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Kanada

Arzt will Schwule "heilen" – und hat Sex mit Patienten

Wegen sexueller Übergriffe wurde einem Psychiater aus Toronto die Lizenz entzogen. Zwei Patienten hatten gegen ihn ausgesagt.


"Heilung" von Homosexualität ist in der kanadischen Provinz Ontario seit 2015 verboten.

Einem Psychiater aus dem kanadischen Toronto, der dachte, man könne Homosexualität "heilen", wurde nun wegen sexuellen Missbrauchs die Arztlizenz entzogen. Ein Komitee für Disziplinarverfahren der Ärztekammer der Provinz Ontario hatte den 72-Jährigen für schuldig befunden. Dr. Melvyn Iscove, so heißt es in der Entscheidung, habe "ein spezielles Interesse an der Behandlung von Patienten mit Problemen in Verbindung mit Homosexualität" gehabt. Er glaube, Homosexualität sei eine "sexuelle Störung".

Nach einem Bericht von thestar.com hatten sich zuvor zwei ehemalige Patienten gemeldet, die jetzt zu einer Zeugenaussage bereit waren. Die beiden Männer, die anonym bleiben wollen, erzählten von den Übergriffen in den 1980er bis 2000er Jahren.

Opfer berichten von Übergriffen in Therapiesitzung

Patient A kam zu Psychiater Iscove, um eine Depression und die "Angst, schwul zu sein" zu behandeln. Er erzählte, dass der Arzt ihn eines Tages gefragt habe: "Was möchtest du tun? Du kannst mich anfassen, wenn du möchtest." Daraufhin kam es zum Geschlechtsverkehr. Dies soll laut Zeugenaussage zehn bis 20 Mal während der Therapiesitzungen passiert sein.

Patient B gab zu Protokoll, dass er in den 1980er Jahren den Psychiater erstmals besuchte, um Depressionen und Angststörungen zu behandeln. Er habe bis dahin nur heterosexuelle Beziehungen gehabt, wurde dann aber von Iscove zu seinen Fantasien ausgefragt, "insbesondere in Bezug auf homosexuelle Gefühle". Das Disziplinar-Komitee hielt beide Zeugenaussagen für glaubwürdig.

Iscove bestreitet alle Vorwürfe. In einer Anhörung vor dem Komitee verteidigte er sich selbst. "Dr. Iscove antwortete ausweichend auf die Fragen, ob Homosexualität als Krankheit anzusehen sei und ob man sie 'heilen' müsse", heißt es im Protokoll. Er habe jedoch zugegeben, dass Patienten nur auf seine Therapieversuche reagierten, wenn sie bereit waren, Homosexualität zu bekämpfen, heißt es weiter. Iscove habe seine Behandlung an den Theorien des Dr. Edmund Bergler angelehnt.

"Heilungs"-Theorien eines Psychoanalytikers

Bergler war ein in den USA niedergelassener Psychoanalytiker. In den 1950er Jahren entwickelte er Theorien zur Entstehung von Homosexualität. In seinem Buch "Homosexuality: Disease or Way of Life" (Homosexualität: Krankheit oder Lebensweise) aus dem Jahr 1956 ging er davon aus, dass eine gleichgeschlechtliche Orientierung in der oralen Phase von Kleinkindern entsteht. Bergler galt bereits zu Lebzeiten als Außenseiter im wissenschaftlichen Diskurs, seine Theorien gelten heute als vergessen.

Homosexualität wird seit 1992 durch die Weltgesundheitsorganisation nicht mehr als Krankheit angesehen. Der Weltärztebund hatte 2013 in einer Erklärung sogenannte Konversionstherapien zur Änderung der sexuellen Orientierung verurteilt und als Verletzung von Menschenrechten eingestuft (queer.de berichtete). In der Provinz Ontario sind Konversionstherapien an Minderjährigen seit 2015 verboten. (cw)



#1 AntiPsychiatrie85Anonym
  • 14.03.2018, 13:33h
  • Sexuelles Begehren hat nichts auf der Couch eines Seelen-Schänders verloren.

    Erschreckend wie heute noch immer an Freud und seine Theorien geglaubt wird. Es gibt überhaupt keine Evidenz für seine Behauptungen, keine biologischen bzw. neurologischen Bestätigungen seiner Theorien, besonders nicht für seinen Ödipuskomplex, der eine Mischung aus subjektiver Beobachtung Freuds eigenen Lebens und seiner Faszination für griechische Religion darstellt.

    Doch seit Jahrzehnten müssen Menschen immer noch Leiden, und Krankheiten die ganz klar einen körperlichen Hintergrund haben, werden weiterhin auf falsche Erziehung, Lebensführung oder Schicksalsschläge geschoben.

    Dutzende Menschen die in katastrophalen Lebensverhältnisse lebten, sozial Ausgeschlossen und misshandelt wurden, wurde ihr Leiden aberkannt und von Psychoanalytikern, einschließlich Freud selbst, die Schuld dafür zugeschrieben. Viele brachten sich um.

    Bis heute leiden Menschen unter Ausgrenzung, Misshandlung, Armut und Hoffnungslosigkeit, die zu ähnlichen Störungsbildern wie bei Tieren in Versuchslaboren oder Zoos führt, man kann also getrost davon ausgehen, das die meisten reversiblen sog. Psych. Störungen nicht von den Betroffenen verursacht werden, sondern von der Außenwelt.

    Irreversible Störungen können heute meist auf genetisch Veranlagungen zurückgeführt werden, und mit Neuroleptika und anderen Medikamenten gut behandelt werden. Niemand muss mehr glauben, selbst dafür Schuld zu tragen.

    Freud sollte endlich zu den Akten gepackt werden, seine Thesen sind heute völlig veraltet, viele Menschen sind wegen ihm drauf gegangen. Er hatte einfach nicht Recht, bei aller völlig unverständlichen Faszination für ihn.
    Wegen ihm gelten gewisse sexuelle Orientierung und sog. Fetische bis heute als Krankhaft in vielen Teilen der Welt, oder führen dazu wie in Asien, das plötzlich traditionell eigentlich akzeptierte Lebensweisen, auf einmal pathologisch gewertet werden.

    Und so bleibt unter Freud, jegliche natürliche Sexualität etwas unnatürliches, pathologisches, durch falsches Lernen verursachtes, eigentlich verhinderbares. Zu Unrecht.
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#2 Homonklin44Profil
  • 14.03.2018, 15:17hTauroa Point
  • Ausgerechnet im fortschrittlichen Canada, na ja, auch dort gibt es Vernagelte, so Leid es einem tun mag.

    ""Er erzählte, dass der Arzt ihn eines Tages gefragt habe: "Was möchtest du tun? Du kannst mich anfassen, wenn du möchtest." Daraufhin kam es zum Geschlechtsverkehr. Dies soll laut Zeugenaussage zehn bis 20 Mal während der Therapiesitzungen passiert sein.""

    Ob man hier von Übergriffen reden kann, ist aber schon fraglich, wenn der Patient sich darauf eben mal so eingelassen hat. Da bräuchte man mehr Info zum Hergang. Manipulation, Hypnose, persuatives Verhalten usw. Sieht ja gerade so aus, als wäre der Doc heimlich selber schwul, denn auch das explizite Interesse an Fällen mit Homosex-Bezug klingt bemerkenswert. Als sei er auf einem Weg dazu, sich selbst zu heilen. Wir wissen ja, warum viele diese Berufsfelder einschlagen - das Interesse, sich selbst zu ergründen.

    Man sollte seine Experimentierlust allerdings nicht am Patientenpool auslassen. Eine Zulassung hat dieser Arzt auch aus anderer Perspektive nicht verdient, er beschämt durch seine Respektlosigkeit vor Patienten den Berufsstand erheblich.
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#3 ursus
  • 14.03.2018, 15:40h
  • Antwort auf #2 von Homonklin_@_NZ
  • "Ob man hier von Übergriffen reden kann, ist aber schon fraglich, wenn der Patient sich darauf eben mal so eingelassen hat."

    nö, so fraglich ist das nicht. innerhalb einer therapeutischen beziehung , und schon erst recht WÄHREND der therapiesitzungen, besteht eben kein verhältnis auf augenhöhe wie in einer anderen situation. man geht ja nicht zu einer therapie, weil man sich allzu stabil und selbstbewusst fühlt, sondern weil man hilfe und unterstützung sucht. wer seine_ihre rolle als therapeut_in zur sexanbahnung ausnutzt, überschreitet damit ganz eindeutig eine grenze.
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#4 Gerlinde24Profil
  • 14.03.2018, 16:15hBerlin
  • Ein schwuler Homoheiler. Es wäre lustig, wenn es nicht so ernst wäre! Der Typ ist ein Missbraucher, kein Heiler!
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#5 Tommy0607Profil
  • 14.03.2018, 17:53hEtzbach
  • Eine Homosexualität ist keine Erkrankung. Und wer das glaubt ; sollte mal dringend in eine Klinik gehen und sich "heilen" .
    Wünsche den Leuten , die das glauben, viel Spass in der Gummizelle!
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#6 TherapiepatientAnonym
  • 14.03.2018, 20:34h
  • Meine Konversion war erfolgreich: bin jetzt bisexuell und endlich auch heterosexuell liiert. Bis auf kleine Seitensprünge, 3-4 mal im Jahr, macht mir heterosexueller sex jetzt einfach mehr Spaß - und jetzt ist halt auch die Gründung einer Familie möglich geworden. Danke an meinen Psychologen!
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#7 TheDadProfil
  • 14.03.2018, 20:55hHannover
  • Antwort auf #2 von Homonklin_@_NZ
  • ""Ob man hier von Übergriffen reden kann, ist aber schon fraglich, wenn der Patient sich darauf eben mal so eingelassen hat.""..

    Das ist irrelevant..
    ebenso wie die Tatsache das es hier dann um "Homosexuellen Sex" gegangen ist, der die Thematik der "Homo-Heilung" dann nur noch absurder erscheinen läßt..

    Denn eine Beziehung zwischen Therapeuten und Patienten sowie der "Geschlechtsverkehr" zwischen beiden ist grundsätzlich verboten..
    Völlig unabhängig davon welche Sexuelle Identität beide haben..
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#8 Homonklin44Profil
  • 14.03.2018, 22:07hTauroa Point
  • Antwort auf #3 von ursus
  • Na ja, ein Übergriff ist etwas, das als Handlung von dem Arzt her ausgeht.
    Wenn der Patient da einfach mitmacht, muss er schon einfallslos oder recht ahnungslos von Inhalten von Psychotherapie sein. Ging wohl nicht ausdrücklich um eine sexualtherapeutische Behandlung, bzw. fehlt da die Info zu.
    Deswegen fraglich, weil man nicht weiß, inwiefern der Arzt da manipuliert und seine Kompetenz folglich missbraucht hat.

    Dass sowas gar nicht geht, darin sind wir uns einig.
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#9 SXMPiratProfil
#10 stromboliProfil
  • 15.03.2018, 08:20hberlin
  • Antwort auf #6 von Therapiepatient
  • na das passt doch wie die faust aufs auge..

    www.queer.de/detail.php?article_id=30823

    Sehens wir mal so: du bist nicht von homosex geheilt aber in der lage nun auch bei frauen einen hoch zu bekommen.
    Wenn bei dir es dazu einer "konventionstherapie" benötigte, muss dein psychiches ich-gleichgewicht tatsächlich im argen gelegen haben.
    So nach dr. eisenbarts konversionstherapie: "kurier die leut nach meiner art..
    kann machen das die blinden gehn, und die lahmen wieder sehn".
    Was will in selbstzweifel lebender noch mehr vom leben erwarten...
    willkommen im 3-4 mal notgeilen bisex paradies.
    Sag bescheid, wenn sich die momentanen präferenzen wieder umkehren...
    Hier wird sich der entsprechende umkehrvom umkehr-konversionstherapist dann finden lassen.
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