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Berliner Jugendgericht

Vier Wochen Dauerarrest für zwei Trans-Hasser

Drei Männer zwischen 17 und 19 Jahren waren 2016 an einem aus Hass begangenen Überfall auf eine Transfrau beteiligt. Jetzt ist das Urteil gefallen.


Die Tat ereignete sich vor anderthalb Jahren am U-Bahnhof Bülowstraße im Berliner Ortsteil Schöneberg (Bild: Ingolf / flickr)

Am Dienstag verurteilte ein Berliner Jugendgericht laut B.Z. drei junge Männer wegen eines aus Homo- und Transphobie begangenen Übergriffs auf eine Transfrau in der U-Bahn-Linie 2 und dem U-Bahnhof Bülowstraße. Der heute 17-jährige Abdul El. I. und der 19-jährige Amier K. erhielten wegen Körperverletzung, Diebstahls und Beleidigung jeweils vier Wochen Dauerarrest und müssen einen Anti-Gewalt-Kurs absolvieren. Das Strafmaß entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der dritte Täter, der 17-jährige Aleksander K., erhielt 40 Stunden Freizeitarbeit. Auch er muss einen pädagogischen Kurs besuchen.

Die drei jungen Männer hatten im Oktober 2016 kurz nach Mitternacht eine 19-Jährige zunächst wegen ihres Aussehens ausgelacht. Zwei der Männer haben die Frau dann geschubst, geschlagen oder getreten. Anschließend klaute das Trio das Handy des Opfers (queer.de berichtete). Die Frau wurde bei dem Angriff eigenen Angaben zufolge nicht körperlich verletzt.

Als die Polizei den Haupttäter nicht ermitteln konnte, veröffentlichte sie ein Jahr nach der Tat Fotos aus einer BVG-Überwachungskamera – zwei Wochen später konnte sie den jungen Mann nach Hinweisen aus der Bevölkerung identifizieren (queer.de berichtete).

"Alle vom Dach kicken und unten mit Steinen beschmeißen"

Haupttäter Abdul El I. behauptete im Verfahren: "Ich habe nicht gegen den Mann." Er habe sich mit seinen Freunden nur über die Transperson lustig gemacht, woraufhin diese etwas Beleidigendes erwidert habe. "Da sind mir die Sicherungen durchgebrannt."

Amier K. begründete den Hass auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten mit seinem islamischen Glauben: "Ich hatte mich zu der Zeit mit meiner Religion tief befasst." Gegenüber Homosexuellen habe er Hass empfunden: "Alle vom Dach kicken und unten mit Steinen beschmeißen", hatte er zum Tatzeitpunkt auf Facebook geschrieben. Er war auch durch ein antijüdisches Statement aufgefallen. Deswegen wurde er auch wegen Volksverhetzung verurteilt. Heute, so behauptete er, glaube er, man müsse "Leute tolerieren". (dk)

Drei Männer wegen transfeindlichen Angriffs in Berlin verurteiltVor dem Amtsgericht Tiergarten sind am 06.03.2018 drei…

Posted by JFDA – Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus on Mittwoch, 7. März 2018
Facebook / JFDA – Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus



#1 verwunderlichAnonym
  • 07.03.2018, 14:35h
  • eine frage an die rechtlich ausgebildeten fachleute hier (bitte nicht die anderen einfach nur ihre meinung als antwort kundtun! danke): ist das urteil üblich? vier wochen kommen mir wenig vor. immerhin wurde ein mensch angegriffen und hat sicher damit zu kämpfen, jetzt ohne panik sich draußen zu bewegen. das ist doch eine länger bleibende psychische wunde.
    oder ist das urteil tatsächlich niedrig ausgefallen, weil vielleicht ein täter so was wie einsicht zeigt, vielleicht auch nur, um härterer strafe zu entgehen?
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#3 gefährlichAnonym
  • 07.03.2018, 15:58h
  • Antwort auf #1 von verwunderlich
  • Wenn du unter dem im Artikel verlinkten facebook-Post des JFDA auf "Mehr anzeigen" klickst, findest du weiterführende Infos, die deine Fragen großteils beantworten.

    (Dort ist auch zu lesen, dass die Anklage sogar auf Gefährliche Körperverletzung lautete.)
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#4 stromboliProfil
  • 07.03.2018, 16:34hberlin
  • Antwort auf #3 von gefährlich
  • dann stellt sich die frage, warum das gericht die gefährlichkeit des angriffes nicht würdigt.

    Sollte es so gewesen sein, ist die 4 wöchige unterbringuung und ein folgendes antiagressionsprogram auf jeweils einer arschbacke abgeritten.

    Wobei ich mit dem wegsperren ohnehin so meine probleme habe, angesichts der tatsache , dass die im vollzug nur noch stärker in ihren negativen verhaltensweisen beeinflusst werden.
    Resozialisierung jedenfalls findet unter den bestehenden bedingungen nicht statt.

    Eine strafe allerdings, die sie über jahre mit ihrer tat konfrontieren würde, wie eine auf mindest 3 jahre ausgerichtete sozialverpflichtung verbunden mit restrektiven verhaltensregeln ( ab 22:00 hausaufenthalt, arbeitsaufnahme oder schulbesuch mit nachweis.) die ihnen wochenends die tat vor augen führt..
    Damit könnte ich leben.
    Das trifft sie da wo es in jenem alter am wehesten tut: in der einschränkung ihrer freizeitgestaltung.
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#5 AranosAnonym
  • 07.03.2018, 23:06h
  • 4 Wochen Hausarrest. Das wird jeden anderen Potenziellen Täter sicher abschrecken. Die deutsche Justiz ist schon längst zu einer Lachnummer für alle Kriminellen verkommen.
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#6 Patroklos
#7 TheDadProfil
  • 08.03.2018, 10:58hHannover
  • Antwort auf #5 von Aranos
  • ""4 Wochen Hausarrest.""..

    Der DAUERARREST findet NICHT zu Hause statt, sondern in einer Jugendstrafanstalt oder einer dazu extra eingerichteten pädagogischen Einrichtung für den Jugendstrafvollzug..
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#8 Homonklin44Profil
  • 14.03.2018, 14:30hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von stromboli
  • So oder ähnlich ginge das schon in die richtige Richtung, ja.

    Ergänzt vielleicht um einige Details aus deren präferiertem Weltbild, analog zu der genannten Idee des -> vom Dach kicken <- usw.
    Bezogen auf täglich 20 Peitschenhiebe auf den unbekleideten Rücken, oder Schläge mit einem Stock gegen die Fußsohlen. Wenn dieses präferente Weltbild für potenzielle Opfer gelten soll, dann sei doch auch als Ahndung der eigenen Taten aus demselben geschöpft.

    Natürlich hier unpraktikabel. Jo mei.
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