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Proteste am Wochenende

Wieso die Philippinen gerade eine queere Revolution erleben

Aktivisten kämpfen für ein Gesetz zum Schutz vor Diskriminierung – seit fast 20 Jahren. Ein Aktivist erzählt im Interview mit queer.de, wieso die Community dort so wütend ist.


Bei der Demo am vergangenen Samstag kamen nach Angaben der Community Tausende zusammen (Bild: @ellahve.you / Instagram)

Seit 19 Jahren kämpft die LGBTI-Community auf den Philippinen für ein Gesetz zum Schutz vor Diskriminierung. Nun haben sie das Warten satt: Am Wochenende demonstrierten Tausende in der Hauptstadt Manila. Das SOGIE-Gesetz, eine Abkürzung für "sexual orientation and gender identity and expression bill", halten sie für längst überfällig. Deshalb fordern sie "Equality Now", Gleichheit jetzt.

Die Demonstration fand vor dem "Edsa People Power Monument" statt. Das Denkmal erinnert an die friedliche Bürgerprotestbewegung aus dem Jahr 1986, bei der der Diktator Ferdinand Marcos gestürzt wurde. Deshalb sei die "Equality Now"-Kampagne nun die "neue Revolution", sagte Aktivist Ellah Delerio auf der Kundgebung. Im Interview erzählt er, warum jetzt so viele queere Menschen auf die Straße gehen.


Aktivist Ellah Delerio (l.) war am Samstag bei der Demo. Bild: @ellahve.you / Instagram

Ellah, wieso waren am Samstag so viele Menschen auf der Straße?

Die Demo am Samstag war der Versuch, darauf hinzuweisen, dass der Senat gerade die letzte Möglichkeit hat, das SOGIE-Gesetz vor der parlamentarischen Pause zu verabschieden. Am heutigen Mittwoch ist die letzte Sitzung vor den Ferien.

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Wieso wurde das Gesetz immer noch nicht verabschiedet?

Das SOGIE-Gesetz wurde vor zwei Jahrzehnten von der Abgeordneten Etta Rosales von der Partei Akbayan im Jahr 2000 eingebracht. Seitdem ist der Gesetzentwurf nicht weit gekommen. Im Unterhaus des Kongresses wurde das Gesetz im letzten Jahr verabschiedet, in dritter und letzter Lesung. Das war ein Erfolg. Nun liegt der Entwurf im Senat, dem Oberhaus, und hängt dort fest. Es gibt große Gegner der Initiative, vor allem Kirchenvertreter. Sie sagen, es wäre eine Gefahr für die Religionsfreiheit.

Wie ist die Stimmung in der Community?

Natürlich sind wir wütend, insbesondere auf die liberalen Abgeordneten, die das Gesetz immer wieder verschieben. Selbst diejenigen, die den Gesetzentwurf einst eingebracht haben, sagen nun, dass wir nochmal über die angebliche Verletzung der Religionsfreiheit reden sollten. Gleichzeitig hat diese Wut am Samstag eine Menge Leute auf die Straße gebracht.

Wie soll das Gesetz wirken, wenn es mal verabschiedet wird?

Der Schutz vor Diskrimierung vor dem Gesetz soll dann auch für Schwule, Lesben, Trans* und Queers gelten. Unsere Verfassung gibt bereits vor, dass alle gleich zu behandeln sind, unabhängig davon, wer sie sind und wen sie lieben. Wir wollen das nun konkretisieren.

Wieso dauert es jetzt schon so lange?

Die Philippinen sind ein katholisches und konservatives Land. Wir werden oft als LGBTI-freundlich bezeichnet, aber das "Freundliche" beschränkt sich darauf, dass die Leute tolerieren, was du mit deinem Leben machst. Sie wollen sich aber nicht an unseren Gesetzesinitiativen beteiligen.

Was würde das SOGIE für die Menschen im Alltag bedeuten?

Diskrimierung findet in der Öffentlichkeit statt, aber nicht nur. Auch beispielsweise in katholischen Schulen, wo junge Schüler rausgeschmissen werden, wenn sie sich outen. Oder am Arbeitsplatz, wo es Menschen nicht möglich ist, ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität offen zu leben. Das führt auch zu Hasskriminalität, davon sind insbesondere LGBTI in Armut betroffen.

Haben diese Hassverbrechen etwas mit der Drogenkriminalität zu tun?

Weißt du, was schlimm ist? Die Drogenkriminalität wird von der Regierung benutzt, um die LGBTI-Community zu denunzieren. Es gibt genug Berichte, dass LGBTI umgebracht wurden und dann als Drogen-Kriminelle bezeichnet wurden. Der Ausdruck ist praktisch, er wird von der Regierung benutzt, um alles als Sündenbock zu bezeichnen, was ihnen nicht gefällt. Als LGBTI-Community bekämpfen wir also nicht nur die Hassverbrechen gegen uns, sondern auch die Desinformation der Regierung.

Was passiert jetzt mit dem SOGIE-Gesetz?

Wahrscheinlich wird es heute im Senat nur eine Frage-und-Antwort-Stunde geben. Nach der parlamentarischen Pause wird der Senat das Gesetz im Sommer wieder auf die Tagesordnung setzen müssen.

Und dann?

Wir sind Gewinner. Wir haben es schon im Repräsentantenhaus geschafft, das Gesetz durchzubringen. Das werden wir auch im Senat schaffen.

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#1 von_hinten_genommenAnonym
#2 TheDadProfil
#3 Patroklos
#4 stromboliProfil
  • 22.03.2018, 08:12hberlin
  • Antwort auf #3 von Patroklos
  • ach, und was hast du schmock bisher in die "bewegung " an eigenem engagement eingebracht..?

    Deine als beiträge getarnten beileidstelegramme oder hochzeitsgrüße?
    Du bist doch hier allenfalls der grüßheini!

    Sicher, es hat mal eine "bewegung gegeben .. bis leute wie du auf dem bildschirm- sprich internet auftauchten.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Patroklos
#6 MehrAktivitätAnonym
#7 TheDadProfil
  • 22.03.2018, 11:50hHannover
  • Antwort auf #3 von Patroklos
  • ""Trotzdem ist an dieser Aussage etwas Wahres dran!""..

    Was denn ?

    Das sich hier in der BRD an der Aufruhr gegen das System zu wenige beteiligen, weil sich dann auch Menschen wie Du auf Einzeiler beschränken anstatt ihren Mitmenschen mal die Leviten zu lesen ?

    Ja, das könnte sein..
  • Antworten » | Direktlink »
#8 stromboliProfil
#9 LaurentEhemaliges Profil
#10 TheDadProfil
  • 22.03.2018, 22:34hHannover
  • Antwort auf #6 von MehrAktivität
  • ""Ach, auf einmal stört es dich, wenn konstruktive Kritik geäußert wird. Dass du das ausschließlich und immer machst, erhellt dich natürlich nicht.""..

    Ich finde es schon einmal sehr nett daß Du meine Kommentare als "ausschließlich konstruktive Kritik" empfindest..

    Blöderweise ist die Idee sich von anderen Aktivisten in anderen Ländern
    "mal kräftig eine scheibe abzuschneiden"
    dann keine solche "konstruktive kritik" an den eigenen Aktivisten..
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