Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30939

Neue queere Hymnen

Bob Dylan singt über schwule Liebe

In einer neuen Kompilation interpretieren sechs Superstars der Popmusik alte Liebeslieder um – in schwule und lesbische Instant-Klassiker.


Universelle Liebe: Das neue Album ist ab Freitag erhältlich

Am Freitag wird das das Extended-Play-Album "Universal Love" veröffentlicht, in dem sechs Musikerinnen und Musiker Pop-Klassiker neu interpretieren – nämlich als schwule oder lesbische Liebeslieder. Auf amazon.de und anderen Plattformen kann man bereits jetzt die Lieder als MP3-Download kaufen oder das Album streamen.

Größter Star des Werkes ist der 76-jährige Folk-Sänger und Literaturnobelpreisträger Bob Dylan, der den Klassiker "She's Funny That Way" aus dem Jahr 1928 zum Besten gibt, allerdings mit veränderten Personalpronomen ("He's Funny That Way").

Zu den Interpreten gehören auch offen queere Künstler, darunter die 35-jährige St. Vincent (Anie Clark), die unter anderem mit Supermodel Cara Delevingne und Schauspielerin Kristen Stewart liiert war. Sie wird das Lied "And Then He Kissed Me", das The Crystals 1963 aufgenommen haben, als "And Then She Kissed Me" singen. Der offen schwule britische Sänger Kele Okereke interpretiert den Temptations-Hit "My Girl" als "My Guy" neu. Auch die bisexuelle Sängerin Kesha ist auf dem Album vertreten: Die 31-Jährige wird Janis Joplins "I Need A Man To Love" als "I Need A Woman To Love" singen.

Außerdem mit von der Partie: Country- und Bluessängerin Valerie June verändert den Text aus "Mad About The Boy" von Noël Coward in "Mad About The Girl". Singer-Songwriter Benjamin Gibbard ist auf dem Album mit dem Beatles-Klassiker "And I Love Her" vertreten – er singt aber "And I Love Him".


Auf dem Album sind vertreten (von links oben nach rechts unten): Bob Dylan, Kele Okereke, St. Vincent, Valerie June, Kesha und Ben Gibbard

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Das Album ist ein Projekt des Unternehmens MGM Resorts International, das unter anderem Hotels und Kasinos betreibt. Damit will die Firma aus Las Vegas Schwulen und Lesben Hymnen für ihre Hochzeit widmen. Denn gleichgeschlechtliche Eheschließungen seien für seine Firma ein großes Geschäft, gibt Vorstandschef Jim Murren unumwunden zu: 20 bis 30 Prozent der Hochzeiten in den 15 MGM-Hotels in Las Vegas seien bereits gleichgeschlechtlich.

Album-Produzent Mark Kaplan erklärte, er habe keinerlei Probleme gehabt, die Erlaubnis der Urheber für die Text-Änderungen bei den sechs Liedern zu erhalten. Wie die "New York Times" berichtet, sei insbesondere Bob Dylan, der sich bislang kaum öffentlich zu LGBTI-Rechten geäußert hatte, von dem Projekt begeistert gewesen. "Er hat nicht nur schnell 'ja' gesagt, sondern auch gleich erklärt, er hätte eine Idee für ein Lied", so Kaplan. (dk)



#1 DominikAnonym
  • 05.04.2018, 16:19h
  • Wenn dann sollten auch nur schwule und lesbische Künstler die Songs uminterpretieren. So als Gag find ich das doof. Jeder weiß dann, dass Bob Dylan es nicht so meint, wie er es singt, da er ja hetero ist und sich nur für den Gag zur Verfügung stellt. Wenig authentisch.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TomTomAnonym
  • 05.04.2018, 16:38h
  • Ich finde es cool, Zeit wirds! Mich nervt es immer dass lovesongs nur Heteros ansprechen. Da könnten noch einpaar mehr Tracks auf das Album....
  • Antworten » | Direktlink »
#3 schon länger hierAnonym
  • 05.04.2018, 17:00h
  • Einfach nur das Personalpronomen zu ändern und damit einen Song "umzupolen", ist doch nix Dolles.

    Zeit, mal wieder an Sarah Jane Morris zu erinnern: Die war in den 1980ern Background-Sängerin der Band The Communards (zu sehen z.B. im Video zu "Don't leave me this way").

    Und hat bereits 1989 den Soul-Klassiker "Me and Mrs Jones" ganz ohne Pronomen-Switcherei auf lesbisch gedreht:

    www.youtube.com/watch?v=lRxQCy2UoE8
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LorenProfil
#5 AmurPrideProfil
#6 LorenProfil
#7 AmurPrideProfil
#8 herve64Profil
  • 06.04.2018, 08:11hMünchen
  • Mit anderen Worten: man hat seitens dieser Hotelgruppe zu spät bemerkt, dass man einer speziellen Zielgruppe nichts Adäquates an musikalischer Untermalung anzubieten hat und so musste rasch ein Album übers Knie gebrochen werden. Somit wurde aus Musik quasi das, was man gemeinhin Muzak nennt.

    Dass dabei ausgerechnet von einer Größe wie Bob Dylan nichts Besseres kommt als der Austausch des weiblichen durch das männliche persönliche Fürwort passt genau ins Bild.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 herzesEhemaliges Profil
  • 06.04.2018, 09:17h
  • Gerade in den weniger kommerziellen Bereichen der Musik wie Queercore, Gothic, Punk, und Indie-Metal sind viele queere Musiker und Texte vertreten.
    Im kommerziellen Bereich schäut man das oft, weil man finanzielle Einbußen befürchtet. Da kann man gerade in den Charts lange warten.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 daVinci6667
  • 06.04.2018, 10:30h
  • Ganz wichtiges Zeichen. Nur sollte dies nun auch am Radio gespielt werden. Die meisten Texte die man hört handeln nun mal um Liebe. Gefällt mir ein Song schreibe ich den Menschen in Gedanken schon ganz automatisch oder ändere das Personalpronomen beim mitsingen um. Den Heten darf ruhig mal dasselbe zugemutet werden.

    Schwule und lesbische Interpreten sollten im Jahre 2018 bitte nicht mehr automatisch immer die Heteroliebe besingen. Ist überhaupt nicht authentisch. Ich denke nicht das wegen eines kleinen Wörtchens im Liedtext ein Hit verhindert wird.
    Also bitte seid mutiger!
  • Antworten » | Direktlink »