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Den Haag

Nach Grindr-Date: 17-Jähriger tot aufgefunden

Der Tod eines Teenagers schockiert die niederländische Schwulenszene. Noch ist unklar, ob der Junge ermordet wurde.


Nach dem Verschwinden bat die Polizei die Öffentlichkeit um Mithilfe, um den Teenager zu finden (Bild: Nationale Politie)

Niederländische Taucher haben am Montag die Leiche eines 17-Jährigen im See Böttgerwater in Den Haag entdeckt; Orlando Boldewijn war am 17. Februar verschwunden, nachdem er sich offenbar mit einem Mann via der schwulen Dating-App Grindr verabredet hatte. Die Polizei hatte knapp eine Woche nach dem Verschwinden die Öffentlichkeit um Hinweise über den Verbleib des Teenagers gebeten.

Die Behörden kündigten nach dem Leichenfund eine Obduktion an. Die Polizei machte keinerlei Angaben, ob Boldewijn gewaltsam zu Tode gekommen ist oder ob sie von einem Unfall ausgeht.

Das mutmaßlich letzte Lebenszeichen sendete der aus Rotterdam-Noord stammende Teenager am Morgen des 18. Februar an seine Mutter. In einer Textnachricht kündigte er an, dass er auf dem Weg nach Hause sei. Allerdings erklärte eine Freundin des Schülers, dass die Nachricht nicht typisch für seinen Schreibstil gewesen sei und es deshalb Zweifel gebe, ob er wirklich der Autor war. "Gewöhnlich kürzt er viele Wörter ab, aber in dieser Nachricht hat er das nicht ein einziges Mal getan", erklärte sie in der niederländischen Presse.

Boldewijn habe das Mädchen oft als Alibi gegenüber seiner Mutter verwendet, wenn er andere Männer zum Sex traf. Sie erklärte weiter, dass sich der 17-Jährige via Grindr oft zu Dates getroffen habe, allerdings selten zwei Mal mit dem selben Mann.

Polizei befragte mutmaßliches Date des Teenagers

Die Polizei erklärte nach dem Leichenfund, man habe bereits einen der Kontakte des 17-Jährigen vom fraglichen Abend befragt. Der 20-Jährige aus Den Haag habe ausgesagt, er habe den Jungen im Stadtteil Ypenburg abgesetzt, weil dieser sich mit einem weiteren Mann verabredet habe. In Ypenburg liegt auch der See, in dem die Leiche gefunden wurde.

Freunde und Lehrer haben Boldewijn gegenüber der Presse als ambitionierten und vielversprechenden jungen Mann beschrieben, der sich bereits vor Jahren als schwul geoutet habe. Auch seine Mutter habe die sexuelle Orientierung ihres Sohnes voll und ganz akzeptiert. "Orlando hat Gedichte verfasst und Freunden erzählt, dass er fast jeden Tag ein Buch liest", erklärte Schuldirektor Arnold Koot gegenüber der Tageszeitung "Algemeen Dagblad". "Und er diskutierte gerne über Politik oder Ökonomie, aber auch über Themen, die ihn persönlich berührten – Homosexualität und Diskriminierung".

Homophobe Reaktionen in sozialen Netzwerken

In sozialen Netzwerken äußerten einige Nutzer auch Kritik an dem Jungen, dem sie vorwarfen, sich mit Grindr selbst in Gefahr gebracht zu haben. LGBTI-Aktivisten zeigten sich über derartige Äußerungen empört: "Der Junge hat nicht die Gefahr gesucht sondern nach Kontakten und Liebe", erklärte Philip Tijsma von der Organisation COC. Ihn überrasche aber nicht, dass es derartige Reaktionen gebe: "Homophobie und Rassismus sind eine tägliche Realität. Ein schwarzer, schwule Junge, der Sexdates hat – viele Leute haben sich auch 2018 an so etwas noch nicht gewöhnt." (cw)



#1 AmurPrideProfil
  • 28.02.2018, 13:52hKöln
  • Gott! Der ist ja so alt wie ich! *gleich losheul*

    Friede Deiner Seele, Orlando Boldewijn.
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#2 queergayProfil
  • 28.02.2018, 13:58hNürnberg
  • Moderne Internet-Technologie ermöglicht viele schnelle, anonyme Dates und unverbindliche Schnellsex-Treffen.
    Das ist leider auch ein Risiko. Wirklich glücklich wird man mit dieser technischen Sex-Maschinerie-Errungenschaft wohl kaum.
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#3 Markusbln11Anonym
  • 28.02.2018, 15:03h
  • Schlimm.

    Die Nutzung sozialer Medien und damit verbundener Risiken muss an Schulen Unterrichtsthema sein, inkl. Dating- und LGBT-Komponenten.
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#4 MandalorianAnonym
#5 SoSoAnonym
#6 JadugharProfil
  • 28.02.2018, 17:25hHamburg
  • Antwort auf #5 von SoSo
  • Alle Möglichkeiten, die ein Zusammentreffen von Personen ermöglichen, birgen ein Risiko, daß man einen Mörder trifft. Die Schuld liegt nicht in diesen Möglichkeiten, sondern was in den Köpfen einiger Menschen vor sich geht, die nach den Leben Anderer trachten. Rassismus, Homophobie, Gier und sonstige irre, gemeingefährliche und feindliche Geisteshaltungen sind einige der möglichen Ursachen.
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#7 SoSoAnonym
#8 AmurPrideProfil
#9 LaurentProfil
#10 RobinAnonym
  • 28.02.2018, 18:07h
  • "Homophobe Reaktionen in sozialen Netzwerken"

    Was sind das für Menschen, die selbst nach dem Tod eines Menschen noch Freude darüber zeigen und noch homophob rumhetzen?!
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