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Zahlreiche Veranstaltungen

Das Hirschfeld-Jahr 2018/2019 beginnt musikalisch

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres zum 150. Geburtstag des schwulen Aktivisten und Sexualforschers ist das dänische Musiktheaterstück "The Einstein of Sex" erstmals in Deutschland zu sehen.


Das Livingstones Kabinet aus Kopenhagen wirft im Musiktheaterstück "The Einstein of Sex" einen Blick hinter die Kulissen von Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft (Bild: Livingstones Kabinet)
  • 3. April 2018, 18:29h, noch kein Kommentar

Der jüdische, sozialdemokratische und schwule Arzt Magnus Hirschfeld war einer der Hauptinitiatoren der weltweit ersten homosexuellen Emanzipationsbewegung Ende des 19. Jahrhunderts, am 14. Mai 2018 jährt sich sein Geburtstag zum 150. Mal. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) hat dieses Jubiläum zum Anlass genommen, zusammen mit weiteren Organisationen das "Hirschfeld-Jahr 2018/2019" auszurufen. Mit einer Event- und Publikationsreihe soll der Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft angemessen gewürdigt werden.

"Der jüngeren Generation möchten wir in den zahlreichen Veranstaltungen zeigen, wie schnell es zu gesellschaftlichen Umbrüchen hin zu Repression und Verfolgung kommen kann, aber ebenso Hirschfelds stolzes und gelebtes Leben", erklärte BMH-Vorstand Jörg Litwinschuh. "Ältere möchten wir an ihre Verantwortung erinnern, ihre eigenen Erfahrungen der Selbstbehauptung und die Vielfalt ihrer Lebensweisen selbstbewusst weiterzugeben."

Dänisches Musiktheater zum Auftakt

Den Auftakt der spannenden Eventreihe bildet die Deutschlandpremiere des Musiktheaterstücks "The Einstein of Sex" vom 5. bis 7. April jeweils um 20 Uhr im ehemaligen Stummfilmkino Delphi in Berlin. Die Kopenhagener Theatercompagnie Livingstones Kabinet und die bekannte dänische Queer-Vokalgruppe Schwanzen Sängerknaben haben darin Hirschfelds Leben und Wirken auf die Bühne gebracht.

Vimeo / Livingstones Kabinet | Offizieller Trailer zu "The Einstein of Sex"

Gefeiert wird in "The Einstein of Sex" die Vielfalt der sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten mit einer schwarz-humoristischen Inszenierung, die verschiedene Genres und Stile verbindet. Die Bildsprache greift auf Hirschfelds bizarre Sammlung von Fotografien und Illustrationen zurück; die sexuelle Atmosphäre Berlins zur Zeit der Weimarer Republik wird mit heutigen Einstellungen zur Sexualität kontrastiert. Gespielt wird auf Englisch.

Großer Festakt am 14. Mai – Anmeldung noch möglich

Offizieller Auftakt des Hirschfeld-Jahres ist ein Festakt am 14. Mai im Haus der Kulturen der Welt. Am historischen Ort des von Hirschfeld 1919 gegründeten und von den Nationalsozialisten 1933 zerstörten Instituts für Sexualwissenschaft will die Hirschfeld-Stifrung gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern Leben und Werk ihres Namensgebers würdigen sowie "kritisch nach dessen Wirkung für Gegenwart und Zukunft" fragen, wie es in der Einladung heißt.


Der Arzt, Sexualwissenschaftler und Mitbegründer der ersten deutschen Homosexuellen-Bewegung Magnus Hirschfeld wurde am 14. Mai 1868 geboren (Bild: BMH)

Im Mittelpunkt des Abends wird eine Festrede der Historikerin Prof. Dr. Dagmar Herzog (City University of New York) stehen. Angekündigt sind außerdem Grußworte von Justizministerin Katarina Barley (SPD), des Berliner Kultursenators Klaus Lederer (Linke) und der Vorstandsvorsitzenden des BMH-Förderkreises Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Die Veranstaltung wird musikalisch durch Vivian Kanner und Maxim Shagaev begleitet und von der Journalistin Manuela Kay moderiert. Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, bittet die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld um eine verbindliche Online-Anmeldung bis spätestens 30. April. Durch Umzug in einen größeren Saal sind nun wieder Freikarten erhältlich.

Im Juli erscheint die Hirschfeld-Briefmarke der Deutschen Post

Zu den weiteren Höhepunkten des Hirschfeld-Jahres gehört die offizielle Präsentation der Hirschfeld-Briefmarke durch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am 19. Juli in Berlin, die Erstauslieferung in den Postämtern soll eine Woche zuvor erfolgen. Bereits am 2. Mai wird im Berliner Museum der Dinge die Ausstellung "Erotik der Dinge" der Forschungsstelle Kulturgeschichte der Sexualität der Humboldt-Universität eröffnet. Außerdem gibt es Filmaufführungen, Vorträge, Konferenzen und Gedenkveranstaltungen.

Das Gesamt-Programm aller Kooperationspartner soll in Kürze veröffentlicht werden, die Termine der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft gibt es bereits als PDF zum Download. Queer.de wird das Hirschfeld-Jahr mit einer Artikelserie begleiten. (cw)