Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30663

Autobiografie "Ich mach' dann mal weiter!"

Die Geschichte vom Leben und Überleben des Georg Uecker

Medien vermelden Krebs- und HIV-Diagnose des schwulen Schauspielers. Beides ist schon 25 Jahre her und steht in seinem Buch, das nächste Woche erscheint. Doch da steht noch viel mehr.


Georg Uecker ist den deutschen Fernsehzuschauern u.a. durch seine Rolle als Dr. Carsten Flöter in der "Lindenstraße", als Spielleiter in der "Schillerstraße" sowie als Producer der Late-Night-Show "Blond am Freitag" bekannt

Irgendwann, nach all den schönen, aber letztendlich doch wenig spektakulären Geschichten aus der Kindheit und Jugend, fragt man sich dann doch, was all das soll, hofft man, dass man endlich an eine der Stellen kommt, bei denen man denkt, dass dieses Buch ein aufregendes werden wird: der erste schwule Kuss in einer deutschen TV-Serie, das Leben vor und hinter den Kulissen der "Lindenstraße", die Lust und Last des öffentlichen Schwulseins. Und ja, auch: die öffentliche Krankheit.

Georg Uecker war, wie er selbst richtig schreibt, Deutschlands bekanntester, Deutschlands beliebtester als auch meist gehasster Schwuler. Seine Rolle als homosexueller Medizinstudent und späterer Arzt Carsten Flöter in der "Lindenstraße", aber auch seine Rolle als schwuler über Schwules redender Talkshow-Promi (fast keiner war so oft bei Harald Schmidt wie er) machten ihn zu einer Art Staatshomo.

Sein Coming-out und das seiner Figur waren das Coming-out Deutschlands. Alles, was Schwule sein mussten, durften, sollten, das musste, durfte, sollte Georg Uecker sein. Uecker steht für eine Zeit, in der "schwul" wie eine alles andere überlagernde Charaktereigenschaft war: "schwul" war eine Art zweiter Name. Über ein Jahr durfte Carsten Flöter in der "Lindenstraße" deshalb nicht schwul sein, damit er dann schwul sein konnte und trotzdem ein Mensch mit individuellen Eigenschaften und positivem Identifikationspotential. Dass die Operation deutscher Vorzeigeschwuler (und das meine ich nicht despektierlich, sondern anerkennend) gelingen konnte, ist viel mehr als ein künstlerisches Verdienst von Uecker und dem Schöpfer der "Lindenstraße", Hans W. Geißendörfer, es ist auch ein volkspädagogisches.

Die öffentliche Funktion, mit der die "Lindenstraße"-Macher hierzulande in schöner Altmodigkeit am Glauben an eine bessere Gesellschaft festhalten und dafür die real existierende Gesellschaft mit dringend zu lösenden Aufgaben konfrontierten, war zu ihren besten Zeiten durchaus mit der von Oprah Winfrey in den USA vergleichbar. Uecker wurde nicht nur zum Sympathieträger des deutschen Homosexuellentums, zum nationalen Coming-out-Helfer queerer Kids und deren Eltern. Er durfte auch den versammelten Homohass des Landes einsammeln.

Souveräner Umgang mit dem Homohass


Georg Ueckers Autobiografie "Ich mach' dann mal weiter!" erscheint am 22. Februar 2018 im Fischer Verlag

"Was macht all das mit einem Mitte 20-jährigen Schauspieler?", hört man Markus Lanz schon fragen, bei dem Uecker am nächsten Mittwoch sitzen wird, um sein Buch "Ich mach' dann mal weiter!" vorzustellen. Ja, was macht das? Wenn man endlich an den Seiten angekommen ist, in denen es um den öffentlichen Georg Uecker geht, liest man: Es machte wohl erstaunlich wenig. Zwar beschreibt er beängstigende Situationen, Drohungen und sogar ein kurzzeitiges Leben unter Polizeischutz. Doch die Angst, die er dabei hatte, war geringer, als man das in einer solchen Lage vermuten würde. Sein Umgang mit der Bedrohungslage ist bemerkenswert souverän.

Jetzt versteht man den Sinn dieser Kindheits- und Jugendgeschichten, die von einem behüteten und sicheren Leben erzählen und vor allem von einem nicht nur für die Siebzigerjahre außergewöhnlich gelungenem eigenen Coming-out innerhalb der Familie, das nicht nur kein Problem war, sondern von der Mutter aktiv unterstützt wurde. Wenige Kapitel nach dem Skandal um den Kuss in der "Lindenstraße" wünscht man sich dann gänzlich in die schöne heile Welt der ersten Buchhälfte zurück. Georg, das Glückskind, wird auf einmal vom Pech verfolgt.

Die große romantische Liebesgeschichte mit John, einem Engländer in London, endet mit dessen Tod an den Folgen von Aids. Uecker hatte da mit der "Lindenstraße" zwischenzeitlich aufgehört und versucht, sich ganz seiner Liebe und dem Abschluss des für seine Fernsehkarriere unterbrochenem Studiums zu widmen. Er hatte es geschafft, jede freie Minute mit John zu verbringen – aber dann gelingt es ihm nicht, rechtzeitig vor seinem Tod in London einzutreffen.

Das schreckliche Jahr mit HIV und Krebs

Kurze Zeit später muss er dann selbst um sein Leben bangen. Er nennt es das "annus horribilis", das schreckliche Jahr, das ihn mit einer Doppeldiagnose Morbus-Hodgkin-Krebs und HIV an ein Bett der Kölner Uniklinik fesselt. Da es nicht möglich war, Krebskrankheit und die Infektion gleichzeitig zu behandeln, geht es nun darum, ein enges Zeitfenster zu nutzen, und mit einer riskanten und äußerst qualvollen Therapie zunächst Hodgkin zu besiegen. Dass er weder an dem Einen noch an den Folgen des Anderen stirbt, hat dann auch wieder mit Glück zu tun, ein Glück, das das Schicksal seines Partners um so tragischer erscheinen lässt: "Antiretrovirale Therapie heißt die HIV-Behandlungsstrategie, die vor allem Pillen schlucken bedeutet. In der kurzen Zeit zwischen Johns Tod und meiner Behandlung hatte die Medizin einen Riesenschritt nach vorne getan, der mich noch heute fassungslos macht. John war vor einem halben Jahr gestorben, die Zeit seiner Therapie lag also nur wenige Monate zurück."

Georg wird zum Experten seiner Krankheit, wie er zum Experten von allem wird, mit dem er sich befasst. Er nennt sich selbst einen Klugscheißer. Als häufiger Ratepartner und Telefonjoker in Deutschlands Quizshows half er seinen prominenten Freunden, Geld für deren Charityprojekte zu gewinnen. In einer der berührendsten Stellen im Buch bringt der Klugscheißer seinem 16-jährigen, durch ein Blutpräparat an HIV infizierten Zimmerkameraden Richard im Krankenhaus Französisch bei. Auch Richard wird den Kampf gegen Aids nicht gewinnen.


Georg Uecker ließ sich vom öffentlichen Getuschel über seinen Gesundheitszustand nicht irritieren (Bild: Gaby Gerster)

Doch trotz aller schmerzhaften und tieftraurigen Geschichten: Das Buch handelt nicht vom Leiden, sondern vom Überleben und somit auch davon, was Eltern ihren Kindern an Schutz mitgeben können. Nicht nur durch Liebe, sondern auch, indem sie die unbändige Neugier ihres Kindes zu füttern und zu stillen vermögen. Nur einmal hadert Uecker in seinem Schreckensjahr kurz mit seinem Schicksal, ansonsten macht er, wie der Buchtitel behauptet und man ihm glauben möchte, einfach weiter. Nicht aus Heldentum, nicht mit Pathos, sondern, weil es noch etwas zu entdecken, noch etwas zu gestalten gilt. Als Künstler – oder, wie er sich nennt, "Unterhalter" – denkt er dabei nicht in Rollen oder Projekten. Ihm geht es darum, neue Formate zu schaffen, und auch dabei mitzuhelfen die alberne deutsche Unterscheidung zwischen E und U, zwischen angeblich ernster und angeblich (nur) unterhaltsamer Kunst, zu überwinden.

Wenn man bedenkt, wie wenig wirklich Neues im deutschen Fernsehen passiert, dann fällt schon auf, dass es Georg Uecker immer wieder schaffte, bei pionierhaften Unternehmungen dabei zu sein: Nicht nur in der "Lindenstraße", sondern als Producer auch bei "Kaffeeklatsch" und "Blond am Freitag" mit Ralph Morgenstern und schließlich als Spielleiter beim Improvisationsformat "Schillerstraße", das sogar mit dem wichtigsten europäischen Fernsehpreis, der "Goldene Rose", ausgezeichnet wurde.

Auch als Promi sich nicht verbiegen lassen

Zusammen mit Dirk Bach, Hella von Sinnen und Ralph Morgenstern gehörte Uecker zu den bundesweit bekannten Kölner Homopromis, die für viele Nicht-Kölner immer etwas zu laut rüberkamen. Davon, dass ihnen das ziemlich egal war, hat letztendlich die gesamte Community profitiert. Auch eine Sichtbarkeit, die nicht jedem gefällt, ist ein Wert an sich. "Unser Schwur lautete, wenn wir jemals so richtig in der Öffentlichkeit stehen, werden wir einen Teufel tun und uns nicht verbiegen lassen", schreibt Uecker über die Zeit, als sie noch nicht in der Primetime angekommen waren.

Ob so ein Schwur Haltung oder Pose ist, zeigt sich, wenn der Glamour vorbei, das grelle Licht der Öffentlichkeit aber weiter auf einen gerichtet ist. Mitte der Zweitausenderjahre tuschelt nicht nur die Szene über den Gesundheitszustand Ueckers. Er schreibt: "Die Lipathrophie ließ mich sehr hager erscheinen, und obwohl ich eigentlich noch nicht dazu bereit war, über HIV zu sprechen, verlangte die Öffentlichkeit immer drängender nach Antworten." Er untertreibt hier gleich doppelt. Denn erstens beschreibt "hager" nun wirklich nicht den Grad seiner damaligen optischen Veränderung. Und zweitens "verlangte" die Öffentlichkeit nicht nur. Der Boulevard gierte und jagte und suhlte sich in osbzöner Sorge.

Viele, wenn nicht sogar die meisten Prominenten lassen sich in einer solch extremen Situation auf die Spielregeln der Knallpresse ein, lassen sich erpressen oder denken, Würde sei etwas, womit man dealen könnte. Georg Uecker hat nicht gedealt und hat seine Würde deshalb behalten. Jeder konnte damals sehen, dass etwas nicht stimmte mit ihm, doch was es war, ging niemanden etwas an. Er hielt das jahrelang durch, war auf jeder Party, ließ sich fotografieren auf roten Teppichen. Sichtbarkeit, der Wert an sich. Er ließ die Leute reden, er ließ die Leute gaffen. Und die Leute sind nicht nur die anderen, die Leute, das war auch die Community. Aber Georg tat den Teufel und ließ sich nicht verbiegen.

Jetzt erzählt er erstmals seine ganze Geschichte. Er kann verdammt stolz darauf sein.

Johannes Kram betreibt das Nollendorfblog. Sein eigenes Buch "Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber" erscheint am 1. März. Am 11. April talken Kram und Uecker im Berliner Tipi am Kanzleramt.

Infos zum Buch

Georg Uecker: Ich mach' dann mal weiter! Autobiografie in Zusammenarbeit mit Daniel Bachmann. 272 Seiten. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018. Taschenbuch: 14,99 € (ISBN: 978-3-596-70167-4). Ebook: 12,99 € (ISBN: 9 78-3-10-490617-1)
Ein Wort in eigener Sache
Hinter gutem Journalismus stecken viel Zeit und harte Arbeit – doch allein aus den Werbeeinnahmen lässt sich ein Onlineportal wie queer.de nicht finanzieren. Mit einer Spende, u.a. per Paypal oder Überweisung, kannst Du unsere wichtige Arbeit für die LGBTI-Community sichern und stärken. Abonnenten bieten wir ein werbefreies Angebot. Jetzt queer.de unterstützen!


Ein Vierteljahrhundert "Lindenstraße"

Der 25. Jahrgang der Kult-TV-Serie ist jetzt auf DVD erschienen – mit den Episoden 1249 bis 1300 und exklusiven Bonusmaterial.
Carsten Flöter: Tablettensucht und Ehekrach

Eine neue Collector's Box der "Lindenstraße" vereint alle Episoden von Ende 2006 bis Ende 2007.
#1 Ich-freue-michAnonym
  • 15.02.2018, 17:21h
  • Schön, wieder von Georg Uecker zu hören. Ich habe ihn schwer vermisst.
    Alles Gute, Süßer!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 15.02.2018, 19:01h
  • Ich sah ihn im TV bei Lindenstraße das erste Mal und ich fand, er spielte gut. Seit dem kenne ich ihn ausschließlich als unspektakuläre Person und das macht ihn sympathisch.
    Ich sehe ihn nicht als Klugscheißer, sondern als einen Mann, der viel Wissen besitzt, und das macht ihn noch sympathischer.
    Dass er sich durch "Dick und Dünn" gekämpft hat und sozusagen einer von den Pionieren in der LSBTTIQ ist, macht ihn am sympathischsten :-)

    Alles Gute und es tut mir Leid, dass es ihn mit beiden Krankheiten doppelt hart getroffen hat. Umso mehr hab ich Respekt davor wie er damit umgeht.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 herve64Profil
  • 15.02.2018, 20:38hMünchen
  • Antwort auf #2 von BuntesUSchoenes
  • Als ich Georg Uecker Anfangs in der "Lindenstraße" gesehen habe, dachte ich mir "OMG, wie kann man nur so hölzern und steif spielen?" Erfreulicherweise ist er aber im weiteren Verlauf lockerer geworden, was mich dann doch wieder mit dieser Serie versöhnt hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Homonklin44Profil
  • 15.02.2018, 20:55hTauroa Point
  • Er ist wohl so der erste Schwule, den ich damals über Mum's Lieblingssendung bewusst als einen mitschnitt, der nicht bis in die groteske Lächerlichkeit medial verwurstet wurde, sondern eine Rolle wie Du und ich spielte.

    Dass er sich nicht verbiegen ließ und lässt, erfordert in einer Welt, die davon profitiert, Rollen zu erschaffen, zu behauen und in sämtliche denkbaren Richtungen zu schneidern, verdammt viel Geduld, Kraft. Das wird einem da nicht leicht belassen.

    Dass der eigentlich immer locker liebenswert rüberkommende Mann dann solche Schicksalspakete geschnürt bekommen hat, möchte einen berühren. Dem Freund nicht helfen zu können, länger zu bleiben, ist eine schmerzlich bittere Erfahrung.

    Ein angenehm geschriebener, bewegender und achtsamer Artikel
  • Antworten » | Direktlink »
#5 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 15.02.2018, 20:58h
  • Antwort auf #3 von herve64
  • Ich wundere mich nicht, dass er zuerst etwas vorsichtig war (was bei dir als hölzern oder steif ankam), denn er begann 1995 in der Lindenstraße zu spielen. Damals war Homosexualität noch strafbar und es war ja nicht gerade üblich, Homosexualität im TV zu sehen.
    Insofern habe ich auch da Respekt vor ihm und unter diesen erschwerten Bedingungen hat er gut gespielt.
    Und es freut mich, dass man ihn hat länger spielen lassen, so dass er dann in seine Rolle eintauchen und sich öffnen konnte.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#7 MarcAnonym
  • 16.02.2018, 16:47h
  • Ich habe niemals die Lindenstraße gesehen. Denn erstens mag ich solche Endlos-Serien eh nicht und zweitens fand ich diese Serie extrem langweilig und oft auch schlecht gespielt/ inszeniert.

    Aber Georg Uecker habe ich immer gerne gesehen. Er war ja auch sonst oft im Fernsehen zu sehen: in Talkshows, in ESC-Shows, in Rateshows wie "Genial daneben", bei den damaligen Übertragungen der "Rosa Sitzung" aus dem Kölner Karneval, etc.

    Was ich immer schon sehr an ihm schätzte: er ist auf vielen Gebieten sehr kompetent, aber dennoch sehr unterhaltsam und sympathisch. Legendär z.B. sein Fachwissen über den ESC, das er stets kurzweilig und witzig rüberbrachte. Alleine schon seine Art zu reden, kam immer sehr menschlich rüber.

    Aber alleine schon, dass er einer der wenigen offen schwulen Promis war (und auch nicht durch andere geoutet, sondern selbst entschieden) und er das auch thematisierte, adelte ihn. Wenn man sieht, wie viele schwule Promis heute noch ein Scheinleben führen, Scheinbeziehungen führen, etc....

    Und dann kamen irgendwann die ganzen Gerüchte über seine Gesundheit. Das würde ich gar nicht mal als sensationsgeil oder so sehen. Es gab und gibt sicher auch Leute, die ihm alles Schlechte wünschen; aber solche Leute sollten ihm egal sein und sie können ihm niemals das Wasser reichen. Aber viele mochten ihn immer schon und haben sich einfach Sorgen gemacht.

    Dennoch verstehe ich natürlich auch, dass er erst mal selbst damit klarkommen musste und natürlich steht es ihm auch als Promi zu, selbst zu entscheiden, was andere über ihn wissen und wann sie dies erfahren.

    Und jetzt ist er auch wieder Vorreiter als erster offen HIV-positiver deutscher Promi. Auch wenn er (wie alle Betroffenen) auf diese Vorreiterrolle sicher gerne verzichtet hätte. Aber er kann jetzt viel zur Ent-Stigmatisierung HIV-Positiver beitragen.

    Es tut mir leid, dass ihn das Schicksal so sehr gebeutelt hat. Auch der Verlust seines Partners, für den die Therapie-Möglichkeiten zu spät kamen, tut mir leid.

    Wenn man sieht, wieviele Menschen diese scheiß Krankheit viel zu früh aus dem Leben gerissen hat und wie sehr diese Menschen fehlen, fragt man sich, warum nicht viel mehr Geld, das in Rüstung, Lobby-Interessen, Kirchen-Pomp, etc. fließt, stattdessen in Bildung, Aufklärung, Therapie und medizinische Forschung gesteckt wird...

    Ich lese normalerweise überhaupt nicht gerne Biographien, aber das ist jetzt einer der wenigen Fälle, wo ich das Gefühl habe, dieses Buch gerne lesen zu wollen.

    Was ich Georg Uecker jetzt wünsche:
    Vor allem natürlich ein im Rahmen des möglichen ein gesundes, gutes Leben, mit möglichst wenig Komplikationen, Nebenwirkungen, etc. Und natürlich, dass der Krebs nie mehr zurückkommt. Und dass er glücklich ist und auch psychisch klarkommt. Und vielleicht auch wieder neues privates Glück findet.

    Das ist jetzt das allerwichtisgte, dass es ihm gut geht und dass er trotz allem ein langes, gutes, glückliches Leben führen kann.

    Und natürlich wünsche ich ihm die Kraft, auch mit Anfeindungen (die es garantiert auch geben wird) umgehen zu können. Idioten wird es immer geben, aber sie werden ihm nie das Wasser reichen können.

    Und wenn ich dann noch etwas wünschen könnte, hoffe ich, ihn wieder öfter im Fernsehen zu sehen, falls ihm danach ist. Nicht nur in Talkshows, wo er über HIV aufklären kann (was natürlich auch wichtig ist) sondern auch in Unterhaltungssendungen. Z.B. als ESC-Experte in entsprechenden Sendungen. Oder da er ja früher auch häufiger bei "Genial daneben" zu Gast war und die Sendung nach mehrjähriger Pause jetzt wieder neu aufgelegt wurde, könnte er auch dort gerne wieder zu Gast sein. Wenn ihm danach ist und er sich dazu bereit fühlt, gibt es keinen Grund, warum ein HIV-Positiver nicht auch in lustigen Sendungen zu Gast sein sollte.

    Lieber Herr Uecker,
    Ihnen alles Gute und von ganzem Herzen die besten Wünsche.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 RobinAnonym
  • 16.02.2018, 17:06h
  • Antwort auf #5 von BuntesUSchoenes
  • " [...] denn er begann 1995 in der Lindenstraße zu spielen. Damals war Homosexualität noch strafbar und es war ja nicht gerade üblich, Homosexualität im TV zu sehen."

    1.
    Du meinst wohl 1985.

    2.
    Ja, damals war Homosexualität im Fernsehen keineswegs selbstverständlich. (Und hatte nicht damals der Bayerische Rundfunk sogar die Sendung mit dem schwulen Kuss nicht übertragen?)

    Aber nein, Homosexualität war damals nicht mehr strafbar. Schon seit 1969 nicht mehr. Es bestand 1985 wohl noch der "entschärfte" §175, der noch unterschiedliche Altersgrenzen für Schwule und Heteros festlegte, aber eine generelle Strafbarkeit von Homosexualität gab es (wie gesagt) schon seit 1969 nicht mehr.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Carsten ACAnonym
  • 16.02.2018, 17:12h
  • ------------------------------------
    In einer der berührendsten Stellen im Buch bringt der Klugscheißer seinem 16-jährigen, durch ein Blutpräparat an HIV infizierten Zimmerkameraden Richard im Krankenhaus Französisch bei. Auch Richard wird den Kampf gegen Aids nicht gewinnen.
    -----------------------------------

    Aber wenn ich den zeitlichen Ablauf im Artikel richtig verstehe, gab es bei seinem Partner John noch keine antiretrovirale Therapie, aber später schon. Wieso musste dann Jeremy sterben? Schlimm...

    Ich kann nur hoffen, dass die Krankheit irgendwann endlich komplett besiegt wird. Genauso wie Krebs, Alzheimer, Parkinson und all die anderen Geisseln der Menschheit.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Julian SAnonym
  • 16.02.2018, 19:02h
  • Antwort auf #2 von BuntesUSchoenes
  • "Unspektakulär" trifft es ganz gut - im allerbesten Sinne.

    Georg Uecker war noch nie ein unnahbarer Promi, sondern er war immer der sympathische "Typ von nebenan".

    Und das scheint er sich auch erhalten zu haben.

    Und er hat (nicht nur mit dem ersten schwulen Kuss in einer deutschen Serie, sondern auch als einer der ersten offen schwulen deutschen Promis, ganz ohne Fremd-Outing) Geschichte geschrieben. Und das in einer Zeit, wo sowas durchaus noch das Karriere-Ende bedeuten konnte und mit noch viel mehr Nachteilen und Gefahren verbunden war als heute.

    Dass er sich nun als einer der ersten (wenn nicht sogar DER Erste) Promis als HIV-positiv outet, zeigt nur, dass er niemals die Bodenhaftung verloren hat und weiß, dass es auch noch viel neben der schillernden Fassade des Showbiz gibt.

    Auch ich würde mir wünschen, dass er (wenn es ihm möglich ist) wieder öfter im Fernsehen zu sehen ist. Sowohl in Unterhaltungssendungen, als auch in Sendungen, wo er über HIV aufklären kann.

    Aber unabhängig davon wünsche ich ihm das Allerbeste.
  • Antworten » | Direktlink »