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Homophobie in der evangelischen Kirche

Pfarrer: Schwule und Lesben betreiben "biologisch sinnlose Paarung"

Als letzte evangelische Landeskirche beharrt Württemberg auf einem Verbot öffentlicher Segnungen von Homo-Paaren – manche Pfarrer werben sogar offen für Homo-"Heilung".


Evangelische Christen in Württemberg sind sich nicht einig: Soll man Schwule und Lesben ächten oder achten? (Bild: Rüdiger Stehn / flickr)

19 von 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland haben inzwischen Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichgestellt oder bieten zumindest öffentliche Segnungsgottesdienste an. Nur die Landeskirche Württemberg beharrt darauf, Homo-Paaren selbst einen öffentlichen Segen zu verweigern.

Seitdem die Landessynode im Herbst letzten Jahres eine Liberalisierung ablehnte, streiten Gläubige im Südwesten über den Umgang mit Schwulen und Lesben in der Kirche. In der traditionell pietistischen Landeskirche unterzeichneten etwa bereits im November 2017 mehr als 320 Pfarrer, Vikare und Theologiestudenten eine Erklärung, in der sie behaupteten, dass ihnen die Bibel verbiete, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen.

Besonders deutlich formulierte Pfarrer Tobias Eißler in einem Abschnitt der gerade erschienenen neuesten Ausgabe des "Evangelischen Gemeindeblattes für Württemberg" seine Ablehnung – er sprach von einer "biologisch sinnlosen Paarung" von Homosexuellen. In einem vor zwei Monaten veröffentlichten langem Kommentar zum Thema Homosexualität (PDF) stellte der Pfarrer aus Ostfildern-Ruit bereits die Ausgrenzung von Homosexuellen geradezu als Fortschritt des Christentums dar: Die alten Griechen und Römer hätten noch "Offenheit […] für das Gleichgeschlechtliche" gezeigt. Der Fortschritt des Christentums liege darin, "dass man das Schöpfungsgemäße achtet und das biologisch Sinnlose ächtet" – also Heterosexuelle achtet und Homosexuelle ächtet.

Eißler: Die Bibel macht hetero

In dem Text wirbt Tobias Eißler sogar offen für die "Heilung" von Homosexuellen, die sich seiner Ansicht nach offenbar nach dem Kontakt mit der Bibel in Heterosexuelle verwandeln können. Wörtlich führt er aus, "dass die Begegnung mit dem Evangelium zur Umorientierung im Blick auf die Lebensform führen kann".

Auf der anderen Seite gibt es in Württemberg viele Befürworter einer Anerkennung von Homo-Paaren. 40 von 50 Dekanen, also Leitern von Kirchenbezirken, unterstützen ein Schreiben zur Segnung von nichtheterosexuellen Paaren.

Zudem sind 45 der 1.300 Kirchengemeinden der "Initiative Regenbogen" beigetreten – die meisten davon befinden sich in der Region Stuttgart, also in der Landeshauptstadt und den umliegenden Landkreisen (siehe Karte). Die Initiative will Schwule und Lesben in der Kirche willkommen heißen und Segnungen ermöglichen und tritt dafür ein, dass homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer mit ihren Partnerinnen und Partnern gemeinsam im Pfarrhaus leben dürfen – auch das ist bislang nur Heterosexuellen vorenthalten.



#1 liberalissimoAnonym
  • 26.02.2018, 16:22h
  • Die Bibel verbietet viel:
    Verzehr von Schweinefleisch, Kaninchen und Nordseekrabben.
    Kleidung aus Mischgewebe.
    Sie fordert die Todesstrafe für Ehebruch.
    Der unbeschittene Mann soll ausgestoßen werden.

    Alle diese Verbote werden ignoriert. Beichten etwa gläubige Katholiken, wenn sie einen Sonntagsbraten aus Schweinefleisch gegessen haben?

    Nur das eine Gebot wird enst genommen: 3. Mose 18, 22
    Kein Mann darf mit einem anderen Mann geschlechtlich verkehren; denn das verabscheue ich.

    Welch seltsame und willkürliche Auswahl.
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#2 Petrus48Anonym
  • 26.02.2018, 16:26h
  • "Seitdem die Landessynode im Herbst letzten Jahres eine Liberalisierung ablehnte,"[...]

    --> Es fehlten NUR zwei Stimmen auf der Synode zur erfordernlichen ZweiDrittelmehrheit in Württemberg! Eine absolute Mehrheit bestand zur Erlaubnis von Segnungsgottesdiensten.

    -----------

    "19 von 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland haben inzwischen Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichgestellt oder bieten zumindest öffentliche Segnungsgottesdienste an." [...]

    Genaugenommen sind es 16 von 20 Landeskirchen. Denn neben dem synodalen Verbot in der Landeskirche Württemberg gibt es mit der Landeskirche Bayern eine Landeskirche, wo nur eine nichtöffentliche Segnung synodal erlaubt ist und wo aber die Landeskirchenleitung gleichwohl Segnungsgottesdienste erlaubt.

    Und es gibt mit den Landeskirchen Anhalt und Schaumburg-Lippe zwei sehr kleine Landeskirchen, wo es überhaupt keinen Synodenbeschluss zu diesem Thema gibt, aber wo die Landeskirchenleitungen Segnungsgottesdienste respektieren/erlauben.

    Aber in Württemberg, soweit stimmt es dann doch, besteht bisher ein synodales Verbot, das vor rund 15 Jahren erging, als damals das Lebenspartnerschaftsinstitut staatlicherseits eingeführt wurde.
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 LarBIAnonym
  • 26.02.2018, 16:41h
  • Religion und Glaube an ein höheres Wesen und an ein Leben nach dem Tod ist biologisch genauso sinnlos.

    Was für ein lachhafter Vergleich!
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#5 ursus
  • 26.02.2018, 16:54h
  • immer wieder erfrischend, wenn menschen, die ihr weltbild auf jungfrauengeburten und lebenden toten errichten, sich zu prediger_innen biologistischen schmarrns aufschwingen.
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#6 Tommy0607Profil
  • 26.02.2018, 16:58hEtzbach
  • Schöpfungsgeschichte? Glaubt der noch an Adam und Eva? Wohl ein wenig "Religionsblind", der Gute. Auch Religionen sollten ein wenig mit der Zeit gehen.
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#7 RobinAnonym
  • 26.02.2018, 17:03h
  • "biologisch sinnlose Paarung"

    Ich habe eine Neuheit für die:
    Sex dient nicht nur zur "Paarung" - übrigens auch nicht bei Heteros.

    Sex ist genauso ein Grundbedürfnis wie Trinken, Essen und Schlafen. Und wenn zwei Menschen sich lieben, möchten sie das halt auch körperlich ausdrücken und diese intimen Momente sexueller Hochgefühle miteinander erleben.

    Das werden religiöse Fanatiker wohl niemals verstehen, aber dann sollen sie wenigstens mit ihrer unmenschlichen und unchristlichen Hetze aufhören.
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#8 PierreAnonym
  • 26.02.2018, 17:16h
  • Dass solche Kirchen-Fritzen immer so fortpflanzungs-besessen sein müssen...

    Das erinnert irgendwie an dürsterste Zeiten, wo es für besonders gebärfreudige Damen ein sog. "Mutterkreuz" gab.
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#9 Carsten ACAnonym
  • 26.02.2018, 17:25h
  • ----------------------------------
    Pfarrer: Schwule und Lesben betreiben "biologisch sinnlose Paarung"
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    Nein, die Befriedigung sexueller Bedürfnisse ist sehr wohl biologisch sinnvoll. Da der Sexualtrieb eben auch biologisch ist.

    Aber mit Wissenschaften haben es die Religiösen ja noch nie so gehabt...
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#10 LorenProfil
  • 26.02.2018, 17:35hGreifswald
  • Sinnlos ist es, mit solchen religiösen Fundamentalisten im 21. Jahrhundert weiterhin in einen Diskurs zu gehen. Ihr Einfluss muss in einem pluralen Rechtsstaat so gering wie möglich gehalten werden, damit alle ihr Recht auf Gleichbehandlung wahrnehmen können.
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