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Homophober Reggae

Hass-Sänger soll in Regensburg auftreten

Bounty Killer, der in Songs zur Ermordung von Schwulen aufruft, kommt wieder nach Deutschland. Aktivisten fordern, dass das Konzert abgesagt wird.


Bounty Killer (Bild: Stefan Klauke / wikipedia)

Ein Sänger, der in seinen Lieder seit Jahren zum Töten von Homosexuellen aufruft, will erneut nach Deutschland kommen. Am 11. Mai soll der jamaikanische Dancehall-Star Bounty Killer in Regensburg im "Mischwerk" auftreten. Der Club gab sich in der Vergangenheit queer-freundlich, in seinen Räumen fanden auch LGBT-Partys wie "Candylicious – Pride Party" statt.

Doch nun holt der Club einen krass homphoben Sänger nach Regensburg, als Main Act. In der Veranstaltungs-Ankündigung auf Facebook heißt es, Killer sei "einer der aggressivsten Dancehall Stars der Neunziger Jahre".


Die Veranstaltung auf Facebook (Bild: Screenshot)

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Kritik von Studierenden aus Regensburg

Queer-Aktivist Werner Gaßner forderte den Club auf Facebook auf, den Hass-Sänger sofort auszuladen: "Aufruf zu Hass und Mord an queeren Menschen ist nicht Bestandteil von Kunst und darf in keiner Weise relativiert oder verharmlost werden." Der "Arbeitskreis queer" der Universität Regensburg bezeichnete die Veranstaltung als "Fehlgriff der besonders geschmacklosen Art". Die Veranstalter der "Candylicious"-Party kommentierten auf Facebook: "Wir sind auch nicht darüber begeistert." Man habe das "Mischwerk" bereits informiert und sei im Gespräch.

Bounty Killer hatte in mehreren Liedern die Ermordung von Schwulen gefordert. So rief er im Song "Another Level" dazu auf, Schwule zu verbrennen und zu ertränken, in "Look Good" hieß es: "Lösche die Schwuchtel mit einem Laser-Beam aus". Anders als andere umstrittene Sänger aus Jamaika hat Bounty Killer bis heute nicht den "Reggae Compassionate Act" unterzeichnet, mit denen sich die Künstler von früheren Werken distanzieren und versprechen, diese nicht mehr aufzuführen.

Communtity protestiert seit Jahren gegen Auftritte

Seit 2003 wurden Konzerte von Bounty Killer in Europa nach Protesten von queeren Gruppen immer wieder abgesagt (queer.de berichtete). 2011 fand eine Reihe von Konzerten in Deutschland nach Kritik der LGBTI-Community nicht statt (queer.de berichtete), ebenso in Zürich (queer.de berichtete). Zuletzt wurde 2012 ein Konzert in Hamburg abgesagt (queer.de berichtete).

Aktivisten forderten bislang nicht nur die Veranstalter auf, den Sänger wieder auszuladen. 2008 hatten die Grünen im Bundestag erstmals ein Einreiseverbot in den Schengen-Raum durchgesetzt und damit Konzerte in drei deutschen Städten verhindert. 2008 erhob der LSVD Strafanzeige wegen Volksverhetzung. Die Behörden schlossen sich an: Im gleichen Jahr setzte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften einige Alben des Sängers auf den Index (queer.de berichtete).

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#1 Alexander_FAnonym
  • 26.03.2018, 12:08h
  • "Reggae Compassionate Act", lachhaft. Das ist so, als ob Rechtsrocker und NSBMler einer Erklärung gegen Rassismus unterschreiben würden. Homophobie gehört zum Reggae wie der Arsch zum Eimer, etwas anderes kann man von religiösen Fundamentalisten kaum erwarten, auch wenn sie noch so ungepflegt sind und sich noch so viele Dübel reinziehen.

    Ich finde es aber sehr gut, dass diese Konzerte boykottiert wurden, und auch dass die Grünen hier Flagge gezeigt haben.
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#2 PeerAnonym
  • 26.03.2018, 12:36h
  • Wieso dürfen Hass-Sänger, die zum Mord an Menschen aufrufen, in Deutschland auftreten?

    Die sollten am besten gar nicht erst nach Europa einreisen dürfen. Und deren Tonträger (bzw. deren Musik bei Streamingdiensten) sollten auch verboten werden.

    Nur so kann man die erreichen. Fakten und Argumente interessieren die nicht - die verstehen nur die Sprache des Geldes.
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#3 Homonklin44Profil
  • 26.03.2018, 12:58hTauroa Point
  • Solche sch.... Figuren brauchen wir hier nicht auch noch. Ähnlich diesem Elephantman und Konsorten.
    Mag ja sein, dass Raggae und Dancehall in Symbolismen wie "burn them down" eine lange währende Hassformel belegen, muss aber nicht für alle Zeit so bleiben. Gibt ja noch andere Themen als rastafarische Verblendung.

    Wir haben doch schon genug Hass-Sänger aus der einheimisch rechten Ecke, die hier ihren Schundlärm als Musik verbreiten. Komisch ist sowieso, dass man auch bei denen extra drauf hinweisen muss.
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#4 MarcAnonym
  • 26.03.2018, 13:01h
  • Hoffentlich realisiert das "Mischwerk", wen es da eingeladen hat, und korrigiert seine Entscheidung. Wäre ein fatales Signal an die Öffentlichkeit, wenn so jemand für seine Hasstiraden ein Forum bekäme!
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#5 Alexander_FAnonym
  • 26.03.2018, 13:10h
  • Antwort auf #3 von Homonklin_@_NZ
  • "Wir haben doch schon genug Hass-Sänger aus der einheimisch rechten Ecke, die hier ihren Schundlärm als Musik verbreiten. Komisch ist sowieso, dass man auch bei denen extra drauf hinweisen muss."

    So komisch ist das gerade für deutsche Verhältnisse nicht. Man sieht ja auch am Beispiel Xavier Nadoos, das man offenbar davon ausgeht, wer dunkle Haut habe, könne schon kein Nazi sein. Bei Reggae kommt dann noch hinzu, dass die meisten Hörer "links" sind oder es zu sein glauben, weil sie der Form nach links rüberkommen.

    Nach dem Inhalt wird aber eben selten gefragt, und wenn, wird er heruntergespielt, von wegen "die können das ja nicht so meinen, sind doch so coole, lockere Typen."

    Und vergessen wir auch eins nicht: Schwule zu hassen ist ja nicht so wirklich Nazi, das geht dann schon in Ordnung.
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#6 AmurPrideProfil
  • 26.03.2018, 13:51hKöln
  • Unbedingt auftreten lassen!
    Dann - wenn er seine Hass-Botschaften von der Bühne plärrt, Konzert abbrechen, verhaften, anklagen, verurteilen und nach der Hälfte der Haftzeit ausweisen.
    DAS wäre ein Signal an alle homophoben Arschlöcher, egal welcher Nation, Musikstils, Politkrichtung oder weiß der Geier was, dass DAS in Deutschland nicht folgenlos bleibt!
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#7 KlobürsteAnonym
#8 mosheAnonym
  • 26.03.2018, 14:26h
  • schon jetzt lächerlichster mimimi-beitrag 2018. bounty killer ist in den letzten jahren des öfteren in europa aufgetreten und hat stets bewiesen, dass der aggressivste dancehall künstler der 90er jahre seine aggression auch in den 90ern gelassen hat. total harmlos leute, kommt mal runter. oder besser: kauft euch ein ticket und überzeugt euch selbst davon!

    JAMAICA TO THE WORLD!
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#9 WoernmucProfil
  • 26.03.2018, 15:25hMünchen
  • Antwort auf #8 von moshe
  • Wieder die übliche Verharmlosung und damit Hassunterstützung. Er wurde mehrfach aufgefordert, entsprechende Unterlassungserklärungen zu unterschreiben - hat dies aber nicht getan.

    Homo-Feindlichkeit hat in Clubs nichts verloren. Nicht in Bayern, nicht sonstwo und auch nicht in Jamaika.
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#10 ursus
  • 26.03.2018, 15:39h
  • Antwort auf #4 von Marc
  • "Hoffentlich realisiert das "Mischwerk", wen es da eingeladen hat"

    irgendwie kann ich mir schwer vorstellen, dass man jahrelang im veranstaltungs-kaufmännischen bereich unterwegs ist und von der diskussion über homofeindlichkeit im dancehall einfach nichts mitbekommen hat.

    immerhin sind schon einige geplante konzerte in deutschland nach protesten wieder abgesagt worden, was neben den image-problemen auch finanzielle schwierigkeiten mit sich gebracht hat. das muss bei konzertveranstalter_innen die runde gemacht haben, selbst wenn einem die soziale komponente wurscht wäre. ich glaube nicht an unkenntnis, sondern an ignoranz.

    bin auf die erklärungen des mischwerks gespannt.
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