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Berlin

Polizei fahndet nach homophobem Tram-Schläger

Der Verdächtige soll letzten Sommer in der CSD-Nacht einen Fahrgast an dessen Regenbogenfahne aus der Straßenbahn gezogen haben.


Die Berliner Polizei bittet um Mithilfe (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

Zu Update springen: Gesuchter stellt sich

Zur Aufklärung eines mußtmaßlich schwulenfeindlichen Übergriffes hat die Berliner Polizei am Donnerstag Bilder eines Mannes aus einer Überwachungskamera veröffentlicht und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten.

Am Sonntag, den 23. Juli 2017, soll der bisher unbekannte Mann gegen 2.40 Uhr in einer Straßenbahn der Linie M10 in der Nähe des U-Bahnhofs Frankfurter Tor einen Fahrgast mit den Worten "Homo-Fotze" und "Schwuchtel" beleidigt haben.

In jener Nacht nach der Berliner CSD-Demonstration 2017 soll der Unbekannte dann von hinten an den 20-Jährigen herangetreten sein und ihn unvermittelt an der um den Hals getragenen und verknoteten Regenbogenfahne aus der Bahn herausgezogen haben. Der angegriffene Fahrgast soll dadurch Verletzungen im Hals- und Rückenbereich erlitten haben.

Die Ermittler fragen nun: Wer kennt den Gesuchten und kann Angaben zu seiner Identität und zu seinem Aufenthaltsort machen? Wer kann weitere sachdienliche Hinweise geben? Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Berlin, Abteilung Staatsschutz, Bayernring 44, 12101 Berlin-Tempelhof unter der Telefonnummer (030) 4664-953128 oder per E-Mail entgegen sowie jede andere Polizeidienststelle.

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Laut einer vorläufigen Statistik der Polizei wurden den Beamten in Berlin 2017 insgesamt 161 Vorfälle im Bereich "sexuelle Orientierung" gemeldet. Im Vorjahr waren es 164, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln. Untersuchungen der Fälle zeigten sehr unterschiedliche Motive. (nb/pm)

 Update  23.2., 12.15h: Gesuchter hat sich gestellt

Nach Angaben der Berliner Polizei meldete sich am Donnerstagabend ein 20-jähriger Mann aus Mönchengladbach auf einem Polizeirevier in Nordrhein-Westfalen und teilte mit, sich selbst auf den Fotos wiedererkannt zu haben. Er gab an, von einem Bekannten einen Screenshot einer Tageszeitung erhalten zu haben, in der die Fahndungsfotos abgebildet waren. Die Ermittlungen dauern an. Wie in solchen Fällen üblich, werden die Bilder nun wieder aus Pressemeldungen entfernt oder unkenntlich gemacht.



#1 PierreAnonym
  • 22.02.2018, 13:31h
  • Wieso werden solche Fahndungsbilder immer erst Monate nach der Tat veröffentlicht?

    Wer soll sich denn heute noch daran erinern? Der mutmaßliche Täter könnte längst eine andere Frisur, Bart, o.ä. haben, oder sogar längst woanders leben...
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#2 Nase vollAnonym
#3 Pu244Anonym
  • 22.02.2018, 13:38h
  • Antwort auf #1 von Pierre
  • Weil erst alle anderen Ermittlungsansätze ausgeschöpft sein müssen, damit eine Öffentlichkeitsfahndung, mit Bildern oder Video, angeordnet wird. Die schwere der Straftat und Wiederholungsgefahr spielt dann auch noch eine Rolle.

    Generell ist man in Deutschland da sehr, sehr zurückhaltend.
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#4 olfwobAnonym
  • 22.02.2018, 14:00h
  • Antwort auf #2 von Nase voll
  • Mir ist es völlig schleierhaft, was sie damit erreichen wollen Angriffe gegen Juden im Vergleich zu Angriffen auf Gays zu thematisieren. Ich bezweifle es zwar, dass da schneller reagiert wird, aber selbst wenn, wäre es ihnen lieber, wenn eine andere Minderheit gefälligst gleich schlecht behandelt werden würde?
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#5 HörnchenAnonym
#6 Nase vollAnonym
  • 22.02.2018, 14:14h
  • Antwort auf #4 von olfwob
  • Mir ist es völlig schleierhaft, wieso jemand meine Frage so missverstehen will, aber o.k., für dich zum Mitschreiben: Schwule würden in diesem Fall zu Opfern zweiter Klasse degradiert. Natürlich geht es darum, dass bei homophoben Angriffen Täterbilder genauso schnell veröffentlicht werden müssen wie bei anderen Taten.
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#7 OlliAnonym
  • 23.02.2018, 13:17h
  • Antwort auf #2 von Nase voll
  • Es gibt eine rechtliche Grundlage, nach der Täterfotos veröffentlicht werden oder nicht. Ob es Dir passt oder nicht: auch ein Täter hat im Rechtsstaat ein Anrecht auf Schutz seiner Person und ein recht an seinem Bild.

    Ob die Fotos dann doch veröffentlicht werden, hängt von einem Richter ab. Und wie Du siehst, ist es in diesem Fall geschehen und der Mann wurde gefasst.

    Die Regelung mag nicht jedem gefallen, mir ist die aber so lieber, als dass jeder öffentlich an den Pranger gestellt wird, ohne stichhaltige Beweise, dass derjenige es wirklich gewesen ist.
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#8 Nase voll von Nase vollAnonym
#9 andreAnonym
  • 23.02.2018, 14:25h
  • Antwort auf #6 von Nase voll
  • Das ist nur Dein persönliches, emotionales Empfinden. Geht mir auch manchmal so. Die Antwort steht in #3 ganz gut beschrieben. Dabei werden keine Unterschiede gemacht, zwischen verschiedenen Tätergruppen.
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