Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30785

Reaktion auf Kevin Kühnert

Erika Steinbach bringt Homosexualität mit Kindesmissbrauch in Verbindung

Neuer Ausfall der früheren Unions-Sprecherin für Menschenrechte: Erika Steinbach fuhr den Bundesvorsitzenden der Jungsozialisten an, weil er vor wenigen Tagen erstmals über seine sexuelle Orientierung gesprochen hatte.


Erika Steinbach will offenbar in der Öffentlichkeit keine Äußerungen über Homosexualität dulden (Bild: Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde)

Die frühere Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach hat am Dienstag das öffentliche Coming-out von Juso-Chef Kevin Kühnert kritisiert. Auf Twitter schrieb das Ex-Mitglied des CDU-Fraktionsvorstandes: "Warum um alles in der Welt, werden wir immer mit so Nebensächlichkeiten wie sexuelle Neigungen behelligt. Es interessiert mich nicht, wer mit wem schläft. Es sei denn, es geht um Kindesmißbrauch!"



Kühnerts Antwort ließ keine 24 Stunden auf sich warten: "Warum? Damit Erika #Steinbach sich ärgern kann", schrieb der 28-Jährige auf Twitter. "Und damit wir nochmal demonstriert bekommen, dass sie keinen Tweet im Kontext von #Homosexualität absetzen kann, ohne dass auch das Wort 'Kindesmissbrauch' auftaucht. Deshalb. Immer wieder gerne."

Twitter / KuehniKev

Steinbach saß von 1990 bis zum letzten Herbst für die hessische CDU im Bundestag. Die langjährige Fraktionssprecherin für Menschenrechte galt als eine der homophobsten Politikerinnen im Parlament. Anfang 2017 trat sie aus der CDU aus und warb seither für die AfD. Als Dank wurde die 74-Jährige erst vor wenigen Tagen zur Vorsitzenden der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung gewählt.

Bereits im letzten Jahr verglich Steinbach die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht mit Kindesmissbrauch. Damals schrieb sie über die Öffnung der Ehe auf Twitter: "Das ist auch die Hintertür für Pädophileninteressen…" (queer.de berichtete).

"Offensichtlich ist es ein Thema"

Das Schwulsein Kühnerts war am Montagabend auch in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" ein Thema. Moderator Lanz fragte fast peinlich berührt ("Ich habe mich gefragt, warum jetzt… Oder anders gefragt, warum ist es immer noch…"), warum die sexuelle Orientierung von Politikern thematisiert werden müsse. Kühnert: "Offensichtlich ist es ein Thema, sonst würden wir grad nicht drüber sprechen."


Kevin Kühnert in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" (Bild: Screenshot ZDF)

"Ich hab kein Problem damit, mich dazu zu äußern", so Kühnert weiter. Er hätte das selbst nicht zum Thema gemacht, weil es für seine politische Arbeit kein entscheidender Faktor sei. "Wir sind leider immer noch in Zeiten, in denen viele jüngere Menschen, die sich in der Outingphase befinden, dringend darauf angewiesen sind, dass es Menschen gibt, die in der Öffentlichkeit stehen und die einem signalisieren: Das ist in Ordnung." Er und andere, die vor der Kamera säßen, seien "verdammt noch mal in der Verantwortung", über das Thema zu sprechen (Sendung in der ZDF-Mediathek, Dialog ab 41. Minute). (dk)



#1 LennierAnonym
  • 08.03.2018, 10:21h
  • Oh Mann,
    hätte sich die hole Nuss nicht einfach den letzten Satz verkneifen können? Dann wäre es mal ein gutes Statement gewesen.
    Aber nein, natürlich kann sie das nicht. War ja ihre Hauptaussage.
    Wann sind wir dieses Wrack endlich los?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 gatopardo
  • 08.03.2018, 10:23h
  • Diese Steinbach ist für mich seit Jahren der Inbegriff einer erzkonservativen Zeitgenossin, deren andauernde Ausfälle immer nur schwer zu ertragen sind. Seinerzeit begann sie, die Verbrechen der NS-Zeit und spätere Grenzverschiebungen zu relativieren, um schliesslich eine der vehementesten Gegnerinnen der Gleichstellung zu sein. Da sie keine Argumente hat, stresst sie andauernd den Begriff "Kindesmissbrauch", um konservativsten Weltbildern gerecht zu werden. Ich halte sie für eine der unerträglichsten Gestalten der deutschen Politik.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 MarcAnonym
  • 08.03.2018, 10:42h
  • Warum nur drängt sich mir bei dieser Frau immer das Bild auf, wie sie den Kopf aus dem Fenster eines Lebkuchenhäuschens reckt und "Knusper, Knusper, Knäuschen" ruft...???

    Kühnerts Antwort auf ihr Gezicke ist prima. Danke dafür!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TheDadProfil
  • 08.03.2018, 11:09hHannover
  • "" "Wir sind leider immer noch in Zeiten, in denen viele jüngere Menschen, die sich in der Outingphase befinden, dringend darauf angewiesen sind, dass es Menschen gibt, die in der Öffentlichkeit stehen und die einem signalisieren: Das ist in Ordnung."""..

    Seit Tagen geht ein Video viral durchs Netz..
    Ein kleines 2-Jähriges Mädchen steht vor dem Porträt von Michelle Obama und staunt..
    Daraufhin lädt Mrs. Obama das Mädchen und die Mutter zu sich ein..

    ""Jessica Curry, die Mutter des afroamerikanischen Mädchens, hatte den Museumsbesuch aus einem bestimmten Grund geplant, wie sie gegenüber dem US-amerikanischen People-Magazin erklärte:
    Als schwarze Frau ist es wirklich wichtig, dass ich ihr Leute zeige, die aussehen wie sie und die großartige Dinge tun, mit denen sie Geschichte schreiben
    sodass sie weiß, dass sie das auch schaffen kann. ""..

    www.welt.de/vermischtes/article174290067/Zweijaehrige-Parker
    -Curry-trifft-ihr-Idol-Michelle-Obama.html


    Wann fangen Eltern an mit ihren LGBTTIQ*-Kindern genau das gleiche zu tun ?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 AmurPrideProfil
  • 08.03.2018, 11:17hKöln
  • Bin mal echt gespannt wer jetzt, nach Kühnerts Auftritt bei Lanz und seiner Steinbach-Replik bei twitter, noch immer mit der Meinung um die Ecke kommt, Kühnert würde uns für unsere Sache nichts bringen.
    Beides hat er, wie ich finde, ziemlich entspannt, authentisch, glaubwürdig und sympatisch absolviert.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 AdamAnonym
  • 08.03.2018, 11:28h
  • Mich wundert das die alte Hexe noch nicht bei ihren freunde von der AFD ist ( offiziell)
  • Antworten » | Direktlink »
#7 AuslöschungAnonym
  • 08.03.2018, 11:36h
  • Ist schon klar.

    Nur Heterosexuelle dürfen, müssen, sollen sich von morgens bis abends mit ihrer Sexualität - dazu gehören logischerweise auch Menschen, die sie lieben oder mit denen sie ihr Leben teilen - "selbst darstellen" und "inszenieren".

    Mit tatkräftigster Unterstützung und klaren bis aggressiven Erwartungshaltungen, Gender-Stereotypen und Rollenzuweisungen der Medienkonzerne usw.

    Aber wehe ein Schwuler, der in der Öffentlichkeit steht, tut das auch mal ganz selbstverständlich und macht sich nicht selbst zum Untermenschen, indem er sich versteckt oder einen wesentlichen Teil von sich ausradiert.

    Dann handelt es sich allen Ernstes gleich wieder um "Belästigung" und "Aufdringlichkeit".

    Noch erschreckender als Steinbach (bei der Mensch weiß, woran Mensch ist) sind die deutschen Mainstream-Medien (siehe Lanz & Co.), die im 21. (!) Jahrhundert solchen menschenverachtenden Müll ebenso selbstverständlich wiederkäuen und immer wieder selbst verbreiten - wie sie das auch mit ihrer ständigen Normalisierung von Rassismus und anderen Formen der Menschenfeindlichkeit tun.

    Aller rechter, reaktionärer Dreck kommt eben von oben bzw. wird erst von oben in die brandgefährliche Position gebracht, in der er sich in dieser Gesellschaft inzwischen schon wieder befindet.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FelixAnonym
  • 08.03.2018, 11:39h
  • Ich glaube gar nicht mal, dass Frau Steinbach wirklich pauschal Homosexuelle mit Kinderschändern gleichstellen wollte. Diese Aussage von ihr bezog sich wohl eher auf den letzten Satz, dass es ihr egal ist, wer mit wem Sex hat und dass sie hoffentlich Missbrauch durch Heterosexuelle genauso schlimm findet.

    ABER:

    1.
    Dennoch muss ihr klar sein, dass die Nennung von Kindesmissbrauch im Zusammenhang mit Homosexualität leicht auch missverstanden wird, dass diese Dinge etwas miteinander zu tun hätten. Entweder bewusst falsch verstanden oder auch unbewusst, denn wie viele Leute gibt es nicht, die sowas nur überfliegen und dann nur auf solche Schlagwörter achten?

    Und wieviele Menschen sind nicht auch einfach zu blöd, um sowas zu verstehen und können solche Gedanken nicht nachvollziehen, sondern bekommen nur 2-3 Schlagworte der Aussage mit, aus denen sie sich dann ihren eigenen "Sinn" zusammenreimen. Das muss gerade Politikern, die um die Macht von Worten wissen, bewusst sein.

    2.
    Das Argument, es interessiere sie nicht, wer mit wem schläft, ist im Kern homophob. Denn jeder Hetero, der mit seiner Frau händchenhaltend oder Arm in Arm gesehen wird, zeigt damit auch, dass er hetero ist. Oder bei der Vorstellung "Das ist meine Frau". Beim Bild auf dem Schreibtisch. Etc. etc. etc.

    Heteros zeigen jeden Tag, dass sie hetero sind. Bei denen ist das akzeptiert und da geht es in erster Linie nicht um Sex, sondern um deren Beziehung.

    Aber sobald Schwule sagen, dass sie schwul sind, ist das plötzlich nicht OK. Dann unterstellt man ihnen, es ginge nicht um ihre Beziehung und ihre Liebe, sondern sie wollten nur über ihren Sex reden. (Wobei es doch Heteros sind, die bei Schwulen immer nur an deren Sex denken und sich immer nur darauf beziehen.)

    Homosexualität ist ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeit. Nicht der einzige, aber ein wichtiger. Wieso soll man darüber nicht reden? Genauso wie man über Musik redet, die man magt, über Hobbys und Interessen, etc.

    Heteros demonstrieren tagtäglich ihre Heterosexualität. Wieso sollen Schwule und Lesben das nicht auch mit derselben Selbstverständlichkeit dürfen?

    Jeder Wunsch, dass Schwule und Lesben das verschweigen sollen, zeigt letztlich, dass man ein Problem mit ihnen hat und dass sie ein Leben im Verborgenen führen sollen.

    NEIN, wir verstecken uns nicht! Wir sind genauso wir selbst wie Heteros auch.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 germaniaAnonym
  • 08.03.2018, 11:45h
  • Antwort auf #5 von AmurPride
  • er hätte natürlich auch den zeitpunkt größter medialer aufmerksamkeit (schon sehr viel früher) nutzen können, um sich (auch) als selbstbewusster schwuler mann zu zeigen und dies mit dem politischen kampf gegen die groko (der ja eigentlich jetzt erst so richtig beginnt) verbinden können.

    angesichts der tatsache, dass da die rechteste regierung seit der nazi-diktatur auf uns zukommt, und angesichts permanenter angriffe nicht zuletzt gegen lgbti-menschen, wie sie ja auch hier wieder stattfinden, eine dringende notwendigkeit.

    er wird nun zeigen können, wie ernst ihm dieser kampf und die weitere mobilisierung gegen die groko tatsächlich ist - oder ob er lieber opportunistisch vor der spd-führung einknickt und sich deren politik unterordnet.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 FelixAnonym
  • 08.03.2018, 11:46h
  • Ich finde Kevin Kühnerts gelassene Reaktion hervorragend.

    ABER:
    Auch Herr Kühnert muss sich vorwerfen lassen, dass er weiterhin Mitglied einer Partei bleibt, die eine Regierung ermöglicht, wo eine Dame ausgerechnet Bildungs- und Forschungsministerin werden soll, die Homosexuelle als Gefahr für Kinder verunglimpft. (queer.de berichtete gestern).

    Auch wenn Herr Kühnert diese Groko nicht wollte, aber solange er dennoch Mitglied dieser Partei bleibt, die solches Gedankengut in der Bundesregierung durch ihre Koalition erst möglich macht, weil sie die Mehrheiten dafür schafft, unterstützt er dies durch seine Mitgliedschaft mindestens indirekt.
  • Antworten » | Direktlink »