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Junge Liebe in Norwegen

Endlich ein queerer Kurzfilm ohne tragisches Ende

Der herzerwärmende Neun-Minuten-Film "Stumm" von Eilidh Gow und David Bonecker über zwei verliebte schwule Jungs erreichte auf Youtube innerhalb von zwei Wochen über 100.000 Aufrufe.


Im norwegischen Stavanger gehen Sondre und Elias zur Schule. Sie lieben sich, doch die Ferne droht sie auseinanderzureißen (Bild: queerblick)

"Nichts kann den Bund zwei treuer Herzen hindern, die wahrhaft gleichgestimmt", schreibt Shakespeare in seinem Sonett 116. Sondre und Elias lesen es gerade im Schulunterricht. Ihre Hände berühren sich heimlich unter der Schulbank. Denn sie fühlen beide, dass sie für einander bestimmt sind. Aber da weiß Sondre noch nicht, dass Elias eine Nachricht hat, die ihn erschüttern wird.

"Stumm" ist ein Kurzfilm von Eilidh Gow aus Schottland und David Bonecker aus Österreich. Die beiden jungen, queeren Filmemacher haben ihn während eines gemeinsamen Aufenthalts in Norwegen produziert. Die Idee dazu kam Eilidh nach dem Besuch eines LGBTI-Filmfestivals, bei dem alle Kurzfilme ein tragisches Ende hatten: "Ich bin traurig und frustriert nach Hause gegangen. Ich fand es schrecklich, dass ungeoutete Teenager nur solche Beispiele zu sehen bekommen. Also dachte ich, es ist an der Zeit, jetzt wo ich geoutet bin, einen eigenen Film zu machen, der nicht mit einer toten oder zusammengeschlagenen Person endet."

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Die große Angst vor dem Verlassenwerden

Das Drehbuch entwickelte Eilidh, die Regie führte, zusammen mit David, welcher für die Kamera verantwortlich war. Davids eigene Erlebnisse waren die Inspiration für den Charakter von Sondre. Er war nach dem Ende einer kurzen und intensiven Beziehung nach Norwegen geflüchtet, um sich dort eine Auszeit zu nehmen: "Das Trauma, weil man von einem geliebten Menschen verlassen wurden und dadurch noch mehr Verlustängste hat, sind alles Dinge, durch die ich persönlich gegangen bin und die auch immer noch Bestandteil meines Alltags sind. Aber das ist auch Bestandteil von so vielen Menschen da draußen. Das wollten wir einfach mitnehmen und zeigen: 'Hey, du bist nicht alleine, es wird besser und nicht alles hat ein definitives Ende.'"

Der Film kommt insgesamt mit wenig Sprache aus. Hier sind deutlich die Einflüsse von David zu merken, der auf seinem Youtube-Kanal sonst vor allem Landschaften filmisch in Szene setzt. Und auch Eilidh, die dort bereits mehrere Kurzfilme veröffentlicht hat, lässt die Zuschauer gern beobachten statt jede Szene mit Handlung und Text zu überfrachten. So ist ein Film entstanden, der in die Gefühlswelt zweier Teens eintaucht und diese in der Einsamkeit und Schönheit von Stavanger inszeniert.

Postproduktion in zwei Ländern

Entstanden ist so ein sehenswerter und berührender Kurzfilm, der in zwei Ländern zu Ende gestellt wurde. "Wir haben uns seit dem Filmdreh vor mehr als einem Jahr nicht persönlich wiedergesehen", sagt Eilidh. Die Postproduktion brauchte deshalb viel länger als erwartet. "Wir haben unterschätzt, welchen Effekt es auf den Schnitt hat, wenn man in zwei verschiedenen Ländern lebt", fügt sie hinzu.

Mit der Veröffentlichung auf queerblick hat der Film bereits in zwei Wochen mehr als 100.000 Abrufe erreicht. "Das ist eine tolle Chance für junge Filmemacher", sagt Falk Steinborn, Vorstand des Vereins queerblick e.V. Dieser unterstützt immer wieder junge Talente dabei, ihre Werke sichtbar zu machen und deren Botschaft zu verbreiten. Das gelingt auch dank der Hilfe vieler ehrenamtlicher Übersetzer.

Wer sein eigenes Werk bei queerblick zeigen will oder sich für Übersetzungen ehrenamtlich engagieren will, kann sich unter der Email info@queerblick.de melden. (cw/pm)

Direktlink | Der Kurzfilm auf Youtube



#1 PeerAnonym
  • 07.04.2018, 14:54h
  • Wo hat dieser Film denn ein Happy End?

    Bevor der eine zu seinem Praktikum aufbricht, verabschieden sich die beiden am Strand.

    Das ist bestenfalls ein offenes Ende, aber doch kein Happy End. Ein Happy End wäre es gewesen, wenn der andere sich z.B. auch ein Praktikum in London gesucht hätte und die letzte Szene wäre dann gewesen, wie sie händchenhaltend in London ankommen und gemeinsam in ihr neues Leben gehen...
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#2 VerblüfftAnonym
#3 DramababyAnonym
  • 07.04.2018, 15:13h
  • Ihr wollt doch gar kein Happy Ending. Euch ist es doch viel wichtiger, dass am Ende jemand aufgrund der ach so homophoben Gesellschaft ein Nachteil erleidet, verletzt wird oder gar stirbt. Ihr wollt es doch gar nicht harmonisch, Drama Baby ist gewünscht, sonst nix
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#4 TimonAnonym
#5 PeerAnonym
  • 07.04.2018, 16:16h
  • Antwort auf #3 von Dramababy
  • Blödsinn.

    Es gibt nun mal lustige Geschichten, traurige Geschichten, romantische Geschichten, spannende Geschichten, etc. Genau wie im realen Leben.

    Und mir ist jede dieser Geschichten willkommen - wenn es gut gemacht ist.

    Ohne Vorinformation hätte ich den Film schön gefunden. Aber wenn die Macher vorher ein Happy-End ankündigen, erwarte ich halt auch eines. Und das war es für mich keinesfalls, sondern das war bestenfalls ein offenes Ende oder vielleicht sogar ein trauriges Ende, weil es ein Abschied war.

    Das einzig positive ist halt, dass sie sich noch verabschieden konnten, aber das ist für mich kein Happy-End, wenn dann die Trennung folgt.
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#6 TrollwatchAnonym
#7 LarsAnonym
#9 DimaAnonym
  • 08.04.2018, 15:53h
  • Na, da braucht aber ein Film noch ein bisschen Werbung und ein paar Klicks, oder wie ist dieser Artikel sonst zu verstehen ;-)

    Es ist generell gut, wenn es Filme mit der Thematik gibt. Können gar nicht genug sein. Von daher ists schon okay.
    Aber ehrlich? Gibt so viel bessere.
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