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Beim Cologne Pride stand die Politik im Vordergrund. Außenminister Joschka Fischer forderte ein Ende der Diskriminierung in ganz Europa.

Von Norbert Blech

Mit einem Straßenfest und einer bunten Parade haben am Wochenende in Köln rund 600.000 Besucher Europas größten Christopher Street Day (CSD) gefeiert. An der Parade am Sonntag nahmen rund 32.000 Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgenders, Heterosexuelle und einige Politiker teil.

Fischer spricht, Fee-Wadehn nicht

Der grüne Bundesaußenminister Joschka Fischer forderte bei einer Rede auf dem Heumarkt mehr Gleichberechtigung für Lesben und Schwule in Europa. "Wir werden dafür sorgen, dass die in Deutschland geltenden Grundsätze überall in Europa Anwendung finden", sagte Fischer. Es dürfe keine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung geben. Fischer war zuletzt 2002 auf dem Kölner CSD, ebenfalls im Bundestagswahlkampf. Sein Parteikollege, der Grünen- Bundestagsabgeordnete Volker Beck sagte, er wolle sich für ein volles Adoptionsrecht und Gleichheit im Steuerrecht für Lesben und Schwule einsetzen. "Wir wollen 1:1 die Rechte, die auch Heterosexuelle haben."

Auch bei Podiumsdiskussionen auf Heu- und Alter Markt konnten vor allem die Grünen ihre Positionen loswerden. Zu einem kleinen Eklat kam es, als Sylvia Fee-Wadehn nicht an einer Diskussion teilnehmen durfte. Die transsexuelle Politikerin, die es nach einem Wechsel von SPD zu WASG auf die Landesliste zur Bundestagswahl geschafft hat, sei vom veranstaltenden Kölner Lesben- und Schwulen-Tag (KLuST) spontan zu einem Gespräch geladen worden, so die Hagenerin. Moderator Torsten Bless gibt jedoch an, dies sei nicht der Fall gewesen, daher habe er die anderen Politiker um Zustimmung gefragt. Die SPD-Politikerin Lale Agkün und Volker Beck hätten, anders als der Vertreter der Union, die Teilnahme der Politikerin abgelehnt.

Andere Politiker hielten keine Reden, waren aber bei der Parade dabei. So fuhr die grüne Parteivorsitzende Claudia Roth erwartungsgemäß und fröhlich auf einem Wagen mit. Auch die SPD war mit einem Wagen vertreten, die Unionshomos von der LSU fand man hingegen nicht. Bei der FDP fuhr Parteichef Guido Westerwelle mit – was gelegentlich mit "Buh"-Rufen einiger Zuschauer quittiert wurde.

Schwules Altern

Aber beim CSD-Motto ging es ja nicht um ein Antidiskriminierungsgesetz oder das Coming-out, es ging ums Altern: "lebenslang liebens:würdig", ein Zeichen gegen Jugendwahn und Ausgrenzung. Die vermeintlich Alten von Gay and Grey eröffneten die Parade, und auch an deren Stand gab es zahlreiche generationsübergreifende Gespräche.

Schade, dass die Homo-Jugend mit ihrem gemeinsamen Standzelt da so weit entfert war. Angenehm fiel auf, dass die im letzten Jahr recht verlorene, nicht-kommerzielle Standmeile besser an das Straßenfest angebunden wurde, einen Rundgang ermöglichend. Die Medienagantur queercom, unter anderem Betreiber von queer.de und gay-thailand.de, war erstmals mit einem eigenen Stand vertreten.

4. Juli 2005, zuletzt geändert am 5.7.2005



Andreas Renner

Der Stuttgarter CDU-Sozialminister wehrt sich als Schirmherr des CSDs gegen Gestrige aus den eigenen Reihen.

15 Kommentare

#1 queeryAnonym
  • 04.07.2005, 18:45h
  • also, ihr lieben, das das der letzte csd vor den (vermutlichen) wahlen war, stimmt ja wohl nicht ganz oder??
    Anmerkung der Redaktion: Du hast natürlich recht, und deshalb wurde die vorläufige Überschrift geändert
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#2 FlorianAnonym
  • 04.07.2005, 19:05h
  • Dass die SPD etwas gegen die Teilnahme einer Transsexuellen hat, die aufgrund von Mobbing die SPD verlassen hat und nun für die Partei kandidiert, die der SPD wohl die meisten Wähler nehmen wird, ist mir klar. Aber warum hat Volker Beck auch etwas dagegen? Scheinbar können sich die Grünen immer noch nicht von der SPD emanzipieren...

    Mein Vorschlag fürs nächste Mal: wenn jemand ein Problem mit anderen Diskussionsteilnehmern hat, soll er / sie doch selbst verzichten und nicht diejenigen, die kein Problem mit den anderen haben! Jedesmal wenn SPD und Grüne gerade wieder ein wenig in meiner Achtung gestiegen sind, disqualifizieren sie sich wieder selbst, indem sie vor lauter Angst vor der Konkurrenz die in Homorechten weiter geht, zensieren!
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#3 ACopAnonym
  • 05.07.2005, 02:27h
  • Grünen-Gruppenbild mit Transe – da bekomme ich schon
    wieder Plack!

    Ok, ich weiß ja das die Transen usw damals, Stonewall
    usw... ABER warum müssen diese kamerageilen Biester sich
    immer in den Vordergrund schieben? Die Presse stürzt sich
    gierig auf diese „Vertreter des schwulen Milieus“ wie immer
    so schön geschrieben wird. Der gewöhnliche Schwule (ich
    schreibe absichtlich nicht normal) kann sich jetzt wieder
    wochenlang im Büro oder bei Arbeit erklären, dass weder er
    noch sein Freund Frauenkleider trägt. „Aber Schwule tragen
    doch Frauenkleider und einer muss ja schließlich die Frau
    bei Euch sein...“

    Was die Transen für alle Schwulen damals erreicht haben,
    ist längst aufgebraucht durch die Bärendienste welche sie
    uns seit Jahrzehnten leisten....

    Um das noch einmal klar zu sagen, ich habe nichts gegen
    Transen, mich stört nur die Lautstärke, Penetranz und
    Aufdringlichkeit dieser angeblichen Vertreter des schwulen
    Lebens. Gerade der CSD in Köln hat schön gezeigt, es gibt
    mehr wie Transen, SM’lern und Kampflesben. Warum wird
    das nicht in der Presse dargestellt?
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#4 Lee RoyAnonym
  • 05.07.2005, 06:18h
  • Joschka Fischer will sich stark machen das Homosexuelle in ganz Europa Rechte haben?? Seltsam was die Spanier im Erzkonservativen Katholischen Spanien ohne Grün erreicht haben zeigt, es geht auch sehr gut ohne Grün. Und was die Ausgrenzung der Teilnehmerin der WASG betrifft es scheint ja einigen Parteien der Arsch auf Grundeis zu gehen!
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#5 KlausAnonym
  • 05.07.2005, 10:27h
  • Die in Deutschland geltenden Grundsätze will Fischer in Europa verankern? Also eine halbe Homo-Ehe, ein halbes Adoptionsrecht und ein halbes ADG, das freilich noch nicht mal verabschiedet ist. Für das wenigste an der deutschen Misere können die Grünen was, aber dann sollte man sich nicht anmaßen, über andere Länder zu richten. Die Vorfälle in Polen zeigen allerdings, dass mehr Einsatz der Politiker notwendig ist und man muss für jemand wie Fischer schon dankbar sein. Nur auf die Wortwahl ist zu achten, schließlich gibt es beispielsweise in Düsseldorf auch einen Bürgermeister, der den CSD verhindern wollte. Aber, ich vergaß, mit dem wollten die Grünen ja koalieren...
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#6 gerdAnonym
  • 05.07.2005, 10:38h
  • Der Artikel des Autors ist weitestgehend inhallich gut....vergessen wurde die gute Rede von der FDP-Politikerin Leutheusser-Schnarrenberger und am Neumarkt zumindest erhielt Herr Westerwelle sehr viel Applaus.
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#7 KobidoAnonym
  • 05.07.2005, 11:44h
  • @ACop:

    Wenn Deine Arbeitskollegen zu dumm sind, zwischen Drag-Queen, Transe, Schwulen, etc. zu unterscheiden, ist das deren Problem, aber nicht das von irgendwelchen Drag-Queens.

    Wenn ich als schwuler Mann, ein Hetero-SM-Paar sehe, denke ich auch nicht, dass alle Heteros sich auspeitschen!

    Ich bin auch keine Drag-Queen und könnte mit sojemandem auch keine Beziehung führen, aber das ist mein persönlicher Geschmack und macht Drag-Queens und Transen nicht schlechter als mich oder sonstjemand. Und wenn es Heteros gibt, die zu dumm sind um zu verstehen, dass es nicht nur den einen Hetero-Stereotyp und nur den einen Homo-Stereotyp gibt, und diese Dummköppe dann denken, dass ich heimlich in Frauenklamotten rumlaufe, dann ist mir das echt scheißegal. Denn auf die Meinung solcher Leute kann ich eh pfeifen.

    Wieso soll nicht jeder nach seiner Facon glücklich werden? Die Dragqueens beeinflussen doch nicht Dein Leben? Wie kannst Du Toleranz für Schwule erwarten, wenn Du selber intolerant gegenüber Dragqueens bist?

    Jeder soll so leben wie er mag! Und wenn Leute das nicht verstehen oder generalisieren sind sie dumm - das ist dann aber deren Problem und nicht von anderen.
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#8 Privataidsaktivist Uwe GörkeAnonym
  • 05.07.2005, 12:09h
  • Gedanken zum CSD. Viele wollte ich treffen und einige wollten mich treffen und doch ging es bei der Menge von Menschen unter. Aber die SMS, Mails, die Telefonate gestern und die von euch heimlich geschossene Fotos meiner Person *grins* taten saugut, denn nicht ganz in Vergessenheit geraten zu sein macht mich stolz. Besonders weil dies Menschen sind, die eine Zimmertemperatur über 18° haben und sich nicht dem oberflächlichen Geschwätz der Szene-Huschen anschließen: Wir haben alles erreicht in Köln/Berlin u.s.w. Ich kann es nicht mehr hören! Und was ist mit Toleranz für die Homosexuellen, die in der Provinz leben und es noch nicht so öffentlich machen können? Vielleicht sollte man(n) auch für die kämpfen oder auch für die, die u.a. Volker Beck (www.volkerbeck.de ) in seiner Rede erwähnte - Menschen in Warschau oder anderen Städten in Europa, die noch weit entfernt sind von Toleranz und Akzeptanz. Das meinte ich mit Plakaten, Rolf Emmerich! Wir (ich schließe mich mit ein), die zu den CSD's kommen, müssen Plakate haben und uns mit der Sicherheit im Rücken stark und sichtbar machen und nicht nur die im Zug machen lassen. Ich bezweifle, ob ein Westerwelle, der mit auf dem Wagen der FDP war, wirklich für die Belange der Schwulen und Lesben vor Ort eintritt. Auch wenn ich der Wähler der SPD bin, zweifle ich, ob die Regierung noch mit Herz hinter uns steht. Was diese Thematik angeht, kann man nur den Grünen glauben. Sonst ist mir diese Partei aber zu entwicklungsfremd und blockt mir zu viel, um Fortschritte in Deutschland zu erreichen. Von CDU, CSU und PDS halte ich gar nichts und eine Frau Merkel ist unerträglich mit ihrem Geschwätz. Aber nun hat mich der Alltag wieder und meine Belange sind nicht, Köln zu helfen sondern Homosexuellen und Heterosexuellen allgemein, die in der Provinz leben oder die es mit HIV/Aids oder anderen Behinderungen erwischt hat. Und ich stehe zu meinem Wort. Wenn mir Menschen ihre Schicksale berichten, halte ich in der Öffentlichkeit gerne den Kopf dafür hin, damit sich was ändert. Viele müssen hier verdeckt bleiben, da alles, von Job bis Wohnung oder Vereinsmitgliedschaft auf dem Spiel steht. Und langsam kämpfen wir uns vor und ich möchte von den schwulen Kollegen in den großen Organisationen einfach mal ernst genommen werden. Hört endlich mal auf, mich zu attackieren und zu boykotieren. Mensch - 15 Jahre die "Frau" Uwe Görke und nun halt der Privataidsaktivist und ihr tut so, als ob ich als Mensch ein Stück Scheiße bin. Schaut nach vorne, Fehler machen wir alle und lernen doch gerne raus. Ja, ein Uwe Görke freut sich noch, wenn er auf eine Gästeliste kommt und mal mit einem Essen und Getränken verwöhnt wird. Wenn mich Menschen an meiner Arbeit messen und mich als Mensch mit Arbeit akzeptieren. Wenn ich einige Großkotze von den großen Institutionen im VIP-Bereich gesehen habe, die für ihre Arbeit Geld bekommen und mir dann die vielen Ehrenamtlichen in Deutschland ins Gewissen hole, blieb mir zeitweise das Essen im Hals stecken. Sowas müsste es auch mal für sie geben. Und da sind wir wieder bei Ehrungen, die "Promis", große Fernsehanstalten oder Medien bekommen . . . Und die seit Jahren von unten was tun ohne einen € dafür zu bekommen, werden schlicht weg ignoriert. Mein Wunsch ist, dass wir mal einen CSD-Wagen haben und mal zeigen können, dass wir es von Herzen machen und als Mensch auch mal ernst genommen werden möchten. Stellvertretend sage ich Danke z. B. an Karl Heinz (aidserkrankt), Claudia (heterosexuell), Andreas (homosexuell), Oliver (heterosexuell), Willi aus Saarlouis (Gay) sowie Norbert (Gay, behindert und gehörlos). Danke für euren Einsatz seit Jahren im Hintergrund. Wir brauchen euch und viele verdeckt lebende Homosexuelle und Infizierte, sowie Behinderte danken es euch. Und ich ganz besonders, der zwar oft für euch den Kopf hinhält, das Schicksal bewältigt ihr aber meistens ganz alleine. So hier noch meine Gedanken zum Schluss, denn "Tim" und mir geht es gut: Trenne dich nie von deinen Illusionen! Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben. Euer Privataidsaktivist Uwe Görke ( www.uwegoerke.de )
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#9 gerdAnonym
  • 05.07.2005, 13:21h
  • Zu UweGoerke,

    man mag an den Parteien in einzelnen Punkten links der CDU kritisieren, inwieweit sie sich für die Belange von homosexuellen Menschen einsetzen.

    Aber zumindest sollte man doch auch einmal loben, dass die Parteien Grüne/Bündnis 90, SPD und FDP sowie mit Einverständnis der PDS alle GEMEINSAM (!!!!) das Überarbeitungsgesetz im letzten Jahr ermöglicht haben.

    Es ist allein die CDU bzw. genauer gesagt der rechte Flügel der CDU und die CSU die unsere Rechte massiv blockieren.
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#10 Tolerant mit VerstandAnonym
  • 05.07.2005, 13:56h
  • Wer ist diese Fee Vadehn?
    Sie ist Aktivistin einer Partei, die weder in einem Palrament sitzt, noch zu den nächsten Wahlen antritt.

    Dann hätte man ja auch ÖDP, Graue Panther und Tierschutzpartei einladen können.
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