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Zwangssterilisation

Schweden entschädigt als weltweit erstes Land Trans-Personen

2013 hatte Schweden ein Gesetz abgeschafft, das bei einer Geschlechtsanpassung die Unfruchtbarkeit forderte. Jetzt will das Land das historische Unrecht mit Geld kompensieren.


Ein Grund zur Freude: Erfahrenes Unrecht wird schwedischen Trans-Personen vom Staat wiedergutgemacht. (Bild: Ola Ericsson/imagebank.sweden.se)

Schweden wird Transsexuellen, die zwischen 1972 und 2013 zwangssterilisiert wurden, eine Entschädigung zahlen. Das beschloss das Parlament in Stockholm am 21. März. Rund 600 bis 700 Personen werden eine Zahlung in Höhe von 225.000 Schwedische Kronen, also rund 22.500 Euro, erhalten.

Die schwedische LGBTI-Menschenrechtsorganisation RFSL feiert das Gesetz als "historischen Sieg". "Geld kann den Schaden nicht rückgängig machen, der entsteht, wenn man gegen seinen Willen die eigenen reproduktiven Fähigkeiten verliert", sagte Emelie Mire Åsell, Trans- und Intersexuellen-Sprecherin von RFSL. "Aber eine monetäre Kompensation ist ein wichtiger Schritt für die Staat, um für alle, die diese Behandlung erfahren mussten, eine Wiedergutmachung zu leisten."

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Entschuldigung der Regierung steht noch aus

Seit 2013, als die Abschaffung der Sterilisation als Voraussetzung für die Geschlechtsangleichung in Kraft trat, hatten Aktivisten für eine Entschädigung gekämpft. So hatten nach der Gesetzesnovelle 142 Transsexuelle beim schwedischen Justizministerium Klage gegen die Zwangssterilisierung eingereicht und eine Entschädigung gefordert (queer.de berichtete). Daraufhin kündigte die rot-grüne Minderheitsregierung 2016 an, bis 2018 eine solche Regelung zu verabschieden (queer.de berichtete).

Nun hofft RFSL, dass der Fortschritt in Schweden den Weg für andere Länder ebnet, die Zwangssterilisation dort ebenso abzuschaffen und das Leid der Trans-Personen wiedergutzumachen. Während des gesamten Gesetzgebungsprozesses habe RFSL den Staat aufgefordert, zusätzlich zur monetären Kompensation auch eine Entschuldigung an die Trans-Community auszusprechen. Jetzt hoffe man, so schreiben die Aktivisten, dass die schwedische Regierung sich entschließe, eine angemessene Zeremonie zu organisieren. "Erst dann können wir dieses wahrlich dunkle Kapitel schwedischer Geschichte hinter uns lassen", so Magnus Kolsjö, Vorsitzender der Organisation.

Menschenrechtslage: Sterilisationen sind Unrecht

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte 2015 im Verfahren "YY gegen die Türkei" die Unrechtmäßigkeit von Zwangssterilisationen festgestellt. Im Urteil heißt es, dass die gesetzliche Erfordernis der Gebärunfähigkeit als Bedingung für die Geschlechtsangleichung einen unverhältnismä­ßigen Eingriff in das Recht von Trans-Personen auf Achtung ihres Privatlebens darstelle. Daraufhin hatte Frankreich im Jahr 2016 die umstrittene Regelung abgeschafft (queer.de berichtete).

Auch in Deutschland gehörte die Zwangs-Sterilisation zum Transsexuellengesetz, welches noch aus dem Jahr 1981 stammt. Allerdings erklärte das Bundesverfassungsgericht 2011 diese Vorschrift für grundgesetzwidrig, weil sie gegen die Menschenwürde und das Recht auf körperliche Unversehrtheit verstoße (queer.de berichtete). Dieser Teil des Gesetzes darf seitdem nicht mehr angewandt werden, wie mehrere weitere von Karlsruhe im Laufe der Jahre bemängelte Passagen. Bislang haben es die letzten Bundesregierungen, einschließlich der aktuellen, nicht geschafft, ein neues verfassungsgemäßes und modernes Transsexuellengesetz vorzulegen. (cw)

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#1 AvispadaAnonym
  • 26.03.2018, 13:44h
  • "Auch in Deutschland gehörte die Zwangs-Sterilisation zum Transsexuellengesetz, welches noch aus dem Jahr 1981 stammt. Allerdings erklärte das Bundesverfassungsgericht 2011 diese Vorschrift für grundgesetzwidrig, weil sie gegen die Menschenwürde und das Recht auf körperliche Unversehrtheit verstoße (queer.de berichtete)."

    ... was hier kürzlich jemanden in diesem Forum nicht davon abehalten hat zu schreiben, dass die Behörden in Argentien schön blöd seien, wenn sie keine Nachweise wie z.B. u.a. "Nachweise für irgendwelche Operationen" (Originalwortlaut) fordern würden.

    Und das von jemanden aus der "Community".

    Schweden hat als erstes Land erkannt, wie man dazu steht, Tranmenschen Unrecht getan zu haben und wie eine Entschädigung auszusehen hat.

    Die Schwulen haben sich von Maas über den Tisch ziehen lassen. Die T's in diesem Land haben es noch nicht mal geschafft, dass die entsprechenden Absätze aus dem Gesetz verschwinden. Ein Unrechtsbewusstsein gibt es in Deutschland nicht.

    Vielleicht macht das schwedische Beispiel ja die Runde und Deutschland steht am Ende doof da. Ich wage das allerdings zu bezweifeln, denn Deutschland lässt sich von Dingen aus dem Ausland eher nicht beeindrucken. Sind dann eher der Meinung, dass Deutschland "vielleicht als einziges Land es richtig mache" (O-Ton Politiker aus Berlin zu T-Themen). Die generelle Auffassung in der Bevölkerung in Deutschland ist ja sowieso, dass hier alles super sei und zur Weltspitze zählen würde. Dinge aus anderen Ländern sind ja bedrohlich. Wenn Europa was von Menschenrechten faselt, dann ist das bestenfalls Genderideologie oder so.

    Jaja... der Bundesverband hier hat das mal wieder zu den ganzen Entwicklungen nichts zu sagen. Fragt sich, ob "trans das neue schwul" sei (was????) und dass man dem neuen Koalitionsvertrag optimistisch entgegenblicke (was????????????????????). Aber wenn ich darauf aufmerksam mache interessiert's hier ja sowieso keinen Menschen.
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#2 Ith_Anonym
  • 26.03.2018, 14:49h
  • "Bislang haben es die letzten Bundesregierungen, einschließlich der aktuellen, nicht geschafft, ein neues verfassungsgemäßes und modernes Transsexuellengesetz vorzulegen."

    Das klingt jetzt fast so, als hätten sie es versucht.

    Soweit ich das verfolgt habe (und ich muss zugeben, an irgendeinem Punkt tat ich das resigniert nicht mehr), waren die Grünen die einzige Partei, die sich überhaupt mal an Anträgen in dieser Richtung versucht hat. Unterstützung angemeldet haben zuweilen die Linken. Die Regierungsparteien haben sich für das Thema nie interessiert, und wenn man sich den aktuellen Koalitionsvertrag anschaut, werden sie das wohl auch in Zukunft nicht tun.
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#3 Ith_Anonym
  • 26.03.2018, 15:11h
  • Antwort auf #1 von Avispada
  • "Die T's in diesem Land haben es noch nicht mal geschafft, dass die entsprechenden Absätze aus dem Gesetz verschwinden. Ein Unrechtsbewusstsein gibt es in Deutschland nicht."

    Das ist richtig... man reibt sich an dem regelmäßigen Gang zu Psychotherapeut und Endokrinologen auf, an Gerichten und Krankenkassen, am nicht-LGBT-Bekannten- und Familienkreis... Und wenn man dann sehr schräg und mutig ist, und/oder vielleicht versehentlich bi, lesbisch oder schwul, gibt man sich schlussendlich noch eine Community, die mit Selbstbeschreibungen wie "LGBT..." und "queer" so tut, als sei man willkommen, nur damit man dann genau wie bei den Hetero-Cissen erklären muss, dass das T steht für Travestie steht, und sich mit nicht mehr oder weniger Chancen als sonst konfrontiert sieht, wenn es um die Frage geht, als Transgender akzeptiert zu werden.

    Wer dann richtig masochistisch ist, geht hin und streitet sich mit "echten" Transsexuellen, also denen, die schon immer alle OPs wollten und das auch richtig finden, darüber, ob man als "nicht-echt"-Trans überhaupt irgendwelche Rechte haben sollte, weil man ganz offensichtlich nicht mit dem Gesetz gemeint sein kann, das doch nunmal "Transsexuellengesetz" heißt.
    Das ist nämlich noch so ein Punkt, von wegen "die kriegen das nicht hin" - es gibt bei Transsexuellen, die ihre medizinischen und rechtlichen Schritte hinter sich haben, einen guten Anteil an Leuten, die diesen "Echtheits"-Test für gut und richtig und angemessen halten. Wer nicht bereit ist, sich am Genitalbereich herumschnibbeln zu lassen, dessen Leidensdruck kann nicht so groß sein, dass so jemand eine irgendwie geartete rechtliche Anerkennung "verdient".

    Was bleibt also? Der Teil der Transsexuellen, die einerseits trotz all dieser Mühen bereit sind, sich zu outen, und deren Solidaritätsgefühl sich dann noch zu Leuten erstreckt, die sie als "ganz offensichtlich anders als ich selbst" wahrnehmen.

    Ich habe manchmal das Gefühl, dass das LGBT-Zeug für unsereinen nicht wirklich hilfreich ist, weil dieses falsche Versprechen, dazugezählt zu werden, sich häufig genug als trügerisch erweist, was extrem abschreckend wirkt, und man andererseits eine so kleine Minderheit in der Minderheit ist, dass es schwer wird, sich gegenseitig zu finden.
    Aber ja... schuldig. Einfach nicht reich genug an Geld und sonstigen Ressourcen, um im Alleingang Menschenrechte in einem System durchzusetzen, das nicht findet, dass man sowas überhaupt haben sollte. Und auch einfach viel zu sehr auf sich selbst gestellt.

    Vielen Dank also, dass du mit dem Gebrauch des Wörtchens "schaffen" nochmal drauf hingewiesen hast, dass jeder Mensch an erlittenem Unrecht selbst Schuld trägt.
    Manchmal bin ich allerdings froh, wenn Verfassungsrichter da weiter sind als du.
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#4 ursus
  • 26.03.2018, 15:57h
  • Antwort auf #3 von Ith_
  • "dass das LGBT-Zeug für unsereinen nicht wirklich hilfreich ist, weil dieses falsche Versprechen, dazugezählt zu werden, sich häufig genug als trügerisch erweist"

    ich fürchte, dass diese kritik leider sehr berechtigt ist. schon das "b" wurde seit langem eher als hohler zierrat dazugepackt, aber nur sehr selten in konkrete kooperationen umgesetzt. bei den "t"s sieht es nicht wirklich besser aus.

    wir brauchen hier eine klare selbstkritik und viel mehr dialog. dabei muss auch das trennende angesprochen werden, wie du es ja schon vormachst. wir kommen nicht zusammen, wenn wir uns regenbogen vor die stirn pappen, sondern nur, wenn wir miteinander im gespräch bleiben und dabei auch konflikte und kritik aushalten.

    danke, dass du hier im forum dazu beiträgst!
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#5 CaptainSwedeAnonym
  • 26.03.2018, 16:24h
  • Antwort auf #3 von Ith_
  • "Wer dann richtig masochistisch ist, geht hin und streitet sich mit "echten" Transsexuellen, also denen, die schon immer alle OPs wollten und das auch richtig finden, darüber, ob man als "nicht-echt"-Trans überhaupt irgendwelche Rechte haben sollte, weil man ganz offensichtlich nicht mit dem Gesetz gemeint sein kann, das doch nunmal "Transsexuellengesetz" heißt. "

    Alte Nummer und ein Weltweit verbreitetes Phänomen. Aber das betrifft auch Männer und Frauen, so hat die Front national z.B. Bei einem Protest von Pussy Riot gerufen, dass diese keine echten Frauen seien.
    Hier auf der Plattform, gab es mehrere Streits darüber, was denn nun ein echter Schwuler sei, ob dazu Sex mit einem Mann reiche, ob nur der Schwul ist, der nur von Männerkörper erregt wird usw.

    Das Problem ist, ist das verschiedene Ideologien gegeneinander stehen. Biologismus, Animismus, Christentum, Psychologie, Psychiatrie und wohl auch noch andere, stehen immer im Krieg um die Definitionsmacht bei Transsexualität.

    Bevor man irgendetwas bewegen kann, muss man erst einmal die Realität so gut es geht erfassen, und dann erst deuten.
    Der Fehler der immer begangen wird ist, das jeder aus seinem Standpunkt argumentiert, und die Realität der anderen für nichtig erklärt. Dazu gehört auch, anzuerkennen, das andere Menschen gewisse Dinge nicht als Transsexualität sehen können, was man selbst als Transsexualität sieht.

    Auch sind die Positionen warum wer nun eine Transition macht, unterschiedlich. Einige sehen darin anscheinend eine bewusste Rebellion gegen die Geschlechternormen, andere wollen sich sexuelle Wünschen damit erfüllen, andere fühlen sich dazu gezwungen, oder empfinden es gar als schweres, unvermeidliches Schicksal. Manche denken, es wäre genetisch, andere glauben, sie wären dazu von anderen Menschen gedrängt worden, und bereuen es, wollen aber auch nicht mehr raus.
    Manche Menschen machen es, weil sie sich in den Gesellschaft integrieren wollen, also ein Akt der Einordnung und des Gehorsams.
    In Indien oder Thailand, vermutet man dahinter gar ein karmisches Schicksal, das unausweichlich ist, oder den Ruf einer Göttin.

    Wie soll es da bitte einem gemeinsamen Konsens, Werte, oder gar politische Zusammenarbeit geben?

    Gerade was die Kastration angeht, ist das für so einige Menschen essentiell, das sie von der Reproduktionsfähigkeit und somit auch von einem oft empfundenen Zwang zu einem Geschlecht zu gehören, befreit werden. Solche Menschen würden eine Entschädigung für diesen Akt, gar als Beleidigung auffassen, weil das für sie ihre zweite Geburt war, der Tag an dem sie in die Welt oder Frauen oder der Männer initiiert wurden.

    Ihr müsst euch das so vorstellen, als wenn ihr Piercings hättet, und ihr hört, das Leute jetzt für Piercings entschädigt werden sollen. Völlig unverständlich für Leute, die Piercings tragen wollen.
    Übrigens: In so einigen Kulturen bekommen Transsexuelle spezielle Tattoos und Piercings, wenn sie in die Gemeinschaft der ihrigen aufgenommen werden. Ich habe so etwas auch schon hier in Deutschland gesehen, sogar Partnertattoos. Sehr interessant!
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#6 von_hinten_genommenAnonym
  • 26.03.2018, 17:14h
  • Antwort auf #1 von Avispada
  • Wenn du hier über mich rumlästerst und du nicht nachgelesen hast, dass ich mich mit der rechtlichen Grundlage von T nicht auskenne, und du daraus ein Drama machst, anstatt zu verstehen, dass das nicht absichtlich war, dann musst du dich nicht wundern, wenn ich zumindest bei dir Abstand halte.

    Das bedeutet nämlich überhaupt nicht, dass ich ein Problem mit Trans hätte.
    Und deine generelle Verurteilung hilft beim Fortschritt auch nicht weiter.

    Ich hab in meinem Freundeskreis eine T und mit ihr verstehe ich mich gut, soviel dazu!

    Wenn du hier Unterstützung möchtest, dann lass nicht so dein beleidigt sein heraushängen und verdamme nicht gleich etwas, was ich schlicht und ergreifend nicht wusste.

    Würde ich mich nämlich ständig so verhalten, dann hätte ich keine Freunde.
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#7 ursus
  • 26.03.2018, 17:22h
  • Antwort auf #5 von CaptainSwede
  • "Ihr müsst euch das so vorstellen, als wenn ihr Piercings hättet, und ihr hört, das Leute jetzt für Piercings entschädigt werden sollen. Völlig unverständlich für Leute, die Piercings tragen wollen."

    für mich ist das keineswegs unverständlich. hätte mich der staat vor die alternative gestellt, mich entweder piercen zu lassen oder auf für meine lebensgestaltung existenzielle grundrechte zu verzichten, wäre es vollkommen unerheblich, ob ich piercings gut finde oder nicht. das war unrecht.

    wir reden hier von der selbstbestimmung über den eigenen körper. in diesem sensiblen und existenziellen bereich zu einer entscheidung genötigt zu werden, ist ein skandal für jeden demokratischen staat. ob einzelne diese entscheidung auch ohne druck getroffen hätten, ist für die beurteilung dieses unrechts nicht wichtig.
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#8 Katrin
  • 26.03.2018, 17:56h
  • Es wird immer wieder von Außen und von Innen versucht uns transsexuelle Menschen als homogene Masse zu begreifen und darzustellen. Und so passiert es immer wieder, dass sich intelligent fühlende Menschen und Gruppierungen als selbsternannte Sprecher und Interessenvertreter outen. Wir sind aber keine homogene Masse, sondern wir sind alle unterschiedlich, wir sind alle Einzelschicksale. Das einzig Verbindende ist unsere ungeheure Diversität. Da wird es unmöglich einen gemeinsamen Forderungskatalog aufzubauen. Hinzu kommt, dass wir seit mehreren Legislaturperioden Regierungen haben, die lieber den Rechten Rand bedienen wollen, anstatt uns unsere Menschenwürde zu geben. Es ist ja nicht so, dass wir nichts erreicht haben. Es gibt einen Vorschlag für ein neues TSG, es gibt europäische Vorgaben, es gibt die Stuttgarter Erklärung und es gibt Gerichtsurteile und alles wird von unseren Regierenden ignoriert.

    Ja und dann lese ich noch den Vergleich hier von Transsexualität mit Tattoos und kann nur noch fragen: Geht's noch?
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#9 AnonymAnonym
  • 26.03.2018, 18:17h
  • In Deutschland werden weiterhin jährlich 1.700 Kinder Opfer von Intersex Genitalverstümmelungen (IGM). Die Kinder werden damit größtenteils Ihrer Zeugungsfähigkeit genommen.

    Die medizinische Versorgung für binäre und nicht-binäre Menschen der diversen TTI³ Bereiche / Personenkreise in Deutschland sind oftmals mangelhaft und das ist positiv ausgedrückt. Die Zustände sind ungeheuerlich.
    Beschlüsse von Parlamenten interessieren, die eine oder andere Krankenkasse nicht.

    Dass es scheinbar bis 2015 ein Zutrittsverbot zum Reichstagsgebäude gab, für Menschen die das TSG (Transsexuellengesetz) nicht durchlaufen hatten, ist Fakt. Unzählige Menschen leben mit dgti (Ergänzungs-) Ausweisen in Deutschland und erleben dennoch Diskriminierungen, trotz EU Rechtssprechung (Grundrechte Charta Art 21).

    Die zahlreichen TTI³ Themen wurden in den letzten 4 Legislaturperiodern immer wieder in Berlin angebracht. Man lenkt seitdem ab und sitzt seitdem die Themen aus.

    In der letzten Legislaturperiode hat man 2 Rechtsgutachten beauftragt und weltweit, propagiert wie firtschriftlich die Bundesregierung sei. Ende vom Lied vor der Bundestagswahl war, dass man sich trotz Beschluss des Bundesrat angeblich zwischen BMI und BMFSFJ nicht einigen konnte.

    Das BMI wurde mittlerweile aufgefordert, die Namen der Verantwortlichen Entscheidungsträger und aller Beteiligten in den Bundesministerien dem OHCHR, zur Weiterleitung an eingebundene UN Ausschüsse zuübermitteln.

    Es geht bei den verschiedenen TTI³ Bereichen / Personenkreisen um Geschlecht, Geschlechts-Identität, Geschlechtsausdruck, Geschlechtlichen Charakteristik, Geschlechtliche Vielfalt.
    Um die eigene Selbstbestimmung individuell hinsichtlich Personenstandsrecht (Name, Geschlecht (binär, nicht-binär) und medizinischer Anpassungsmassnahmen sowie Versorgung und Schutz vor Diskriminierung.

    Jens Spahn, Franziska Giffey und Horst Seehofer sind jetzt die Verantwortlichen, die die ersten Entscheidungen in dieser Legislaturperiode für den Beschluss der Bundesregierung zu tragen haben.

    Damit endlich die Einhaltung von Menschenrechten endlich in Berlin fruchtet, ist es angebracht, dass die 3. Personen persönlich bei den nächsten Sitzungen von UN Ausschüssen zu den Themenbereichen aufgefordert würden zu erscheinen!
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#10 CaptainSwedeAnonym
  • 26.03.2018, 18:22h
  • Antwort auf #8 von Katrin
  • Für dein mangelndes Textverständnis, kann ich leider nichts.

    Nein, nicht Transsexualität ist mit Tattoos vergleichbar laut meiner Meinung, sondern eine Kastration. Sie kann als Zugehörigkeitszeichen gewertet werden, und das wird sie auch Weltweit.

    Einige Menschen brauchen so etwas nicht, weil sie sich als "So geboren" begreifen, und keinen Sinn in so einem Ritual sehen.

    Andere Menschen fühlen sich von ihren Gonaden bestraft, und erleben eine Erleichterung, wenn sie sich dieser entledigt haben.

    Für mich persönlich, sind sie heilig. Ich könnte niemals ohne. Sie sind ein Teil von mir.

    Auch die Entfernung anderer Körperteile, wird ja von manchen Transsexuellen als Erleichterung empfunden, z.B. Barthaare bei Transfrauen, oder Brüste bei Transmännern.

    Das alles geht aber schon bei viel einfacheren Sachen los, wenn Frauen sich ihre Augenbrauen zupfen, oder Männer sich die Haare kurz schneiden lassen. Alles Modifikationen des eigenen Körpers und Ausdruck einer Einstellung/Zugehörigkeit.
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