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Wissenschaftlicher Durchbruch

Neues Aids-Medikament ist wirksamer als je zuvor

"Trogarzo" soll Patienten behandeln, bei denen andere Medikamente wegen Resistenzen nicht weiterhelfen. Das schafft es mit einem neuen Therapie-Ansatz. Jetzt wurde es in den USA zugelassen.


Die meisten HIV-positiven Menschen haben durch Medikamente eine fast normale Lebenserwartung. Nur bei einem kleinen Prozentsatz helfen gewöhnliche Mittel nicht (Bild: Deutsche Aids-Hilfe)

Es ist eine rettende Nachricht für rund 25.000 Patienten in den Vereinigten Staaten. Dort wurde das Medikament "Trogarzo" zugelassen. Es soll HIV-positiven Menschen helfen, bei denen gewöhnliche Aids-Medikamente nicht mehr anschlagen.

Gleichzeitig ist es ein bemerkenswerter medizinischer Fortschritt: Trogarzo ist das erste kommerziell vermarktete HIV-Medikament mit einem neuen Wirkprinzip seit fast zehn Jahren: Es setzt Antikörper ein. Gleichzeitig ist es das erste HIV-Medikament, das nicht täglich eingenommen werden muss.

Am 6. März wurde es von der US-Medikamentenbehörde (FDA) zugelassen. "Trogarzo ist das erste Mittel in einer neuen Kategorie von antiretroviralen Medikamenten, das einen nachweisbaren Vorteil für die Patienten haben wird, die keine Behandlungsoptionen mehr haben", sagte Jeff Murray, Vize-Chef der Abteilung für antivirale Produkte des Forschungszentrums der Medikamentenbehörde.

Für Patienten mit Resistenzen entwickelt

Die meisten HIV-positiven Patienten können erfolgreich mit einer Kombination von zwei oder mehr antiretroviraler Medikamente behandelt werden. Allerdings ist ein kleiner Prozentsatz der Infizierten gegen die bisher verfügbaren Medikamente resistent. Die Krankheit schreitet dann bei ihnen voran und wird lebensbedrohlich.

Trogarzo (Substanzname: Ibalizumab) kann ihnen nun helfen. Es muss im Gegensatz zu bisherigen Mitteln nicht täglich, sondern nur alle 14 Tage verabreicht werden. Ärzte können es dann intravenös spritzen. Es darf jedoch erst verschrieben werden, wenn gewöhnliche Medikamente bei einer Person nicht mehr ausreichend anschlagen. Trogarzo wird dann weiterhin mit Medikamenten kombiniert, die zumindest teilweise wirken.

Noch unbekannt, ob es in Deutschland zugelassen wird

Die US-Behörde hat das Medikament als "wissenschaftlichen Durchbruch für die Therapie" bezeichnet. Es wurde in einer klinischen Studie an Patienten getestet, denen mit mindestens zehn bisher verfügbaren Medikamenten nicht mehr geholfen werden konnte. Die Studie ergab gute Ergebnisse: Bei 43 Prozent der Teilnehmenden konnte die Viruslast gesenkt werden. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Durchfall, Benommenheit, Übelkeit und Hautausschlag.

Die schlechte Nachricht: Bisher ist unklar, ob und wann es in der Europäischen Union zugelassen wird. In Deutschland leben etwa 85.000 Menschen mit HIV. Diejenigen, bei denen die Medikamente wirken, haben meist eine normale Lebenserwartung. (cw)



#1 Patroklos
  • 18.03.2018, 11:22h
  • Es wäre wünschenswert, wenn es in Deutschland so schnell wie möglich auch zugelassen würde, und zwar zu einem erschwinglichen Preis.
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#2 la_passanteAnonym
#3 TheDadProfil
  • 18.03.2018, 16:52hHannover
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • ""und zwar zu einem erschwinglichen Preis.""..

    Wann genau hat man eine solche "Forderung" dann schon mal für die Zulassung eine neuen Präparates für Diabetes oder Rheuma oder gar Brust-Krebs gehört ?

    Voltaren-Schmerz-Gel..
    300 gr. für 32,70 in der Apotheke..

    Diclophenac-Schmerz-Gel..
    100 gr. 4,99..
    Also 14,97 für die gleiche Menge..

    Und immer noch halten sich die Gerüchte hartnäckig wonach Generika "anders" wirkten, oder gar "schlechter"..

    Interessanterweise werden dann teure "Originale" häufig an Privat Versicherte verschrieben, während Generika für AOK-Versicherte "ausreichen" müssen, ohne darüber zu reflektieren ob hier die Diskussion über eine Zwei-Klassen-Medizin angemessen ist..

    Oder man sich nicht endlich mal darauf konzentrieren soll die teuren "Originale" überhaupt nicht mehr zu verschreiben um das Gesundheits-System insgesamt zu entlasten..
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#4 TheDadProfil
  • 18.03.2018, 16:54hHannover
  • Antwort auf #2 von la_passante
  • ""Sind die lukrativen Patente schon wieder abgelaufen?""..

    Worauf bezieht sich diese Frage ?

    Die Neuzulassung eines Medikamentes hat mit dem Ablauf eines Patentes für andere Medikamente, die wie hier im Artikel beschrieben, andere Wirkungen oder bisweilen gar keine haben, im Mittel nur wenig zu tun..
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#5 RobinAnonym
  • 18.03.2018, 17:39h
  • Jeder weitere medizinische Fortschritt ist ein Geschenk.

    Aber es muss noch viel mehr Geld in die Forschung fließen, denn Ziel muss weiterhin die Heilung von HIV und Impfung gegen HIV sein.

    Und auch in die Erforschung, Heilung und Vorbeugung vieler anderer Krankheiten sollte noch viel mehr Geld fließen: Krebs, Hepatitis, Alzheimer, Parkinson, Rheuma, Arthrose, etc.

    Da ist das Geld viel besser angelegt als in Rüstung, Kriegen, Lobbyarbeit, Kohle- und Atomförderung, etc. etc. etc.
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#6 von_hinten_genommenAnonym
  • 18.03.2018, 18:08h
  • A propos Gesundheit:

    www.spiegel.de/politik/deutschland/jens-spahn-ueber-abtreibu
    ngen-es-geht-um-ungeborenes-menschliches-leben-a-1198661.htm
    l


    Ich ahnte bereits, dass seine Gesundheitspolitik nicht das ist, was Deutschland braucht. Er ist zu sehr von Religion beeinflusst und hat keine Ahnung, dass es deutliche Unterschiede gibt in der medizinischen und gesundheitlichen Versorgung und Angeboten bei Privatversicherten und Kassenpatienten. Vor allem im Bereich Psychologie und die Art und Weise des Umgangs mit den Patienten allgemein gibt es sehr starke Unterschiede. Auch in Arztpraxen wird das deutlich. Spahn hat ja selbst geäußert, dass die Terminvergabe in Praxen viel zu spärlich ist und die Wartezeit häufig zu lang ausfällt. Von den Kosten der Medikamente ganz zu schweigen - das muss besser geregelt werden.

    Übrigens bin ich davon überzeugt, dass nicht nur die Symptome behandelt werden müssen, sondern dafür gesorgt werden muss, dass es weniger "kranke" und weniger überbelastete Menschen gibt. Die Ursache muss behoben werden. Aber das ist für die Union zu viel verlangt.

    Dass das Hartz IV nicht ausreichend ist zu leben, das weiß mittlerweile jeder Bürger und jede Bürgerin in Deutschland, außer Jens Spahn. Man muss nur eins und eins zusammenzählen, damit klar wird, dass das Armut erzeugte. Ohne das Hartz IV müsste es keine "Tafeln" geben. Man muss schon egoistisch und ignorant sein, um dieses System aufrecht erhalten zu wollen und zu behaupten, dass die Hartz IV Empfänger alles hätten, was sie zu leben bräuchten. Da höre ich aber ganz gegenteiliges.
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#7 JadugharProfil
  • 18.03.2018, 19:54hHamburg
  • Antwort auf #5 von Robin
  • Seit ich 1986 zum ersten Mal von der AIDS-Krise gehört hatte, dachte ich, es wäre ein schlechter Witz. Damals wies ich auf die Erzeugung von Antikörpern hin. Ja sogar, daß der Körper in dessen Erzeugung selbst unterstützt wird, da meines Erachtens einige Milliarden Jahre Evolution kein Pfusch sind und unser Immunsystem etwas sehr Großartiges leisten kann. Ich selbst habe auf diesen Gebieten geforscht und auch Selbstexperimente unternommen, um keine Infektionskrankheiten mehr zu haben. Sogar mit großen Erfolg. Doch leider sind diese Methoden nicht patentierbar, da sie auf natürliche Methoden aufbauen. Züchtet man jedoch die Antikörper in vitro, dann kann man es verkaufen und auch patentieren lassen. Dabei ist es eigentlich egal, wo die Antikörper entstehen. Der Körper kann es meistens immer besser. Doch man wollte lange davon nichts wissen. Der Körper galt immer als suspekt.

    Als ich dieses Thema hier in diesen Forum vor einigen Jahren ansprach, wurde ich sehr heftig angegriffen, so als wäre ich ein Scharlatan oder Esoteriker.

    Jetzt ist genau das passiert, was ich von 1986 an immer gefordert hatte, daß man endlich Antikörper züchtet, ob in vitro oder im Organismus selbst! Auf medizinischen Kongressen wurde ich ebenfalls niedergemacht! Meine Vorträge in den achtziger Jahren über die Unterstützung von Antikörpern wurden extrem bekämpft! Es scheint in Deutschland eine sehr starke Feindlichkeit gegenüber Innovationen vorhanden zu sein, wenn man sehr einfache und kostengünstige Ansätze vorschlägt. Besonders Außenseiter werden stets heftig angegriffen!
    Es sind viel zu viel Menschen wegen AIDS aufgrund dieser Innovationsfeindlichkeit gestorben, weil man mit altbackenden Methoden in Form von Bekämpfung die Sache angehen wollte. Ich war ein heftiger Gegner dieser Vergiftungsmethoden, da früher viele AIDS-Patienten auch wegen der Giftcocktails zu Grunde gingen.
    Für mich ist das eine sehr bittere Sache und kommt viel zu spät!
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#8 la_passanteAnonym
  • 18.03.2018, 20:12h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Der Zusammenhang ist, daß regelmäßig neue "Superduper"moleküle, und damit neue Patente, lanciert werden (müssen), sobald die Patente der vorigen abgelaufen sind und sie daher nichts mehr einbringen.
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#9 InnovationAnonym
  • 18.03.2018, 21:40h
  • Antwort auf #8 von la_passante
  • Schon mal davon gehört, dass es Forschung und Weiterenwicklung gibt? Zum Beispiel schon mal die Erfahrung gemacht, dass zwischen dem Computer von 1998, 2008 und 2018 Unterschiede in der Performance bestehen? Oder den Autos dieser Jahre? Oder den Mobiltelefonen? Wäre es denkbar, dass es da auch neue Arzneien gibt, die 2018 mehr und/oder anderes leisten als 2008, 1998 und 1988? Könnte es vielleicht sogar sein, dass deshalb die Lebenserwartung steigt, jedes Jahr, die allgmeine und die von HIV-Infizierten besonders? Oder schlafen einfach alle länger, treiben mehr Sport und essen gesünder und werden deshalb älter?
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#10 Rosa SoliAnonym
  • 18.03.2018, 22:19h
  • Antwort auf #7 von Jadughar
  • Der Entry-Inhibitor enthält genetisch veränderte mononukleale Antikörper, die an CD4-Rezeptoren binden und sie blockieren.

    Das ist meilenweit von dem entfernt, was Du in den 1980er Jahren vorgeschlagen und/oder gefordert hast.

    Du kannst also ganz beruhigt sein.
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