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Berlin

AfD-Kommunalpolitiker outet sich als transsexuell

In einer persönlichen Erklärung in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg bat Nico Wittmann darum, ab sofort als "Herr" angesprochen zu werden.


Nico Wittmann (2.v.l.) wurde 2015 noch als Nina vorübergehend als Beisitzer in den Bezirksvorstand der AfD Tempelhof-Schöneberg gewählt (Bild: Pressefoto AfD Tempelhof-Schöneberg)

In der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Tempelhof-Schöneberg in Berlin hat sich ein junges Mitglied der AfD-Fraktion als transsexuell geoutet. Dies berichtete am Mittwoch die "taz".

"Ich bitte darum, mich ab sofort mit 'Herr Wittmann' anzusprechen und auch im Schriftverkehr den Namen Nico Wittmann zu verwenden", zitierte die Zeitung aus einer persönlichen Erklärung des AfD-Politikers, der 2016 als Nina Wittmann in das Kommunalparlament eingezogen war. Wörtlich heißt es weiter: "Ich bin transsexuell und das nicht erst seit gestern. Transsexuell nicht Gender-Sternchen."

In der Erklärung entschuldigte Wittmann, der Anfang zwanzig ist, seine teilweise Abwesenheit in der BVV mit seiner Transition: "Wie vielen Betroffenen geht es mir durch diesen Umstand seit Jahren psychisch sehr schlecht. […] Ich entschuldige mich für damit einhergehende Ausfallzeiten bei unseren Wählern und bedanke mich bei meiner Fraktion für die entgegengebrachte uneingeschränkte Unterstützung."

Coming-out in einer transfeindlichen Partei

Persönlicher Kontakt scheint offensichtlich Vorurteile abzubauen: Die AfD ist, auch in Berlin, die mit Abstand transfeindlichste Partei in den Parlamenten, die sich unter anderem über Unisextoiletten lustig macht, Fördergelder für LGBTI-Projekte streichen will und Schulaufklärung über geschlechtliche Minderheiten als "Frühsexualisierung" diffamiert (queer.de berichtete).

Jeannette Auricht, die Sprecherin der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, bezeichnete die Transition von Nico Wittmann gegenüber der "taz" als "Privatangelegenheit": "Natürlich gibt es homosexuelle und transsexuelle Mitglieder in der AfD. Aber Privatangelegenheiten wie die von Herrn Wittmann ändern nichts daran, dass wir am traditionellen Familienbild festhalten. Eine Minderheit sollte nicht als Mehrheit betrachtet werden."

Auf der Homepage der BVV wurde Wittmanns Vorname bereits aktualisiert, allerdings wird er weiterhin als "Bezirksverordnete" vorgestellt. Der AfD-Politiker war 2016 auch Direktkandidat für die Wahl zum Abgeordnetenhaus und erzielte im Wahlkreis Templlhof-Schöneberg 7 mit 15,5 Prozent den dritten Platz hinter SPD und CDU. (cw)



#1 PeerAnonym
#2 goddamn liberalAnonym
  • 22.02.2018, 12:11h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • Weshalb ist er in der AfD?

    Kampf gegen echte Feinde ist nicht jedem gegeben. Identifikation mit den Angreifer ist leichter.

    Vielleicht auch, weil die AfD Menschen mit Identitätsproblemen anzieht.

    Rumänien- und Russlanddeutsche und andere Migranten, die unbedingt deutsch sein wollen, ohne die Sprache richtig zu beherrschen (und sich dann vielleicht irgendwann Ahmad nennen).

    Blonde Lesben, die in einer zweisprachigen Schweizer Stadt wie Biel/Bienne mit einer Migrantin leben, syrische Putzfrauen beschäftigen und sich ihrers heteronormativen Germanentums versichern wollen.

    Sorben oder Sorbischstämmige im zweisprachigen Bautzen, die es für urdeutsch halten, Flüchtlingsheime anzuzünden.

    Die politische Pathologie hat viele Gesichter.
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#3 Robert NiedermeierAnonym
  • 22.02.2018, 12:13h
  • Neunazi-Vorsitzende Alice Weidel hat gesagt, "Politische Korrektheit gehört auf dem Müllhaufen der Geschichte", Frau Wittmann!
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#4 PolitischeFreiheitAnonym
  • 22.02.2018, 12:22h
  • Die politische Positionierung eines Menschen ist eben nicht von sexueller Erregung, oder geschlechtlichem Verhalten abhängig, also ist das verständlich.

    Im Gegensatz zu sexueller Orientierung und geschlechtlichem Verhalten, wird niemand links, liberal oder rechts geboren.

    Ich hoffe, er kann für mehr Toleranz in der AFD werben. Sich politisch frei zwischen Parteien entscheiden zu können, sollte allen LGBTI* Menschen offen stehen, das geht aber nur, wenn Diskriminierung und Vorurteile abgebaut werden.
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#5 David JacobAnonym
#6 OrthogonalfrontAnonym
  • 22.02.2018, 12:37h
  • Das beweist lediglich erneut eine einzige Sache, nämlich dass LGBTTIQ*-sein ABSOLUT gar nichts mit der politischen Einstellung zu tun hat. Ich weiß, für manche hier kommt das extrem überraschend.
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#7 PfuiAnonym
  • 22.02.2018, 12:37h
  • Antwort auf #4 von PolitischeFreiheit
  • Hier geht es nicht um links, liberal oder rechts.
    Die AfD verkörpert offene Menschenfeindlichkeit.
    Da gibt es keine freie Entscheidung für LGBTI - Menschen.
    Diese Entscheidung wird jedem denkenden Menschen bei Lesen und Hören der abstoßenden Ergüsse der Vertreter dieser Partei abgenommen.
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#8 Svetlana LAnonym
#9 LorenProfil
#10 goddamn liberalAnonym