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RTL-Soap

Schwules Paar aus "Unter uns" bei Dreharbeiten "wüst beschimpft"

Ein inniger Kuss zwischen Easy und Ringo empörte Passanten am Kölner Hauptbahnhof – heute um 17.30 Uhr wird die Folge der RTL-Soap ausgestrahlt.


Easy (Lars Steinhöfel) und Ringo (Timothy Boldt) küssen sich am Kölner Hauptbahnhof (Bild: RTL)

In der "Unter uns"-Folge vom 21. März gibt es nach jeder Menge Drama zwischen Easy (Lars Steinhöfel) und Ringo (Timothy Boldt) ein schwules Happy-end: Die beiden Männer aus der RTL-Soap besiegeln offiziell ihre Beziehung, küssen sich romantisch an einem Bahnsteig und kommen als Liebespaar in die Schillerstraße zurück.

Nach einer Mitteilung von RTL liefen die Dreharbeiten für die "Ringsy"-Szene am Kölner Hauptbahnhof jedoch weniger harmonisch ab. "Vereinzelt gab es Personen, die uns wüst beschimpft haben", erklärte Schauspieler Lars Steinhöfel. "Beleidigungen, die man durchaus auch zur Anzeige bei der Polizei hätte bringen können."

Ringo-Darsteller Boldt fühlte sich "hilflos"


Die Dreharbeiten am Bahnhof fanden unter natürlichen Bedingungen ohne große Absperrungen statt

Seine Kollege Timothy Boldt fühlte sich nach eigenen Angaben "hilflos" bei den Dreharbeiten am Bahnsteig, die ohne große Absperrungen erfolgten. "In dem Moment spiele ich ja nur eine Rolle, aber die Gänsehaut ist trotzdem da. Ich denke auch nach Feierabend noch darüber nach."

Die Anfeindungen seien jedoch nur von vereinzelten Passanten ausgegangen, so der Ringo-Darsteller. "Die Reaktionen waren überwiegend positiv. Es wurde interessiert zugeguckt, aber ein höflicher Abstand eingehalten." Hinter vorgehaltener Hand sei zwar getuschelt worden. "Aber das ist für uns normal. Unangenehm wurden nur ein paar wenige, die mit purem Hass reagiert haben."

Gegenüber RTL plädierten die beiden Schauspieler für mehr Toleranz. "Mein Motto lautet stets: Behandle Menschen so, wie du selbst gern behandelt werden möchtest", so Lars Steinhöfel. "Da hilft nur: Drüberstehen, es sich nicht zu Herzen nehmen und hinterher darüber sprechen, so wie wir gerade", meinte Timothy Boldt. "Denn die allermeisten denken da so wie ich: jeder nach seinem Geschmack!"

Die "Unter uns"-Folge 5822 wird am Mittwoch, den 21. März um 17.30 Uhr bei RTL ausgestrahlt. (cw)

Direktlink | Das Happy-end am Bahnsteig



#1 BEARAnonym
  • 21.03.2018, 07:09h
  • "Ringsy"?
    Das Konzept, dass Verliebte nach wie vor ZWEI (oder mehr) eigenständige Personen bleiben, scheint aus der Mode gekommen zu sein - statt dessen werden absurde "Pärchennamen" vergeben. Nicht mein Ding.

    Ansonsten: ist ja niedlich, dass wieder einmal für mehr "Toleranz" plädiert wird. Mir reicht das immer noch nicht:

    "Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen."
    (Johann Wolfgang von Goethe)

    Übrigens, dass selbst am KÖLNER Hauptbahnhof Unflätigkeiten zu hören sind, wenn zwei Männer sich küssen, zeigt ja wohl mehr als deutlich, dass wir von einer ECHTEN Emanzipation weit entfernt sind.

    "Ihr dürft (!) doch jetzt heiraten - was wollt ihr denn noch?" - Küssen ohne wüste Beschimpfungen zum Beispiel. Und noch SO viel mehr.
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#2 krakalaAnonym
  • 21.03.2018, 08:33h
  • Kenne die Serie nicht, schaue ohnehin kein TV ohne und habe es ohnehin nicht vor.

    Solche Botschaften aber draußen zu zeigen ist wichtig. Ich meine nicht auf Plakaten, auf T-Shirts oder mit Regenbogenfähnchen, sondern tatsächliche Nähe zwischen zwei Männern oder Frauen ohne jetzt in wildes Rumgelecke auszuarten. Ein einfaches Küsschen oder Händchen halten, etc.

    Denn es geht nicht darum, dass Menschen etwas logisch begreifen. Sollen sie halt dagegen sein. Ihr Empfindungsvermögen wird sich aber ändern, zwangsläufig.

    Menschen können sich daran gewöhnen. Tun sie das, finden sie hinterher sogar toll.
    Ich finde, Heten sind wie Kinder die zum ersten mal sehen wenn sich Erwachsene (oder die eigenen Eltern) küssen. Kinder finden zwischenmenschliche Nähe auch eher seltsam (egal ob hetero- oder homo), meines Erachtens bei Jungs eher als bei Mädchen. Es ist wie, als ob im Gehirn dafür noch kein vorgesehener Prozess vorhanden ist. Die aufgenommene Information wird nur schwierig verstanden.
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#3 LorenProfil
  • 21.03.2018, 08:58hGreifswald
  • Antwort auf #1 von BEAR
  • Der Emanzipationsprozess wird sich nach meiner Einschätzung noch lang hinziehen, da negative Vorurteile in der Werteerziehung quasi tradiert in die Köpfe hineingezimmert wurden und werden, glücklicherweise nicht mehr bei allen. Daher ist es aus meiner Sicht auch richtig, in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen mit inklusiven Erziehungs-und Bildungsplänen zu arbeiten und diese selbst den unwilligsten Erziehungs-und Lehrpersonen vorzuschreiben, um den Ressentimentverstärkern in Elternhaus und peer groups wenigstens etwas entgegenzusetzen. Auch die positive mediale Inszenierung ist wichtig in einer von Medien mitgeprägten Gesellschaft. Negative Inszenierungen gab und gibt es schon genug. Wer da in Köln gepöbelt und beschimpft hat, sagt nur etwas über sich selbst aus, nicht über das schwule Paar.
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#4 TröteAnonym
  • 21.03.2018, 10:40h
  • Schade, dass vielen Heteros Diskriminierung von LGBTQ+ erst klar wird, wenn sie selbst davon betroffen sind, auch wenn die beiden Darsteller selbst vermutlich kein Problem mit Minderheiten haben.
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#5 Carsten ACAnonym
  • 21.03.2018, 10:46h
  • "Beleidigungen, die man durchaus auch zur Anzeige bei der Polizei hätte bringen können."

    Und wieso haben die das nicht getan?

    Auch wenn das Liebespaar hier nur gespielt war, so hätte man das dennoch tun müssen. Man muss Homophobie im Keim ersticken, sonst nehmen diese Faschisten sich immer mehr raus.
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#6 Nils BAnonym
  • 21.03.2018, 11:09h
  • Wäre es denn nicht richtig gewesen diese wüsten Beleidigungen bei der Polizei auch tatsächlich zur Anzeige zu bringen?
    Denn so sind jetzt wieder die Beschimpfer mit ihrer Tour unbehelligt davongekommen und haben ihren Sieg davongetragen.
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#7 KonjunktivAnonym
  • 21.03.2018, 11:12h
  • "Beleidigungen, die man durchaus auch zur Anzeige bei der Polizei hätte bringen können."

    Wieso nur "hätte können"? Wie hätte der Sender denn bei antisemitischen Beleidigungen reagiert? Sicher nicht nur mit "hätte können"!

    Der Kölner Hauptbahnhof war ja in der Vergangenheit bereits Plattform für Sexisten, da muss man also mit gutem Grund eerst recht sofort einen Riegel vorschieben und Recht und Gesetz durchsetzen, anstatt achselzuckend von "hätte können" zu schwadronieren.

    Solche Untätigkeit leistet Homophobie und Sexismus letztlich nur Vorschub.
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#8 BEARAnonym
#9 WindheimerAnonym
#10 AmurPrideProfil
  • 21.03.2018, 12:05hKöln
  • Willkommen in meinem/unserem Alltag! :-(
    Offene Homophobie und die Hater fühlen sich ganz sicher nicht von der Umgebung dafür angemacht zu werden.
    Wir machen es trotzdem.. aber manchmal... manchmal würde etwas Unterstützung/Zivilcourage von dritter Seite echt gut tun. :-(
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