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Nach Missbrauchsskandal

Kevin-Spacey-Stiftung stellt Arbeit ein

Nach den Skandalen um den Hollywood-Schauspieler möchte offenbar niemand mehr an die Kevin Spacey Foundation spenden.


Kevin Spacey in seiner Paraderolle als US-Präsident Frank Underwood in "House of Cards" (Bild: Netflix)

Die in England ansässige Kevin Spacey Foundation hat am Dienstag ihre Schließung bekannt gegeben. Die 2010 gegründete Stiftung hatte sich für die Ausbildung und Förderung junger Schauspieler, Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure engagiert.

In einer Erklärung der Verwalter der Stiftung hieß es, dass die Arbeit nicht mehr "praktikabel" sei und zum 28. Februar eingestellt werde. Man bedanke sich bei allen Partnern und Künstlern für das gemeinsame Engagement und hoffe, dass andere Organisationen die Arbeit fortsetzten.

Spacey war bis Herbst vergangenen Jahres einer der angesehensten Hollywood-Schauspieler. Der Amerikaner war auch viele Jahre in Großbritannien aktiv – zwischen 2004 bis 2015 war er Direktor des weltbekannten Londoner Theaters Old Vic. Dann kam es im Rahmen der MeToo-Debatte zu einer Welle von Vorwürfen gegen den 58-Jährigen wegen sexueller Übergriffe auf junge Männer.

Den Anfang machte der schwule "Star Trek"-Schauspieler Anthony Rapp, der berichtete, vor drei Jahrzehnten als 14-Jähriger von einem angetrunkenen 26-jährigen Spacey bedrängt worden zu sein. Daraufhin veröffentlichte Spacey eine Stellungnahme, in der er betonte, sich nicht an den Vorfall zu erinnern, und in der er sich zugleich für die möglicherweise begangene Tat entschuldigte. Auch outete er sich mit der Stellungname als schwul – dies führte nach einer ersten Welle der Überraschung vor allem zu Kritik (queer.de berichtete).

In den folgenden Tagen und Wochen meldeten sich mehrere weitere Männer in den Medien, die ebenfalls ungewollte sexuelle Avancen des Film- und TV-Stars beklagten (queer.de berichtete). Auch im Old Vic meldeten sich nach Angaben des Theaters 20 Männer und berichteten von sexuellen Übergriffen durch den amerikanischen Schauspieler. Scotland Yard nahm in drei Fällen Ermittlungen auf.

Spacey hat sich seit dem Beginn der Affäre aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und erhält keine Job-Angebote mehr. Die letzte Staffel seiner Erfolgsserie "House of Cards" wird ohne ihn gedreht. (dk)



#1 queergayProfil
  • 28.02.2018, 12:53hNürnberg
  • Eigentlich schade. Wie heißt es so treffend....wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.
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#2 qwqertzuioopüAnonym
  • 28.02.2018, 13:50h
  • Antwort auf #1 von queergay
  • ...und jetzt stell dir eine Gesellschaft vor, die diesen Spruch tatsächlich so durchzieht. Ich glaube nicht, dass du das wollen würdest.

    Das Problem an der Sache ist eher, dass mit Normen von heute über Vorfälle von 1980 geredet wird.
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#3 AmurPrideProfil
  • 28.02.2018, 13:58hKöln
  • Kevin Spacey wird's verschmerzen können. Denn Eigenwerbung ist im Moment ja eh für die Katz! - Und wenn's ihm ein echtes Anliegen war, so kann er immer noch anonym eine ähnliche Stiftung starten.
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#4 queergayProfil
#5 ursus
  • 28.02.2018, 14:25h
  • Antwort auf #4 von queergay
  • "daß kein einziger Steine werden darf, da sich alle sowieso - mehr oder weniger - schuldig machen oder gemacht haben."

    wenn mehr oder weniger alle menschen schon mal übergriffig waren, darf niemand übergriffigkeit kritisieren? und wie lösen wir dann das problem?

    davon abgesehen, dass ich diese pauschalunterstellung nicht teile und es für einigermaßen gefährlich halte, übergriffigkeit praktisch zu einem natürlichen trieb zu erklären, den niemand vollständig kontrollieren könne.
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#6 ursus
  • 28.02.2018, 14:41h
  • Antwort auf #4 von queergay
  • worin ich dir allerdings recht geben würde: ohne kritische reflexion der eigenen verwobenheit in sexistische denkmuster und übergriffigkeits-rechtfertigungen lösen wir das problem natürlich auch nicht.

    die konsequenz darf m.e. aber keine "schwamm-drüber"-mentalität sein.
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#7 SchwarzmaulgrundelAnonym
  • 28.02.2018, 17:16h
  • Ich finde den Hinweis richtig und richtig, dass mit heutigen Normen über Dinge geurteilt wird, die in einer anderen Zeit lagen! Dazu gleich mehr. Zudem: Wer war damals bei Spaceys Party dabei? Keiner von uns! Und: Welcher normale 14-Jährige geht bitte auf so eine Party und weil ihm dort langweilig ist, nicht nach Hause, sondern ins Schlafzimmer des Gastgebers? Hallo? Außerdem ist es absolut unglaubwürdig, dass sich jetzt reihenweise Männer melden, die Spacy befummelt haben soll. Wenn wirklich etwas von Bedeutung passiert wäre, hätte es früher Anzeigen gegeben. Schon in den 90ern waren sexuelle Übergriffe (Definition?!) kein Tabu mehr. Ich halte das alles für Trittbrettfahrerei, um Geld von einem reichen Schauspieler abzuknöpfen, weil es jetzt so schön in die aufgebauschte Me-Too-Debatte passt. Die wahren Opfer bleiben dabei auf der Strecke. Um Kevin Spacey tut es mir leid, weil er ein sehr guter Schauspieler ist, aber sich eigentlich auch erschießen könnte. - Zur "anderen Zeit": Weihnachten fand ich bei meinen Eltern ein altes Fotoalbum wieder mit Fotos einer Klassenreise 1983 in den Harz. Alle Drittklässler waren nackt baden in einem See, alle haben unzählige Fotos davon gemacht, in meinem Fotoalbum sind 18 Fotos, alle Mädchen und Jungen sind nackt. Damals hat sich niemand daran gestört, es war normal. Alle haben den Klassensatz Fotos bestellt (Abzüge der Aufnahmen der Lehrerin und des Lehrers, die mitgefahren waren). Überlegt Euch mal, was das heute für eine Debatte wäre, wenn Lehrer alle ihre nackten Schülerinnen und Schüler fotografierten?! Es WAREN andere Zeiten. Ich würde sagen, es waren bessere. Aber das ist meine Meinung. Wir Kinder der 70er waren natürlich und frei.
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#8 EhrlichAnonym
#9 AmurPrideProfil
  • 28.02.2018, 17:45hKöln
  • Antwort auf #7 von Schwarzmaulgrundel
  • "".. Ich halte das alles für Trittbrettfahrerei, um Geld von einem reichen Schauspieler abzuknöpfen..""

    Ach, schau an!

    Wie viele der Männer, die Spacey der sexuellen Belästigung oder gar Schlimmerem beschuldigen, haben denn bis heute einen Prozess auf Schadensersatz eingereicht? - Kein einziger, so weit mir bekannt ist

    Und jetzt erlaube ich mir mal Deinen Schuh umzudrehen:
    Warum hat Spacey buis heute in keinem einzigen Fall eine Klage auf Unterlassung eingereicht?

    Du darfst Dir gerne Deinen Glauben an Deinen "Helden" Spacey erhalten, aber nur weil man ein gehypter Schauspieler ist, ist man kein besser Mensch, frei von Bedürfnissen oder gar gefeit vor "moralischen" Versagen!

    In einem Punkt gebe ich Dir Recht: Man sollte dabei immer den moralischen Kompass der "Tatzeit" mit berücksichtigen!

    Allerdings scheint es so zu sein, das gewisse "Herren" nicht willens oder in der Lage sind ihren moralischen Kompass zeitgemäß nachzujustieren. Sie können/wollen ganz offensichtlich eingeübte und vertraute Verhaltensmuster nicht den neuen Gegebenheiten anpassen.
    Dazu zählen z. B. wohl auch Weinstein und Spacey. Beim letzteren hat ja bezüglich der Vorwürfe aus dem Theater Old Vic Scotland Yard aus eigenem Antrieb in drei Fällen die Ermittlung aufgenommen. - Aber wahrscheinlich ist auch Scotland Yard, ganz trittbrettfahrermäßig, nur hinter Spaceys Geld her!
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#10 AdamAnonym