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Wegen Missbrauchsvorwürfen

Amazon feuert Jeffrey Tambor

Nach wochenlangen Spekulationen um seine Zukunft zieht Amazon Studios die Reißleine: In der fünften Staffel von "Transparent" wird Jeffrey Tambor nicht mehr mitspielen. Der Hauptdarsteller fühlt sich ungerecht behandelt.


Jeffrey Tambor ist nach vier Staffeln "Transparent" gefeuert worden (Bild: Amazon Studios)

Amazon Studios hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass man sich wegen Missbrauchsvorwürfen vom Schauspieler Jeffrey Tambor getrennt habe. Der 73-Jährige hatte vier Jahre lang in der von Kritikern hochgelobten Serie "Transparent" Maura Pfefferman gespielt – eine transsexuelle Frau, die im Rentenalter ihr Coming-out hat. Für diese Darstellung wurde Tambor unter anderem mit zwei Emmys und einem Golden Globe Award ausgezeichnet.

Der Hintergrund: Zwei transsexuelle Frauen hatten im letzten November Missbrauchsvorwürfe gegen Tambor erhoben, die er von Anfang an empört zurückgewiesen hatte. Dabei handelte es sich um seine Ex-Assistentin Van Barnes und die "Transparent"-Schauspielerin Trace Lysette. Barnes hatte in einem privaten Eintrag in sozialen Medien dem Schauspieler vorgeworfen, sich ihr gegenüber anzüglich verhalten zu haben. Eine Woche später schrieb Lysette öffentlich auf Facebook, dass sich Tambor bei einem Dreh "mit seinem Körper gegen meinen lehnte und schnell und um Unauffälligkeit bemüht mit Stoßbewegungen gegen meinen Körper begann" (queer.de berichtete). Nach Bekanntwerden der Vorwürfe kündigte Amazon Studios eine interne Untersuchung an; Tambor spielte bereits mit dem Gedanken, die Serie von sich aus zu verlassen.

Serien-Erfinderin Jill Soloway ließ am Donnerstag eine Erklärung verbreiten, in der sie "großen Respekt und Bewunderung" für Barnes und Lysette zum Ausdruck brachte. Deren Mut, über ihre Erfahrungen bei "Transparent" zu sprechen, sei "ein Beispiel für das, was unsere Kultur im Moment braucht". Sie sei tief bestürzt über "den Schmerz und das Misstrauen", die ihre Erfahrungen in der Trans-Community hinterlassen hätten. "Wir werden Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass am Set die Sicherheit und Würde jedes einzelnen respektiert wird."

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Tambor enttäuscht von Amazon und Jill Soloway

Kurz nach Bekanntwerden seiner Entlassung kritisierte Tambor die Entscheidung: "Ich bin tief enttäuscht von Amazons Umgang mit diesen falschen Anschuldigungen gegen mich", so der Schauspieler. "Noch mehr enttäuscht bin ich von Jill Soloways unfairer Charakterisierung meiner Person als jemand, der irgendjemandem meiner Mitstreiter jemals Schaden zufügen würde. In unserer vier Jahre andauernden Zusammenarbeit an dieser unglaublichen Serie wurden diese Vorwürfe niemals öffentlich gemacht oder mit mir oder jemandem bei Amazon diskutiert."


Ein Bild aus besseren Zeiten: Jill Soloway und Jeffrey Tambor nach der Emmy-Preisverleihung im Jahr 2016 (Bild: Disney | ABC Television Group / flickr)

Daher könne er nur vermuten, dass die Untersuchung gegen ihn "fehlerhaft und voreingenommen angesichts der derzeit vergifteten und politisierten Atmosphäre war", so Tambor. "Wie ich schon gesagt habe, bedaure ich es zutiefst, falls eine meiner Handlungen jemals von jemandem falsch ausgelegt worden ist, und werde mich weiterhin vehement verteidigen. Ich bedaure zudem zutiefst, dass diese bahnbrechende Serie, die so viele Leben verändert hat, nun in Gefahr ist. Das bricht mir am meisten das Herz."

Tambor hatte in 40 Folgen Maura Pfefferman dargestellt – die Figur war bislang zentral für die Handlung. Die Affäre könnte bereits Auswirkungen auf die Wahrnehmung der bisher mit viel Lob versehenen Serie gehabt haben: So wurde "Transparent" im Dezember zum ersten Mal seit der Premiere für keinen einzigen Golden Globe Award nominiert (queer.de berichtete).

Mit der Trennung von Tambor ereilt "Transparent" das selbe Schicksal wie die Netflix-Serie "House of Cards": Nach Missbrauchsvorwürfen durch viele junger Männer feuerte das Streamingportal den von der Kritik hochgelobten Schauspieler Kevin Spacey. Damit wird die letzte Staffel ohne die Hauptfigur Frank Underwood auskommen müssen. (dk)



#1 RobinAnonym
  • 16.02.2018, 16:10h
  • 1.
    Bislang geht es nur um Beschuldigungen, wo niemand weiß, wie real die sind. Solange nicht die Schuld nachgewiesen wurde, ist man als unschuldig anzusehen.

    Dass dieses rechtsstaatliche Grundprinzip offenbar nicht für Promis gilt und da Vorverurteilung herrscht, ist undemokratisch und ein Skandal.

    Das ist die typische Bigotterie von US-Konzernen wie Amazon. Umso wichtiger, dass es auch starke europäische Konkurrenten gibt, wo Hysterie nicht über Vernunft gestellt wird.

    2.
    Wenn man ihn schon feuert, hätte man auch so konsequent sein müssen und die Serie ganz einstellen sollen. Jeffrey Tambor als Maura Pfefferman ist die Hauptfigur, um die sich alles dreht.

    Wenn man die Serie ohne diese Hauptfigur weiterführt, ist das inhaltlich und künstlerisch nicht zu rechtfertigen. Da geht es nur darum, eine tote Kuh noch so lange wie möglich weiter zu melken.

    So wird eine eigentlich mal tolle und hochgelobte Serie komplett ruiniert.
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#2 JujulienAnonym
#3 Julian SAnonym
  • 16.02.2018, 18:45h
  • Also ich werde mir keine einzige Episode Transparent mehr ansehen.

    Nicht, weil jemand gefeuert wurde, sondern weil jemand einfach auf Verdacht gefeuert wurde, ohne dass ihm ein rechtlich verwerfliches Verhalten nachgewiesen wurde.
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#4 SchwulerMannAnonym
  • 16.02.2018, 18:48h
  • Antwort auf #2 von Jujulien
  • Wie so oft ein unqualifizierter Beitrag von dir.
    Jeffrey Tamber streitet die Vorwürfe selber ja scheinbar nicht ab, sondern wirft den beiden eine Fehlinterpretation seiner Handlungen vor. Wer entscheidet denn was ihm unangenehm ist? Der Agressor oder das Opfer.....
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#5 JuJulienAnonym
  • 16.02.2018, 19:13h
  • Antwort auf #4 von SchwulerMann
  • Der Richter entscheidet ob Belästigung oder Vergewaltigung vorlag oder nicht. Weder der angebliche Täter , noch das angebliche Opfer. Es wäre ja schlimm, wenn das Opfer (bzw der Kläger) entscheiden würde. Dann könnte ich ja auch einfach sagen, dass ich mich von deinem Kommentar belästigt fühle und du müsstest ihn löschen. Klingt dämlich, oder?

    Und doch, Tambor streitet die Tat ab. Lies den Text nochmal.
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#6 Julian SAnonym
  • 16.02.2018, 19:17h
  • Antwort auf #4 von SchwulerMann
  • 1. Doch, er bestreitet die sehr wohl.

    2. Es ging um das Verhalten zwischen Kollegen. Ich weiß noch, dass ich einem Hetero-Kollegen, mit dem ich mich gut verstand und immer noch verstehe, früher mal gesagt habe "Bück Dich nicht so tief, sonst werde ich noch ganz wuschig." Das war ein Scherz unter Kollegen, aber heute würde ich wohl bei dem ein oder anderen dafür eine Anzeige wegen "sexueller Belästigung" erhalten.

    Es gibt natürlich das Problem, dass manche Sachen von unterschiedlichen Menschen anders beurteilt werden. Was ist z.B., wenn ein Verhalten oder ein Spruch von dem einen als Scherz gemeint ist und von dem anderen als sexueller Übergriff?

    Es kommt natürlich auch darauf an, ob sowas zwischen Kollegen/ Freunden oder bei Fremden geschieht.

    Aber generell wünsche ich mir oft mehr Gelassenheit von manchen, die oft etwas überempfindlich sind. Mich hat noch vor kurzem ein (schwuler) Kumpel gesagt, als ich beim Joggen nicht so schnell hinterherkam: "Komm Schwuchtel, guck nicht so viel den süßen Männern hinterher." Soll ich den jetzt wegen dem Wort "Schwuchtel" anzeigen?
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#7 SchwulerMannAnonym
  • 16.02.2018, 19:30h
  • Antwort auf #6 von Julian S
  • Weil dir das Gefühl dafür fehlt, was sexuelle Belästigung sein könnte sollen alle anderen auch deine Meinung übernehmen. Unerträglich ist deine Relativierung deiner eigenen Übergriffigkeit, die du mit einem Gegenbeispiel reinwaschen willst.
    Wenn die Unsensiblen anfangen die Regeln aufzustellen,dann nur um selber ihr Verhalten nicht reflektieren zu müssen.
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#8 metooAnonym
  • 16.02.2018, 21:20h
  • Antwort auf #7 von SchwulerMann
  • "deine Relativierung deiner eigenen Übergriffigkeit, die du mit einem Gegenbeispiel reinwaschen willst. "

    Wenn das Übergriffigkeit ist, dann sollten wir beginnen unsere schwule Geschichte umzuschreiben. Mir wird Angst und Bange.
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#9 LillyComptonAnonym
  • 16.02.2018, 21:34h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Um mal meine Ehefrau welche Richterin ist zu zitieren: "Die Unschuldsvermutung gilt für die Justiz."

    Die Polizei darf dich für schuldig halten, die Opfer dürfen es und jeder x beliebige Zivilist der nicht zu Gericht sitzt darf das.

    Denn sie alle dürfen denken was sie wollen, sie können ja eh keine Rechtswirksamen Urteile in einem Rechtsstaat ergehen lassen.

    Das ist nicht undemokratisch. Auch das gehört zu unserem Rechtsstaat.

    Also ist dein beitrag ein logischer fehler und nichts weiter als Stimmungsmache. Früher auch rumpöbeln genannt.
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#10 SarahAnonym