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Partner von "Demo für alle"

Russischer Oligarch finanziert offenbar LGBTI-Gegner in Europa

Die rechte Petitionsplattform CitizenGo soll durch einen russischen Gleichstellungsgegner großzügig finanziell gefördert worden sein. Möglicherweise hat das Aktionen wie den Hass-Bus erst möglich gemacht.


Der russische Oligarch Konstantin Malofejew und Hedwig von Beverfoerde, die bei der Hass-Bus-Tour sprach (Bild: Barkovets CC BY-SA 3.0)

Bevor im Herbst 2017 der Hass-Bus mit Hedwig von Beverfoerde durch ganz Deutschland touren und dabei gegen die Ehe für alle kämpfen konnte, mussten die Unterstützer online mobilisiert werden. LGBTI-Gegner wie die "Demo für alle" nutzen dafür seit Jahren die Kampagnenseite CitizenGo. Auf dieser Plattform werden regelmäßig Petitionen gegen die Rechte von Frauen und LGBTI gestartet. Dank mehrerer Sprachen erreichen die Kampagnen Menschen in ganz Europa.

Die Plattform gibt es seit 2013. Möglich wurde sie offenbar nur durch die finanzielle Unterstützung aus Russland, von einem Oligarchen, der mit viel Geld LGBTI-Gegner unterstützt. Das berichtet der Fernsehsender Arte in der Dokumentation "Pro Life – Abtreibungsgegner auf dem Vormarsch". Der Report deckt dubiose Zahlungen auf, die die europaweite Vernetzung der Gleichstellungsgegner erst möglich gemacht haben soll.

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Bislang unbekannte Zahlungen nach Madrid

Bevor CitizenGo im September 2013 gegründet werden konnte, brauchte Ignacio Arsuaga Geld. Der Direktor der spanischen Organisation HazteOir, die seit Jahren gegen LGBTI hetzt, war auf der Suche nach Spendern, die sein neues Projekt CitizenGo finanzieren. Er schrieb 2013 einen Brief, den Arte zugespielt bekommen haben will, an den russischen Oligarchen Konstantin Malofejew. Er bat darin um eine Spende von 100.000 Euro. Malofejew ist Vorstandsvorsitzender der russischen Stiftung "Basilius der Große", mit der er Abtreibungsgegner und LGBTI-Gegner finanziell unterstützt.


Ignacio Arsuaga, Direktor von CitizenGo und Schatzmeister von HazteOir

Mit dem Geld, so heißt es im Brief, soll die Kampagnenseite CitizenGo gestartet werden. Zwei nicht näher genannte andere Spender, so Arsuaga, hätten bereits 170.000 Euro gegeben. "Ich hoffe wirklich, dass CitizenGo in drei Jahren die einflussreichste internationale, christlich inspirierte Mobilisierungsseite werden wird", schreibt Arsuaga im Brief. Es gehe darum, "pro-life"- und "pro-family"-Organisationen zusammenzubringen, also Abtreibungsgegner und Gegner von LGBTI-Rechten.

Malofejew und Arsuaga dementieren zwar im arte-Film, dass es Zahlungen gegeben haben soll. Der Sender zeigt jedoch ein anderes Dokument, eine Spenderliste, laut der Konstantin Malofejew 75.000 Euro gegeben haben soll. Im Gegenzug für die großzügige Spende, so sieht es ein geleaktes Abkommen vor, soll der russische Oligarch für seine Basilius-Stiftung einen Sitz im Stiftungsrat von CitizenGo bekommen haben. Tatsächlich: Alexey Komov, nach Angaben von Arte "die rechte Hand von Konstantin Malofejew", bekommt später eben diesen versprochenen Sitz. Es sieht deswegen so aus, als sei der Vertrag zustande gekommen.


Die Webseite von CitizenGo weist nun Alexey Komov als Mitglied des Stiftungsrats aus. Bild: Screenshot

Malofejew ist eine einflussreiche Person der ultrakonservativen Bewegung um die russisch-orthodoxe Kirche. Er hat Verbindungen zur AfD und steht auf der Liste der Personen, die aufgrund der EU-Sanktionen gegen Russland mit einem Einreiseverbot belegt wurden, weil er die pro-russischen Separatisten in der Ukraine unterstützt haben soll.

Kampf gegen Gleichstellung von Homosexuellen und Trans

HazteOir wiederum wurde mit Demonstrationen gegen Abtreibungen bekannt, hetzt aber auch gegen LGBTI-Rechte. So publizierte die Organisation 2017 einen fast 50-seitigen Band gegen Schulaufklärung über sexuelle Vielfalt durch "die Lobbys radikaler Feministinnen und LGBTQ". In ihr wird u.a. beklagt, dass die "Bewerbung" der "Konvertierung" von Menschen in Homosexuelle gefördert, "Therapien" in die Gegenrichtung aber bekämpft und verboten würden. CitizenGo ist "eigenständig", der Direktor von CitizenGo, Arsuaga, ist jedoch gleichzeitig Schatzmeister von HazteOir, deren Chef zugleich im Vorstand von CitizenGo sitzt (queer.de berichtete).

Im vergangenen schickte HazteOir einen transfeindlichen Bus durch Spanien, mit der Aufschrift: "Jungen haben einen Penis, Mädchen eine Vulva. Lass Dich nicht täuschen!" Mit der Kampagne wollte die Organisation ein Zeichen gegen die vermeintliche "Gender-Ideologie" setzen (queer.de berichtete). Schon damals zeigte der Bus das Logo von CitizenGo. Mehrere Monate später fuhr ein ähnlicher Bus durch die USA und machte in New York unter anderem vor dem Trump Tower Halt (queer.de berichtete).


CitizenGo-Sprecher Eduard Pröls (l.) und Hedwig von Beverfoerde (r.) bei der Hass-Bus-Tour in Berlin (Foto: Markus Kowalski)

Kurz vor der Bundestagswahl wurde CitizenGo auch verstärkt in Deutschland aktiv – die Organisation war Partner des Hass-Busses in Deutschland. Die Organisatorin der "Demo für alle", Hedwig von Beverfoerde, und CitizenGo-Sprecher Eduard Pröls waren bei allen Terminen der gemeinsam organisierten Tour dabei (queer.de berichtete).

2008 hatte HazteOir die Organisatoren des CSD Madrid angezeigt, weil diese angeblich Hass gegen Christen verbreiteten und weil auf der Parade "plastische und gewalttätige Darstellungen von homosexuellem Sex" gezeigt worden seien (queer.de berichtete).

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#1 RoseAnonym
  • 30.03.2018, 15:01h
  • Jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut.

    Soll sich der Oligarch doch mal gegen Steueroasen einsetzen.
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#2 Gerlinde24Profil
  • 30.03.2018, 15:30hBerlin
  • Einer der Methoden in Putins Russland ist, dass Oligarschen, ob mit oder ohne Segen und (finanzieller) Unterstützung des Kremls, sei erst mal dahingestellt, sich in vor allem rechte Organisationen einkaufen, um so den Westen zu destabilisieren. Und, je mehr Geld fließt, umso größer werden Unterstützergruppen und Putins Propaganda.
    Russen im Kreml hetzen gegen "aufmüpfige" Frauen, erklären Gewalt in der Ehe zur "Privatsache", klagen Menschen nicht an, die Homosexuelle und Transsexuelle in Russland demütigen, schlagen, vergewaltigen und ermorden, und tun gleichzeitig so, als wären sie demokratisch und ein Rechtsstaat. Und alles mit Wissen, Segen und Unterstützung der russisch-orthodoxen Kirche!
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#3 Gerlinde24Profil
  • 30.03.2018, 15:32hBerlin
  • Antwort auf #1 von Rose
  • Da würde er sich ja ins eigene Fleisch schneiden. Solche Typen leben davon, dass sie gut "schmieren" können, und andere ausbeuten. Die russische Form der "Enteignung" ist ihre Spezialität. Man heuert Schlägerbanden zum Einschüchtern an, besticht Polizei und Richter, und schon gehört einem eine Firma, die einem rechtmäßig nicht gehört.
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#4 Homonklin44Profil
  • 30.03.2018, 16:40hTauroa Point
  • Da wundert einen gar nichts mehr. Über diese Verbindungen der AfD zu den Orthodoxen wurde viel gemutmaßt, das jetzt aufgedeckt zu kennen, entblößt vielleicht manchem dummen Schaf die Tatsachen.

    Mit E. Pröls hatte ich schon mal Kontakt, der legt sich mächtig ins Zeug, wenn jemand das Christentum hierzulande, und die Verfehlungen der Kirchenknilche kritisiert. Seither kam von denen nie wieder eine Bitte um Petitionszeichnung. Wahrscheinlich bin ich da jetzt als Dämon oder sowas auf der Abstrichliste. ;o)
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#5 herzesAnonym
#6 paoloAnonym
  • 30.03.2018, 17:34h
  • Russischer Oligarch finanziert offenbar LGBTI-Gegner in Europa...
    Ach wirklich ??
    Mal abgesehen davon das der weltweite monotheistische sauhaufen einen krieg gegen die natürliche evolutionäre globalisierung unseres planeten führt wundert micht das echt..
    Die politischen marionetten der kirchen von ost bis west und evangical, wie trumputin und co ,sitzen bequem in ihren sesseln und geniessen ihre monotheistisch gestützten machtpositionen, während sie die welt stück für stück balkanisieren und ins chaos stürzen..die christlichen gottesstaaten lassen grüssen.
    Ist ja auch nicht allzu schwer wenn die lokalen christlichen lager mit den invasoren aus dem osten hand in hand arbeiten..da wird nun mal eben das eigene land und leute verraten da ja kirche viel wichtiger ist als wissenschaft fortschritt und menschenrechte ,nicht auszudenken, das man diese sodomiten als normal ansehen MÜSSTE!!
    Aber gut zu sehen das die normalen nachrichten portale schon langsam einen stück einblick gewinnen von dem was momentan wirklich auf unserem planeten abläuft ,etwas von dem ich schon lange in der zeit zurück geschrieben habe,nur hoffentlich wirds nicht zu lange dauern bis man das gesamt konzept der situation erfasst,denn die zeit ist knapp und der krieg der kirchen mit der globalisierung ist schon im vollen gange!!
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#7 guterzweckAnonym
  • 30.03.2018, 18:41h
  • So viel Geld!

    Für soviel könnte man locker tausende schöne Kirchen in Russland restaurieren und auch sonst überall in der Welt verfolgten Christen helfen...
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#8 Carsten ACAnonym
  • 30.03.2018, 18:42h
  • Es ist ja nichts neues, dass solche rechten Kampagnen oft aus dem Ausland finanziert (und oft auch gesteuert) werden.

    Es gibt reiche Homohasser, die es sich in den Kopf gesetzt haben, LGBTI weltweit zu bekämpfen.
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#9 herve64Profil
  • 30.03.2018, 18:55hMünchen
  • Na, was für eine Überraschung aber auch! Bekanntermaßen hat vor einiger Zeit bereits eine gewisse Beatrix von Storch öffentlich erklärt, dass die "Demo für Alle" von ihrem Büro aus gelenkt wird.

    In anderen Zusammenhängen wird eben diese Beatrix von Storch nicht müde zu betonen, dass ein gutes Verhältnis zu Russland für Deutschland wichtig wäre.

    Warum sollte sie das wohl tun, wenn sie dafür keine finanziellen Zuschüsse von russischen Oligarchen bekäme?

    Und dass für einen russischen Oligarchen nur ein toter Schwuler ein guter Schwuler ist, wissen wir ja nicht erst seit den Schwulenpogromen in Tschetschenien.
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#10 Angry_GayAnonym