen Priester suchen, der dies auch macht wie beispielsweise die Priester in der Priestevereinigung "Freckenhorster Kreis" im Münsterland.

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    ABER selbstverständlich sind eine Reihe der Landeskirchen der EKD bereits weiter und dort erhalten gleichgeschlechtliche Paare nicht nur einen Segnungsgottesdienst sondern eine reguläre kirchliche Trauung ("mit allem was dazu gehört"). Daher empfehle ich katholischen schwulen/lesbischen Paaren auch eher den Übertritt zu den Landeskirchen der EKD, denn dort gibt es eine reguläre TRAUUNG während man sich bei den Katholiken mit einem Segnungsgottesdienst begnügen muss und sich dabei auch noch auf die Suche nach den "richtigen" Priester machen muss, während bei den Landeskirchen der EKD, es einen Anspruch auf die Stellung eines Pfarrer gibt.(gilt aber noch nicht für alle Landeskirchen)
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