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Neue Generalsekretärin

CDU-Parteitag: Kramp-Karrenbauer erhält 98,9 Prozent

Trotz ihrer homophoben Aussagen erzielt die scheidende saarländische Ministerpräsidentin beim CDU-Parteitag ein Traumergebnis.


Annegret Kramp-Karrenbauer: Bleibt mit ihr Homophobie ein Markenkern der CDU? (Bild: Claude Truong-Ngoc / wikipedia)

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Generalsekretärin der Christdemokraten. Auf dem CDU-Sonderparteitag, auf dem auch der Koalitionsvertrag abgesegnet wurde, erhielt die 55-Jährige am Montagnachmittag 785 von 794 gültigen Stimmen der Delegierten. Das entspricht 98,87 Prozent. Einen Gegenkandidaten gab es bei der Wahl nicht.

Damit tritt sie die Nachfolge von Peter Tauber an, der bei seiner Wahl vor vier Jahren "nur" 97,0 Prozent der Stimmen erzielt hatte. Kramp-Karrenbauer hatte in den letzten Tagen erklärt, sie wolle eine breite Programmdebatte anstoßen, aus der ein neues Grundsatzprogramm entwachsen soll. Das letzte ist bereits elf Jahre alt.

Derzeit ist die 55-Jährige noch saarländische Ministerpräsidentin. Sie will diesen Job aber in Kürze abgeben und sich ganz auf den Job der Generalsekretärin konzentrieren.

Seit 2015 wiederholt homophobe Kommentare

In der Vergangenheit musste Kramp-Karrenbauer heftige Kritik wegen homophober Äußerungen einstecken: Sie war 2015 von vielen LGBTI-Aktivisten kritisiert worden, als sie die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare mit der Begründung ablehnte, dass ein solcher Schritt auch zur Anerkennung von Viel- oder Verwandten-Ehen führen könne (queer.de berichtete). Eine spätere öffentliche Diskussion mit dem LSVD brachte keine Annäherung (queer.de berichtete). Als die Ehe für alle im letzten Sommer schließlich beschlossen wurde, kartete Kramp-Karrenbauer sogar nach – und erklärte, wenn Schwule und Lesben heiraten dürften, müsse man im Blick behalten, "dass das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts dadurch nicht schleichend erodiert" (queer.de berichtete).

Als ihre Nominierung zur Generalsekretärin vor einer Woche bekannt wurde, beharrte sie weiter auf ihren Positionen. In den "Tagesthemen" sagte sie, dass zwar die augenblickliche Rechtslage der Ehe für alle gelte, aber als sie von der Moderatorin nach dem Mehr- und Geschwisterehevergleich gefragt wurde, antwortete die CDU-Politikerin: "Wenn ich sehe, dass es vor kurzem in einer überregionalen Tageszeitung einen großen Artikel etwa der liberalen Jugendorganisation gab, die genau das gefordert hat und gesagt hat, man kann nicht einsehen, warum eine Partnerschaft und eine Ehe auf zwei Menschen begrenzt ist, dann hab ich mit diesen Diskussionen nicht ganz falsch gelegen."

Die Schwulen und Lesben in der Union unterstützten Kramp-Karrenbauer trotz ihrer homophoben Äußerungen: Der Landesverband Saar begrüßte ihre Nominierung in einer Pressemitteilung, "auch wenn die ein oder anderen Meinungen etwas auseinander gelegen sind" (queer.de berichtete). (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 26.02.2018, 16:53h
  • 'Inzest'-Annegret ist nicht TROTZ, sondern WEGEN ihrer manisch homophoben Volksschädlings-Ideologie gewählt worden, sie repräsentiert die schwarze Seele dieser Partei, wie ich sie von Kindheit an kenne.

    Fazit: Die CDU bleibt für jeden zivilsierten Menschen unwählbar.

    Das Ergebnis sollte einen aber auch nicht einschüchtern. Man denke nur an die 100 Prozent für Martin Schulz, der im Vergleich zur AKK natürlich ein polyglotter Weltmann ist.

    In der heutigen Medienwelt können Stimmungen ganz schnell kippen.
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#2 RobinAnonym
  • 26.02.2018, 17:00h
  • Eine Frau, die noch vor wenigen Tagen in den Tagesthemen ihre homophoben Aussagen wiederholt hat und nochmal bestätigt hat, dass ihrer Meinung nach die Eheöffnung zu Polygamie und Inzest führt, wird fast einstimmig gewählt.

    Die CDU wird sich niemals ändern...
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#3 LaurentProfil
  • 26.02.2018, 17:08hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Sie schwor die Deligierten auf einen Kurs der Mitte ein.
    Die Partei müsse wieder den Erwartungen der Menschen als Volkspartei gerecht werden.

    Sie werde um die verlorenen Stimmen kämpfen,"nicht mit Schaum vor dem Mund und der moralischen Keule."
    Der letzte Halbsatz ist es in der heutigen Zeit besonders wert, hervorgehoben zu werden.
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#4 PierreAnonym
  • 26.02.2018, 17:20h
  • Angela Merkel setzt halt alles daran, um Kramp-Karrenbauer als ihre Nachfolgerin aufzubauen. Dazu gehören eben auch solche Staatsrats-Ergebnisse.

    Wir können wohl damit rechnen, dass Kramp-Karrenbauer zur nächsten Kanzlerkandidatin aufgebaut werden soll.

    Und wenn die SPD wirklich in die Groko geht und sich dann endgültig selbst zerlegt, wird das wohl unsere nächste Kanzlerin.

    Düstere Zeiten brechen an...
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 26.02.2018, 17:20h
  • Antwort auf #3 von Laurent
  • 'Mitte' ist immer eine Frage der Position.

    Für AKK gehört dafür evtl. auch, StaatsbürgerInnen das Eherecht bzw. die freie Ehepartnerwahl wieder zu entziehen.

    Wie bei den Nürnberger Gesetzen 1935.
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#6 goddamn liberalAnonym
#7 LorenProfil
#8 Carsten ACAnonym
  • 26.02.2018, 17:30h
  • Antwort auf #5 von goddamn liberal
  • Zumal dieses Gelaber von der "Mitte" doch eh immer nur Taktik ist, um so zu tun, als würde man eine breite Mehrheit repräsentieren und als würden alle deren Meinung teilen.

    Für die CDU ist halt auch Diskriminierung von LGBTI eine "Politik der Mitte". Dass sie damit eben nicht die Mehrheit hinter sich haben, ignorieren die einfach oder sie hoffen, dass ihre Saat des Hasses aufgeht und irgendwann tatsächlich auch die Mehrheit der Bürger auf deren Seite ist.

    Dass die SPD das auch noch 4 weitere Jahre unterstützt und alle LGBTI-Forderungen komplett aufgegeben hat, statt wenigstens auf einem Kompromiss zu bestehen, werden wir nicht vergessen.
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#9 RobinAnonym
  • 26.02.2018, 18:02h
  • Antwort auf #8 von Carsten AC
  • Ja, die SPD unterstützt nicht nur vier weitere Jahre die homo- und transphobe Linie dieser Partei, indem sie alle (!) homo- und transbezogenen Wahlversprechen komplett aufgegeben hat.

    Sondern die SPD erlaubt damit auch der CDU, in aller Ruhe in den nächsten Jahren, die unbelehrbar homo- und transphobe Annegret Kramp-Karrenbauer als Merkels Nachfolgerin aufzubauen.

    Würde die SPD Wort halten und nicht auf eine erneute Groko eingehen, könnte die Union ja mal gucken, ob sie eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen will. Bei Neuwahlen müssten die sich dann entscheiden, ob sie nochmal mit einer Angela Merkel in den Wahlkampf gehen, deren Zustimmungswerte im Volk, aber auch in der Partei, dramatisch sinken und die der Union bereits ein historisch schlechtes Wahlergebnis beschert hat.

    Und die SPD könnte, wenn sie endlich mal Wort halten würde, zerstörtes Vertrauen zurückgewinnen und diejenigen Wähler, die deshalb der SPD in Scharen weglaufen wieder zurückholen.

    Bei einer Neuwahl würden die Karten völlig neu gemischt.

    Aber leider folgt die SPD ja lieber Personen wie Andrea Nahles & Co, die genau wissen, dass sie bei Neuwahlen auch weg vom Fenster wären und die deshalb aus persönlichem Interesse die erneute Groko wollen.
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#10 goddamn liberalAnonym
  • 26.02.2018, 18:13h
  • Antwort auf #9 von Robin
  • "Bei einer Neuwahl würden die Karten völlig neu gemischt."

    Allem Anschein nach zugunsten der AFD und zuungunsten der SPD.

    Man darf nie vergessen:

    Lindner hat die SPD in die Situation gebracht, nicht die Lust auf Ministerposten (die es natürlich auch gibt).

    Vielen scheint nicht klar, dass die heutige gefährliche Situation der Weimarer Republik ähnlicher ist, als man denkt.

    Man kann bei günstigeren Umfragen die Mutter der AfD auch während einer Legislaturperiode Koalition aufkündigen.

    So stockkatholisch wie AKK ist die Mehrheit der Bevölkerung dann wohl doch nicht.
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